Chronik.Ereignis1047 Handel... und Krieg 01: Unterschied zwischen den Versionen
BBB (Diskussion | Beiträge) Die Seite wurde neu angelegt: „==Edlengut Selkethal, in der Grafschaft Waldwacht, im Efferd 1047 BF== ===Veranda der Hacienda del Valle, am frühen Abend=== '''Autor:''' BBB Eigentlich war Dom Algerio sehr stolz darauf, dass er grundsätzlich vorausschauend agierte. Es hatte ihm schon mehrfach den Hals gerettet – sowohl metaphorisch, als auch buchstäblich. Und Handel war, anders als oft angenommen, auch…“ |
K format |
||
| (2 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
==[[ | ==[[Gräflich Taladur]], im Efferd [[Annalen:1047|1047]] BF== | ||
===Veranda der Hacienda del Valle | ===Auf der Veranda der [[Edlengut Selkethal|Hacienda del Valle]] (am frühen Abend)=== | ||
'''Autor:''' [[Benutzer:BBB|BBB]] | '''Autor:''' [[Benutzer:BBB|BBB]] | ||
Eigentlich war [[Algerio da Selaque von Culming|Dom Algerio]] sehr stolz darauf, dass er grundsätzlich vorausschauend agierte. Es hatte ihm schon mehrfach den Hals gerettet – sowohl metaphorisch, als auch buchstäblich. Und Handel war, anders als oft angenommen, auch kein gefahrloses Geschäft. Sicher, man verlor für gewöhnlich weniger Blut, als wenn man selbst eine Klinge in die Hand nahm und seine Fähigkeiten als [[Mercenario]] in die Dienste eines Kriegsherrn stellte. <br> | Eigentlich war [[Algerio da Selaque von Culming|Dom Algerio]] sehr stolz darauf, dass er grundsätzlich vorausschauend agierte. Es hatte ihm schon mehrfach den Hals gerettet – sowohl metaphorisch, als auch buchstäblich. Und Handel war, anders als oft angenommen, auch kein gefahrloses Geschäft. Sicher, man verlor für gewöhnlich weniger Blut, als wenn man selbst eine Klinge in die Hand nahm und seine Fähigkeiten als [[Mercenario]] in die Dienste eines Kriegsherrn stellte. <br> | ||
| Zeile 15: | Zeile 14: | ||
Erstens, durch die Wüste, wo die unbarmherzige Praiosscheibe ihr möglichstes tat, um den Irrgläubigen ihre dummen Ideen von einem Eingott auszubrennen. Aus dieser Richtung war immer mit Überfällen durch Räuberbanden zu rechnen. <br> | Erstens, durch die Wüste, wo die unbarmherzige Praiosscheibe ihr möglichstes tat, um den Irrgläubigen ihre dummen Ideen von einem Eingott auszubrennen. Aus dieser Richtung war immer mit Überfällen durch Räuberbanden zu rechnen. <br> | ||
Zweitens, durch das Reich selbst, also die lange Route um den [[Raschtulswall]] herum. Eine Route, die viel Zeit kostete und von eigentlich allen genutzt wurde, also keinen Vorteil versprach.<br> | Zweitens, durch das Reich selbst, also die lange Route um den [[Raschtulswall]] herum. Eine Route, die viel Zeit kostete und von eigentlich allen genutzt wurde, also keinen Vorteil versprach.<br> | ||
Oder drittens über den Raschtulswall hinweg, | Oder drittens über den Raschtulswall hinweg, über den [[Blutpass]] – die Route, die Algerio gewählt hatte und die seine Männer und Frauen regelmäßig in mehr oder weniger wohlwollend freundlichen Austausch mit diversen [[Ferkina]]s brachte. | ||
Bislang hatte sich das Risiko stets gelohnt. Aber als die Kolonne seiner Wagen nun in Sichtweite der Hacienda kam, wurde offensichtlich, dass sich das Glück - zumindest für den Moment - von ihm abgewandt hatte. | Bislang hatte sich das Risiko stets gelohnt. Aber als die Kolonne seiner Wagen nun in Sichtweite der Hacienda kam, wurde offensichtlich, dass sich das Glück - zumindest für den Moment - von ihm abgewandt hatte. | ||
Die Wagen an sich schienen unversehrt. Das deutete daraufhin, dass was auch immer passiert war auf der rahjawärtigen Seite des Raschtulswalls passiert sein musste, also bevor die Waren umgeladen, über den Pass transportiert und wieder auf die bereitstehenden Wagen aufgeladen worden waren. Auf der Ladenfläche des zweiten Wagens waren die Kisten und Fässer jedoch deutlich und weithin sichtbar von Brandspuren bedeckt. Es war schwer einzuschätzen, wie groß der Schaden tatsächlich war. Aber dass Schaden entstanden war, war nicht zu übersehen. Das Abzeichen des [[Handelshaus vom Stein|Handelshauses vom Stein]] auf einer der Kisten war schlicht nicht mehr zu erkennen. | |||
Algerio erhob sich alarmiert. | Algerio erhob sich alarmiert. | ||
Aktuelle Version vom 16. August 2025, 17:54 Uhr
Gräflich Taladur, im Efferd 1047 BF
Auf der Veranda der Hacienda del Valle (am frühen Abend)
Autor: BBB
Eigentlich war Dom Algerio sehr stolz darauf, dass er grundsätzlich vorausschauend agierte. Es hatte ihm schon mehrfach den Hals gerettet – sowohl metaphorisch, als auch buchstäblich. Und Handel war, anders als oft angenommen, auch kein gefahrloses Geschäft. Sicher, man verlor für gewöhnlich weniger Blut, als wenn man selbst eine Klinge in die Hand nahm und seine Fähigkeiten als Mercenario in die Dienste eines Kriegsherrn stellte.
Aber gefahrlos war auch der Handel nicht.
Erst recht nicht, wenn er einträglich sein sollte und man daher gewisse Risiken eingehen musste. Beispielsweise die Reise in andere Reiche, um Waren zu beschaffen, die sonst nicht zu kriegen waren. Oder Wege zu beschreiten, die sich andere nicht trauten, dafür aber schneller zu sein.
Genau darin lag sein Wettbewerbsvorteil. Er ging Risiken ein, die andere scheuten. Kalkulierte Risiken zwar – aber die Kalkulation konnte sich eben auch sehr schnell zu seinen Ungunsten verändern.
Aus genau diesem Grund hatte er bereits früh vorgesorgt und seine Handelszüge mit hinreichend Bewaffneten ausgestattet. Handel mit Mhanadistan und den exotischen Waren des Ostens erforderte die Nutzung von einer von drei Routen:
Erstens, durch die Wüste, wo die unbarmherzige Praiosscheibe ihr möglichstes tat, um den Irrgläubigen ihre dummen Ideen von einem Eingott auszubrennen. Aus dieser Richtung war immer mit Überfällen durch Räuberbanden zu rechnen.
Zweitens, durch das Reich selbst, also die lange Route um den Raschtulswall herum. Eine Route, die viel Zeit kostete und von eigentlich allen genutzt wurde, also keinen Vorteil versprach.
Oder drittens über den Raschtulswall hinweg, über den Blutpass – die Route, die Algerio gewählt hatte und die seine Männer und Frauen regelmäßig in mehr oder weniger wohlwollend freundlichen Austausch mit diversen Ferkinas brachte.
Bislang hatte sich das Risiko stets gelohnt. Aber als die Kolonne seiner Wagen nun in Sichtweite der Hacienda kam, wurde offensichtlich, dass sich das Glück - zumindest für den Moment - von ihm abgewandt hatte.
Die Wagen an sich schienen unversehrt. Das deutete daraufhin, dass was auch immer passiert war auf der rahjawärtigen Seite des Raschtulswalls passiert sein musste, also bevor die Waren umgeladen, über den Pass transportiert und wieder auf die bereitstehenden Wagen aufgeladen worden waren. Auf der Ladenfläche des zweiten Wagens waren die Kisten und Fässer jedoch deutlich und weithin sichtbar von Brandspuren bedeckt. Es war schwer einzuschätzen, wie groß der Schaden tatsächlich war. Aber dass Schaden entstanden war, war nicht zu übersehen. Das Abzeichen des Handelshauses vom Stein auf einer der Kisten war schlicht nicht mehr zu erkennen.
Algerio erhob sich alarmiert.
Was war da passiert?
"Herr... Ihr erinnert Euch, dass wir vor ein paar Götternamen Berichte bekommen hatten von Drachenangriffen auf zwergische Waren?" Tamir war komplett ruhig und trug seine Fragen und seinen Report nüchtern vor, aber Algerio kannte ihn lang genug um zu wissen, dass allein die Tatsache, dass unter seiner Aufsicht Waren zu Schaden gekommen waren, ihm keine Ruhe lassen würde und dass er innerlich kochte.
Algerio nickte.
"Es war, wie berichtet", fuhr Tamir fort. "Ein blauer Drache, der gezielt zwergische Händler und Waren angriff. Wir hatten Glück im Unglück, der Angriff galt nicht uns, sondern einem zwergischen Zug vor uns. Aber wir haben dennoch einiges abbekommen."
Wieder nickte Algerio. "Wie groß ist der Schaden?", fragte er schließlich.
"Das kann ich Euch nicht sagen. Fragt bei Rifada. Sie hat die beste Übersicht."
"Danke dir. Ruht euch aus. Ich werde mir alles ansehen und dann schauen wir mal. Wahrscheinlich müssen wir die verlorengegangenen Waren teuer durch Importe in Punin ersetzen, aber besser so, als die Beziehung zum Kunden zu riskieren", dachte er laut nach. "Und dann werden wir wohl über alternative Handelsrouten nachdenken müssen..."
Der Gedanke gefiel ihm gar nicht.
"Durch die Wüste, Herr?", fragte Tamir. Aber Algerio schüttelte den Kopf.
"Lieber werfe ich meine Waren in den Rachen eines blauen Drachen, als sie in den Händen von Wickelköpfen zu sehen!"
|
|