Rahjalina Lampérez
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Äußeres
Gutaussehende, gestandene Frau, deren früh ergrautes Haar ihre immer noch funklenden Augen und frischroten Wangen einrahmen. Ihr Blick ist wach und aufmerksam. Warmes Lächeln.
Curriculum Vitae
Rajalina wuchs auf als beliebte und geschätzte Tochter des wohlhabenden Händlers und Winzers Luiz Lampérez, was sich auch zeigte in einer Kürung zur Weinkönigin. Die Hochzeit mit dem gutaussehenden, halbelfischen Adeligen (Ranarion di Rueda) schien ihr fast zu schön um wahr zu sein. In den darauffolgenden Jahren verlor die Verbindung dann viel an Strahlkraft - und das selbe galt für die Winzertochter selbst, die keck und selbstbewusst nach Punin gekommen war. Zu deutlich war spürbar: Ihre bürgerliche Herkunft galt der Familie ihres Ehemannes als ein Makel, den sie nie würde ablegen können.
Ranarion schützte Rajalina kaum gegen Spitzen seiner Zwillingsschwester Caneya oder gegen die dynastische Kälte die von Soberan Nazir ausging. Auch nutzte der junge Gatte jede Gelegenheit, um fern der Familie unterwegs zu sein - mit dem Pferd und den Geldmitteln, die Schwiegervater Luiz Lampérez beigesteuert hatte.
Rajalinas Trost der ersten Jahre waren ihren zwei Söhnen Avessandro und Emilio, welche sie recht verzärtelte. Die Kleinen an sich zu drücken diente oft ihrem Trost mindestens so sehr wie dem der Kinder. Rahjalina besann sich aber auch auf ihre gesellschaftlichen Talente. Nicht jeder in Punins besserer Gesellschaft wusste diese zu würdigen, doch unter den Bekannten, die nicht zu sehr von Standesdünkel geprägt waren, wurde bald klar: Die Händlertochter konnte, was in der Familie du Rueda sonst keiner beherrschte, nämlich ihre Gesprächspartner zum Lächeln oder gar Lachen bringen und ihnen mit ehrlicher Aufmerksamkeit begegnen.
Dazwischen verbrachte die junge Frau samt Kindern viel Zeit bei Familia Lamperéz in Ragath - als Sommerfrische titulierte Fluchten aus den oft unbarmherzigen Hallen des Palacio di Rueda. Soberan Luiz leitete die finanziellen Zuwendungen nun auch bald direkt an seine Tochter und an die heranwachsenden Enkelsöhne, deren Aussehen und Talent den alternden Winzer mit einigem Stolz erfüllte. So genossen beide eine gute Ausbildung. Rahjalina füllte die Leere mit merkantilen Projekten, Abmachungen, Importen, worin sie durchaus Talent zeigte das dem ihres Vater nachkam.
Das Leben im Palacio di Rueda ist geprägt von unausgesprochenen Spannungen. Die alteingesessenen Amhallasiden rücken weiter nicht ab von der unterschwelligen Geringschätzung der Winzertochter. Rahjalina hält indess in mancher Hinsicht mehr Karten in der Hand als ihre angeheiratete Familie, da sie gesellschaftliche Achtung mit kaufmännischem Geschick verbindet und in beiden Bereichen Kapital ansammelt. Die Zuwendungen an Familie di Rueda hält sie dabei knapp...um keine Befindlichkeiten zu verletzten, wie sie vor sich behaupten würde, tatsächlich aber auch in einem Gefühl von Vergeltung und Kräftemessen.
Mit Ranarion hat sich Rajalina wieder angenähert. Auch wenn sich beide in mancher Hinsicht fremd sind, sich manches gegenseitig schwer verzeihen können gibt es ein grundlegendes Gefühl von Loyalität, das über die Jahre gewachsen ist.
Über den frühen Tod ihres älteren Sohnes Avessandro zeigt sich Rahjalina untröstlich. -->