Junkergut Alina
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Das Junkergut Alina ist ein Afterlehen in der bosquirischen Baronie Schrotenstein. Junker ist seit 1047 BF Dom Emilio Lampérez di Rueda.
Wie die umgebende Baronie ist auch das Lehen weitläufig aber karg und fährnisreich. Die ärmlichen Bewohner leben in Angst vor den in dieser niederschlagsreichen Region oft gefährlichen Unwettern und vor einfallenden Ferkinahorden aus dem Raschtulswall, der nur 60 Meilen praioswärts hinter dem wildströmenden Bosquir liegt.
Derographie
Lage
Etwas über einen halben Tagesritt von Ragath entfernt liegt das Junkergut Alina im nordöstlichen Teil der Baronie Schrotenstein. Nördlich grenzt es an die Straße von Ragath nach Selaque. Hinter seiner Ostgrenze und durch die Aliner Kuppen abgetrennt liegt das kaiserliche Eigengut Selaque, die Westgrenze verläuft teilweise entlang des Schwarzen Sees.
Landschaft
Firunwärts öffnet sich die Landschaft zum Ragatischen Kessel hin, während sie gen Praios, Richtung Raschtulswall, aus unwegsameren, bewaldeten Gebirgsausläufern besteht. Der im Rahja liegende Schwarze See und die ihm vorgelagerten berüchtigten Trauerklippen sind vom dunklen Briesacher Forst umgeben. Praioswärts davon erstreckt sich das Briesacher Moor.
Die Anbauflächen des Lehens sind für almadanische Verhältnisse karg und fährnisreich. Dies gilt besonders für den Landstrich östlich des Dorfes Alina: Dort hat maßlose Holzschlägerung, ähnlich wie auch in der Elentischen Ebene, den Boden veröden lassen. Das Gebiet des zerstörten Gutshofes Rigoroso zeigt dort auch noch Folgen der Verheerungen und des Ausbringens von Salz im Zuge der Unruhen des Ferkinakrieges um 1033 BF.
Örtlichkeiten
Gut Schwarzensee
Ab Tsa 1047 beginnt Emilio Lampérez di Rueda damit, einen desolaten Jadgsitz auf einer kleinen Anhöhe am Ufer des Schwarzen Sees zu restaurieren und auszubauen. Unterstützt wird er bei den Arbeiten an diesem neuen Junkersitz Gut Schwarzensee durch den Soberan mütterlicherseits, Ragather Ratsmeister Luiz Lampérez (Vom vormaligen Junkersitz Gut Rigoroso sind seit 1033 BF nur Ruinen übrig).
Dorf Alina
Der 250-Seelen Ort Alina zeichnet sich vor allem aus durch seine marmorverarbeitenden Werkstätten und durch den Wehrtempel der Peraine mit angegliedertem Spital.
Weiler Carano
Der aus sieben Höfen und einem Gasthaus bestehende Weiler Carano liegt direkt an der Straße nach Ragath.
Wirtschaft
Wichtiger Wirtschaftszweig ist die Marmorverarbeitung in Alina. Die Bauern und Eigenhörigen leben weiters von Ackerbau, Holzschlägerung in den Forsten im Westen und Süden des Junkergutes, Torfstecherei im Briesacher Moor und von Fischfang auf dem Schwarzen See.
Historie
Das Junkergut blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück.
Jahre des Rosenkrieges
Im Jahr 986 BF erlangte Belisetha da Vanya den Stand einer Baronin von Schrotenstein und im selben Jahr wurde der berüchtigte Radmon von Elenta als Vogt des benachbarten Kaiserlich Selaque eingesetzt. Von Anfang an warf Seine Gnaden Radmon einen sehr begehrlichen Blick auf die Ortschaft Alina im gleichnamigen Schrotenstein'schen Junkergut.
Domna Belisetha da Vanya und ihre Baronie durchlebten zugleich unruhige Zeiten: Der sogenannte Ragather Rosenkrieg, ein Erbbfolgekrieg zwischen der Familia da Vanya und der Familia Harmamund, schwelte schon sein 972 und führte immer wieder zu verheerenden Kriegshandlungen, auch in der Baronie Schrotenstein.
Rigoroso, ein dortiger Viehzüchter und Großbauer, nutzte die prekäre Lage seiner Lehensherrin Belisetha da Vanya und verweigerte ihr sämtliche Abgaben. Als sie schließlich gegen ihn vorging wurde er zum vogelfreien Aufrührer und Wegelagerer, der sich den politischen Feinden seiner Herrin andiente, obwohl er in Wirklichkeit allein für das eigene Säckel raubte.
Die vormalige Junkersfamilie von Alina wurde im Zuge der Kampfhandlungen ausgelöscht.
996 trat aus dem Ragather Rosenkrieg die Familia von Harmamund erfolgreich hervor. Der neue Graf Ragaths, Tolak von Harmamund, erhob sodann seinen Kriegsbüttel Rigoroso zum Junker von Alina. Die Einsetzung Dom Rigorosos war somit auch eine gezielte Demütigung der Rosenkriegsverlierer Familia da Vanya.
Dom Rigorosos Abmachung mit Seiner Gnaden Radmon von Elenta
Radmon von Elenta sah mit dem neuen und moralisch sehr fragwürdigen Junker von Alina seine Stunde gekommen, das lange begehrte Alina in seinen Einflussbereich zu holen.
Nach einigen geheimen Unterredungen wurde 1000 folgendes vereinbart: Rigoroso di Alina würde bei Nacht und Nebel die Grenzsteine zwischen Baronie Schrotenstein und Kaiserlich Selaque ausgraben und in westlicher Richtung versetzen, so dass Dorf und Junkergutshof auf vorgeblich Selaquer Seite zu liegen kamen. Im Gegenzug dürfe er mit Billigung des Vogtes von Kaiserlich Selaque das von ihm verwaltete Lehen in den Osten ausdehnen bis zum tief in Kaiserlich Selaque gelegenen Dorf Elenta - welches eigentlich Teil des Junkergut Vanyadâl der Familia da Vanya ist.
Wechsel der Herrschaftsverhältnisse 1005-1022 BF
Radmon von Elenta verstarb 1005 und wurde als Vogt von Kaiserlich Selaque von seiner Nichte Praiosmin von Elenta abgelöst. Auch in der Baronie Schrotenstein gab es einen Lehnsherrn: 1009-1020 herrschte an Stelle der da Vanyas der von Kaiser Hal I. eingesetzte Magier Rakolus von Schrotenstein über die Baronie.
Weder der Schrotensteiner Baron noch die Selaquer Vogtin wussten von dem "Kuhhandel" zwischen Radmon von Elenta und Rigoroso di Alina mit den versetzten Grenzsteinen und dem ausgeweitetem Lehen. So betrachteten nun beide Seiten das Junkergut Alina als Teil ihrer Domäne. Rigoroso di Alina entschied, einen Schlingerkurs zu fahren und beiden Seiten seine Treue vorzuheucheln.
Dom Rakolus von Schrotestein entpuppte sich als borbaradtreuer Schwarzmagier, woraufhin seine ehemaligen loyalistischen Kampfgefährten ganz Schrotenstein besetzten.
1022 erlangte Lucrann da Vanya, Sohn Domna Belisethas, die Baronswürde über Schrotenstein. Im selben Jahr verstarb Junker Rigoroso di Alina, sein Nachfolger und Sohn Ordonyo di Alina verweigerte dem neuen Baron den Gefolgseid.
Ferkinakrieg und Verwüstung 1033 BF
1033 wurde das Junkergut erneut Schauplatz schwerer Kämpfe, als im Ferkinakrieg Horden wilder Bergkrieger einfielen. Junker Ordonyo di Alina diente sich dabei der Selaquer Reichsvogtin Praiosmin von Elenta an, die er zwar nicht sonderlich schätzte, mit der er aber zumindest die Todfeindschaft zu Domna Rifada da Vanya teilte. Ordonyo erbot sich, das auf Selaquer Gebiet liegende Castillo da Vanya unter seine Gewalt zu bringen. Ein Vorschlag, der das Gefallen der Reichsvogtin fand.
In der folgenden Bosquirtaler Fehde zwischen Familia da Vanya und Praiosmin von Elenta wurde der Junkergutshof von Alina niedergebrannt. Auf ein umliegendes Stück Land wurde Salz eingebracht, um es zu einer unfruchtbaren Ödnis zu machen. Dom Ordonyo di Alina samt seiner Tochter Dulcinea konnten fliehen. Bei Ordonyos Rückkehr ließ Domna Praiosmin den unliebsamen Mitwisser erst in ihrem Kerker und später auf dem Boronanger verschwinden.
Verlassenes Junkergut und Neubelehnung
Von 1033 bis 1045 war sodann Dulcinea di Alina nominell und in der Theorie die Junkerin von Alina, das Lehen war jedoch verwaist. In diesem Zeitraum wurde die Grenze zwischen Baronie Schrotenstein und Kaiserlich Selaque geklärt, die versetzten Grenzsteine wieder korrigiert.
Dulcinea floh zunächst nach Gareth, um 1039 nach Almada, meist Punin, zurückzukehren mit dem Ziel, ihre Identität zu beweisen, Verbündete zu finden und das Erbe ihres verschollenen und vermutlich toten Vaters Ordonyo di Alina anzutreten. Die Bemühungen Dulcineas das Lehen zurück zu erlangen, scheiterten jedoch, und das Junkergut Alina fiel gemäß herrschendem Recht an Baron Lucrann da Vanya zurück.
Im Spätwinter 1047 belehnte Lucrann da Vanya schließlich etwas überraschend mit Emilio Lampérez di Rueda einen neuen Junker von Alina, nachdem dieser einem der zwei Baronskinder und letzten Stammhalter der Familia auf Castillo da Vanya das Leben gerettet hatte.
Aufbau und Wiederbegrünung
Ab Tsa 1047 begannen unter dem neuen Junker Aufbauarbeiten und Bemühungen, die versehrten Landstriche neu zu begrünen, wobei das Perainestift Schwanweiher beratend und tatkräftig unterstützte.
Das Entfernen und Ausschwemmen von Salz erwies sich vor allem anfangs als mühsam und von teils herben Rückschlägen gezeichnet, zeitigte aber doch Erfolge. Angesichts der vielerorts kargen und geschädigten Böden half die Perainekirche mit gesegnetem Saatgut, aber auch mit Unterweisung im Anbau von Heilpflanzen, die auf dem mageren Grund besser gediehen als manche Feldfrucht.
Als bei Bodenberbeitung am Terrain des zerstörten Gutshof Rigoroso eine schwere und eisenbeschlagene Kiste gehoben wurde, deuteten anwesende Geweihte es als Himmelsgeschenk. Emilio Lampérez di Rueda vermutete eher eine Hinterlassenschaft des Dom Rigoroso, welcher über Jahrzehnte mit Raubzügen und Schachereien das Umland seines Gutshofes unsicher gemacht hatte. Entsprechend zurückhaltend war er damit, den Fund weiterzuerzählen. Der Münzschatz diente jedoch dazu, dem Peraine-Wehrtempel von Alina ein Spital anzubauen, in dem künftig insbesonders die in den Marmorsteinbrüchen von Kaiserlich Selaque verletzten Arbeiter versorgt und behandelt werden konnten.
