Zum Süßhang

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Zum Süßhang
Standort: Aquenau
Funktion: Weinstube / Gästehaus

Der „Süßhang“ sitzt wie ein Balkon an der ersten Terrassenkante über dem Dorfplatz. Von der Steinterrasse schaut man über die Dächer bis hinab zum Steg; jenseits glitzert der See, dahinter steigen die Reben wie Notenzeilen den Hang hinauf.

Gastraum

Die Stube ist niedrig, warm und holzgetäfelt. Über den Balken hängen alte Rebpfähle, ein Kelterhaken und Hauszeichen lokaler Familias. Ein langer Schanktisch aus dunkler Eiche, drei runde Tische mit dickem Tuch, dazu eine Nische mit Fensterbank—der „Winzerrat“. Hinter dem Tresen stehen bauchige Glasballons mit Jahrgängen vom Südhang; an der Wand ein Brett mit Tagesspeisen: Brot, Öl, Käse, Oliven, Traubenpasteten, dazu ein dampfender Eintopf, der nach Kräutern und Rauch riecht. Abends brennen Talglichter in Messingnäpfchen, die den Raum in mildes Gold tauchen.

Weinstube Zum Süßhang.

Terrasse

Draußen auf der steingefaßten Terrasse stehen schlichte Tische und Bänke, die Beine in Eisenhülsen, damit sie beim Herbstwind nicht wackeln. Rebstöcke klettern an Pergolapfosten, zwischen denen bunte Tücher Schatten spenden. Eine kleine Brüstung aus Trockenmauersteinen fasst den Rand; dort lehnen gern die Musikanten. Wenn die Sonne hinter den Hügeln fällt, glimmt das Wasser wie Wein im Glas—und auf der Terrasse wird es leiser, ohne still zu sein.

Gästezimmer

Alle Zimmer haben geölte Holzböden, Leinentücher, dicke Wolldecken und einfache Eisenriegel; bei Bedarf stellt die Wirtin ein Wärmepfännchen ins Bett.

  • Vierbettzimmer („Kelterkufe“): Zwei stabile Doppelstockbetten, grobe Leinen, Truhen am Fußende, ein Fenster zum Hof. Für Knechte, Händlertrupps oder Musikanten.
  • Doppelzimmer („Südhang“): Breites Bett mit Doppelmatratze, geblümtes Tuch, Waschkrug, Wandnische mit Kerzenhalter. Fenster zur Terrasse mit Blick auf See und Reben.
  • Zwei Einzelzimmer („Traube“ & „Fass“): Schmale Betten, Schreibbrett am Fenster, Haken für Reisezeug. Eines Richtung Dorfplatz, das andere in die ruhige Seitengasse.

Die Wirtsleute

Wirt Esteban Mostero: Kräftig, Bart wie frisch beschnittener Rebstock, spricht knapp, lacht breit. Ein Seitenzweig der Keltermeister—er prüft Wein mit einem Blick und drei Worten: „Sauber. Warm. Oder Arbeit.“ An Markttagen führt er das Zapf- und Kassenbuch persönlich. Seine Frau Lissandra: Die Seele des Hauses. Schlanke Hände, die gleichzeitig Tablett und Gespräch balancieren. Sie kennt die Familias—und ihre Fehden—beim Vornamen und dosiert Nachschenken wie Medizin. Tochter Ivia (17): Flink, hellwach, mit einem Kranz aus getrockneten Weinranken im Haar. Ivia hat ein Ohr für Melodien und eine Zunge, die höflich, aber nicht zahm ist. Wenn’s voll wird, dirigiert sie das Personal wie eine Kapellmeisterin.

Musik & Auftritte

Im „Süßhang“ spielen regelmäßig Musikanten: Laute, Vihuela, Rahjatrommel und Flöte—meist Lamentos in diesem typisch almadanischen Zug, der Trauer und Stolz mischt wie säuerliche und süße Beeren in einer Traube. Immer wieder kehrt die Zahori-Tänzerin Sabila Soleado ein: Münzen an den Hüften, dunkle Augen, Schritte wie das leichte Klopfen eines Fassreifens. Manchmal stimmt eine Sängerin von der Terrasse aus ein, während unter ihr die Kähne leise an den Steg schlagen.