Chronik.Ereignis1045 Der Preis fürs Culminger Land 04
Grafschaft Waldwacht, Gräflich Taladur, im Ingerimm 1045 BF
Edlengut Selkethal, auf der Veranda der Hacienda
Autor: BBB
Algerio da Selaque von Culming, der Edle des Edlengut Selkethal, hatte sein Tagewerk in den heißen Stunden des Mittags unterbrochen und sich auf einen gekühlten Wein und einige Kleinigkeiten auf die Veranda begeben. Auch wenn noch ein wenig Zeit war bis zum Ende des Götterlaufs und den bevorstehenden Rennen zu Ehren der schönen Göttin, war anhand der wärmer und länger werdenden Tage deutlich zu spüren, dass sich das Jahr dem Ende entgegen neigte.
Zum Glück ließ es sich hier, im Tal, im Schatten der Berge noch ganz gut ertragen.
Der junge Mann nahm einen weiteren Schluck des Weins, wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn und wandte sich dann der eingetroffenen Korrespondenz zu, um nicht gänzlich untätig zu sein.
Nach all der Zeit in seinem neuen Leben, in dem er hätte eigentlich zur Ruhe kommen sollen, fiel es ihm immer noch schwer, untätig zu sein.
Mit geübtem Blick sortierte er die Briefe danach, ob er sich selbst darum kümmern oder die Beantwortung delegieren konnte, als er plötzlich inne hielt. Nachdem er ein paar Briefe beiseite gelegt hatte, hielt er nun ein Schreiben in Händen, dessen Siegel ein großes Fass zierte.
Einen Moment überlegte der Edle, doch ihm kam nur eine Familia in den Sinn, zu der ein solch… ungewöhnliches Wappen gehören konnte: Familia von Mesch.
Neugierig legte Algerio die restlichen Briefe beiseite, zog ein kleines Messer und löste das Siegel.
Die Zwölfe zum Gruße, Dom Algerio,
bitte verzeiht, dass ich Euch so unvermittelt kontaktiere, hatten wir doch meiner Erinnerung nach bislang noch nicht das Vergnügen einer persönlichen Bekanntschaft. Mir kam jedoch zu Ohren, dass Ihr neu belehnt wurdet - Glückwunsch hierzu und allzeit gutes Gelingen - sowie dass Ihr Euch bislang recht erfolgreich als Commerciante im Fernhandel verdingt.
Letzteres ist der Grund für meine Kontaktaufnahme.
Sicherlich habt Ihr bereits von unserem berühmten Mescher Heiligmacher gehört. Ich konnte jedoch in unseren Unterlagen keinerlei Handelsabkommen zwischen Euch und der Familia finden - vielleicht eine bislang verpasste Gelegenheit, die wir noch nutzen könnten, meint Ihr nicht?
Solltet Ihr Interesse an einem Handelsgeschäft haben, lade ich Euch herzlich ein, mich in Mesch zu besuchen, um die Details zu besprechen.
Allzeit gutes Gelingen und die Zwölfe mit Euch,
gezeichnet:
-Anschreiben des Aquitanyo von Mesch, Ingerimm 1045 BF
Ein zufriedenes Lächeln zeichnete sich auf den Mundwinkeln des Empfängers, als er den Brief zunächst auf den Schoß sinken ließ, ihn dann beiseite legte. Der Mescher Heiligmacher… ja, er hatte davon gehört. Ein sehr schwerer Rotwein, nicht für jedermann geeignet, aber sicherlich eine gute Ergänzung zu seinem bestehenden Angebot.
Vielleicht sogar die Grundlage, um weiter reichende Handelsgeschäfte anzubahnen und Fuß zu fassen im Culminger Land. In jedem Fall aber eine Gelegenheit.
Eine Gelegenheit, die nicht durch unnötigen Aufschub gefährdet werden sollte.
Zufrieden damit, wie sich die Dinge entwickelten, griff er zu einem bereit gelegten Pergament und begann eine Antwort zu formulieren…