Chronik.Ereignis1045 Selkethaler Pferderennen zu Ehren der schönen Göttin 1045 BF 19

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Grafschaft Waldwacht, im Ingerimm 1045 BF

Autor: Gerberstädter


Mitte Ingerimm ist eine Zahori-Gaukler-Truppe der Eisenstraße folgend von Braast über Bangour nach Hundred unterwegs.


Ein Tross des Fahrenden Volkes zog bereits seit einigen Götternamen durch Königreich Almada. Die teils von Ochsen, teils von Pferden gezogenen Wagen waren mit bunten Plänen versehen und mit reichlich, ebenfalls bunten Fähnchen und anderem Zierrat geschmückt. Musik und Gesang begleitete das Klappern, Quietschen und Poltern, welches die Wagen verursachten. Der Wagen von Phelizzio und Sarastrohaban führte den acht Gefährte umfassenden Tross an.

Die Truppe gehörte den Zahori an und war auf dem Weg von Braast, einer etwa 500 Seelen zählenden Kleinstadt und Hauptort der gleichnamigen Baronie nach Bangour.

In Braast hatte Raistfaisha, die Mhanah der Zahorisippe von einem Pferderennen erfahren, dass auf einem Edlengut unweit der waldwachter Kleinstadt Hundred stattfinden sollte und sich wohl einer großen Bekanntheit erfreute und Reiter und Publikum weit über die Grenzen Almadas anzog.

Das schien eine gute Möglichkeit, die Anzahl der klingenden Münzen zu erhöhen, die man für die Auftritte für gewöhnlich einnahm.

Viel Publikum mit überwiegend gut gefüllten Geldsäckeln bedeutete aber auch, dass die Ansprüche höher waren. Diese Leute hatten meist schon viel gesehen und waren daher nicht so leicht zu beeindrucken wie das einfache Volk in irgendeinem entlegenen Tal, für die es schon eine Sensation war, wenn sich überhaupt ein unbekanntes Gesicht in ihr Dorf verirrte. Aus diesem Grund probte man des Abends während des Nachtlagers neue Kunststücke und studierte neue Musikstücke und Tanzeinlagen ein. Trotz der vielen Übungen und der zeitweiligen Pannen war die Stimmung der Truppe ausgelassen und es wurde wie immer viel gesungen, getanzt und gelacht. Phelizzio tanzte ausgelassen mit Sarastrohaban. Der Efferdier hatte noch an keinen Tag die Entscheidung bereut seine Heimatstadt und die Enge und Zwänge der Familie und des Kürschnerhandwerks hinter sich gelassen zu haben. Die Freiheit und Lebensfreude, die hier unter den Zahori gelebt wurde, war so sehr viel mehr nach seinem Naturell. Hier war alles echt, niemand lachte hier um einen anderen zu täuschen und wenn man sauer auf einen anderen war, dann zeigte man ihm das und es wurde geregelt. Außerdem hätte Raistfaisha sein magisches Talent erkannt und ihm geholfen, zumindest teilweise Kontrolle über seine Magie zu haben.

Die Tage vergingen wie das Laub im Herbst und sie hatten die Waldwachter Kleinstadt Hundred erreicht. Das etwa 550 Einwohner zählende, zur Baronie Gräflich Taladur gehörende Städtchen war ein angenehmer Ort. Man nutzte die Tatsache, dass man gut in der Zeit lag und blieb, um einige Vorstellungen zu geben und das ein oder andere neue Kunststück bereits vor Publikum zu präsentieren.

Die bunte Truppe konnte mit Fug und Recht behaupten, dass die neu eingeübten Stücke ein Erfolg waren. Das Publikum in Hundred hatte mit ordentlich Beifall und klingender Münze jede Vorstellung goutiert und so war man guter Dinge auch dem Publikum und den Teilnehmern des Pferderennens im Selkethal zu Ehren der Göttin Rahja angemessene Kurzweil bieten zu können.

So machte sich das Fahrende Volk auf, das letzte Stück der Reise hinter sich zu bringen und ihr Glück im Selkethal zu versuchen.

Man war allgemein gespannt, wen man dort alles kennenlernen würde.