Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 05: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach dem sich in einem Anflug abermals aufwallenden Zornes kurz seine gepanzerte Faust mit metallischem Knirschen geballt hatte, fuhr Hernán von Aranjuez ruhiger fort: „Sie ist keinen Deut besser als Domna Fenia. Ob alleine mit einem Knaben in den Raschtulswall oder alleine in eine Bande Ferkinas gestürmt, mir ist’s nun genug der Tollereien. Bereitet alles für unseren Aufbruch vor!“, endete er mit einem lautem Kommando, und wartete vor der Turmpforte auf die Rückkehr Domna Richezas, um sie von seinem Entschluss in Kenntnis zu setzen. | Nach dem sich in einem Anflug abermals aufwallenden Zornes kurz seine gepanzerte Faust mit metallischem Knirschen geballt hatte, fuhr Hernán von Aranjuez ruhiger fort: „Sie ist keinen Deut besser als Domna Fenia. Ob alleine mit einem Knaben in den Raschtulswall oder alleine in eine Bande Ferkinas gestürmt, mir ist’s nun genug der Tollereien. Bereitet alles für unseren Aufbruch vor!“, endete er mit einem lautem Kommando, und wartete vor der Turmpforte auf die Rückkehr Domna Richezas, um sie von seinem Entschluss in Kenntnis zu setzen. | ||
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'''Autor:''' [[Benutzer: SteveT|SteveT]] | |||
"HimmelHerrPraios nochmal!" fluchte Rifada. "Hat sich denn heute alles gegen uns verschworen? Scheinbar wollen uns höhere Mächte zwingen, unser Seelenheil in die Waagschale zu werfen!"<br> Sie warf einen Blick zurück nach unten, zum nahegelegenen Andachtsraum und schüttelte energisch den Kopf. "Das geht doch nicht! Ich kann doch nicht zweimal binnen weniger Augenblicke eine Tür in einem praiosgeweihten Bauwerk einschlagen - noch dazu direkt neben dem Allerheiligsten!" <br>Sie nestelte am Griff des Morgensterns, den sie unter ihren Gürtel geschoben hatte. "Dazu kommt, daß es hier auf der gewendelten Treppe viel zu eng ist. Wie soll ich hier vernünftig ausholen, ohne Moritatio oder Dir dabei den Schädel einzuschlagen?"<br> | |||
"Das wird auch gar nicht nötig sein, Mutter!" meldete sich ihr angesprochener Filius zu Wort.<br> | |||
"Ach - und warum nicht, Schlaumeier?" wandte sich diese zu ihm um.<br> | |||
"Ganz einfach!" erklärte Moritatio achselzuckend und strahlte Richeza dabei an. "Wenn das hier oben ihr privates Studiolo war, so hat sie die Tür gewiß hinter sich abgeschlossen, als sie den Raum verließ, etwa weil sie den Lärm der angreifenden Ferkinas vernahm. Es ist also sehr wahrscheinlich, daß die Inquisitorin den Schlüssel noch bei sich trägt. Andernfalls muss sie ihn irgendwo hier im Turm aufgehängt oder deponiert haben."<br> | |||
Rifada nickte: "Ja, das klingt einleuchtend. Also los, worauf wartest Du?"<br> | |||
Moritatio blickte sie verständnislos an.<br> | |||
"Lauf runter und such den Schlüssel, Du Faulpelz, wenn Du schon zu unterst stehst! Wenn sie ihn nicht um den Hals trägt oder in den Taschen ihrer Robe hat, durchsuchst Du die unteren Räume - aber ziemlich zügig! Der Adjutant des Dubianers und ein paar seiner Halsabschneider sollen Dir nötigenfalls dabei helfen!"<br> | |||
Moritatio nickte und trampelte die diversen Treppen gräuschvoll nach unten.<br> | |||
"Da wir einen Augenblick unter uns sind, sollten wir uns rasch über das Schicksal unserer zwei Gesuchten Ratschluß halten, damit wir später mit einer Stimme sprechen können, wenn wir sie finden. Zunächst einmal der Heiler. Du hast | |||
gehört, was unser Soberan verlangt - wir sollen ihn der Suprema ausliefern. Ich für meinen Teil wäre aber bereit, daß es unser Geheimnis bleibt, wenn wir ihn finden - aber nur, wenn er den Jungen heilen kann! Des Jungens Gesundheit im | |||
Tausch gegen seine Freiheit - das ist ein Angebot, das er schwerlich wird abschlagen können. Zum Zweiten der Knabe selbst - der kleine Praiodor! Wenn wir ihn finden, musst Du ihn mit nach Kornhammer nehmen oder aber er verbleibt | |||
notfalls auf einer unserer Burgen und wird dort erzogen. In der Obhut dieser Irren kann er nicht bleiben, soviel steht fest!" | |||