Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 06: Unterschied zwischen den Versionen

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Er hatte sich geschworen, das alles hinter sich zu lassen. Doch nun brauchte Emilio Hilfe. Wer hätte gedacht, dass ihn ausgerechnet die Freundschaft zu diesem Jungen aus den besseren Vierteln Punins, die er erst in seinem neuen Leben geschlossen hatte, zurück ins Zwielicht führen würde?   
Er hatte sich geschworen, das alles hinter sich zu lassen. Doch nun brauchte Emilio Hilfe. Wer hätte gedacht, dass ihn ausgerechnet die Freundschaft zu diesem Jungen aus den besseren Vierteln Punins, die er erst in seinem neuen Leben geschlossen hatte, zurück ins Zwielicht führen würde?   


Zwei Stunden später hatte Tsayano sein Ziel erreicht: den dünnen Gris; [[Grisoldo Acarru]], wie er sich heutzutage nannte. Der Phexgeweihte machte keine Anstalten, seine zum Gruß ausgestreckte Hand zu ergreifen. Stattdessen blickte er ihn reserviert aus kühlen Augen an.<br>"''Mit Ross und Reitersäbel'', wie? Das Täubchen hat ja eine ganz schöne Reise hinter sich. Du hast Nerven, hier einfach so aufzutauchen und nach mir zu fragen!" Tsayano zwang sich zu einer entspannten Haltung, wie er es gelernt hatte, und schluckte seinen Stolz herunter. ''Für Emilio'', sagte er sich.  
Zwei Stunden später hatte Tsayano sein Ziel erreicht: den dünnen Gris; [[Grisoldo Acarru]], wie er sich heutzutage nannte. Der Phexgeweihte machte keine Anstalten, seine zum Gruß ausgestreckte Hand zu ergreifen. Stattdessen blickte er ihn reserviert aus kühlen Augen an.<br>"''Mit Ross und Reitersäbel'', wie? Das Täubchen hat ja eine ganz schöne Reise hinter sich. Du hast Nerven, hier einfach so aufzutauchen und nach mir zu fragen!"<br>Tsayano zwang sich zu einer entspannten Haltung, wie er es gelernt hatte, und schluckte seinen Stolz herunter. ''Für Emilio'', sagte er sich.  


Die Parole half. Sie kamen schnell zur Sache: Tsayano erinnerte Grisoldo daran, wie er ihm einst mit einem Versteck aus der Patsche geholfen hatte, als ihm Maldito das Messer eine Lektion verpassen wollte. Maldito aus der Bande von [[Blut-Alrik]]. "Ich schulde dir was" Grisoldo leugnete seine Worte von damals nicht. Tsayano hatte ihm wahrscheinlich das Leben gerettet. Er fand es allerdings vertretbar, den Gefallen nach so langer Zeit seinerseits mit einem Gegengefallen zu verknüpfen. Wenn er den Mittler für den Caballero spielte, konnte der edle Ritter sich durchaus mit einem kleinen Botenritt für die [[avwik:Phex|Kirche des Fuchses]] erkenntlich zeigen. Und darauf einigten sie sich schließlich, diesmal mit Händedruck.
Die Parole half. Sie kamen schnell zur Sache: Tsayano erinnerte Grisoldo daran, wie er ihm einst mit einem Versteck aus der Patsche geholfen hatte, als ihm Maldito das Messer eine Lektion verpassen wollte. Maldito aus der Bande von [[Blutalrik]]. "Ich schulde dir was" Grisoldo leugnete seine Worte von damals nicht. Tsayano hatte ihm wahrscheinlich das Leben gerettet. Er fand es allerdings vertretbar, den Gefallen nach so langer Zeit seinerseits mit einem Gegengefallen zu verknüpfen. Wenn er den Mittler für den Caballero spielte, konnte der edle Ritter sich durchaus mit einem kleinen Botenritt für die [[avwik:Phex|Kirche des Fuchses]] erkenntlich zeigen. Und darauf einigten sie sich schließlich, diesmal mit Händedruck.


Am nächsten Tag machte sich Gris, der nun Grisoldo hieß, auf den Weg zu jenem Treffpunkt, wo der neue Freund von Täubchen, der nun Tsayano hieß, auf ihn warten wollte. ''Von allen Menschen fragt mich ausgerechnet dieser strahlende Kämpfer mit dem polierten Säbel ausgerechnet nach dieser Dulcinea: Was für eine seltsame Wendung, bei Phex!'' Über sie und ihren Zwillingsbruder hatte er so einiges gehört, deutlich mehr als über diesen Maler Emilio, den das, warum auch immer, interessierte. Grisoldo ging seine Informationen in Gedanken durch wie eine Liste: Dulcinea und ihr Bruder galten als gefährlich. Außerdem als vorsichtig: Man sah sie eigentlich nie zu zweit in der Öffentlichkeit. Die Dame trank gern. Sie spielte Boltan. Für diese Vergnügungen hatte sie häufiger die Taberna San Gimeno besucht. Erkennungszeichen: eine Elsternfeder am Hut, gelb und schwarz bei den Kleidern.<br> ''Was der Bursche gerade von ihr wollte?'' Neugierig beschleunigte Grisoldo seine Schritte.
Am nächsten Tag machte sich Gris, der nun Grisoldo hieß, auf den Weg zu jenem Treffpunkt, wo der neue Freund von Täubchen, der nun Tsayano hieß, auf ihn warten wollte. ''Von allen Menschen fragt mich ausgerechnet dieser strahlende Kämpfer mit dem polierten Säbel ausgerechnet nach dieser Dulcinea: Was für eine seltsame Wendung, bei Phex!'' Über sie und ihren Zwillingsbruder hatte er so einiges gehört, deutlich mehr als über diesen Maler Emilio, den das, warum auch immer, interessierte. Grisoldo ging seine Informationen in Gedanken durch wie eine Liste: Dulcinea und ihr Bruder galten als gefährlich. Außerdem als vorsichtig: Man sah sie eigentlich nie zu zweit in der Öffentlichkeit. Die Dame trank gern. Sie spielte Boltan. Für diese Vergnügungen hatte sie häufiger die Taberna San Gimeno besucht. Erkennungszeichen: eine Elsternfeder am Hut, gelb und schwarz bei den Kleidern.<br> ''Was der Bursche gerade von ihr wollte?'' Neugierig beschleunigte Grisoldo seine Schritte.