Hisela Luntfeld
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Hisela Luntfeld (
997 BF, grummelige, honigblonde, blauäugige Schönheit mit ersten grauen Strähnen, innerlich zerrissen zwischen ihrer Loyalität gegenüber Kaiserin und Reichsvogt und dem heimlichen Wunsch, selber Reichsvögtin zu werden) regiert als Statthalterin von Reichsvogt Cusimo von Garlischgrötz dessen almadanisches Lehen Kaiserlich Phecadien im Rang einer Untervögtin. Als Herzog von Grangor, Markgraf des Windhags und Grossadmiral der Kaiserlichen Westflotte in einer Person ist der eigentliche Lehnsmann Kaiserin Rohajas zu beschäftigt, die Verwaltung der Baronie tatsächlich in eigener Person vorzunehmen.
Auftreten
In der Öffentlichkeit gilt Hisela Luntfeld als strenge, allen misstrauende Erbsenzählerin. Wer jedoch direkt mit ihr zu tun hat, merkt schnell, dass es der Untervögtin selten um die Form, nur gelegentlich um die Etikette, in erster Linie aber ums Ergebnis geht. Hat man sogar einmal ihr Vertrauen gewonnen, gibt sie sich gar leutselig und lässt schon einmal einen schalkhaften Humor durchblicken.
Hiselas grösster Schatz ist ihre Tochter Tira, die dereinst ihre Nachfolge als Kastellanin Kaiserlich Phecadiens antreten soll. Diese dachte jedoch lange nicht daran, sich auf Verwaltungsdinge einzulassen und genoss zum Leidwesen der Mutter nach ihrem Abschluss an der Vinsalter Kriegerakademie das wilde Leben als Reiteroffizierin der Söldnereinheit Goldene Legion. Nur die langwierige Genesung nach einem schweren Reitunfall überzeugte Tira Ende 1046 BF, als Vögtin des mütterlichen Junkertums die Legion zu verlassen.
Jugend und Ausbildung
Als Spross eines phecadischen Rittergeschlechts bereitete sich Hisela von Kindsbeinen an darauf vor, in die horaskaiserliche Armee einzutreten. Umso grösser die Enttäuschung, als sie von der Kriegerakademie Vinsalt als «zu klein und zu schmächtig für eine Kriegerin» abgelehnt wurde. Eingeforderte Gefallen ihrer militärisch aktiven Verwandten sowie etwas Gold ihres reichen Onkels sicherten ihr wenigstens einen Platz an der Vinsalter Offiziersschule für Stabsoffiziere. Nur eine durchschnittliche Kämpferin, erwies sich Hisela als erstklassige Verwalterin und hervorragende Organisatorin – körperliche Nachteile im Kampf glich sie durch Willenskraft, Einfallsreichtum und unermüdlichen Einsatz aus.
Nach ihrem Abschluss als Jahrgangsbeste trat sie 1015 BF überraschend nicht in die Horasgarde ein, sondern ins I. Herzöglich Grangorer Garderegiment «Zweililien» der Kronlegion in Oberfels, wo sie dank ihres Faibles für Zahlen und dem Talent, für jede Aufgabe die passende Person zu finden, innert kürzester Zeit zur Hauptfrau und Regiments-Zahlmeisterin aufstieg.
Hauptfrau Luntfeld auf Spuren der Vergangenheit
Zunächst aus Langeweile begann sich Hisela während in ihren Oberfelser Jahren für Bosparanische Geschichte zu interessieren, insbesondere der Lokalgeschichte Grangoriens und der Südpforte. Bald wurde es zu ihrer Passion, den wahren Kern hinter den (Familien-) Legenden über die Stammmutter ihrer Familie, der Heiligen Garlieb zu ergründen und sie begann, Urlaube in den Archiven Grangors und Vinsalts zu verbringen, sowie überall, wo es etwas Interessantes zur bosparanischen Vergangenheit der Region zu entdecken gab.
Nach dem Frieden von Weidleth erhob Herzog Cusimo Garlischgrötz 1020 BF alte Erbansprüche auf Ländereien im Mittelreich, welche vor dem Unabhängigkeitskrieg seiner Familie gehört hatten und entsandte Inspektoren ins Mittelreich, welche diese untermauern und registrieren sollten. Da ihre Begeisterung für die Vergangenheit, als auch ihre Verwaltungsfertigkeiten, auch ans Ohr des Herzogs gedrungen war, verbrachte Hauptfrau Luntfeld die nächsten Jahre in Elenvina, wo sie das herzogliche und in Gareth verschiedene Reichsarchive durchforstete, um die Garlischgrötzer Ansprüche zu dokumentieren.
Parallel dazu nutzte sie die Gelegenheit, auch in eigener Regie zu recherchieren: Einer anderen Familienlegende nach seien die Luntfeld bis zum besagten Unabhängigkeitskrieg, welcher mit der Teilung Phecadiens geendet hatte, dort ebenfalls belehnt gewesen und jenes Lehens verlustig gegangen, da sich ihr Vorfahr den Rebellen angeschlossen hatten. Wenn der grosse Herzog Erbansprüche auf ganze Grafschaften erheben konnte, so vielleicht auch eine kleine Hauptfrau auf ein Junkertum? Zaghafte Versuche Hiselas, ihrerseits Ansprüche zu stellen, wurden in Grangor wie in Elenvina allerdings geflissentlich ignoriert.
Ehe sich Hisela im Sommer 1027 BF nach dem Tipp eines Kontaktmanns auf den Weg nach Gareth machen konnte, um im Kaiserlichen Archiv entscheidende Urkunden zu suchen, überfielen Räuber die abgelegene Garliebshall, den Stammsitz ihrer Familie, wobei beide Eltern im Kampf ums Leben kamen. Auftritt Tiro Tristano von Nupercanti. Heimlich bot der einflussreiche und ehrgeizige Signor Hisela ein "Bündnis zum gegenseitigen Vorteil" an. Schnell bemerkte Hisela beim Ausbruch der Sewamunder Fehde, dass sich der Nupercanti einzig für die Produkte der Waffenmanufaktur ihrer Verwandtschaft interessiert hatte. Das einzige, was sie von diesem "Bündnis" hatte, war ein immer runder werdender Bauch. Den Vater ihrer Tochter gab Hisela dementsprechend nie preis – zumal der Nupercanti bald darauf grandios scheiterte und hingerichtet wurde, Name (sowie Charakter und Aussehen) ihrer Tochter sorgten seither in Sewamund und Veliris allerdings für allerlei Gerüchte.
Waffenhändlerin Luntfeld
Und es kam für Hisela persönlich schlimmer, als nach dem Thronfolgekrieg 1030 BF im Zuge einer militärischen Umstrukturierung im Horasreich ihr Stamm-Regiment «Zweililien» aufgelöst wurde. Um ihr ein Einkommen zu verschaffen, setzte ihre Grosstante Lania Hisela als residierende Agentin des neuen Handels-Kontors in Unterfels ein, wo der Zusammenbruch jeder Ordnung und das beginnende Ringen der Taifas für Waffenhändler enorme Profitmöglichkeiten bot.
Dort handelte sich Hisela schnell einen besonderen Ruf ein: Zwar handelte sie auch mit Massengütern aus dem Phecanowald: Holz, Erz und Baugestein, vor allem jedoch avancierte sie innert kürzester Zeit zu einer bekannten Waffenhändlerin und gegebenenfalls -schmugglerin oder -hehlerin im Yaquirbruch. Egal ob An- oder Verkauf von Waffen, Rüstungen oder anderer Ausrüstung; Hisela Luntfeld war in der Lage, sowohl das Gewünschte in angemessener Zeit zu beschaffen als auch für "Gebraucht-Material" entsprechende Abnehmer zu finden.
Mit der Eroberung Unterfels' durch Josmina von Bregelsaum, der Flucht der Unterfelser Edlen und der folgenden Terrorherrschaft veränderte sich allerdings die Sachlage. Vordergründig lieferte Hisela gezwungenermassen Waffen an die Besatzer unter Ricardo ya Cantarra und erzielte hierbei hohe Gewinne. Heimlich jedoch lieferte sie für jede Waffe an die Almadaner Besatzer eine weitere an Josminas Widersacher Horasio della Pena und die geflüchteten Unterfelser Patrizier, wodurch sie ihre bis dahin praktizierte Neutralität insoweit aufgab, dass einfach jeder beliefert wurde, der bezahlen konnte.
Im Bewusstsein, dass ihre Tante sich im lfwiki:Bomeder Grafenstreit mittlerweile für lfwiki:Rimon Sâlingor entschieden hatte, ging Hisela sogar noch weiter und verkuppelte Anfang 1034 BF ihre Kusine Eslamuela mit dem Almadaner Baron Hasrolf von Culming, was sicher auch ein Grund mit dafür war, dass letzterer in der Schlacht auf den Feldern von Arindon "seine" Gräfin im Stich liess...
Herrin von Oberphecadien
Für ihre Recherchen zur Familiengeschichte und allfälliger Titelansprüche in Phecadien zweigte Hisela währenddessen immer mehr von ihren Gewinnen ab. Doch noch ehe die misstrauisch gewordene Familie in Sewamund sie zur Rede stellen konnte, kam Hisela an ihr Ziel.
Waren es die vorgelegten überzeugenden Dokumente und Argumente, ein Kompromiss oder erinnerte er sich einfach der wertvollen Dienste der ehemaligen Hauptfrau, um das vorhandene Verwaltungschaos in Phecadien zu beenden (die Baronie unterstand in einem Machtvakuum weder seiner Windhager Statthalterin Rianod von Aichhain noch seinem Statthalter des horasischen Phecadien, Zandor von Nervuk)? Anfang Praios 1038 BF ernannte Herzog-Markgraf-Reichsvogt Cusimo Hisela Luntfeld gegen die Abgabe eines zusätzlichen Zehnten zu seiner Untervögtin in Kaiserlich Phecadien, 1046 BF endlich zur erblichen Junkerin Phecadisteins. Gerüchten zufolge überzeugte sich der Herzog persönlich in einer Privataudienz von den Qualitäten der Bewerberin.
Hisela verlor denn auch 1038 BF keine Zeit, ins phecadische Imdal umzuziehen und die Zügel der Verwaltung in die Hand zu nehmen. Nach und nach konnte dem Räuberunwesen Einhalt geboten werden, so dass sich der zur Kronstrasse ausgebesserte Phecadistieg für Grangorer und Elenviner Kaufleute zu einer lukrativen Alternative zum Fluss-/Seeweg über Havena entwickelte. Mit den Kaufleuten kamen auch die nötigen Zoll- und Steuereinnahmen, um weitere Infrastrukturprojekte in Angriff zu nehmen und Lokatoren anzuheuern, die im übervölkerten südlichen Phecadien Siedler für die leeren Wälder und Hügel des nördlichen Phecadiens anwarben.
Durch gründliche Erkundungen, ein riesiges Netz an Verbindungen und einen in der Öffentlichkeit weitgehend unterdrückten Charme gelingt es Hisela immer wieder, für anstehende Aufgaben die jeweils passenden Leute zu rekrutieren und die Jahr für Jahr steigenden Steuereinnahmen lassen die Höfe und Kanzleien in Farsid, Punin (Kaiserlich Phecadien gehört offiziell zum Fürstentum Almada) und Elenvina nicht daran zweifeln, dass Cusimo mit Hisela als Vögtin Phecadiens eine hervorragende Wahl getroffen hat.
Volkes Stimme
+ "Seit die Luntfeld für Ordnung sorgt, können wir uns das mühsame Verschiffen und Umladen über Havena sparen - da rollt zwischen Elenvina und Grangor buchstäblich der Taler. " (Nordmärker Kaufmann des Albenhuser Bunds)
– "Die hat sich doch den Posten beim Garlischgrötz erschlafen! " (ungenannter Neider)
In Artikeln und Geschichten
- "Was lange währt…" (Aventurischer Bote 223)
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