Chronik.Ereignis1047 Die Große Zusammenkunft 10
Junkergut Sercial, Namenlose Tage 1047 BF
Autor: Thalia
Hori verkaufte gerade mit ihrem Bauchladen Sachen im Lager, da sagte Jamin zu ihr: „Ah, da bist du mein Schatz. Ich habe gerade erfahren, dass die Priesterin in den Wald gehen möchte, um Kräuter zu suchen. Sollen wir uns anschließen? Dann können wir mal schauen, ob wir die Katze finden, die uns gestern zu dir geführt hat?“
Hori sagte: „Ja, gerne!“
Dann machten sie sich auf den Weg. Zusammen mit einer Gruppe weiterer Zahoris, abenteuerlustiger Begleiter und vielen Kindern gingen sie angeführt von der Peraine Geweihten aus dem Schutzkreis des Lagers in den nahegelegenen Wald. Dort, so hieß es, wären die örtlichen Heilpflanzen wahrscheinlich noch nicht von unachtsamen Reisenden zertrampelt und man hätte eine gute Chance, frisches Wirselkraut zu finden.
„Dort ist etwas!“, rief auch bald eines der Kinder. Und tatsächlich: Es dauerte nicht lang, bis sie hier und dort Wirselkraut, Einbeerblätter und sogar einen Strauch Belmart fanden. Auch Hori fand einen Strauch mit Einbeeren, von dem sie vorsichtig mit ihrem Messer abschnitt und in einen mitgeführten Weidenkorb packte.
Dann hörten sie ein Maunzen.
Auf einem Baumstamm saß eine Katze. Hori rannte ihr entgegen. Bei ihr lag ein Ding. Hori hielt es für etwas, woran die Katze sich geschnitten hatte, denn ihre Pfote blutete. Doch in Wahrheit war das Ding ein Flügel von einer bösen Fee, gegen die die Katze gekämpft hatte, wie sich später herausstellen sollte, weil die Fee versucht hatte Hori zu entführen. Hori nahm die Katze vorsichtig auf den Arm. Die Katze maunzte sie an und tatzte nach ihren Haaren. Eine Gruppe Frauen kam hinzu und schaute, ob es der Katze gut ging. Eine der Frauen hatte einen Verband dabei. Die Frau mit dem Korb, in dem die Kräuter lagen, sagte zu einem der mitgekommenen Mädchen: „Schau: Nimm ein bisschen Wirselkraut aus dem Korb und nimm es in den Mund. Tüchtig zerkauen und dann vorsichtig auf die Wunde legen.“
Das Mädchen tat wie ihr geheißen. Dann nahm die Frau das Wirselkraut und legte es auf die Verletzung. Sie wartete ein bisschen, dann nahm sie es wieder herunter, legte ein Stück Moos auf die blutende Stelle an der Tatze und verband sie dann.
Dann liefen sie zurück ins Lager. Hori trug die Katze den ganzen Weg auf dem Arm.