Junkergut Melanor
|
Das Junkergut Melanor ist ein Afterlehen im äußersten Nordwesten der caldaïschen Baronie Jurios. Der derzeitige Junker ist Dom Perainior di Melanor.
Derographie
Gen Efferd reicht das Land der Melanors bis zu den Ausläufern des Ambossgebirges und dem Bergkönigreich Tosch Mur, mit dem es sich eine Grenze teilt. Aus dem Südwesten verbindet eine halbwegs befestigte Straße die Ortschaft Ambosch mit dem Talloner Hügelsteig.
Im Praios grenzt das Land entlang einem kleinen Bachlaufs inmitten des Drottenwaldes an die Baronie Stanniz. Am südlichen Waldrand findet man das verschlafene Holzfällerdorf Pletin. Folgt man dem Waldstück gen Rahja , geht dieses irgendwann in die Hügel der Nelaja über, die das Junkergut von denen der Schrotenhofs trennt. Zwei Passstraßen führen durch die Hügel, wobei der nördliche Stieg, der Pletin und Südnach miteinander verbindet, nur etwa acht Monate im Jahr befahrbar ist. Die südliche Route über die Siedlung Melanor ist hingegen ganzjährig befahrbar und wird auch regelmäßig von den Wachen des Junkers patroulliert. Somit ist auf dieser Route auch kaum mit Goblinangriffen zu rechnen, was sich der Junker allerdings mit einem Wegzoll bezahlen lässt.
Durchreisende sind vor allem Zwerge aus dem östlichen Tosch Mur, deren Ziel das südwestliche Garetien ist und für die sich der Umweg über die Reichsstraße bei Ragath nicht lohnt. Der eigentliche Pfad über Ranuch nach Tallon führt durch den Kosch, welches einen zusätzlichen Grenzübertriff (und damit Zölle) bedeutet. Außerdem Reisende aus der Baronie Stannitz, welche in Richtung Franfeld unterwegs sind und sich auch hier den zusätzlichen Grenzübertritt nach Garetien sparen wollen. Fernreisende kommen eher selten durch Melanor. Vom Kosch aus reist es sich leichter durch Fremmeslfelde bis Gareth und spart sich den Almadanischen Grenzübertritt. Von Almada aus wird entweder die Reichsstraße genutzt oder die ausgebaute Passstraße von Ranuch nach Stanniz (Talloner Hügelsteig).
Den Hügeln entspringt auch die Nela, welche direkt durch die Siedlung Melanor fließt und den dortigen Mühlenteich speist, ehe sie sich weiter gen Südwesten durch das caldaische Hochland schlängelt.
Von der Siedlung Melanor aus führt ein weiterer Weg nach Firun. Dort grenzt das Junkergut direkt an das Baronsland derer von Jurios, deren Grenzsteine seit über 200 Jahren unangetastet langsam aber sicher von Moos überwuchert werden.
Landschaft
Der Großteil des Junkergutes erstreckt sich über die rosarot bis purpur leuchtenden Heiden aus Erika, Jasalinkraut und Lavendel, für die die Caldaia berühmt ist. Dazwischen gibt es immer wieder ein paar kleinere Haine aus Wacholder oder Birkenbeständen. Nahe der Siedlung Melanor bestimmen Felder aus Flachs und anspruchslosem Getreide wie Weizen und Roggen das Bild, dazu einige Obsthaine, insbesondere an den Ufern der Nela.
Die Nelaja-Hügel sind vornehmlich die Heimat der Schaf- und Ziegenhirten sowie einiger Goblins. Die schroffe Gebirgslandschaft ist hauptsächlich durch die beiden Passstraßen begehbar, darüber hinaus gibt es einige Ziegenpfade und Wildwechsel, die die abgelegenen Hütten der Hirten mit dem Tal verbinden.
Historie
Gründung durch bosparanische Legionen
Gegen Ende der Zwergenkriege legten die bosparanischen Legionen hier unter Duldung durch die Angroschim ein Lager an, das bis zu einer Kohorte Legionären Platz bieten konnte. Ziel war es den westlichsten, natürlichen Weg vom Norden ins Reich hinein zu bewachen, marodierende Banden von Orken oder Goblins und anderem Gesindel vertreiben zu können und das Reich im Falle eines größeren Angriffs warnen zu können. Bald wurde hieraus erst ein großer Wachturm auf dem höheren Hügelkamm direkt neben dem Bachlauf, dann später ein kleines, befestigtes Kastell mit einem Grundriss von etwa dreißig mal vierzig Schritt. Im Schatten dieser kleinen Feste siedelten damals schon die ersten Siedler. Spätestens nach dem Fall Bosparans aber waren diese Befestigungen dem Verfall preisgegeben und auch das kleine Dorf machte schwere Zeiten durch. In dieser Zeit wurden von Freien in der Gegend mehrere Wehrhöfe gegründet, die zumeist heute noch bestehen und den Junkern lehenshörig sind. Das Land gehörte zum direkten Besitz der Barone von Jurios, deren Interesse für die Landschaft beschränkte sich aber auf den Grenzverlauf insbesondere hin nach Baronie Stanniz.
Neue Herren
Nach der Belehnung der Familia Melanor im Jahre 752 BF wurde bald die alte bosparanische Ruine zum neuen Herrensitz erkoren und wieder hergerichtet, ausgebessert, umgebaut. Auf der Ruine des verfallenen Wachturms wurde ein neuer, wehrhaftere Bergfried errichtet. Unter der Herrschaft begann auch das zugehörige Dorf wieder aufzublühen und zu wachsen.
Der große Brand
Im Jahr 822 kam es zu einem großen Feuer. Hierbei brannte das Kastell nahezu vollständig aus und die Flammen griffen auch auf das Dorf über, das sich damals noch über das Gelände der heutigen Vorburg erstreckte. Über zwanzig Menschen kamen dabei zu Tode, Angehörige der Familia ebenso wie Freie und Fellachen, und es muss als ein Segen der Götter betrachtet werden, dass dem nicht noch mehr wurden. Der Sommer war besonders trocken und heiß, so dass Holz und Strohdächer wie Zunder Feuer fingen. Ein Zweig der Familia wanderte damals als Folge gen Gareth, allerdings gilt dieser Familienzweig heute als ausgestorben. Trotz Beileidsbekundungen und dem Aussichtsstellen von Hilfen sowohl aus Jurios, dem restlichen Ragatien und den Nachbarn jenseits der Fürstentumsgrenzen, konnten bis zum Winter kaum ausreichende Behelfsquartiere für alle verbliebenen Bewohner errichtet werden. Ein durchreisenden Angroschim konnte das Elend nicht mit ansehen und so begann man im Frühjahr mit Hilfe aus dem nahem Ambossgebirge endlich damit das Kastell wieder her zu richten. Von den schnellen Erfolgen verführt beschloss man damit die Erweiterung des Castillos um die Vorburg und die Verlagerung des eh neu zu errichtenden Dorfes auf den Hang darunter. Aber natürlich hat auch das Mitleid von Angroschim seine Grenzen, so dass davon vor allem die noch heute bestehende Baustelle und gute Beziehungen zum kleinen Volk geblieben sind.
Wirtschaft
Wie überall in der Caldaia macht die Viehwirtschaft einen Großteil der Erträge des Gutes aus. Die Hirten ziehen das ganze Jahr über mit ihren Hunden und Herden von Ziegen oder Phraischafen über die karge Heide. In Melanor hat sich für diese Hütearbeit seit ein paar Generationen ein Mischling aus Bornländer und Tuzakern etabliert, wovon selbst die hohen Herrschaften auf Castillo Melanor ein paar ihr eigen nennen.
Es gibt nur wenig Fläche, die für die Feldwirtschaft genutzt werden kann. Diese findet man vor allem entlang der Nela in den geschützten Tälern. Wo der Boden etwas fruchtbarer ist, baut man Weizen an, aber genau so oft findet man nur Roggen oder Hafer. Dazu wird Flachs angebaut. Die einzige Mühle des Gutes findet sich in Form einer Wassermühle in der Siedlung zu Füßen des Castillos. Der zugehörige Mühlenteich wurde erst vor ein paar Jahren erweitert, so dass selbst im heißesten Sommer noch genug Kraft zu Mahlen gegeben ist. Außerdem züchtet man in den Teichen Karpfen, die zuweilen auch den einfachen Fellachen auf den Tisch kommen. So fern es der Boden und die Bewässerungsmöglichkeiten her geben, baut man dazu im kleinen Rahmen auch für den Eigenbedarf Gemüse an. Nahe dem Herrensitz findet man außerdem noch ein paar Obsthaine mit Birnen, Äpfeln und Kirschen.
An weiteren Ertrag wäre noch der Holzschlag zu nennen, den man gerade im Drottenwald saisonal betreibt. Dort wird nicht nur Grubenholz geschlagen, sondern auch Holzkohle geköhlert. In den Angroschim findet man für beides treue Abnehmer. Bodenschätze werden auf dem Gut seit Generationen nicht abgebaut, trotzdem findet man im Dorf Ambosch einige zwergische Schmiede, die entsprechende Erze aus dem nahem Tosch Mur weiter verarbeiten.
Da Holz mit guter Münze an die Angroschim verkauft wird, wird im Süden der Baronie Torf gestochen. Das billige Brennmaterial wird von Bauern wie Herrschaften gleichermaßen zum Heizen verwendet, um möglichst viel der hochwertigen Kohle an die Angroschim abzugeben.
Land und Leute
Die meisten der Fellachen des Gutes leben im Schatten des herrschaftlichen Castillos in der Siedlung Melanor. Die Bestellung der Felder und das Hüten der Herden bestimmen den Jahresablauf. Die meisten freien Landsassen leben auf ihren eigenen kleinen Wehrhöfen. Da das karge Land nur ein hartes Leben bieten kann und die meisten Familias nur mit Müh und Not am Leben erhalten kann, gibt es immer wieder junge Leute - Freie und Fellachen - die ihr Glück in der Ferne suchen.
Es ist feste Tradition, dass die Eigenhörige des Gutes praiostags von den Gardisten der Familia im Kampf mit Bogen und Hakenspießen Lektionen erhalten. Mit dieser Vorbildung ist es kaum verwunderlich, dass sich Landflüchtige in Ragath den Hakenspießen oder einem anderem Terzio anschließen wollen.
Melanor und die Angroschim
Von all den Nachbarn pflegt man in Melanor die besten Beziehungen gen Westen, zu dem kleinen Volk. Man ist einander zwar nicht in Heerfolgepflichten verbunden, aber oft fand man ineinander verlässliche Waffenbrüder. Geradezu freundschaftliche Beziehungen sagt man den Junkern zu den Zwergen des Amboss nach. Mag es daran liegen, dass man hier immer einen verlässlichen Abnehmer für die geringen Erträge des Gutes findet, sei es, dass man die Arbeiten am Castillo am liebsten gänzlich von Zwergenhand erledigen lassen würde, allein dazu oft die Mittel fehlen. Immerhin die neue Schildwehrmauer samt Torhaus und die beiden mächtigen Wehrtürme beruhen auf zwergischen Pläne, wenn auch gerade neuere Arbeiten von Menschenhand ausgeführt wurden.
Interessant ist auch, dass für viele Melanorer Ingerimm durchaus Züge eines zwergischen Angrosch hat. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass sich in den letzten Jahren deutlich häufiger ein reisender zwergischer Hüter der Wacht als ein menschlicher Geweihter des Ingerimms in das beschauliche Melanor verirrte.
