Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 16: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 28. Oktober 2011, 18:03 Uhr
Im Raschtulswall, 28. Praios 1033 BF
In den Höhlen unter dem Djer Kalkarif
Autor: Romina Alba
Golshan blieb unvermittelt und wie angewurzelt stehen. Romina von Ehrenstein-Streitzig lief auf sie auf, taumelte und stieß sich den verletzten Arm an einem Felsvorsprung. Schmerz, Angst und Erschöpfung ließen sie laut aufstöhnend in die Knie gehen, sie wollte sich festhalten und zog den Knaben unabsichtlich von der Schulter der Ferkina. Praiodor fiel, wurde schlagartig wach, erschrak in der Dunkelheit und begann nach seiner Mutter zu rufen. Golshan drehte sich dem Kind zu und sprach beruhigend in ihrem schnatternden Kauderwelsch auf ihn ein. Der Knabe erstarrte, rang erst nach Luft und begann dann unkontrolliert zu schreien. Diese Sprache kannte er, er versuchte aufzustehen und wegzukommen, dabei stieß er gegen die Comtessa, die noch mit dem Schmerz rang. Instinktiv hielt diese den schmächtigen Knaben fest.
"Praiodor, ruhig, sei ruhig ... ", sie versuchte, dem zappelten Jungen den Mund zu verschließen, er biss sie und sie gab ihm eine Ohrfeige. Weinend sank der Knabe gegen sie, sie ließ sich gänzlich zu Boden sinken und zog ihn in ihre Arme.
"Ich kann nicht mehr, sollen sie doch kommen", murmelte sie und tastete mit der Linken nach dem Kurzschwert und mit der Rechten nach dem Hals des Knaben.
Autor: Romina Alba
Praiodors Schluchzen setzte schlagartig aus, als der Junge wieder vor Schwäche ohnmächtig wurde. Romina fühlte deutlich den schleppenden Puls an dem dünnen Hals. Sie schluckte schwer - sie würde nicht fähig sein, das Kind zu töten, ausserdem musste das Banner in Sicherheit gebracht werden. Aber sie war verletzt. Tausend Gedanken schossen durch ihren Kopf, der pochende Schmerz gaukelte ihr tanzende, farbige Lichter und undeutlich Schattenspiele vor.
Zusammen mit Golshan horchte sie angestrengt in die Stille hinter ihnen. Da waren Geräusche ... verzerrt ... Stimmen, Fussgetrappel, rollende Steine, ein Fluchen, daß sich aber nicht nach dem ferkinischen Geschnatter anhörte. Die Geräusche kamen von vorn, ebenso wie ein warmes Leuchten.
Romina ließ den ohnmächtigen Knaben zu Boden sinken, biss die Zähne zusammen und richtete sich, das Kurzschwert zur Hilfe nehmend, auf. Golshan, die vor ihr kauerte, wurde in Umrissen sichtbar, als sowohl das Licht, als auch die Geräusche näher kamen. Sie hatte das kleine Messer in der Hand und sah jetzt kurz zu der Comtessa auf, die zitternd, aber mit entschlossenen Gesichtsausdruck, aufrecht an der Wand lehnte und das Schwert in der Linken wog. Ihre Lippen bewegten sich, als sie lautlos anfing, zu Rondra zu beten.
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