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'''Autor:''' [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]] | '''Autor:''' [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]] | ||
"Das sehe ich selbst!" sagte der Thangolforster unwirsch, obwohl er zugeben musste, dass sein Augenlicht sich in den letzten Jahren verschlechtert hatte. | "Das sehe ich selbst!" sagte der Thangolforster unwirsch, obwohl er zugeben musste, dass sein Augenlicht sich in den letzten Jahren verschlechtert hatte. Im Dunkeln der Höhle, das nur vom unsteten Flackern der am Boden liegenden Fackel erhellt war, konnte er kaum etwas erkennen. Aber ohne Zweifel stand vor ihm eine weitere dieser wilden, in dreckstarrende Lumpen gekleideten Furien, ein Kurzschwert in der Hand. Seit wann ließen die Blutsäufer ihre Frauen kämpfen? Wie dem auch sei, diese schien sich ihrer Haut erwehren zu wollen. Er richtete den Degen auf sie. "Die Waffe nieder!" rief er in gebrochenem Tulamidya, aber das Mädchen machte keine Anstalten, seinen Worten Folge zu leisten. Sollte er sie einfach niederstechen? Es war nur eine Wilde und Tsacharias war unter in der Höhle und würde keinen Wind davon bekommen. Unwillkürlich nahm Gendahar ihre nackten, kräftigen Beine wahr, die im Licht der Fackel feucht glänzten, und ihre schlanken Fesseln. Sein Blick wanderte nach oben, wo der Stoff den Busen des Mädchens kaum verhültte. Heilige Stute, musst du denn auch diese wilden Weiber nach deinem Abbild schaffen? Warum konnte er nicht einmal während eines Kampfes mit einem Ferkinamächen, halb Mensch halb Tier, deren rahjagefällige Reize ausblenden? "Die Waffe runter, sage ich! Du bist viel zu ansehnlich, um zu Boron zu fahren!" | ||
'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT| SteveT]] | |||
"Die eine spricht ja Tulamidisch!" stellte Moritatio überflüssigerweise fest, obwohl es der Streitziger wohl auch selbst gehört hatte. Auch wenn man im Licht der auf dem Boden liegenden Fackel wenig mehr als ihre Silhouetten erkennen konnte, musste Moritatio sich eingestehen, daß er schon bedeutend unansehlichere Ferkinas gesehen hatte. Der junge Vayadâler überlegte, wie er ihnen am besten Angst machen und gleichzeitig die dumme vorwitzige kleine Waldwachterin aus ihrer Reichweite bekommen konnte. | |||
"Wir zwei Dutzend seien!" radebrechte er mit seinen miserablen Tulamidya-Kenntnissen. "Die Messer ihr werft zur Decke oder wir stechen uns überall!" war das, was er wortgetreu sagte oder was ein Tulamide verstanden hätte. Er selbst war aber natürlich überzeugt, eine fürchterliche Drohung ausgestoßen zu haben. Wenn hinter den zwei Weibsbildern noch ein Dutzend Stammeskrieger folgte, so sollten sie zumindest damit rechnen, auf einen gleichwertigen Gegner zu treffen. | |||
'''Autor:''' [[Benutzer:Simanca|Simanca]] | |||
Hastig war Zaida erst einmal rückwärts außer Reichweite der Ferkina gekrabbelt und hatte sich dann an einem Felsvorsprung auf die Beine gezogen. Was musste die auch so schnell wie eine Natter sein? Unsicher biss sie sich auf die Unterlippe und rückte näher an Dom Gendahar heran. Und jetzt redeten die auch noch alle in der Sprache der Wüstenvölker, mehr als sie zu verorten, war ihr leider bei dem Kauderwelsch nicht möglich. | |||
Dafür jedoch war sie im Gegensatz zu den beiden Männern wohl mit besseren Augen gesegnet, denn auch wenn sie ob des dreckstarrenden äußeren kaum zu sagen vermochte, wen oder was genau sie da vor sich hatte, sah sie doch wohl, dass es den beiden Frauen weit schlechter ging, als ihnen selbst! | |||
"Um Phex und Peraines Willen, nicht so laut!", raunte sie eilig und hielt sich wohlweislich aus Dom Moritatios Reichweite, der guckte nämlich schon wieder so bockswild und sie hatte keine Lust seine namenlose Laune ausbaden zu müssen - war sie sich doch keiner Schuld bewusst! Sie kniff die Augen zusammen und starrte zu den verdreckten Frauen, kam ihr die eine nicht irgendwie ein wenig vertraut vor? | |||
'''Autor:''' [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]] | |||
Hesinde sei Dank! dachte Gendahar, als das Kurzschwert mit einem metallischen Klirren auf den Boden fiel und auch die andere Ferkina die Axt senkte. Er legte Dom Moritatio seine Linke auf den Waffenarm. Wer wusste schon, was seine Mutter ihn gelehrt hatte, wie mit Ferkinas zu verfahren war - ob Mann oder Weib? In diesem Moment drang ein Flüstern an sein Ohr. Seine Gegnerin schien sich kaum noch auf den Beinen halten zu können. Nur ihre Lippen bewegten sich zitternd, während ihr Blick geradewegs auf den Vogt gerichtet war. Gendahar stutzte. Hatte sie gerade "Rondra" gehaucht? Er sah sich das Mädchen genauer an. Ihre Haare waren viel heller als die der anderen; wenn man sich den Dreck und den Staub aus den Zotteln wegdachte, mochten sie so blond wie die seinen sein. Und ihre Augen ebenso hell! Wirklich niedlich, die Kleine, fuhr es ihm durch den Kopf - bevor sein Verstand einsetzte und der Blitzschlag der Erkenntnis die Schamesröte zwischen die Ohren trieb! | |||
Konnte es ein? Der Degen glitt ihm aus der Hand, als er zwei Schritte nach vorne trat und das Mädchen mit ausgestreckten Armen an den Schultern fasste. "Romina!" Dann schnürten ihm Freude und Erleichterung die Kehle zu und er schloss seine kleine Nichte in die Arme. | |||
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