Chronik.Ereignis1045 Puniner Geschichten 03: Unterschied zwischen den Versionen
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====In einer Taberna im [[Theaterviertel]]==== | ====In einer Taberna im [[Theaterviertel]]==== | ||
In der kalten, winterlichen Nacht leuchtete die Taberna wie eine Laterne, wie eine kleine Sphäre der Wärme inmitten der Finsternis. Die Zeit war fortgeschritten (wohl schon mehrere Stunden nach Mitternacht), aber keiner der versammelten Feiernden wollte aufbrechen in das nächtliche Theaterviertel hinter den mit Eisblumen gezierten Fenstern. Das mochte am Feuer liegen, welches wohlig im offenen Kamin prasselte, am guten Wein, aber vor allem lag es wohl an den Erzählungen der jungen Domna von Hellenwald, um die sich eine regelrechte Traube an gespannten Zuhörern gesammelt hatte. | In der kalten, winterlichen Nacht leuchtete die Taberna wie eine Laterne, wie eine kleine Sphäre der Wärme inmitten der Finsternis. Die Zeit war fortgeschritten (wohl schon mehrere Stunden nach Mitternacht), aber keiner der versammelten Feiernden wollte aufbrechen in das nächtliche Theaterviertel hinter den mit Eisblumen gezierten Fenstern. Das mochte am Feuer liegen, welches wohlig im offenen Kamin prasselte, am guten Wein, aber vor allem lag es wohl an den Erzählungen der jungen [[Jandara Garlischgrötz von Hellenwald|Domna von Hellenwald]], um die sich eine regelrechte Traube an gespannten Zuhörern gesammelt hatte. | ||
„…und als ich den Herren Magistrat dann tatsächlich im Fass wiedergefunden habe, schwör’ ich euch, er war beleidigt, dass der Wein vorher schon ausgetrunken war.“ | „…und als ich den Herren Magistrat dann tatsächlich im Fass wiedergefunden habe, schwör’ ich euch, er war beleidigt, dass der Wein vorher schon ausgetrunken war.“ | ||
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Jandara musterte ihn von oben bis unten mit zusammengekniffenen Augen. “Ihr seid höflich und seht gut aus, ich verzeihe Euch.” Sie zwinkerte.”Nur zu, fragt ruhig!” | Jandara musterte ihn von oben bis unten mit zusammengekniffenen Augen. “Ihr seid höflich und seht gut aus, ich verzeihe Euch.” Sie zwinkerte.”Nur zu, fragt ruhig!” | ||
Emilio sprach ruhig zu Jandara, gegen den umgebenden Lärm der Taverne "Es gäbe etwas, was ich schon länger vorhabe, ein Gemälde an einem besonderen Ort. Daher möchte ich Euch fragen, ob ihr Euch vorstellen könntet, Modell zu stehen?" | [[Emilio Lampérez di Rueda|Emilio]] sprach ruhig zu [[Jandara Garlischgrötz von Hellenwald|Jandara]], gegen den umgebenden Lärm der Taverne "Es gäbe etwas, was ich schon länger vorhabe, ein Gemälde an einem besonderen Ort. Daher möchte ich Euch fragen, ob ihr Euch vorstellen könntet, Modell zu stehen?" | ||
Sie lächelte, ließ den Blick noch einmal bewusst langsam über ihn gleiten. „Ihr wollt mich also malen?“ Sie stellte ihren Becher ab, lehnte sich vor und senkte die Stimme gerade so weit, dass er sie trotz des Stimmengewirrs mühelos hören konnte und grinste. „Ich bin neugierig. Es gibt unzählige Männer und einige Frauen, die sich deutlich weniger Mühe gegeben haben, um mich aus meinen Kleidern zu bekommen.“ | Sie lächelte, ließ den Blick noch einmal bewusst langsam über ihn gleiten. „Ihr wollt mich also malen?“ Sie stellte ihren Becher ab, lehnte sich vor und senkte die Stimme gerade so weit, dass er sie trotz des Stimmengewirrs mühelos hören konnte und grinste. „Ich bin neugierig. Es gibt unzählige Männer und einige Frauen, die sich deutlich weniger Mühe gegeben haben, um mich aus meinen Kleidern zu bekommen.“ | ||
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„Ich nehme Euer Angebot an, aber überlegt es Euch gut. Ich bin kein stilles Modell. Wenn ihr meine Zeit wollt, dann müsst ihr bereit sein, mich ebenso festzuhalten, wie ich bin – mit allen Federn, Krallen und, wenn es sein muss, auch mit dem Schnabel.“ | „Ich nehme Euer Angebot an, aber überlegt es Euch gut. Ich bin kein stilles Modell. Wenn ihr meine Zeit wollt, dann müsst ihr bereit sein, mich ebenso festzuhalten, wie ich bin – mit allen Federn, Krallen und, wenn es sein muss, auch mit dem Schnabel.“ | ||
Sie nahm einen weiteren Schluck Wein, lehnte sich zurück und sah ihn so unschuldig an, dass es ihr selbst fast glaubhaft vorkam. „Also? Werdet ihr es wagen, mein Herr?“ sagte sie schließlich in einer gewollt schlechten Imitation einer feinen Puniner Dame. | Sie nahm einen weiteren Schluck Wein, lehnte sich zurück und sah ihn so unschuldig an, dass es ihr selbst fast glaubhaft vorkam. „Also? Werdet ihr es wagen, mein Herr?“ sagte sie schließlich in einer gewollt schlechten Imitation einer feinen Puniner Dame. | ||
Das Gesicht des Malers leuchtete auf bei der Zustimmung. Nach Jandaras Eröffnung schien er einen Moment ernsthaft nachzudenken und sagte dann, wie für sich "Und ich habe gar keine Falkenhaube mit. Großes Versäumnis..." | Das Gesicht des Malers leuchtete auf bei der Zustimmung. Nach Jandaras Eröffnung schien er einen Moment ernsthaft nachzudenken und sagte dann, wie für sich "Und ich habe gar keine Falkenhaube mit. Großes Versäumnis..." | ||
Die Frage nach dem Wagnis beantwortete er wortlos, mit einer leichten höfischen Verneigung - die Geste, mit der man im Horasischen eine Dame bei einem Ball auffordert. | Die Frage nach dem Wagnis beantwortete er wortlos, mit einer leichten höfischen Verneigung - die Geste, mit der man im Horasischen eine Dame bei einem Ball auffordert. | ||
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"Wenn es Euch genehm ist, sollten wir am besten gleich los. Wir müssen nach Yaquirhafen. Ich muss nur kurz am Weg ins Atelier, noch meine Malsachen mitnehmen...hoffe das ist in Ordnung?" sah er sie fragend an. | "Wenn es Euch genehm ist, sollten wir am besten gleich los. Wir müssen nach Yaquirhafen. Ich muss nur kurz am Weg ins Atelier, noch meine Malsachen mitnehmen...hoffe das ist in Ordnung?" sah er sie fragend an. | ||
Sie ergriff die Flasche ‘Strammer Muktur', die noch halbvoll vor ihr auf dem Tisch stand. “Sicher, ich hoffe jedoch der Wegwein wird reichen. Habt ihr Wein im Atelier?” | Sie ergriff die Flasche ‘Strammer Muktur', die noch halbvoll vor ihr auf dem Tisch stand. “Sicher, ich hoffe jedoch der Wegwein wird reichen. Habt ihr Wein im Atelier?” | ||
"Es ist nicht weit, liegt am Weg", widerholte er nur. Mit einem Seitenblick musterte er die Flasche. Enttäuschte Rufe hallten Jandara hinterher Domna! Belleza! verlasst uns nicht… | "Es ist nicht weit, liegt am Weg", widerholte er nur. Mit einem Seitenblick musterte er die Flasche. Enttäuschte Rufe hallten Jandara hinterher ''Domna! Belleza! verlasst uns nicht…'' | ||
Jandara winkte ihnen beim Hinausgehen beschwichtigend zu. “Freunde, morgen Abend bin ich wieder hier oder in der Casa Tornillo auf irgendeinem rahjagefälligen Besäufnis.” | Jandara winkte ihnen beim Hinausgehen beschwichtigend zu. “Freunde, morgen Abend bin ich wieder hier oder in der Casa Tornillo auf irgendeinem rahjagefälligen Besäufnis.” | ||