Imdâl

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Markt Imdâl
Wappen: Rote Buche grün belaubt auf Silber
Grafschaft: Südpforte
Herrschaft: Reichsvogt Cusimo von Garlischgrötz, vertreten durch Untervögtin Hisela Luntfeld und Schulze Bosper Holderblau
Einwohner: 800
Bewaffnete: 10 Büttel
Tempel/Kultstätten: Praios, Efferd, Travia, Peraine, Rondra-Schrein
Wichtiger Comercio: Durchgangshandel auf dem Phecadistieg, Obst, Holzkohle und Holzflösserei, modernes horasisches Sägewerk
Gewässer: Phecadi, Farinquir/Hefte
Verkehrswege: Phecadistieg,
Besonderheiten: Ungewöhnlich hohe Anzahl Gasthäuser und Herbergen.
Seit der Belehnung des Grangorer Herzogs mit der Baronie Kaiserlich Phecadien und dem angrenzenden Windhag vor 20 Jahren blüht der Ort dank des grenzüberschreitenden Handels wirtschaftlich auf. Gleichzeitig gibt es seither regelmässig mehr oder weniger heftige Kulturkämpfe zwischen Alteingesessenen und zugezogenen horasischen Neu-Siedlern.

Der Marktflecken Imdâl am Zusammenfluss von Phecadi und Farinquir (ausserhalb Almadas auch Hefthe genannt) ist nicht nur der grösste Ort der Baronie Kaiserlich Phecadien, sondern gleichsam die heimliche "Hauptstadt" des gesamten mittelreich'schen Oberphecadiens im Vier-Provinzen-Eck Almada-Nordmarken-Windhag-Horasreich. Gelegen am vielbereisten Phecadistieg lebt der Ort von Handwerk und Durchgangshandel. Reisenden gegenüber ist man herzlich und weltoffen, zugezogene Horasische Neusiedler und Windhager Sippenkrieger werden von der Bevölkerung dagegen vorsichtig-misstrauisch betrachtet.


Geschichte

Imdâl ist eine alte Siedlung. Spätestens in den Dunklein Zeiten vor Bosparans Fall künden alte Chroniken von einem Ort "Invalle" auf halber Strecke zwischen "H'Rangor" und "Jelenvina", wo sich einige Gutshöfe verdienter Offiziere, Landsitze verbannter Höflinge und mehrere Erzminen im nahen Phecanowald mehr oder weniger mit den Kriegern des "Königreich Windehag" arrangiert hatten. Seither teilte der Ort weitgehend die Geschichte der Baronie Kaiserlich Phecadiens.

Besondere historische Ereignisse der jüngeren Zeit

  • Mit der Unabhängigkeit des Lieblichen Feldes wurde die Grafschaft Phecadien 752 BF zerrissen: Die alte Baronie Imdal blieb Teil des Garether Kaiserreichs und wurde entlang des Phecadi geteilt. Der östliche Teil wurde von Kaiser Eslam IV. dabei als Baronie (verbliebenes) Kaiserlich(es) Phecadien administrativ dem Fürstentum Almada angeschlossen. Als Reichsvögte setzten die Kaiser gerne verdiente Höflinge und Recken ein, die den Garether Hof nur selten verliessen – die eigentliche Verwaltungsarbeit vor Ort wurde jeweils von lokalen Notabeln geleistet.
  • 585 BF und besonders im trockenen Rondra 884 BF wird Imdâl Oper von Dorfbränden. Bei letzterem wird mit 62 abgebrannten Häusern und Scheunen praktisch das ganze Dorf vernichtet. Kaiser Valpo gewährt Imdâl das Markt- und Stapelrecht um den Wiederaufbau zu unterstützen.
  • 930 BF werden die Kaiserlosen Zeiten mit dem Sieg Perval von Gareths über Rondhara von Albenhus im der Schlacht bei Albenhus entschieden. Imdâl wird von flüchtenden horasischen Söldnern Rondharas geplündert, was jedoch von den Landleuten nicht einfach hingenommen wird. Zwei Nächte später überraschen eine Handvoll Ritter und mehrere Dutzend schlecht ausgerüstete Bauern und Hirten die zahlenmässig deutlich überlegenen, jedoch sorglos lagernden Söldner und schlagen sie blutig in die Flucht.
  • 994 BF überschreitet die Bevölkerungszahl Imdâls erstmals die Grenze von 500 Einwohnern.
  • 1018-20 BF wird Imdâl nach einem Grenzkonflikt mit dem Horasreich ummauert.
    Zu schmerzlich war sich die Reichsleitung bewusst geworden, dass das ganze Land südlich Elenvinas und östlich Harbens den Eindringlingen aus dem Süden gänzlich offen gestanden hätte, wären die Angreifer nicht überraschend an der Grenzfeste Eslamsberge lange genug aufgehalten worden, bis Kaiserliche Regimenter als Entsatz herbeigeeilt waren.

Zaghafte Versuche der Einwohner, mit der neuen Mauer auch das Stadtrecht zu erlangen, wurden seither trotzdem stets abgelehnt. Weder Reichsvogt noch Untervögtin oder gar die ferne Kaiserin-Baronin sind an politischer Mitsprache der Imdâler interessiert. Imdâl bleibt somit auf weiteres eine Stadt in jeder Hinsicht, ausser rechtlich und dem Namen nach.


Der Markt Imdâl im Jahre 1048 nach Bosparans Fall

Stadtrundgang

Fruchtbare Felder und Obsthaine prägen das obere Phecadital um Imdâl, ehe sie nach einigen Meilen den ersten Hügeln und Wäldern des Phecanowalds weichen. Noch eher als den Marktort selber erblicken Reisende aus allen Richtungen die eine halbe Meile östlich der Stadt auf einer Felsrippe thronende Burg Imdâl.

Reisende aus dem Horasreich betreten Imdâl durch das südliche Grangorer Tor (01), solche aus Almada oder den Nordmarken dagegen durch das östliche Almada-Tor (03). Das flussseitig gelegene Windhager Tor (02) wird dagegen nur von Marktbesuchern aus der jenseits von Phecadi und Farinquir gelegenen Markgrafschaft Windhag benutzt und besitzt keine verkehrsrelevante Bedeutung. An der Schifflände zwischen Mauer, Fluss und Efferdtempel (T02) legen fast täglich kleine Kähne und Holzflösse ab, um Ladung oder Passagiere phecadiabwärts ins Horasreich zu rudern oder zu stacken. Jenseits der schmalen Holzbrücke liegt der Windhager Zoll (07), wo alle die Brücke passierenden Waren verzollt werden. Nur weil ihm das Land hüben wie drüben zu Lehen ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass Markgraf-Reichsvogt Cusimo von Garlischgrötz auf diese Einnahmen verzichten will.

An den Stadttoren werden dagegen selten Kontrollen durchgeführt. Den fälligen Zoll treiben die Büttel bei den Händlern auf dem Marktplatz ein, sobald jene ihre Waren den Käufern präsentieren – Imdâl hat zwar kein Stadtrecht, darf aber stolz das Stapelrecht vorweisen. Personenkontrollen sind dagegen eher lax und selten nötig. Man kennt sich und den Anweisungen der Büttel oder den Schreibern der Untervögtin wird in aller Regel Folge geleistet. Mit schwerbewaffneten Fremden, die sich nicht mit Worten belehren lassen, legen sich die Büttel nicht an. Allerdings tauchen in solchen Fällen kurze Zeit später ein Dutzend oder mehr kaiserliche Soldaten aus der nahen Burg auf, die nichts lieber tun als etwas Abwechslung in ihren langweiligen Garnisonsalltag zu bringen. Von den Einheimischen tatkräftig unterstützt werden solche Unruhestifter meist kurzerhand in den Phecadi geworfen oder – vor allem falls Blut floss – zur "genaueren Überprüfung" und Aburteilung mit auf die Burg genommen.

Hinter dem Grangorer Tor liegt der Lindenplatz, auf dessen Rasen die im Stoerrebrander (G08) (Q2, P1, S30) abgestiegenen Fuhrleute gerne ihre Zugtiere weiden lassen. Doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die namensgebenden Linden gefällt und der Platz weiteren Häusern weichen müssen. Ebenfalls am Lindenplatz liegt die Garnison (05) wie das Wachhaus der Büttel grosszügig genannt wird. Dazu gehört auch der "Fette Bardo". Dieser vierstöckige Turm der Stadtmauer ist mit zehn Schritten Durchmesser doppelt so dick wie die übrigen Türme und beherbergt das (selten benutzte) Gefängnis sowie das Waffenlager der Landwehr. Von seiner Spitze können Lichtsignale zur Burg oder zu den weiter südlich gelegenen Grenzburgen gesendet und empfangen werden.

Imdâl ist bekannt für seine vielen Gasthäuser und selbst die Kneipen und Schänken besitzen häufig einige Schlafplätze für zu durstige Gäste. Entlang der Hauptstrasse zwischen Linden- und Marktplatz stehen die meisten davon eins neben dem anderen: Schnapsfass (12), Wildsau (09), Hirsch (05), Bärenwirt (07), Herzogsrast (03) (so vor 20 Jahren umbenannt, weil Herzog Cusimo auf der Durchreise häufiger hier als in der Residenz nächtigt), Schöne Alara (11), Langer Spiess (10) und Alte Linde (02). Dazu gesellen sich die Läden und Werkstätten der einflussreichsten Handwerker und Händler, während weniger bedeutende Handwerker und Krämer in der Phecadigasse entlang des Flusses und in der Langen Gasse entlang der östlichen Mauer wohnen. Letztere kreuzt zwischen Perainetempel (T04) und der Alten Schanze (G06) die Phecanowaldstrasse und zieht sich entlang der gesamten östlichen Mauer hin. Im Hof hinter seinem Haus besitzt fast jeder Einwohner Imdâls einen kleinen Garten, wo zur Selbstversorgung etwas Gemüse angebaut wird und in Pferchen und Verschlägen Schweine und Hühner gehalten werden.

Zentrum Imdâls ist der für einen Ort dieser Grösse unverhältnismässig grosse Marktplatz, wo fast ständig durchreisende Händler ihre Waren anbieten (von Spätankömmlingen mitunter bei Laternenschein, um dem Stapelrecht zu genügen und trotzdem am nächsten Tag weiterreisen zu können). Am Marktplatz liegen mit dem Praios- (T01) und dem Travia- (T03) nicht nur die wichtigsten Tempel Imdâls, sondern mit dem Imdaler Hof (G01), der Alten Linde und dem Silbernen Phecadi (G04) auch die grössten Hotels und Gasthäuser. Aus dem so genannten Stadthaus (06) und der Residenz des Reichsvogts (04) werden Dorf (Stadt darf man sich ja eigentlich nicht nennen) und Baronie verwaltet, so dass dort täglich Besucher und Schreiber ein- und ausgehen.

Unmittelbar jenseits der Mauern Imdâls beginnen Felder, Wiesen und Obstgärten. Bei der Wiederherstellung des Phecadistiegs als Kronstrasse wurde überdies die Trasse auf Bitte der Ortschaft östlich um Imdâl herumgeführt. Offiziell, damit Botenreiter und Eilkutschen den Ort ungehindert passieren können. Wahrscheinlicher jedoch, damit Schaf- und Rinderherden mit ihrem Gestank und ihren Hinterlassenschaften nicht durch die Gassen getrieben werden. Ebenfalls ausserhalb der Stadtmauern (und ausserhalb der Karte) wurden am kanalisierten Burgbach neben der Dorfmühle in den letzten zehn Jahren gleich zwei Sägewerke der horasischen Patrizierfamilie Luntfeld gebaut, um den Holzreichtum Kaiserlich Phecadiens bereits vor Ort in handliche(re) und besser transportier- und flössbare Masten, Bretter und Schindeln zu verarbeiten.
Die im Holz- und Erzhandel tätige Familie unter Hiselas entferntem Vetter Khardan nutzte seinerzeit die Belehnung Herzog Cusimos mit Phecadien und die Einsetzung Hiselas als Untervögtin aus, um weitblickend und weitab jeglicher horasischen Konkurrenz über die Reichsgrenze hinaus zu expandieren und damit der Bevölkerung Imdâls Verdienstmöglichkeiten und sich selber enorme Gewinne zu verschaffen. Kontorleiterin Rondrianne Luntfeld lässt ausser Holz zu schlagen auch Prospektoren nach aufgegebenen, aber noch nutzbaren alten Minen und Steinbrüchen suchen und geht als Teil der Oberschicht Imdâls in Stadthaus und in der Residenz regelmässig ein und aus.