Arrashid Al'Samandal ben Surderban
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Bey Arrashid Al'Samandal ibn Surderban, genannt El'Ghulshach [nov.: "der Herr der Geier"], herrscht seit vielen Jahrzehnten über die halb zerfallene Passsperrfeste Shinadra am Pass der Geister und den gleichnamigen Sandschak in den westlichen Amhallassihkuppen.
Verwaltet wird der Sandschak im Namen des Beys von seinem Wesir Murad, der als Sprachrohr und Kontakt zu Bey Arrashid fungiert. Da viele den alten Bey Arrashid nur aus Legenden kennen, wird mancherorts vermutet, dass er nichts weiter sei als eine Mär. Wer aber auf den alten Magier in Form eines riesigen Geiers trifft wird rasch eines Besseren belehrt.
Curriculum Vitae

Angeblich entstammt Arrashid Al'Samandal dem Stamme der Beni Seba, einem armen Hirtenvolk aus der Randzone des Yaquirbruchs. Er soll sich bereits im Gefolge Rafim Al'Mougirs, des zweiten Malkillahs befunden haben, als dieser im Jahre 926 BF den Süden Almadas überrannte. Nach der soll ihn Harun, der sich in Punin zum 'Gegenkaiser' erhoben hatte, mit der Herrschaft über die Passfeste Shinadra am Pass der Geister belohnt haben. Obgleich diese Geschehnisse schon mehr als ein Jahrhundert zurückliegen, beschwören die armen Schaf- und Ziegenhirten, die in diesem unwirtlichen Landstrich inmitten der Amhallassihkuppen leben, dass ihr Herrscher sei bis heute und seit über drei Generationen ein- und derselbe: Arrashid Al'Samandal mit wahrem Namen, den sie selbst aber stets nur El'Ghulshach nennen - den Herrn der Geier.
Die Karawanenführer des Amhallassihs fürchten sich bis heute bei Überquerungen des Passes der Geister, so genannt wegen der schaurig durch die Klämme und Klüften der Kuppen heulenden Winde und seltsamen nächtlichen Erscheinungen, deren Ursprung die halb zur Ruine zerfallene Spukfeste Shinadra aus schwarzem Basaltgestein zu sein scheint. Tagsüber kreise der zaubermächtige El'Ghulshach in der Gestalt eines kapitalen Khomgeiers über seinem Land und nur in der Nacht, bei bestimmten Sternenkonstellationen sei er in der Lage, seine frühere menschliche Gestalt anzunehmen, wobei sein Gesicht mit der markanten,schnabelähnlichen Raubvogelnase einem Geierschädel immer ähnlicher werde. Andere glauben, El'Ghulshach sei in Wahrheit ein Tierkönig, eben der König der Geier, der nur ab und an eine halb-durchscheinende menschliche Gestalt annehme, um die Menschen in seinem Revier zu ängstigen und an ihre Opfergaben zu erinnern, die sie in Form von Lämmern und Kamelkälbern zur Shinadra bringen. Wiederum andere, die von Sandstürmen gezwungen wurden, nachts in den Ruinen der Feste Shinadra Zuflucht zu suchen, berichteten dagegen, Bey Al'Samandal habe sich ihnen in der Gestalt eines verbitterten kleinen alten Mannes offenbart, halb durchscheinend wie ein Spuk oder Nachtmahr, und dabei einen altertümlichen Dialekt des Tulamidya sprechend, wie sie ihn höchstens noch von ihren Urgroßeltern her kannten.
Selbst seinem Herrn, dem amtierenden Emir Dschelafan Al'Tergaui ibn Thurschim, ist der Mann nicht geheuer. Abergläubischem Geschwätz und Basarmärchen zufolge soll der Herrscher der Shinadra ihn gar eines Nachts leibhaftig heimgesucht haben, als der Emir in einer schrecklichen, von Alpträumen gezeichneten Nacht aus dem Schlaf hochfuhr und El'Ghulshach neben seiner Bettstatt sitzend vorfand. Und das, obwohl die wachhabenden Elitekrieger angeblich später selbst unter der Folter beschworen, niemanden in die Gemächer hinein- oder hinausgelassen zu haben. Der Emir und der Passherrscher sollen in dieser Nacht wohl über eine Stunde lang gesprochen haben und seither soll Emir Dschelafan seinen unheimlichen Bey akzeptiert haben.
Gleichwohl erwies sich der Bey während des Kampfes um Omlad als mächtiger Verbündeter, als er eines Nachts im Lager der Novadi auftauchte. Er beschwor einen riesenhaften Golem herauf, der um ein Haar zur Zestörung eines Stadttores und damit zum Fall von Omlad beigetragen hätte, wäre er nicht durch ein Mirakel eines Geweihten des Himmelsfürsten gestoppt worden. Die Defensores Omlads berichteten übereinstimmend von einem gewaltigen, tagelang über der Stadt kreisenden Khomgeier, der offenbar ihre Schwächen auskundschaften wollte.
Tankred ui Rubain von Asperg ist bislang noch unbekannt, dass die Schergen, welche seine Eltern ermordet hatten, in Diensten des Beys von Shinadra standen.