Kaiserlich Phecadien
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"Die Leuchtfeuer! Die Leuchtfeuer Phecadiens brennen - Imdâl ruft um Hilfe!" - "Und Punin wird antworten." (zuletzt gehört 1018 BF)
"Die Phecadier lassen sich nicht an einem Kälberstrick führen. Aber an einem Seidenfaden." (gehört am Hof des Grangorer Herzogs)
"Warum wir stolze Almadaner sind? Punin mischt sich am wenigsten in unsere Angelegenheiten. Weit weniger als es Grangor, Harben oder - Praios behüte - Elenvina tun würde." (gehört in einer Imdâler Kneipe zu später Stunde)
Kaiserlich Phecadien ist ein kaiserliches Lehen in der Grafschaft Südpforte. Im Praios 1028 BF wurde der Grangorer Herzog Cusimo Garlischgrötz von IKM Rohaja zum Reichsvogt ernannt und erhielt somit die alten Lehnslande seiner Familie in Phecadien zugesprochen. Die eigentliche Verwaltung liegt bei Untervögtin Hisela Luntfeld, einer gebürtigen Horasierin.
Derographie

Almadas westlichste Baronie liegt in Oberphecadien und umfasst den Phecanowald, westlich davon den Ostteil des namensgebenden Phecaditals sowie östlich davon nördlich die Grenzmark im Dreieck zwischen Gebirge, dem horasichen Schradok und der Baronie Phexhilf. Sie grenzt im Norden an die nordmärkische Baronie Herzöglich Fuchsgau, im Osten an die Baronien Mesch und Phexhilf, im Südosten an das Bergkönigreich Phecanowald, im Süden an die horasische Baronie Phecanostein und im Westen an die Windhager Baronie Osthagen.
Der Phecanowald
s. Phecanowald
Kaiserlich Phecadien wird dominiert vom Phecanowald, der den grössten Teil der Baronie einnimmt. Dunkel, unheimlich und von Wäldern, Hochmooren und Schluchten durchdrungen, wird das Gebirge auf dem Gebiet der Baronie nur von wenigen Wegen und Siedlungen erschlossen. Reichlich vorhandene Mischwälder bieten Waldbauern, Holzfällern, Jägern und Köhlern ein vergleichbar hohes Auskommen, ehe mit zunehmender Höhe Lärchen- und Föhrenwälder und schließlich Almen und Wiesen überhand nehmen. Noch dienen die Hänge des Phecanowalds hauptsächlich dem Holzschlag, welches den Phecadi abwärts geflößt wird, doch lässt die Untervögtin seit einiger Zeit gezielt Prospektoren nach den reichlich vorhandenen Steinbrüchen und aufgegebenen Erzminen aus Bospraranischer Zeit suchen und die Wiederaufnahme des Erzbergbaus prüfen. Diese stolpern auch regelmässig über die Ruinen alter Burgen und Siedlungen, welche beweisen, dass der Phecanowald in früheren Zeiten besser erschlossen und dichter besiedelt gewesen war.
Das Phecadital
Fast drei Viertel der Bevölkerung der Baronie lebt im Phecadital zwischen der Reichsgrenze bei Phecadistein im Süden und Perfaring im Norden, wo der Phecadistieg die Baronie verlässt. Aufgrund der hügeligen Landschaft ist der Anbau von Korn und Gemüse im engen Flusstal nur an wenigen Stellen in unmittelbarer Flussnähe möglich, so dass sich viele Bauern dem Obstbau und vor allem der Viehzucht zugewandt haben und Rinder, Schafe und Ziegen auf den höher im Gebirge gelegenen Almen sömmern. An südlichen Lagen wir sogar Wein angebaut, wenngleich der eher saure "Phecadi-Tropfen" bei Geniessern edlen Almadanischen Weins gering angesehen ist. Zentral gelegen am Zusammenfluss von Phecadi und Farinquir schlägt im Markt- und Hauptort Imdâl das wirtschaftliche und politische Herz der Baronie. Durchreisende können aus einer für die Grösse des Orts erstaunlich hohen Anzahl Gaststätten und Herbergen auswählen und das Stapelrecht sorgt dafür, dass auf dem Marktplatz nicht nur landwirtschaftliche und einheimische Handwerksprodukte, sondern auch manch exotisches Gut aus fernen Landen feilgeboten wird.
Die Grenzmark
Die Grenzmark hat ihren Namen sowohl von der nahen Reichsgrenze zum Horasreich, als auch von ihrer umstrittenen Zugehörigkeit, denn der Baron von Phexhilf erhebt Ansprüche auf das Junkergut Cascavel und die Lande bis zum Phecanowaldkamm. Im Gegensatz zum raueren Phecadital dominiert hier im Übergang zwischen Phecanowald und Culminger Land das mildere Klima des westlichen Almada. Im fruchtbaren Hügelland der Mark lebt man von den Erzeugnissen der zahlreich vorhandenen Rinder- und Schafherden, dem spärlichen Grenzverkehr und dem Handel (und Schmuggel – Vögtin und Gräfin sind schliesslich beide weit) mit dem horasischen Schradok und dem Bergkönigreich Phecanowald.
Weg und Steg
Der nach jahrzehntelanger Vernachlässigung zwischen 1028 und 1032 BF als Kronstrasse wiederhergestellte Phecadistieg bildet die Lebensader der Baronie. Handelshäuser aus Grangor im Süden und Elenvina im Norden lassen auf der gepflasterten Strasse ganzjährig zahlreiche Fuhrwerke rollen, um den Umweg (und den Zoll) über Havena einzusparen, wobei auch in einheimischen Taschen der ein oder andere Taler hängenbleibt. Als einzige direkte Verbindung zwischen Imdal und dem Rest Almadas schlängelt sich die Grenzmarker Pforte als leidlich unterhaltene Passtrasse zwischen Phecadi- und Gugellatal über den Phecanowald. Die noch von Gräfin Shahane Al'Kasim in Auftrag gegebene, knapp außerhalb der horasischen Grenze verlaufende Fortsetzung der Passstrasse über Phexhilf und Culming entlang der Gugella bis zum Yaquir – um die Baronie ausschließlich über Reichsboden zu erreichen – ist nicht ansatzweise fertiggestellt. Dementsprechend wirkt die mächtige, auf einem Felsen einige Meilen nordnordwestlich von Schradok gelegene Zollfeste Castellor einigermaßen verloren, verläuft doch der Verkehr über den nur im Sommer zugänglichen Pass eher spärlich. Stattdessen wird seit einigen Jahren entlang des Farinquir der St. Praiodor-Stieg als gepflasterte Passtrasse von Perfaring ins nordmärkische Alborath gebaut, um Anschluss an die Eisenstrasse zu erhalten. Ein ehrgeiziges Unternehmen, welches 1052 BF zur 300jährigen Zugehörigkeit der Baronie zum Fürstentum Almada fertiggestellt sein soll.
Verwaltung & Politik
In den knapp 20 Jahren unter Grangorer Herrschaft ist die Baronie sichtbar aufgeblüht. Da Reichsvogt Cusimo Garlischgrötz als Herzog von Grangorien, Markgraf des Windhags und Admiral der Kaiserlichen Westflotte mehr als genügend beschäftigt ist, kann seine Untervögtin Hisela Luntfeld mehr oder minder nach eigenem Gutdünken schalten und walten. Unbegrenzt ist ihre Macht jedoch keineswegs: Das Junkergut Cascavel, das an der Ostseite des Phecanowalds gelegene Stammgut der Familia Alcorta, beherrscht den gesamten Ostteil der Baronie, die im Windhag und in den Nordmarken belehnte Familie Ulfahan besitzt mit dem im Junkergut Perfarinquia gelegenen Perfaring den wichtigsten Verkehrsknotenpunkt der Baronie und unregelmäßig schaut aus Farsid ein herzöglich Grangorer, aus Punin ein fürstlicher oder gar aus Elenvina ein kaiserlicher Inspektor vorbei.
Historie
Es darf als gesichert an genommen werden, dass in den Jahrhunderten vor Ankunft der Güdenländer bereits Zwerge aus dem Eisenwald den nördlichen Phecanowald durchstreiften auf der Suche nach abbauwürdigen Erzlagern. Wann die ersten Menschen das heutige Kaiserlich Phecadien erreichten kann nicht gesichert gesagt werden, dürfte aber spätestens nach 870 vBF der Fall gewesen sein.
Bosparanisches Phecadien
Nach der Entdeckung des Grossen Flusses durch Admiral Sanin 870 BF strömten viele Siedler aus dem horasischen Kernland in die schnell als "Nordmarken" bekannte neue Provinz. Phecadien profitierte seit dieser Zeit durch den bosparanischen Fernhandel zwischen Kernreich und dem Tal des grossen Flusses. Als Siedlungsgebiet war das obere Phecadital jedoch nicht attraktiv. Ausser einigen Gutshöfen verdienter Offiziere, Landsitzen verbannter Höflinge und mehreren Erzminen berichten die frühen Chroniken, die in verschiedenen Tempeln überlebt haben, nur von einer einzigen Siedlung auf dem Gebiet der heutigen Baronie: Der am Zusammenfluss von Phecadi und Farinquir liegenden Dorf "Invalle", dem heutigen Imdâl. Eine erste einschneidende Zäsur erfolgte 568 vBF mit der 1. Dämonenschlacht bei Gareth. Durch den Tod Graf Hlûthars von den Nordmarken entsteht ein Machtvakuum.
539 vBF Unter der Führung eines mysteriösen Priesterkönigs spaltete sich das Königreich Windehag von den Nordmarken ab, die Gebiete der heutigen Baronie kamen unter der Garlieb-Sippe Teil des Windhager 513 vBF wird das Haus Garlish in Grangor mit der Herrschaft über die Präfektur Phecadia betraut. In Oberphecadien änderte dies vorderhand nichts. Das Gebiet nördlich der Grothe blieb in den Händen der Windhager, die sich einen täglichen Kleinkrieg mit den Bosparanern lieferten, während ein halbmysthischer Drachenorden in den nächsten 400 Jahren viele Burgen des Lands kontrollierte, ohne jedoch langfristig Spuren zu hinterlassen. Das wichtigste Erbe jener "Windhager Zeit" wirkt allerdings bis heute nach: Sprachlich und kulturell wird das obere Phecadital bis heute von den Nordmarken und dem Windhag beeinflusst, während sich in den Gebieten die Gebiete südlich der heutigen Reichsgrenzen allmählich eine eigenständige Phecadische Kultur herausbildete.
444 vBF erliess in Bosparan Kaiser Yarum-Horas die Lex Imperia. Die bisher nordmärkische Präfektur Phecadia wurde verwaltungsmässig als Dominium Phecadia dem Kaiserlichen Hausgut einverleibt, ohne dass sich vor Ort etwas änderte. Erst als Kaiser Jel ab 329 BF durch den Ausbau der Phecadistrasse mit der Rückeroberung des Königreichs Windehag beginnt, können die Garlish ihre Herrschaft über das ganze Phecadital ausdehnen. Bei Beginn des Feldzugs wechselt die im Gebiet zwischen Phecadi und Phecanowald ansässige Sippe Garlieb die Seiten, was den Bosparanern frühzeitig das Phecadital sicherte, während sich die endgültige Rückeroberung des eigentlichen Windhags sich noch bis 307 BF hinzog. Ob sich der Name Garlisch des heutigen Herzogshauses von Garli(eb)sch ableitet ist bis heute ungeklärt. Von den Plünderungen der Garether nach der Zweiten Dämonenschlacht und Bosparans Fall wurde Oberphecadien aufgrund seiner Abgelegenheit und der Nähe zu den Nordmarken verschont, nicht jedoch von den darauffolgenden Goblins.
Im Neuen Reich
Die Plünderungen durch die Rotpelze und die daran anschliessenden Kämpfe der Theaterritter zur Befreiung des Landes zogen die Lande am oberen Phecadi schwer in Mitleidenschaft. Der bislang lukrative Bergbau kam zum Erliegen und die letzten Reste noch vorhandener windhager Sippenstrukturen verschwanden. Die im neuen Lehnssystem als Baronie Imdâl organisierten Ländereien Oberphecadiens waren zunächst zwischen 11 und 56 BF Teil des Protektorats Phecadien, danach unter dem Grafenhaus Garlisch Teil der Grafschaft Phecadien des Erzherzogtums Kuslik. Von den Auswirkungen der Priesterkaiserzeit und der Magierkriege wurde die Baronie aufgrund ihrer Abgelegenheit verschont, nicht dagegen von den Auswirkungen der darauffolgenden Orkkriege, als die seither im Windhag ansässigen Ramuchai den Windhag und die angrenzenden Lande heimsuchten. Nach 690 BF vereinigten sich die Grafen Garlisch von Phecadien mit den Grafen Grötz am grossen Fluss zum Haus Garlischgrötz, womit deren Ländereien vom Meer der Sieben Winde bis an den Grossen Fluss reichten. 900 Jahre nach seiner Erbauung wurde der Phecadistieg von 702 bis 708 BF erstmals umfassend saniert um in den vereinigten Grafschaften Verkehr und Handel anzukurbeln.
Der Unabhängigkeitskrieg des Lieblichen Feldes
Der Ausbruch des Unabhängigkeitskriegs des Lieblichen Feldes748 BF beendete Jahrhunderte des Friedens in Phecadien. Graf Leomar Garlischgrötz konnte sich weder dazu entschliessen, die Aufständischen zu unterstützen, noch dazu sie im Namen des Kaisers zu bekämpfen. In der Baronie Imdâl blieb es zunächst ruhig, da Adel und Volk auf Seiten der kaiserlichen praiosgefälligen Ordnung standen und der Rebellion der "Kusliker" jenseits der Berge und der Stadt Grangor wenig abgewinnen konnten. Damit war es allerdings vorbei, als 746 BF der kaiserliche Kronprinz Praiodor von Almada in der Grenzmarker Pforte einem Hinterhalt des Hauses Marvinko zum Opfer fiel. Der an der Tat unbeteiligte Baron wurde von Graf Leomar dem rachedurstigen Kaiser als Sündenbock hingeworfen und mit seiner gesamten Familie hingerichtet, die Baronie als Kaiserliches Lehen eingezogen. In den folgenden Jahren litt die Baronie gleichermassen unter Übergriffen durchmarschierender kaiserlicher Truppen wie unter Überfällen von Windhager Sippenkriegern und "Yaqurischen Patrioten", die die Gelegenheit nutzten unter dem Deckmantel der Rebellion Kaiserliches Eigentum in Form einsam gelegener Minen und Höfe auszuplündern.
Der Kusliker Frieden von 752 BF schließlich zerriss die über tausend Jahre alte Provinz Phecadien buchstäblich: Die südlichen Baronien wurden unter Leomar Garlischgrötz als Herzogtum Grangor Teil des Horasreichs, der darob auf seine weitläufigen Ländereien in Oberphecadien und am grossen Fluss verzichten musste. Die Baronie Imdâl wurde von Kaiser Eslam IV. endgültig eingezogen und geteilt: Die Lande westlich des Phecadi wurden der Baronie Osthagen und somit der nordmärker Grafschaft Windhag zugeschlagen. Der östliche Teil dagegen wurde vom Kaiser als Baronie "Kaiserlich Phecadien" seiner Hausprovinz Almada zugeschlagen.
Almadanisches Phecadien
Nunmehr auf drei Seiten von Provinzgrenzen und an der vierten vom Phecanowald begrenzt gestaltete sich der Wiederaufbau Kaiserlich Phecadiens mühsam. Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs und die darauf folgende politische Teilung führten zu einem drastischen wirtschaftlichen Niedergang der Baronie und einer Entvölkerung. Die nächsten drei Jahrhunderte vegetierte die lange Zeit rege genutzte Verbindung zwischen Horasreich und Nordmarken in einen von allen Anrainerprovinzen wenig beachteten Hinterhof der Deregeschichte, wo der Wald sich aufgegebenes Kulturland zurückholte und Räuber oder gar Orks aus dem Windhag die verbliebenen Bewohner heimsuchten.
Die Verwaltung oblag einem vom Kaiserhaus in Gareth bestallten Reichsvogt, der häufig überhaupt nicht vor Ort war, sondern weiterhin in Gareth residierte, es sei denn es handelte sich beim Reichsvogt um einen in Ungnade gefallenen und in das abseits gelegene Phecadien fortgelobten Höfling.
902 BF starb in Gareth Kaiser Valpo ohne Erben zu hinterlassen. In der folgenden drei Jahrzehnten sollten die Chronisten 74 selbsternannte Kaiser zählen. Ab 920 BF stand Kaiserlich Phecadien während der Phase des "Vinsalter Kriegs" unter der Herrschaft von "Kaiserin" Rhondara von Albenhus bis zu deren Niederlage und Tod in der Schlacht von Albenhus 930 BF. Der siegreiche Kaiser Perval liess nicht nur nach seiner Thronbesteigung Burg Imdâl zur Festung ausbauen. Um weiteren Intentionen der Vinsalter Herrscher entgegen zu wirken siedelte Perval ausserdem mehrere Dutzend verdiente einfache Krieger seines Heeres als Wehrbauern an, um den Reichsvögten eine zahlenkräftige und kampferprobte Landwehr zur Verfügung zu stellen. In geringerem Masse wiederholte sich dies unter den Kaisern Reto und Hal nach ihren Maraskan-Feldzügen und der Ersten Ogerschlacht, weshalb heute der Anteil an Freisassen unter den Bauern Kaiserlich Phecadien um ein Mehrfaches höher ist als in allen Nachbarbaronien.
Perval war es auch, der auf den Phecanowald-Gipfeln das System an Leuchtfeuern anlegen liess - in Phecadien Hochwachten genannt -, welches bei Invasionen aus dem Alten Reich die Gräfin der Südpforte in Burg Agum (und seit 1030 BF auch die Reichsverwaltung in Elenvina) alarmieren sollte. Ein einziges Mal war es seither nötig, die Leuchtfeuer Phecadiens tatsächlich anzuzünden.
1010 BF geriet Phecadien infolge der Answinkrise in Gareth erneut in den Blickpunkt der Hohen Politik, als sich entlang der Grenze zwischen der Südpforte und dem nunmehrigen Horasreich unter beidseitigem Säbelgerassel die Emotionen und Provokationen hochschaukelten, bis 1014 BF die Grenzen geschlossen wurden. Im Praios 1018 BF entluden sich schließlich die Spannungen mit einem Angriff von Graf Kalman von Phecadien auf die Grenzfeste Eslamsberge, deren Besatzung unter Josmina von Bregelsaum jedoch vier Angriffe abwehrte, wobei Graf Kalman beim letzten Sturm zu Tode kam. Noch im gleichen Herbst versammelten sich im Yaquir- und im Phecadital die ersten Heeresabteilungen von Neuem und Altem Reich, doch zu einem Krieg sollte es letztendlich nicht kommen: Die Invasion Tobriens durch Borbarad führte zum Frieden von Oberfels und Weidleth, worauf sich beide Heere zurückzogen – Reichsbehüter Brin benötigte seine Truppen andernorts dringender…
Unter der Grangorer Lilie
Aus dem Krieg gegen Borbarad kehre Brin nicht mehr zurück. Aufgrund unterschiedlichen Erbrechts folgte ihm in Almada, anders als im Rest des Reiches, Selindian Hal II. anstelle seiner Schwester Rohaja als Kaiser nach. Reichsvögtin Duoda von Imdâl entschied sich dafür, Punin treu zu bleiben, wodurch die isolierte Baronie Phecadien fortan immer wieder das Ziel von Überfällen durch selbst ernannte "Patrioten" aus den Nordmarken und dem Windhag wurde, ohne dass der Kaiser im fernen Punin Hilfe schicken konnte oder wollte. Im Gegenteil, 1028 BF übertrug in Elenvina Herzog Jast Gorsam vom Großen Fluss als Reichsregent mit Billigung von Kaiserin Rohaja die Reichsvogtei an den Grangorer Herzog Cusimo Garlischgrötz als Kompromiss in dessen Streiten um die Rückgabe der seinerzeit verlorenen Familiengüter. Gleichzeitig nutzte die Familia Alcorta die Gelegenheit, ihr Stammlehen vor Taifa-Übergriffen unter Kaiserlichen Schutz zu stellen. Auf allen Landkarten gehört die Grenzmark seither zur Baronie Kaiserlich Almada, obwohl der Baron von Mesch nach wie vor Ansprüche auf das Junkertum erhebt.
Machtlos verließ Domna Duoda nach Cusimos Einsetzung unter Protest Phecadien und begab sich nach der Eslamidenresidencia zu Punin. Ein winterlicher Rückeroberungsversuch über die verschneite Grenzmarker Pforte scheiterte im Firun 1030 BF kläglich. Domna Duoda stellte sich daraufhin unter den Schutz Dom Stordan von Culmings und verschwand in den darauffolgenden Taifawirren unter ungeklärten Umständen. Entlang des Phecadis jedoch herrschte nach fast 300 Jahren wieder unangefochten das Haus Garlischgrötz.
Cusimo Garlischgrötz hatte nicht nur Phecadien, sondern auch die Markgrafschaft Windhag als Kaiserliches Lehen erhalten, und war darüber hinaus auch zum Admiral der Kaiserlichen Westflotte ernannt worden. Da er sich persönlich um wichtigere Dinge kümmern musste als eine verarmte almadanische Gebirgsbaronie, ernannte er 1038 BF mit der ehemaligen Offizierin und Waffenhändlerin Hisela Luntfeld eine tüchtige Untervögtin. Diese hatte zuvor versucht mit Hilfe alter Dokumente zu beweisen, Nachkommin des seinerzeit vom Kaiser entlehnten Barons von Imdâl zu sein und Ansprüche auf die Baronie zu erheben («falls der Garlischgrötz die Grafschaft, dann die Luntfeld die Baronie»). Ein gleichermassen sinn- wie erfolgloses Unterfangen, welches weder von Cusimo, geschweige denn Rohaja ernstgenommen wird. Doch Cusimo hatte die schiere Waghalsigkeit der Tat imponiert und er nahm Hisela in seine Dienste. Er sollte es nie bereuen und ernannte seine Untervögtin 1046 BF sogar zur Junkerin von Phecadistein, um ihre Treue (und die laufend steigenden Steuereinnahmen) zu vergelten und sie noch enger an sich und die Baronie zu binden.
Wirtschaft
Die Wirtschaft der Baronie basiert vor allem auf dem, was Wald, Berg und Wiesen hergeben. Jahrhundertelang lebten die meisten Einwohner der Baronie von der Landwirtschaft und substantiellem Handwerk. Seit 1038 ziehen grangorische Prospektoren durchs Land, um lang aufgegebene bosparanische Minen und Steinbrüche aufzusuchen und seit der Wiederherstellung des Phecadistiegs ergeben sich jährlich steigende Einnahmen aus dem (Durchgangs) Handel zwischen dem Tal des Grossen Flusses und dem Meer der Sieben Winde.
Landwirtschaft und Bergbau
Aus Mangel an fruchtbarem Ackerland ist die Wirtschaft Oberphecadiens seit Jahrhunderten auf Vieh- und Waldwirtschaft beschränkt. Im Talboden wird etwas Gerste und Roggen abgebaut, vor allem aber prägen Obstbäume die Landschaft, während auf Dutzenden Almen im Sommer Rinder, Schafe und Ziegen weiden, deren Käse, Rauch- und Trockenfleisch als haltbarer Proviant bei Grangorer Kapitänen beliebt sind. Viele Tiere werden jedoch gleich herdenweise als "Lebendproviant" dorthin oder ins nordmärkische Elenvina (in der Grenzmark vorwiegend nach Schradok) getrieben. Die Wolle von Schafen und Ziegen wird im Winter in Heimarbeit von den Bauern gesponnen und an Grangorer und Nordmärker Grosshändler verkauft, die geernteten Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Pflaumen als Wintervorrat getrocknet oder zu schmackhaften Obstbränden destilliert.
Wichtigster Wirtschaftszweig der Baronie ist allerdings der Phecanowald selbst: Holzfäller und Köhler durchziehen den Wald, um (Schiffs-) Bau- und Feuerholz in die Metropole Grangor zu flössen. Seit 1030 BF siedeln sich Glasbläser entlang der quarzsandreichen Bäche an, um direkt vor Ort den Sand in Gläser und Flaschen zu verwandeln. In Imdâl betreibt seit 1036 BF die Familie der Untervögtin, Patrizier aus dem horasischen Teil Phecadiens, eine Schnapsbrennerei und ein Sägewerk, welches Bretter und Schindeln herstellt, sofern das geschlagene Holz nicht gleich phecadiabwärts nach Grangor geflösst wird. Auch der lange darniedergelegene Bergbau kommt in jüngster Zeit wieder in Schwung. Da die Familie Familie der Untervögtin praktischerweise seit Jahrzehnten im horasischen Teil des Phecanowalds Bergbau betreibt ziehen seit 1038 ziehen Prospektoren durchs Land, um anhand alter Chroniken vor Urzeiten aufgegebene Minen und Steinbrüche wiederzufinden. Eine erste Eisenerz-Mine wurde 1046 BF in Thordâl wiedereröffnet, in Berghammer wird Salz und in Yezalbonna Kalkstein abgebaut.
Handel und Zölle
Oberphecadien war seit altersher ein Durchgangsland und eine der ersten Massnahmen des neuen Herzog-Reichsvogts war die Wiederherstellung des Phecadistiegs, über den schon bald wieder zahlreiche Ochsenkarren zwischen Grangor und Elenvina hin- und herrollten, nachdem der Grosse Fluss aufgrund des Kriegs zwischen Albernia und den Nordmarken bis 1032 BF für nordmärkische Kaufleute gesperrt war. Mit der Fertigstellung des Phecadistiegs gewinnt für die Wirtschaft der Baronie neben dem reinen Export auch der Durchgangshandel südwärts nach Grangor und nordwärts nach Elenvina immer mehr an Bedeutung. Allerding ziehen die mit wertvollen Waren beladenen Wagen seither auch vermehrt Räuber und diebische Sippenkrieger aus dem mausarmen Windhag an, die sich nach erfolgreicher Tat jeweils in Windeseile über den Phecadi verziehen, wo sich ihre Spuren für etwaige Verfolger schnell in den unbesiedelten Wäldern und Hügeln verlieren.
Um innerhalb der Garlischgrötz-Ländereien den Handel zu stimulieren gelten seit Amtsantritt von Untervögtin Hisela Luntfeld 1038 BF in der Baronie Phecadien (nicht jedoch in den angrenzenden Baronien) stillschweigend horasische Münzen als gleichwertige Zahlungsmittel zu den Dukaten, Silbertalern, Hellern und Kreuzern mittelreichscher Prägung. Die Kanzleien in Elenvina und Punin verschliessen ob dieser Tatsache vor Ort weitgehend die Augen, solange die fälligen Abgaben ausschliesslich Wechseln oder in Münzen des Mittelreichs getätigt werden. Anders sieht es bei den Zöllen aus: Versuche Untervögtin Hiselas, Zölle an den Grenzen gemeinsamen Grenzen der drei Garlischgrötz-Provinzen Kaiserlich Phecadien, Windhag und Grangor abzubauen, um den Handel weiter zu fördern, dürfen als gescheitert betrachtet werden. Weder Cusimo selbst, noch Fürst Gwain in Punin – dem der Zoll an der Reichsgrenze seit Unterzeichnung der Ochsenbluter Urkunde zusteht – oder Kaiserin Rohaja als Baronin von Phecadien will auf diese sprudelnden Einnahmen verzichten.
Schmuggel
An drei Seiten von Provinzgrenzen umgeben laden die Wälder und Berge Kaiserlich Phecadiens geradezu zum Schmuggel ein. Daran hat sich auch die Machtübernahme Cusimo Garlischgrötz' nichts geändert. Da sie nur wenig Einfluss nehmen kann geht die Untervögtin das Problem pragmatisch an: Von den Grenzläufern erwischte Schmuggler bezahlen den doppelten Zoll sowie ein Bussgeld, das "königliche Fünftel", ehe man die Ertappten meist laufen lässt. Dieser Zuschlag in Form eines Fünftels des Warenwertes wird zwischen den Grenzläufern, der Untervögtin und dem Reichsvogt aufgeteilt, so dass letztendlich alle beteiligten profitieren – auch die Schmuggler, denen in der Regel durch den Verkauf der Waren trotzdem noch ein kleiner Gewinn bleibt. So hat sich in den Wäldern und Bergen der Baronie in den letzten Jahren ein eher phex- und firungefälliger sportlicher Wettbewerb zwischen Jägern und Gejagten – solange kein Blut fliesst. Werden welche von Ihnen auf der Jagd nach Schmugglern (oder horasischen Spionen) verletzt oder gar getötet kennen die Grenzläufer selten Gnade. Dasselbe, falls bei gefangenen Schmugglern Gifte, gefährliche Magische Gegenstände, ketzerischen Schriften oder dergleichen gefunden werden. Einheimische werden in solchen Fällen zur weiteren Befragung nach Burg Imdâl gebracht, bei Fremden ist dagegen schnell ein Strick oder eine Klinge zur Hand.
Bevölkerung, Kultur und Brauchtum
Als Grenzprovinz war Oberphecadien seit alters her ein Schmelztiegel vieler Kulturen: Die Zwerge des Eisenwalds, Horasier aus dem Süden, Windhager aus dem Westen, Nordmärker aus dem Norden und Almadanis aus dem Osten besiedelten das obere Phecadital im Laufe der Jahrhunderte immer wieder aufs Neue und verschmolzen zu einem einzigartigen Menschenschlag. Mit dem Phecanowald als geographische Barriere gegenüber Rest-Almadas ist Kaiserlich Phecadien kulturell von Almada genausoweit entfernt wie nach drei Jahrhunderten Grenzziehung vom Horasreich. Das gemeine Volk ist in seinen Wesenszügen vor allem von der Nachbarschaft zum Windhag und zum Tal des Grossen Flusses geprägt, während sich der (zahlenmässig sehr überschaubare) Adel je nach persönlicher Herkunft in der Vergangenheit meist an der der politischen Heimat Almada orientierte, in die sich seit dem Herrschaftsantritt Cusimos je länger je mehr horasische Elemente mischen.
Wesenszüge
In Punin hält man aufgrund ihrer schlechten Erreichbarkeit die Baronie notgedrungen an der langen Leine, so dass sich ein starker Lokalpatriotismus entwickelt hat, durch den sich die Bevölkerung Kaiserlich Phecadiens von allen Nachbarbaronien abhebt, was oft als Eigenwilligkeit ausgelegt wird, da Kaiserliche Phecadier sich ungern (und schon gar nicht von Fremden, egal ob aus Punin, Elenvina oder Grangor) etwas sagen lassen. Viele Höfe und Siedlungen liegen fern von Weg und Steg und Hilfe in Not oft fern. Der Zusammenhalt der Oberphecadier ist dabei sprichwörtlich, auch und gerade, weil ihnen in Almade (buchstäblich) der Ruf anhängt, Hinterwäldler zu sein.
Sprache und Redensarten
Die vielen kulturellen Einflüsse aus den Nachbarregionen und die Abgeschiedenheit der Baronie schlagen sich auch in der Sprache nieder. Das Garethi des oberen Phecaditals ist teilweise eine eigenständige Entwicklung aus dem Bosparano, dessen raue, kehlige Aussprache mit Lehnswörtern aus dem Windhager Alberned, dem zwergischen Rogolan und sogar einigen Begriffen aus dem Bosparano und dem Goblinischen aus der Zeit von Bosparans Fall durchsetzt ist, aber auch völlig eigenständige Begriffe beinhaltet. Lesen und Schreiben sind beim Landvolk wenig verbreitet und weitgehend auf Handwerker, Händler und Beamte beschränkt. Versuche der Untervögtin, das horasische Hesinde-Edikt mit seinen Praiostags-Schulen einzuführen wird von der breiten Bevölkerung skeptisch als "horasiche Mode" betrachtet.
Redensarten:
"Das macht den Braten auch nicht fett." (das macht es auch nicht besser)
"Auf alten Pfannen lernt man kochen." (von Älteren kann man etwas lernen)
"Bis dann fliesst noch viel Wasser den Phecadi hinab." (das ist noch lange hin)
Kleidung und Tracht
Die Kleidung eines Oberphecadiers ist im Alltag meist einfach und zweckmässig und unterscheidet sich dahingehend wenig vom Rest des Mittelreichs. Hosen aus ungefärbter Wolle, grobem Leinen oder bei einigen Handwerkern und Jägern Leder werden kombiniert mit einfachen Hemden und Blusen oder ein Wams, die in Windhager Tradition häufig mit Mustern bestickt sind. Röcke werden von Frauen nur getragen falls sie bei der Arbeit nicht behindern. Dazu feste Schuhe und bei schlechtem Wetter einen gefilzten Loden-Umhang oder eine Gugel. Wohlhabende kann man fast nur dadurch identifizieren, dass ihre Kleidung aus bunten (meist blau oder rot) und vor allem hochwertigeren Stoffen besteht. Schmuck wird fast nur an Festtagen getragen. Metallrüstungen sieht man selbst bei Adligen und Gardisten nur im Kriegsfall. Im Alltag sind Gambeson und Wattierter Waffenrock die Wahl, die kostbaren und meist über Generationen weiter vererbten Kettenhemden werden nur an Feiertagen angezogen, oder falls es tatsächlich ernst gilt.
Essen und Trinken
In Kaiserlich Phecadien kommt in der Regel auf den Tisch, was Feld, Wald und Wiese hergeben und was die Jahreszeit zur Verfügung stellt. Dinkel, Roggen und Gerste werden als Brot oder Brei gegessen., ergänzt mit Gemüse, Butter, Käse und gelegentlich einer Wurst oder einem Ei. Getrunken wird dazu Wasser, Milch und dünnes Bier. Wein trinkt fast nur der Adel und auch nur zu Festlichkeiten.
Fleisch kommt fast nur an Praios- und Festtagen, vor allem jedoch im Herbst auf den Tisch, wenn die Bauern diejenigen Tiere schlachten, die sie über den Winter nicht durchfüttern können. Schinken, Würste und Speckseiten werden dann getrocknet, geräuchert oder gesalzen um für den Winter die Speisekammern von reich und arm zu füllen. Auch ein Teil der Obsternte wird im Herbst getrocknet oder eingelegt. Der grössere Teil davon wird allerdings zu einer Vielzahl von Obstbränden veredelt. Wenig erstaunlich für eine Baronie fern der Küsten kommt Fisch eher selten auf den Tisch. Meist dann, wenn ein durchreisender Grangorer oder Elenviner Händler auf dem Markt von Imdâl ein Fass Salzfische mitführt, die Abwechslung im Speiseplan versprechen. Zwar gibt es Fische im Phecadi, doch hat selten jemand die nötige Zeit genug davon für seine Familie zu angeln.
Kampfkunst und Kriegführung
In Kaiserlich Phecadien geniesst ein überdurchschnittlich grosser Teil der Bevölkerung das Recht der persönlichen Freiheit, womit der Waffendienst im Kriegsfall einhergeht. Die typischen Waffen der Landwehr sind die Armbrust, die auch für die Jagd benutzt wird (nur firungläubige Adlige jagen mit dem Bogen), kurze Hellebarden und die traditionelle phecadische Bauernwehr – nagelgespickte hölzerne Keulen zu ein oder zwei Händen, die an Ketten griffbereit über so manchem Kamin hängen. Von Söldnern und Rittern werden diese primitiven Waffen oft als "Ogerkeulen" belächelt, zumindest bis man davon einen Hieb (oder Stich) eingefangen hat.
Die meisten Freien rüsten sich mit Gambeson oder wattiertem Waffenrock, dazu Lederschienen an Armen und Beinen – komplette Lederrüstungen sind dagegen selten. Wohlhabendere Handwerker oder Händler in Imdâl leisten sich Fünflagenharnische. Von allen wird dazu in der Regel ein Tellerhelm getragen. Metallrüstungen besitzen nur der Adel sowie die Gardisten der Untervögtin. Besonders geschätzt (und teilweise jahrhundertealt) sind dabei Kettenrüstungen zwergischer Machart.
Eine professionelle Kriegsausbildung gibt es in Kaiserlich Phecadien nicht. Vielleicht einmal in einem Dutzend Jahren wird ein hoffnungsvolles Talent bürgerlicher Herkunft, welches nicht bei einem Ritter als Knappe untergebracht werden kann, von der Untervögtin mit einem Stipendium der Herzöglichen Kriegerschule zu Elenvina bedacht.
Phecadische Bauernwehr
| Name | Kampftechnik | TP | L+S | AT/PA-Mod | RW | Gewicht | Länge | Preis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Phecadische Bauernwehr (kurz) | Hiebwaffen | 1W+3 | KK 13 | 0/-1 | kurz | 0.75 Stn | 90 HF | 20 S |
| Phecadische Bauernwehr (lang) | Hiebwaffen | 1W+5 | KK 14 | -1/-2 | mittel | 2.0 Stn | 120 HF | 50 S |
Waffenvorteil: Statt mit der Seite anzugreifen, kann der Held auch die Dornenspitze verwenden. Die Dornenspitze verursacht -1 TP, allerdings erleiden Rüstungen mit RS 4 oder mehr dadurch einen Malus von -2 auf RS.
Waffennachteil: Unterläuft dem Träger ein bestätigter Patzer, zerbricht seine Waffe. Dies geschieht zusätzlich zu den üblichen Auswirkungen eines Patzers, solange dessen Resultat nicht ebenfalls ein Zerbrechen der Waffe ist.
Spiel und Sport
Seit Jahrhunderten gibt es in Kaiserlich Phecadien spielerische Wettkämpfe unter Hirten und Waldbauern, um herauszufinden, wer die Stärkste oder Kräftigste ist. Ursprünglich an Praios- und Feiertagen in froher Runde der Zusammengekommen ausgetragen haben sie mittlerweile Einzug ins lokale Brauchtum gefunden, seit findige Reichsvögte während der Kaiser-Perval-Zeit begannen, sportliche Wettkämpfe mit den Fecht- und Schießübungen der Landwehr zu kombinieren, um die Motivation der Bevölkerung zur Wehrertüchtigung zu steigern. Als Höhepunkt gilt das seit 1031 BF alle drei Jahre in Imdal stattfindende "große Phecadische Fest” mit Jahrmarkt, Gesangsdarbietungen, Spielen und Wettkämpfen. Wobei letztere vor allem körperlicher und kämpferischer Art sind: Hindernisläufe, Steinstoßen, Weitwerfen, Tauziehen, Stockfechten oder Armbrustschießen. Als regionale Besonderheit gilt dabei das "Phecadische Ringen": Inmitten eines Rings aus Laub, Heu oder Sägemehl greifen sich zwei Kontrahenten gegenseitig an den Hosengürtel. Durch Ziehen, Zerren und Hackeln mit den Beinen ist es das Ziel, den Gegner auf den Rücken zu legen und so den Kampf zu gewinnen. Drei um den Kampfplatz verteilte Schiedsrichter achten auf die Regeln (falls z.B. beide Kämpfer den Gürtel des jeweils anderen loslassen, wird der Kampf unterbrochen) und küren letztendlich den Sieger. Erfolgreiche Schützenkönige und Spitzenringer genießen in Kaiserlich Phecadien hohes gesellschaftliches Ansehen.
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