Chronik.Ereignis1047 Von Spinnennetzen und Sternen 02: Unterschied zwischen den Versionen
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Ein andermal habe ich sie vor den Kopf gestoßen, und wollte es nicht einmal. Sie war nur so sehr Zentrum meines Blickes, ich habe so viel über sie nachgesonnen, dass ich begann, Facetten zu sehen in diesem geschliffenen Kristall. Sie war Herrin, ja. Aber irgendwo spürte ich sie auch als ein Mädchen, das mit Puppen spielt und sie tun und sagen lässt, was ihr gefällt. Ein Mädchen, das etwas sucht und nicht findet. Das allein ist. Es machte die Herrin nur noch liebenswürdiger, menschlicher in meinen Augen. Also habe ich ihr diese Gedanken angedeutet. Das war ein schwerer Fehler, ich hatte mich arg verschätzt. Es führte dazu, dass ich ihre Macht in aller Deutlichkeit kennenlernte. | Ein andermal habe ich sie vor den Kopf gestoßen, und wollte es nicht einmal. Sie war nur so sehr Zentrum meines Blickes, ich habe so viel über sie nachgesonnen, dass ich begann, Facetten zu sehen in diesem geschliffenen Kristall. Sie war Herrin, ja. Aber irgendwo spürte ich sie auch als ein Mädchen, das mit Puppen spielt und sie tun und sagen lässt, was ihr gefällt. Ein Mädchen, das etwas sucht und nicht findet. Das allein ist. Es machte die Herrin nur noch liebenswürdiger, menschlicher in meinen Augen. Also habe ich ihr diese Gedanken angedeutet. Das war ein schwerer Fehler, ich hatte mich arg verschätzt. Es führte dazu, dass ich ihre Macht in aller Deutlichkeit kennenlernte. | ||
Was sie tat, kann ich nicht in gute Worte fassen. Sie wirkte ihre Kraft. Sie stürzte mich in Nebel, in ein dichtes Gespinst aus Verwirrung, und ich weiß nicht einmal genau, was mir geschah. Benommen wie ein Tier, dass gegen Glasscheiben prallte und bald mit gebrochenem Genick liegen bleiben muss. Sie wandte meine eigenen Gedanken gegen mich, wie eine Meute zerreißender Bestien. In verzweifelter Flucht, mich innerlich selbst zerfleischend, irrte ich durch spiegelnde Hallen, bis ich mich auf ihrem Wehrturm wiederfand. Durch Tränenschleier sah ich die Klippen hinter den Zinnen steil abfallen, und alles, was ich tun konnte, war: an mich halten. | Was sie tat, kann ich nicht in gute Worte fassen. Sie wirkte ihre Kraft. Sie stürzte mich in Nebel, in ein dichtes Gespinst aus Verwirrung, und ich weiß nicht einmal genau, ''was'' mir geschah. Benommen wie ein Tier, dass gegen Glasscheiben prallte und bald mit gebrochenem Genick liegen bleiben muss. Sie wandte meine eigenen Gedanken gegen mich, wie eine Meute zerreißender Bestien. In verzweifelter Flucht, mich innerlich selbst zerfleischend, irrte ich durch spiegelnde Hallen, bis ich mich auf ihrem Wehrturm wiederfand. Durch Tränenschleier sah ich die Klippen hinter den Zinnen steil abfallen, und alles, was ich tun konnte, war: an mich halten. | ||
Ich habe sie danach nicht mehr in Frage gestellt. Es schien dann so zwingend, mich endlich ganz aufzugeben. So schwer, es nicht zu tun. Ich wollte für die Herrin still werden wie Wasser, wie eine Oberfläche die reglos und ohne Verwerfungen liegt. Immer leiser lagen darunter Gedanken und Gefühle wie ein Tier in der Falle, ein Falter im Spinnennetz. Du spürst: *etwas* ist nicht richtig, aber die Kraft fließt aus dir. Und wenn ich meinen Gegner nicht sehen kann, dann ist der einzige richtige Schluss doch der, dass ich es selber bin. | Ich habe sie danach nicht mehr in Frage gestellt. Es schien dann so zwingend, mich endlich ganz aufzugeben. So schwer, es nicht zu tun. Ich wollte für die Herrin still werden wie Wasser, wie eine Oberfläche die reglos und ohne Verwerfungen liegt. Immer leiser lagen darunter Gedanken und Gefühle wie ein Tier in der Falle, ein Falter im Spinnennetz. Du spürst: *etwas* ist nicht richtig, aber die Kraft fließt aus dir. Und wenn ich meinen Gegner nicht sehen kann, dann ist der einzige richtige Schluss doch der, dass ich es selber bin. | ||