Chronik.Ereignis1046 Die Rochade 02: Unterschied zwischen den Versionen

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Da hatte Alara einen wunden Punkt getroffen, denn tatsächlich hatte sich Rafik immer seltener mit Fürst Gwain von Harmamund getroffen. Die wöchentlichen Konsultationen mit dem Fürsten waren schon lange Vergangenheit, da Gwain immer weniger Interesse für das politische Tagesgeschäft gezeigt hatte. Er schien zu resignieren, da er keinen Erben hinterlassen würde. Und Rafik war es nur recht gewesen, Almada nach seiner eigenen Vorstellung zu verwalten, was, so fand er jedenfalls, auch ganz vorzüglich lief. ''„Nun… das mag schon etwas her sein, aber …“'' – ''„Der Fürst welkt dahin, seit Monaten, rapide. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Wohlmöglich ist er gar nicht mehr er selbst... Und letzte Nacht hat ihn der Schlag getroffen. Natürlicherweise? Vielleicht nicht. Er stammelt nur noch vor sich hin. Unser Leibmedicus war sofort zur Stelle.“'' Der Kanzler zeigte sich tief betroffen. Das wusste er nicht, warum hatte ihn niemand informiert? Warum wusste Alara dies vor ihm? Wurde er bewusst im Unwissenden gehalten? Welches Spiel spielte Alara?  
Da hatte Alara einen wunden Punkt getroffen, denn tatsächlich hatte sich Rafik immer seltener mit Fürst Gwain von Harmamund getroffen. Die wöchentlichen Konsultationen mit dem Fürsten waren schon lange Vergangenheit, da Gwain immer weniger Interesse für das politische Tagesgeschäft gezeigt hatte. Er schien zu resignieren, da er keinen Erben hinterlassen würde. Und Rafik war es nur recht gewesen, Almada nach seiner eigenen Vorstellung zu verwalten, was, so fand er jedenfalls, auch ganz vorzüglich lief. ''„Nun… das mag schon etwas her sein, aber …“'' – ''„Der Fürst welkt dahin, seit Monaten, rapide. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Wohlmöglich ist er gar nicht mehr er selbst... Und letzte Nacht hat ihn der Schlag getroffen. Natürlicherweise? Vielleicht nicht. Er stammelt nur noch vor sich hin. Unser Leibmedicus war sofort zur Stelle.“'' Der Kanzler zeigte sich tief betroffen. Das wusste er nicht, warum hatte ihn niemand informiert? Warum wusste Alara dies vor ihm? Wurde er bewusst im Unwissenden gehalten? Welches Spiel spielte Alara?  


[[Bild:Goldacker.jpg|right|thumb|350px|Der Palacio Galandi auf dem Goldacker, darüber die fürstliche Residencia]]
[[Bild:Goldacker.jpg|left|thumb|350px|Der Palacio Galandi auf dem Goldacker, darüber die fürstliche Residencia]]
Doch noch während er sich diese Fragen stellte, fuhr die Paligan mit ihrer geradlinig, bedrohlich sanften Stimme fort, was ihn dann vollends aus der Bahn werfen sollte: ''„Wir hörten auch, dass jemand aus dem Drachenorden, eben jenen ‚Uled ash'Shebah‘, möglicherweise danach trachtet, in den Leib des Fürsten einzufahren. So könnten die Mandraken über Almada und damit eine der wichtigsten Provinzen des Kaiserreiches herrschen. Zwischen Raulschem Reich, Altem Reich und dem Kalifat, unweit der Zwergenreiche. Unbemerkt. Und wenn sich der Fürst nun in dieser Metamorphose befindet, dann ist dies eine große Gefahr, nicht nur für Almada.“''
Doch noch während er sich diese Fragen stellte, fuhr die Paligan mit ihrer geradlinig, bedrohlich sanften Stimme fort, was ihn dann vollends aus der Bahn werfen sollte: ''„Wir hörten auch, dass jemand aus dem Drachenorden, eben jenen ‚Uled ash'Shebah‘, möglicherweise danach trachtet, in den Leib des Fürsten einzufahren. So könnten die Mandraken über Almada und damit eine der wichtigsten Provinzen des Kaiserreiches herrschen. Zwischen Raulschem Reich, Altem Reich und dem Kalifat, unweit der Zwergenreiche. Unbemerkt. Und wenn sich der Fürst nun in dieser Metamorphose befindet, dann ist dies eine große Gefahr, nicht nur für Almada.“''


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Die Schwarze Witwe und der Fürst hatten stets ein schwieriges Verhältnis gehabt. Das war Rafik bewusst. Aber diese Geschichte schien ihm ungeheuerlich. ''„Eure Kaiserliche Majestät“'', versuchte es Rafik erneut. ''„Ich werde dem Fürsten noch heute meine Aufwartung machen und selbst nach dem Rechten sehen.“'' – ''„Ja, Exzellenz, genau das wird Er tun. Mit dem hier.“'' Mit diesen Worten überreichte sie ihm ein Kästchen aus lackiertem Ebenholz, das, so fiel dem Kanzler erst in diesem Moment auf, bereits die ganze Zeit über auf dem Sofa neben der Kaiserinwitwe geruht hatte. Dom Rafik nahm das Kästchen zögerlich entgehen. ''„Ein Geschenk für den Fürsten, Eure Kaiserliche Majestät?“'' – ''„Nun, so könnte man es nennen.“'' Sie lächelte emotionslos, was Dom Rafik einen Schauder über den Rücken fahren ließ. ''„Öffne Er es.“'' Rafik hob den Deckel des Kästchens an, in dem sich eine Samtverkleidung befand – und ein ausgesprochen edel aus Silber gefertigter [[avwik:Mengbilla|Mengbilarer]] Dolch. Er starrte die Waffe fassungslos an, während die Kaiserinwitwe ihn weiter instruierte: ''„Der Fürst kann, der Fürst darf nicht weiter regieren. Gwain von Harmamund muss sterben. Und dafür, mein guter Kanzler, wird Er Sorge tragen, höchstselbstens. Nehmt dem Fürsten seine letzte Beichte ab, erfahrt alles, was er weiß und dann, dann beendet er sein Leben“'', wobei sie eine ruckhafte, überraschend ordinäre Bewegung mit der Faust auf die eigene Brust vollführte, nur um direkt danach in ein honigsüßes Lächeln über zu gehen. Der Kanzler war erschüttert.  
Die Schwarze Witwe und der Fürst hatten stets ein schwieriges Verhältnis gehabt. Das war Rafik bewusst. Aber diese Geschichte schien ihm ungeheuerlich. ''„Eure Kaiserliche Majestät“'', versuchte es Rafik erneut. ''„Ich werde dem Fürsten noch heute meine Aufwartung machen und selbst nach dem Rechten sehen.“'' – ''„Ja, Exzellenz, genau das wird Er tun. Mit dem hier.“'' Mit diesen Worten überreichte sie ihm ein Kästchen aus lackiertem Ebenholz, das, so fiel dem Kanzler erst in diesem Moment auf, bereits die ganze Zeit über auf dem Sofa neben der Kaiserinwitwe geruht hatte. Dom Rafik nahm das Kästchen zögerlich entgehen. ''„Ein Geschenk für den Fürsten, Eure Kaiserliche Majestät?“'' – ''„Nun, so könnte man es nennen.“'' Sie lächelte emotionslos, was Dom Rafik einen Schauder über den Rücken fahren ließ. ''„Öffne Er es.“'' Rafik hob den Deckel des Kästchens an, in dem sich eine Samtverkleidung befand – und ein ausgesprochen edel aus Silber gefertigter [[avwik:Mengbilla|Mengbilarer]] Dolch. Er starrte die Waffe fassungslos an, während die Kaiserinwitwe ihn weiter instruierte: ''„Der Fürst kann, der Fürst darf nicht weiter regieren. Gwain von Harmamund muss sterben. Und dafür, mein guter Kanzler, wird Er Sorge tragen, höchstselbstens. Nehmt dem Fürsten seine letzte Beichte ab, erfahrt alles, was er weiß und dann, dann beendet er sein Leben“'', wobei sie eine ruckhafte, überraschend ordinäre Bewegung mit der Faust auf die eigene Brust vollführte, nur um direkt danach in ein honigsüßes Lächeln über zu gehen. Der Kanzler war erschüttert.  


[[Bild:Kukrisdolch.png|right|thumb|400px|Ein giftiges Geschenk von Alara Paligan]]
Alara Paligan, die Al’Anfanerin, hatte ein großes Netzwerk an Spitzeln, Informanten und sicherlich auch Meuchlern. Und daher kam Kanzler Rafiks folgende Frage auch sehr unmittelbar: ''„Mit Verlaub, … warum ich?“'' Die Schwarze Witwe schaute ihn spitz aus den Augenwinkeln an: ''„Weil Er der einzige Eingeweihte ist, und weil Er wohlmöglich Teil der Verschwörung ist, was Wir dann wissen werden, wenn Er sich also diesem direkten Auftrag seiner Majestät widersetzt. Und weil das sein letzter Dienst als Kanzler Almadas sein wird.“'' Dom Rafik trat der Schweiß auf die Stirn, er wusste nicht, was er entgegnen sollte. ''„Nun denn,“'' schloss Alara Paligan das Treffen. ''„Das Gift erhält Er von unserem Leibdiener beim Hinausgehen – es wird für zwei Anwendungen reichen.“''  
Alara Paligan, die Al’Anfanerin, hatte ein großes Netzwerk an Spitzeln, Informanten und sicherlich auch Meuchlern. Und daher kam Kanzler Rafiks folgende Frage auch sehr unmittelbar: ''„Mit Verlaub, … warum ich?“'' Die Schwarze Witwe schaute ihn spitz aus den Augenwinkeln an: ''„Weil Er der einzige Eingeweihte ist, und weil Er wohlmöglich Teil der Verschwörung ist, was Wir dann wissen werden, wenn Er sich also diesem direkten Auftrag seiner Majestät widersetzt. Und weil das sein letzter Dienst als Kanzler Almadas sein wird.“'' Dom Rafik trat der Schweiß auf die Stirn, er wusste nicht, was er entgegnen sollte. ''„Nun denn,“'' schloss Alara Paligan das Treffen. ''„Das Gift erhält Er von unserem Leibdiener beim Hinausgehen – es wird für zwei Anwendungen reichen.“''