Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 08: Unterschied zwischen den Versionen
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Er vermisste ihn. Nicht, weil sie sich lange nicht gesehen hätten.<br> | Er vermisste ihn. Nicht, weil sie sich lange nicht gesehen hätten.<br> | ||
Es war bisher fast wie gemeinsame Übereinstimmung gewesen: Pfade kreuzten sich, dann ging jeder wieder für viele Wochen seiner Wege. Bisher hatte ihn das nie beunruhigt. Er hatte sich einfach bewegt durch eine Welt, die leuchtender war, die mehr Sinn ergab, weil er wusste, dass irgendwo darin auch Cuerno war. Es war nicht die Zeit der Trennung gewesen, sondern ihre letzte Zusammenkunft, seine Warnung, wo das Gefühl begonnen hatte, dass der andere ihm schmerzhaft abging. Und das Gefühl war seither nicht leichter geworden. Er vermisste Cuerno und er hoffte, dass die Welt gut zu ihm war, wo immer es ihn gerade hinverweht hatte. | Es war bisher fast wie gemeinsame Übereinstimmung gewesen: Pfade kreuzten sich, dann ging jeder wieder für viele Wochen seiner Wege. Bisher hatte ihn das nie beunruhigt. Er hatte sich einfach bewegt durch eine Welt, die leuchtender war, die mehr Sinn ergab, weil er wusste, dass irgendwo darin auch Cuerno war. Es war nicht die Zeit der Trennung gewesen, sondern ihre letzte Zusammenkunft, seine Warnung, wo das Gefühl begonnen hatte, dass der andere ihm schmerzhaft abging. Und das Gefühl war seither nicht leichter geworden. Er vermisste Cuerno und er hoffte, dass die Welt gut zu ihm war, wo immer es ihn gerade hinverweht hatte. | ||
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Cuerno lag auf seinem Bett im Stadthaus seiner [[Familia di Castari|Familia]] am Rand von [[Omlad]] und überlegte ob er seinem Gefühl nachgeben sollte, noch einmal Zulhibans Teehaus aufzusuchen, bevor er und sein Bruder bald aufbrechen würden. Dass er überhaupt darüber nachdachte, ob er dem nachgehen sollte, war ungewöhnlich. Normalerweise tat er es einfach. Aber derzeit rauschte so viel durch seinen Kopf - seine [[Chronik:1047#Wildnis|Erlebnisse im Wall]], die allerdings dem allseitigen Vibrieren der Luft nachstanden, er konnte förmlich die aufgeregte Ungewissheit spüren, die die Menschen derzeit bewegte und die aufgrund der sich unübersichtlichen Ereignisse noch ungreifbar in der Luft lagen. Doch eigentlich galten seine ausschweifenden Gedanken einer ganz anderen Sache, die sich sicherlich auch hochschaukeln würde, denn die Zeit war eine dafür. Er hoffte, Emilio hatte seine Warnung ernst genommen und er hoffte, dass er seine Verbündeten in Tyras auf die anderen Dinge hatte lenken können, die sich gerade langsam aber sicher Bahn brachen, über die allerlei Gerüchte gab und über die allerorten begonnen wurde zu spekulieren, was für eine Ende das nehmen würde. <br> | |||
Er öffnete ein Stück weit sein Hemd, spürte dem Narbengeflecht des Brandzeichens nach. Diese [[Kult des Dios Cornudo|Leute]] hatten ihm eine gute Zeit gegeben und sie hatten (eine Zeit lang große Gemeinsamkeiten), aber Cuerno ahnte auch wozu einige von ihnen fähig sein konnten und dass er sich am besten von Emilio fern halten musste, um ihre Aufmerksamkeit nicht noch mehr auf ihn zu lenken oder auch auf ihn. Derweil hatte sein Freund seine Eindringlichkeit hoffentlich verstanden, hielt sich nicht die ganze Zeit in Alina auf und machte nichts Unüberlegtes. Im besten Fall würde bald Gras über die Sache wachsen, anderes im Fokus stehen, dann könnte er vielleicht den Kontakt wieder aufnehmen…vielleicht. <br> | |||
Der Caballero setzte sich abrupt auf, schüttelte die Gedanken ab und schaute aus dem Fenster, suchte nach Ablenkung, in dem er auf die Hügel um Omlad blickte, auf denen nicht wenige Hirten ihre Ziegen und Böcke weideten. Das [[Chronik.Ereignis1047_Wildnis_03|erinnerte]] ihn an etwas - er musste sich weiter ablenken, diesen Zustand wieder erreichen, den er in der Dunkelheit und Stille des Ferkinazelts erreicht hatte, die Bilder die er dort gesehen hatte, waren nur noch schwammig, aber sie schienen ihm immer mehr Bedeutung zu erlangen, doch er erahnte sie nur noch, nur die Gestalt vor dem Mond war ihm noch sehr deutlich. Allerdings schien sie sich wieder abzuwenden in seinen Gedanken. Dahin musste er wieder - er würde es im Teehaus versuchen - auch wenn das andere [[Chronik.Ereignis1046_Jenseits_des_Yaquirs_03|Erinnerungen]] wach rufen würde. Wenn dies nichts half, würde er seinen Bruder überzeugen, dass sie ihr Weg nach Soroban oder noch besser nach [[Chronik.Chronik.Ereignis1047_Die_Große_Zusammenkunft_02|Weinbergen]] führen sollte. Wenn sie nicht ohnehin ganz andere Ereignisse einholen würden. | |||
Er schüttelte sich nochmals, stand auf und verließ das Zimmer. | |||
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