Alarya von Amhall de Cascanueva y Culming
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Domna Alarya Leonida von Amhall de Cascanueva y Culming zu Eslamshaven beherrscht als Caballera die Schelaker Ortschaft Eslamshaven am Tschelak-See.
Curriculum Vitae
Die Zweitgeborene der Soberana der Familia von Amhall de Cascanueva stand lange Zeit im Schatten des Erstgeborenen und Mundillos Salvestro von Amhall de Cascanueva y Culming, in den die Mutter große Hoffnungen setzte. Ihre Kindheit verbrachte sie zu Punin im Palacio der Familia in vergleichsweise bescheidenen Verhältnissen, da die Familia mangels eines Landguts (das Junkergut Cascanueva war in der novadischen Eroberung des Amhallas verloren gegangen) ihre finanziellen Rücklagen aus besseren Zeiten schon größtenteils aufgebraucht hatte.
Domna Solivai, die nach langem Abstieg der Familia und immer weiterer Verengung des Stammbaums es als ihre Lebensaufgabe betrachtete, möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen, hatte - nach ihrem Naturell und auch angestrengt durch viele Schwangerschaften und Fehlgeburten - wenig Zeit und Sinn dafür, sich um ihre bereits vorhandenen Kinder zu kümmern. Der Vater hingegen, Bodar von Culming, bot sich mehr als Bezugsperson der Kinder an, wodurch Alarya doch eine recht unbeschwerte und glückliche Kindheit verleben konnte. Zu Salvestro hatte sie ein ungetrübtes Verhältnis, ein viel engeres aber mit ihrer nur wenig jüngeren Schwester Eleanora.
Im Pagenalter mussten sich ihre Wege trennen: Eleanora, die mit der Gabe der Mada gesegnet war, verließ gleich gar das Königreich und ging zur Ausbildung an die Akademie in Methumis, Alarya wurde am Hof des Barons Bernfried von Falado zur ritterlichen Erziehung aufgenommen. Zu ihren jüngeren Geschwistern, insbesondere der jüngsten Schwester Viola, hat sie dementsprechend ein weniger enges Verhältnis.
Nachdem sie in der Caldaia die Schwertleite erlangt hatte, wurde ihr (zur größten Freude der Mutter) von Baron Ramiro von Alcorta zu Schelak ein Caballerogut in dessen Magnatenschaft verliehen. Dom Ramiro, der mit dem Faladoer über die Almadinhüter verbunden war, wünschte offenbar ihre Soberana durch diese Belehnung an die Sache der Hüter des Almadins und der Reconquista zu binden, was ihm in Bezug auf Domna Solivai auch gelang. Alarya hingegen, die nominell zeitgleich in den Kreis der Almadinhüter aufgenommen wurde, war, wie Dom Ramiro schnell offenbar wurde, zu gutgläubig und blauäugig, um sie mit größeren Aufgaben für die Organisation zu betrauen. Ihren eher durchschnittlichen Kampfesfertigkeiten werden den Herrn von Schelak jedenfalls nicht dazu bewegt haben, ihr das Lehen anzuvertrauen.
Erstmals bewegte sie sich von da an auf dem gesellschaftlichen Parkett des Königreiches, so zum Beispiel auf Burg Phexenstein, als sie an der Gründung der "Groszen und erhabenen Loge vom goldenen Strome beider Yaquirien zur Wehr & Ehr von Cultur, Cunst und Lebensart im Geiste der Zwölfe zu Alveran" teilnahm, der sie seither angehört. Dort lernte sie auch den jungen Hidalgo Rahjiano de Vivar y Rebenthal kennen und lieben. Diese Affäre musste jedoch bald enden, als die Vorkommnisse um Rahjianos Vetter León Dhachmani de Vivar und dessen Anwürfe gegen die Almadinhüter dazu führten, dass ihr Lehnsherr vor dem Königinnengericht zu Al'Muktur im Rondramond 1027 BF nur mit halber Ehre freigesprochen wurde. Domna Alaryas Mitgliedschaft bei den Almadinhütern war zu ihrem Glück nicht aufgefallen, da sie an dem Geheimtreffen, das Dom León beobachtet hatte, nicht teilgenommen hatte. Die Feindschaft der Familias Culming und Vivar machte eine Fortführung der Beziehung oder gar eine Heirat unmöglich.
Das in der Administration eines Gutes recht unerfahrene Stadtkind Alarya widmete sich durchaus mit Hingabe ihrer neuen Aufgabe, auch wenn nur ein Jahr nach ihrer Belehnung ihr Lehnsherr Ramiro auf dem Mythraelsfeld sein Leben lassen musste.
Doch nur wenig später, im Jahre 1028, traf die Familia eine herber Schicksalsschlag: ihr Bruder Salvestro, der ebenfalls standesgemäß zum Caballero ausgebildet worden war, verschwand in den Wirren der Dreikaiserschlacht, wo auch seine Schwertmutter Brinya Al'Morsqueta fiel.
Damit fiel ihr de facto die Rolle der Mundilla zu, denn auch wenn sich die schwer getroffene Domna Solivai allzeit standhaft weigerte, Salvestro für tot zu erklären, wurde Domna Alarya doch von aller Welt als die neue Mundilla angesehen.
Fatas meinte es auch mit ihr nur wenig besser, da sie im Südpforter Aufgebot 1029 an dem Feldzug teilnahm, der in der blutigen Schlacht von Morte Folnor endete. Im Gegensatz zu vielen anderen Mitgliedern der Nobleza, auch besseren Kämpfern als ihr, kam sie ernstlich verletzt, aber mit dem Leben davon. Das Trauma dieser Schlacht (ihres ersten wirklich großen Kampfeinsatzes) trägt sie seitdem tief in ihrer Seele. Sie kehrte auf ihr Gut heim und versuchte in der Folge lediglich, dieses und die ihr anvertrauten Seelen vor den Wirrungen der sich entwickelnden Taifas in der Südpforte zu schützen, was ihr leidlich gut gelang.
Als die länger bestehende Pflichtvernachlässigung ihrer Lehnsherrin Fenia von Culming, der Witwe ihres Lehnsherren, nicht mehr zu übersehen war (diese hatte schließlich mit ihrem kranken Söhnchen Praiodor die Baronie ganz verlassen und ein Noionitenkloster im Ragatischen aufgesucht), versuchte ihr entfernter Vetter Stordan von Culming, Alarya als immerhin halbe Culming als Administradora der Baronie Schelak zu installieren. Doch Alarya agierte zu zaghaft und musste sich schnell dem Blutsverwandten des gefallenen Barons, Cesk Alcorta, geschlagen geben.
Etwa zur gleichen Zeit versuchte ihre Mutter, die nun immerhin schon 28 Götterläufe zählende Alarya an den Stiefneffen ihres Almadinhüter-Mitverschwörers Vesijo de Fuente, den jungen Filippo di Lacara, zu verheiraten. Zu ihrem großen Glück verliefen sich diese Pläne aber im Sande.
Das allseitig gestiegene Interesse an ihrer Person wie auch das zunehmend unangenehmer werdende politische Klima unter der Ägide Hals des II., sowohl in Schelak wie auch in Punin, bewegten die immer noch unvermählte Domnatella Alarya, von der Bildfläche zu verschwinden. Immer seltener ließ sie sich auf ihrem Lehen blicken, während ihre Schwester Eleanora, nun als voll ausgebildete Adepta, die Verwaltung des Guts versah. Wo sie sich in dieser Zeit aufhielt, war auch der Familie ein Rätsel - nur ihre Schwester wusste offenbar von ihrem Verbleib, hielt aber borongefälliges Schweigen darüber, ganz gleich wie heftig man sie bedrängte.
Als nach dem Untergang des Mondenkaisers die zwischenzeitlich ans Licht getretenen Hüter des Almadins für ihren Terror gegenüber Nobleza und Volk Almadas abgeurteilt wurden, kam sie ob ihrer Inaktivität in der Gruppierung mit einer vergleichsweise geringen Reparationszahlung davon - die ihrer Mutter war ungleich höher. Durch Domna Solivais zeitweilig engen Kontakt zu dem als Haupttäter angesehenen Vesijo de Fuente konnte diese froh sein, mit dem Leben davongekommen zu sein - die Strafe stürzte sie aber in so tiefe Schulden, dass selbst der ererbte Palacio in Punin nicht zu halten war und die Familia in ein viel weniger standesgemäßes Stadthaus umziehen musste.
Während des Feldzuges zur Befriedung der Taifas um 1036 wie auch lange Zeit danach glänzte Domna Alarya durch Abwesenheit, die bis heute anhält.
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