Chronik.Ereignis1045 Selkethaler Pferderennen zu Ehren der schönen Göttin 1045 BF 17

Edlengut Selkethal im Ingerimm 1045 BF

Autor: BBB

Wie auch die letzten Götterläufe schon hatte sich der Edle des Selkethals Anfang Ingerimm auf die Veranda der Hacienda del Valle gesetzt, es sich bei einem Glas guten Weins und einiger kleiner Leckereien bequem gemacht, um sich den Stapel der bislang eingegangenen Anmeldungen für die Selkethaler Pferderennen zu Ehren der schönen Göttin zu Gemüte zu führen. Die Praiosscheibe stand bereits tief im Tal, bald würde es dunkel werden, aber so waren die Temperaturen wenigstens aushaltbar. Er ließ wie so oft den Blick schweifen auf seine Vasallen, die bereits fleißig dabei waren alles vorzubereiten. Die Häuser herauszuputzen. Die Wege zu pflegen. Den Wildwuchs einzudämmen.

Ein Gefühl des Stolzes breitete sich in seiner Brust aus. Ja, die Rennen der letzten Götterläufe hatten seine Erwartungen übertroffen. Sie waren nicht nur zu einem sportlichen Ereignis geworden, nicht nur zu einer Möglichkeit, Pferde zu präsentieren und zu handeln. Mehr und mehr hatten sie sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis entwickelt, einem Ergeignis, das Besucher von weit jenseits der Grenzen Almadas anlockte.

In freudiger Erwartung wandte er sich dem Stapel der Anmeldungen zu, die Jodga für ihn bereitgelegt hatte. Einen erstaunlich hohen Stapel.

Eine Anmeldung nach der anderen ging der Edle des Selkethals durch.

Domna Verema war wieder dabei, bereit ein drittes mal anzutreten. Vielleicht in der Hoffnung auf einen dritten Sieg. Er legte die Anmeldung beiseite, auf den Stapel derer, denen Zimmer im Hotel zugedacht waren.

Auch Dom Antorio von Jurios und Franfeld gab sich die Ehre. Der Baron hatte anscheinend beim letzten Mal Gefallen gefunden, trat erneut an. Seine Anmeldung kam auf den kleinen Stapel derer, die Dom Algerio in der Hacienda unterzubringen gedachte.

Seiner Zusage folgten weitere.

Domna Romina von Ehrenstein-Streitzig wollte erneut antreten, nach ihrem ersten Besuch vor zwei Götterläufen. Die Tochter Dom Brandils, des Grafen von Ragath, war ebenfalls hoher Besuch für das kleine Edlengut - und damit selbstverständlich ein Gast der Hacienda. Gleiches galt Erlan von Sirensteen, der erneut anzureisen gedachte - wenngleich er nicht selbst antrat, wenn Algerio sein Schreiben richtig verstand.

Und der Stapel nahm kein Ende.

“Jodga…”, sagte Algerio, ohne den Blick zu heben, in dem Wissen, dass der Majordomus stets in Hörweite blieb. “Wenn ich mir anschaue, wie viele Anmeldungen wir dieses Jahr haben… entsende bitte einen Boten zu Carlos Hof. Entrichtet der Familie meine Grüße und fragt freundlich an, ob wir ihre Räumlichkeiten für die Dauer der Rennen anmieten können. Alle Räumlichkeiten. Wir werden den Platz brauchen.”

“Sehr wohl, Herr”, bestätigte die sanfte Stimme hinter dem Edlen.

Der Stapel der Anmeldungen war noch immer nicht halbiert, und schon jetzt würde der Platz in Hotel und Hacienda kaum ausreichen. Da fiel ihm ein weiteres, wohl vertrautes Wappen auf dem Siegel auf. Mit flinken Fingern öffnete Algerio den Brief, überflog die Zeilen. Seine Hochgeboren Reto von Aimar-Gor kündigte sein Erscheinen an, nebst Gefolge.

Die Hacienda würde aus allen Nähten platzen.

“Und Jodga!”, rief der Edle des Selkethals über die Schulter, in der Hoffnung dass der Majordomus ihn noch hörte. “Schick mir Franca vorbei, wir werden die Efferdwärtige Wiese roden müssen, um Platz für weitere Zelte zu schaffen!”