Chronik.Ereignis1047 Handel... und Krieg 02

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Gräflich Taladur, Anfang Travia 1047 BF

Im Arbeitszimmer der Hacienda del Valle

Autor: BBB


Warum nur brauchten Informationen manchmal so endlos lang, um das Selkethal zu erreichen? Er war zu weit ab von den Metropolen, stellte Algerio fest. Oder zu selten in Punin und Taladur. Wahrscheinlich beides.

Mit einem Seufzen schaute er auf die vor ihm ausgebreitete Karte Almadas und der angrenzenden Regionen.

Seit sein Handelszug im Rondra bei der Durchreise durch Mhanadistan durch den Angriff eines Drachen nicht unerheblichen Schaden genommen hatte, hatte er sich bemüht, weitere Informationen einzuholen. Sein erster Impuls, fortan einfach den Blutpass zu meiden, hatte sich als sinnlos erwiesen. Die Angriffe konzentrierten sich keineswegs nur auf den Raschtulswall, wie auf der Karte gut zu erkennen war. Im Gegenteil.
Im ganzen nördlichen Mhanadistan hatte es Angriffe gegeben, wie an kleinen Nadeln zu erkennen, die er in die Karte gesteckt hatte wo immer ein Drachenangriff berichtet worden war. Selbst Fasar war einem Drachen zum Opfer gefallen! Nunja, nicht ganz Fasar. Und es waren zwei Drachen gewesen, die sich verbittert bekämpft hatten. Fasar war nur ein Kolletaralschaden gewesen, wenn den Berichten, die er eingeholt hatte, zu trauen war.
Aber dennoch. Einer der Drachen war den Beschreibungen nach blau gewesen. Wie jener, der die Zwerge seit einigen Götternamen in Geiselhaft nahm.

Zwerge und Zwergenwaren waren in der gesamten Region nicht mehr sicher.

„Wir ändern den Warenstrom“, beschloss er schließlich, nach einem weiteren Blick auf die Karte. Wenn die Berichte stimmten, galten die Angriffe nur den Zwergen und ihren Waren. Menschen und menschliche Handelsgüter waren zwar auch zu Schaden gekommen – das Handelshaus vom Stein war das beste Beispiel dafür – aber sie schienen nicht das eigentliche Ziel zu sein. Vielleicht hatten sie Glück, wenn sie sich von Zwergen fernhielten. Und zwergische Waren auf die lange – und kostspielige – Route über Perricum schickten.

Mit dem Zeigefinger fuhr er den Weg nach, während er erklärte: „Alles bleibt erstmal beim Alten. Tamir, haltet euch von den Handelszügen der Zwerge fern, sobald ihr Mhanadistan betretet, aber nehmt die gleichen Wege, wie sonst auch. Unsere zwergischen Waren lasst ihr in Baburin zurück. Wir laden sie um und schicken sie über die lange Strecke, firunsseitig des Raschtulswalls. Ich werde zwei neue Wagen bereitstellen, dann verlieren wir nicht allzuviel Zeit. Einzig die Zölle werden den Gewinn schmälern. Aber das Problem haben sämtliche Händler zurzeit. Vielleicht kann ich mit unseren Kunden noch einmal nachverhandeln, ein Drache ist jedenfalls ein guter Grund, die Preise zu erhöhen. Und wenn nicht, schmälert es eben den Gewinn für einige Zeit. So viele Zwergenwaren haben wir ja nicht im Angebot.“

Er blickte fragend zu Rifada. Die nickte, sie hatte alles verstanden.

„Gut. Dann bereitet alles vor. Und Jodga? Bring mir bitte das gute Briefpapier. Ich werde mich an die Groschka wenden und um ein Gespräch bitten. Vielleicht kann die Gräfin etwas wegen der Zölle bewirken… und selbst wenn nicht, kann es nicht schaden ihr Unterstützung zuzusichern. In schweren Zeiten steht man zusammen. Das gilt bei den Zwergen bestimmt nicht anders als bei uns…“