YB40 Die Rede Gwains an die Magnaten Yaquiriens
Erschienen in den Meldungen des Hauses Yaquirblick Nô 39
Rondra 1036 BF
Umringt von hunderten von Magnaten und Felachen erhob der Fürst seine Stimme. „Ich danke meinen Befreiern für ihren mutigen Einsatz! Ich weiß, das einige hier sich wünschen, dass ich den heutigen Abend besser nicht überlebt hätte! Nun! Als Soldat kann ich damit leben, dass man meinen Tod will. Aber ich bin eine alte almadanische Katze!“ Der Fürst wurde laut „Und ein Leben habe ich noch!“
Seine Stimme mäßigte sich wieder „Wir sind der Adel unseres Landes! Wir wissen zu sterben, wenn es sein muss, aber wir kennen auch den sinnlosen Tod! Wir alle, Almadaner und Liebfelder, kennen den Krieg, aber wir haben auch den Brudermord kennen gelernt! Doch das größte Übel des Brudermords ist nicht der sinnlose Tod! Das größte Übel ist der Verfall der Autorität! Wo es zuvor einen Herrscher gab, gibt es nun mehrere! Wo zuvor einer fraglos gebot, dort wollen nun alle gebieten, die etwas auf sich halten! Dort, wo die Fürsten schwach sind, dort erblühen die Diebe und Räuber! Barone verwandeln sich in Raubritter, Raubritter in Rotpelze! Am Ende lebt ein verarmtes Volk in einem wüsten Land! Soll das Volk sich wünschen, der Emir von Amhallassih käme endlich, Almada zu erobern, damit das Land nur bloß zur Ruhe fände?! Soll das Volk sich wünschen, es herrschten besser die Aramyas als - niemand?!“
Vivatrufe unterbrachen den Fürsten kurz, doch eine Handbewegung bedeutete, dass er noch nicht zuende gesprochen hätte.
"Und auch der Bürgerstand verlangt sein Recht! Die Welt ist weit geworden seit den Fahrten der Roten Harika! Glaubt nicht, dies beträfe uns nicht, bloß weil Almada gerade an keine Meeresküste grenzt! Unsere Küste ist der Yaquir! Der Yaquir trennt uns von den Novadis, aber er verbindet uns mit den Liebfeldern! Sollen Räubernester in der Südpforte die Macht haben, diese Verbindung nach Belieben zu unterbinden?“
Da riefen seine Zuhörer laut „Nein, Niemals“ und ließen keinen Zweifel daran, dass ihr Fürst wohl sprach.
„Die Taifados sind eine seit langem offene Wunde, die nun vom Wundbrand jenes offenen Verrats befallen wurde, der mit dem Namen Uchakbar verbunden ist! Kann ein Herrscher und Soldat dies dulden?!“ Wütend gab er selbst die Antwort „NEIN! - der Leib, der versäumt, diese Wunde auszubrennen, wird verrotten!“
Wieder wurde der Fürst ruhiger. „Der Wille der Zwölfe hat uns heute und hier zusammengeführt, am 30. Praios des Jahres 1036 nach dem Falle Bosparans, auf dem alten Gebeinfeld von Brig-Lô: zur Mahnung daran, dass gegen dieses Übel ein vereinter Rondrengang vonnöten ist! Und es ist hier und heute, dass wir uns zum Handeln entschließen müssen! Gerone, Gnädigste! Wollt ihr mit einen Gefallen tun! Tretet zu mir!“
Die verdattert drein blickende Baronin tat wie befohlen. Der Fürst sprach nun laut zu ihr, auf dass es jeder vernehmen könne
„Ich ernenne Gerone vom Berg zur Marschallin Almadas! Geht hin und befriedet dieses Land! Hebt Truppen aus und versammelt die Landwehren! Wer sich nicht beugt, den stellt in Acht und Bann! Wer sich widersetzt, den vernichtet! Stellt die rechtmäßige Herrschaft des Fürsten von Almada wieder her, damit das Land eines Königs wieder würdig sei! Und jagt mir diesen Hund Uchakbar!“
Sein Blick wanderte herum „Ich richte an die Granden Horasiens die brüderliche Bitte, diesen Kampf nach Kräften zu unterstützen! Möge die Loge vom goldenen Strome beider Yaquirien den Weg zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit unserer Völker weisen! Vivat Yaquiria!“ Ein vielkehliges Vivat Yaquiria war die Antwort, während sich der Fürst nun zurück zog.