Chronik.Ereignis1045 Selkethaler Pferderennen zu Ehren der schönen Göttin 1045 BF 26
Roterzpass, Rahja 1045 BF
Autor: Sindelsaum
Ambros von Sindelsaum und Rahjeis von Lindholz ritten gemächlich den Roterzpass herunter. Vor ihnen ersteckte sich die Baronie Jennbach. Hier war genauso waldreich wie auf der Koscher Seite, aber man merkte bereits deutlich, dass die Reisenden die Südseite der Ambossberge erreicht hatten. Es war merklich wärmer und ein angenehmer Südwind wehte.
Ambros, der Koscher, der mittlerweile aber doch fast ein halber Almadaner war hatte vor sich auf dem Sattel seine sechsjährige Tochter Madalena sitzen. Es war Madalenas erste Reise in die Heimat ihres Vaters gewesen, war die Reise doch äußerst weit und beschwerlich. Mit den Kindern ihres Onkels hatte sie im Garten des Dachsbaus gerne gespielt, aber die Reise selbst war für sie lang und langweilig gewesen.
Neben Ambros ritt Rahjeis. Die Zyklopäerin stand seit zehn Jahren in Diensten der Familie ihres Vaters, auch wenn sie „nur“ ein Bastard war. Sie hatte es anfangs nicht leicht gehabt. Baron Nicetos hatte ihr nicht über den Weg getraut. Nach und nach hatte sie sich aber bewährt, 1036 BF hatte sie etwa die Lindholzer Garde bei der Belagerung des Castillo Loredoblick angeführt.
“Selkethal? Nie gehört”, sagte Ambros zu Rahjeis.
„Ach komm. Da gab es die letzten Jahre große Pferderennen, davon hast du ganz sicher schon mal gehört antwortete Rahjeis.
„Von einem Rennen habe ich was gehört. Wo ist das nochmal?“, fragte Ambros.
„Das ist in der Nähe von Taladur. Da führt unsere Strecke ohnehin fast vorbei.“, antwortete Rahjeis und strich sich eine Strähne ihres lockigen Haares aus dem Gesicht.
„Ich will aber eigentlich lieber nach Hause“, wandte Ambros ein.
„Ach jetzt komm. Du hast mich die 500 Meilen von Lindholz nach Sindelsaum mitgeschleppt, damit du Madalena deine Heimat zeigen konntest und jetzt ist dir ein Umweg von 5 Meilen zu weit. Ein wenig Abwechslung würde uns allen gut tun.“ Rahjeis schaute Madalena an „Magst du zu einem Pferderennen gehen?“
Madalena wollte natürlich und so war es entschieden. Ambros gab auf. Er hätte einwenden können, dass nicht er sondern seine Gattin darauf bestanden hatte das Rahjeis auf seine Reise in den Kosch mitkam um auf ihn und Madalena aufzupassen, während Lianna mit dem dreijährigen Alderan daheim geblieben war. Ambros hätte zwar gerne auch Lianna und Alderan mitgenommen, aber die 1.000 Meilen Reisestrecke hatte dann doch den Ausschlag gegeben. Er wusste wann er verloren hatte und die Abwechslung würde ihnen vermutlich auch gut tun.