Badajoz II. von Jurios: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 15. September 2010, 14:10 Uhr
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Badajoz II. Gaftaro Optimas von Jurios zu Hochdrachenstein, in der Regel schlicht Badajoz der Kahle, von den Bewohnern Caldaias auch Badajoz der Fromme genannt (geb. um 275 BF, herrschte als 13ter Landgraf Caldaias von 305 bis 338 über die hügelige Landgrafschaft in der Almadanischen Pforte. Neben der in seine Regierungszeit fallenden Blutfehde mit den südlichen Nachbarn aus Ragath sind mit seinem Namen vor allem zwei Ereignisse verknüpft, deren Nachwirkungen bis heute fortdauern: Der Landtausch von Molay und sein Pilgergang nach Greifenfurt, um sich von dem gegen ihn verhängten Kirchenbann reinzuwaschen.
Dom Badajoz trat im Alter von etwa 40 Jahren das Erbe seines nicht nachhaltig in Erinnerung gebliebenen Vaters - Landgraf Badajoz I. von Jurios - an. Er hatte wohl zwei Kinder, Almaderich den Kühnen und Lumetta die Jägerin, von denen die Letztgenannte später einmal seine Erbe antreten sollte. Wenige Monde nach seiner Krönung wurde bei einer landgräflichen Audienz auf dem Marktplatz von Jurios eine verhutzelte kleine graue Kreatur vor Badajoz vorstellig - ein Angehöriger des sagenumwobenen Volkes der Grolme oder Feilscher, wie sich später herausstellen sollte - und prophezeite dem verdutzten Landgrafen, dass "in Kürze" eine Gruppe von Zwergen bei ihm vorsprechen und ihm ein Angebot unterbreiten werde, dass er in jedem Fall annehmen solle - wie widersinnig auch immer es sich anfangs für ihn anhören möge. Als Belohnung für diesen Rat verlangte das wunderliche Männchen, das der Landgraf für einen Kobold oder ein anderes Zauberwesen hielt, ein Viertel des Gewinns, den der Landgraf aus diesem Rat zöge.
Zehn Jahre gingen ins Land, ohne dass irgendetwas geschah und die sonderbare Audienz geriet bei Landgraf Badajoz fast in Vergessenheit - dann aber sprach tatsächlich eine zwergische Delegation im Auftrag des weisen Bergkönigs Fanderam (des Vaters des heutigen Bergkönigs Fargol) auf Castillo Hochdrachenstein vor, die Dom Badajoz einen Landtausch vorschlug: Sie boten den Berg Molay im Amboss, unweit von Jurios gelegen, den die Angroschim offenbar als wertlos erachteten und forderten dafür die riesigen Wälder im Norden der Fasanerie von Jennbach, wo in ihren Augen hervorragendes Grubenholz wuchs.
Der Kahle sah auf den ersten Blick einen für ihn selbst mehr als schlechten Tausch: Der an jagdbarem Wild und Edelhölzern reiche Forst gegen einen zweitausend Schritt hohen, meist schneebedeckten Berg - dann aber er erinnerte sich des Ratschlags des "Kobolds" und ging intuitiv und wider alles Zureden seiner entsetzten Ratgeber auf das Landtausch-Angebot des Bergkönigs ein, so dass Jennbach an die Zwerge fiel und Molay an Caldaia.
Wenige Wochen danach rumpelte nachts die Erde in einem mächtigen Sumusbeben so stark, dass auf Castillo Hochdrachenstein Kronleuchter von der Decke fielen und in Jurios, Yasamir und Franfeld zahlreiche Häuser einstürzten. Nördlich von Jurios war die Erde aufgerissen, die Feuerfälle von Algormosch spien flüssiges Feuer und Lava an die Oberfläche und auch der Berg Molay zeigte plötzlich tiefe Risse, in denen man - zu jedermanns Verblüffung - auf reinstes Silber in bester Qualität stieß.
Der Landgraf ließ dieses Silber in einer landgräflichen Mine fördern und abbauen, Bergkönig Fanderam wollte von dem Tausch zurücktreten oder den Berg zurückkaufen, aber Badajoz wollte davon nichts wissen. Tatsächlich erschien der Grolm, der ihm den Rat gegeben hatte, fortan Jahr für Jahr um seinen Anteil an Silber abzuholen - dem Volk der Feilscher ist es seither unter Androhung des Todes untersagt, das Gebiet der Grafschaft Waldwacht zu betreten. Der Grolm prophezeite Landgraf Badajoz aber auch, solle er selbst oder einer seiner Nachfahren einmal nur den Silber-Anteil schuldig bleiben, so werde die Landgrafschaft Caldaia untergehen (tatsächlich enthielt erst Badajoz Nachfahrin Daroca die Gierige, die als bislang letzte Landgräfin zur Zeit der Magierkriege und Kaiser Eslams herrschte, den Grolmen ihren Anteil vor).
Badajoz des Kahlen erstgeborener Sohn, Almaderich der Kühne, war zu einem im ganzen Land bekannten Caballero herangewachsen, der in der Djosta jeden Gegner aus dem Sattel hob und so auch die Große Ragather Grafenturnei gewann, die Badajoz' südliche Lehnsnachbarin, Escalada die Eiserne, hatte ausrichten lassen. Da er - aus eigenem Geschmack und auch auf Zuraten seines Vaters - den Siegespreis ausschlug, Ehegenoss' der streitbaren Gräfin zu werden, versammelte diese gekränkt einen starken Heerbann und fiel im Herbst des Jahres 320 in Caldaia ein. Yasamir und Falado wurden geplündert und verheert, die Castillos Ciragad und Windsporn niedergebrannt. Badajoz der Kahle, längst ein alter Mann, sah sich faktisch geschlagen und sprach umzingelt auf dem Berg Khahirios die legendär gewordenen Worte: "Ich kann so wenig siegen, als dieser Stein, auf dem ich sitze, weich werden kann!"
Zu seiner allergrößten Verblüffung geschah aber genau das, er sank der Legende nach in den Stein ein, und danach griffen die Caldaier mit frischem Mut die ragatischen Invasoren an und schlugen sie im Scharmützel von Hammelborn empfindlich. Sein Sohn Almaderich aber blieb auf dem Feld der Ehre, getötet von seiner Todfeindin Escalada, der Badajoz bis zu seinem Lebensende in tiefster Animosität verbunden blieb.
Da Landgraf Badajoz für sein Aufgebot nur Hochlandburschen und -maiden rekrutiert hatte, deren Größe das das Stockmaß seines eigenen Streitrosses von 1,80 Schritt übertraf, proklamierten die geschlagenen, in der Regel eher kleingewachsenen Ragatier bei ihrer Rückkehr in die Heimat, sie haben gegen ein Heer "junger Oger" kämpfen müssen, das sich Badajoz der Kahle mittels schwarzer Magie dienstbar gemacht habe. Inquisitionsrat Praiogurd da Vanya glaubte ihren Beteuerungen und verhängte den Kirchenbann gegen Badajoz, gleich wie oft dieser beschwor, Magie jeder Art abhold zu sein. So sah der Kahle, zu diesem Zeitpunkt bereits über 60jährig, nur eine Möglichkeit, sich selbst und seine Familia vom Kirchenbann reinzuwaschen - er schnürte sein Bündel und trat alleine und zu Fuß eine Pilgerreise über Gareth bis nach Greifenfurt an, worauf ihm seine Sünden durch den Wahrer der Ordnung der Mittellande vergeben wurden. Der Familia da Vanya aber, ebenso wie dem Ragather Grafenhaus Ragathsquell, blieben er selbst und all seine Nachmaligen aus der Familia von Jurios von diesem Tag an in Blutsfeindschaft verbunden.
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