Chronik.Ereignis1033 Feldzug Selaque 33: Unterschied zwischen den Versionen
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Beiträge: Steve, Ancuiras, Scheffelstein |
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„Mit Gunst“, räusperte er sich. „Ob es wohl möglich wäre ein Ross zu leihen? Ich würde gerne unverzüglich nach Grezzano aufbrechen, um …“ Dann trat Richeza von Scheffelstein ein, und er brach seinen Satz ab und erhob sich, wenn auch hinsichtlich des Armes nicht ganz ohne Mühen. Soviel Höflichkeit brachte dann selbst ein Landsknecht zustande. | „Mit Gunst“, räusperte er sich. „Ob es wohl möglich wäre ein Ross zu leihen? Ich würde gerne unverzüglich nach Grezzano aufbrechen, um …“ Dann trat Richeza von Scheffelstein ein, und er brach seinen Satz ab und erhob sich, wenn auch hinsichtlich des Armes nicht ganz ohne Mühen. Soviel Höflichkeit brachte dann selbst ein Landsknecht zustande. | ||
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]] | |||
"Ich habe selbst kein Ross hier!", zuckte Moritatio auf Anzures Frage hin bedauernd mit den Achseln. "Ich bin auf einem hierher geprescht, das ich der verfluchten Morena von Harmamund entrissen habe, es blieb draußen zurück. Hm, ah ... apropos - das Pferd des Harmamund-Botens müsste doch irgendwo untergestellt sein! Das könnt Ihr meinetwegen nehmen und auch für immer für Euch behalten!" | |||
Ohne dass er zu Gendahar, Anzures Ballan oder sonstwem ein Wort darüber verloren hatte, war der vorhin von den Bütteln übel zusammengeschlagene Herold der Harmamunds nun ebenfalls neben Yegua von Elenta im Burgkerker gelandet. Moritatio hatte ihn selbst zusammen mit dem Vanyadaler Dorfschmied dort hinab geworfen. Da konnte er schön bis ans Ende seiner Tage verrotten - genau wie seine elende Herrschaft, wenn er sie erst in die Finger bekäme. | |||
Er starrte Anzures Ballan überrascht an, als dieser plötzlich aufstand. Auch Dom Gendahar starrte mit weit aufgerissenen Augen an ihm vorbei - offenbar zur Türe in seinem Rücken. | |||
Moritatio folgte deren entgeisterten Blicken und wandte sich ebenfalls um. Sofort blieb auch ihm der Mund vor Überraschung offenstehen und seine Augen begannen zu glänzen: "Richeza? Du siehst ja ... ganz wunderbar aus! Wie eine Frau! Äh, also ... ich meine ... wie eine ''richtige'' Frau ... ähm also wie eine der Frauen bei Hofe - du weißt schon, was ich meine! Einfach unglaublich!" | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]] | |||
Auch Gendahar von Streitzig traute kaum seinen Augen. Zuerst glaubte er an eine Erscheinung – zu lange, während der ganzen Zeit im Raschtulswall, hatte er einen solchen Anblick entbehren müssen. | |||
Nein, eigentlich hatte er noch niemals einen solchen Anblick genossen. | |||
Doch im nächsten Augenblick übernahm wieder der Caballero in ihm die Kontrolle, ließ ihn aufstehen und den Stuhl neben ihm nach hinten rücken. "Domna Richeza, wenn Ihr die vertrauliche Anrede erlaubt, würdet Ihr mir die Ehre erweisen, den Platz neben dem meinen einzunehmen?" | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:von Scheffelstein|von Scheffelstein]] | |||
Richeza ließ ihre Augen noch einen Moment länger über die Männer schweifen, während die Dienerin mit dem Gedeck im Hintergrund abwartete, wohin sie sich setzen werde. Auch der junge de Vargas hatte sich höflich erhoben und den Kopf geneigt. Da standen sie nun, vier Männer, und gafften sie an, als sei sie soeben aus einer anderen Sphäre getreten, als sei sie plötzlich ein anderer Mensch. Einen Teil von ihr machte es unglaublich wütend. Ein anderer Teil von ihr amüsierte sich köstlich. War es wirklich so leicht, Männer um den Finger zu wickeln? Reichten ein Kleid, eine andere Frisur, ein wenig dezenter Schmuck? Bei allen Niederhöllen, sie fühlte sich noch immer genauso müde und mitgenommen wie vor wenigen Stunden, sahen sie das etwa nicht? | |||
Ein wenig aber, musste Richeza zugeben, schmeichelte es sie doch, noch immer diese Reaktion hervorzurufen, bei teilweise erheblich jüngeren Männern. Es war lange her, seit sie bewusst mit ihren Reizen gespielt, noch länger, dass sie dieses Spiel genossen hatte. | |||
Ein Spiel, bei dem sie auch verlieren konnte. Abermals musste sie an die Worte ihrer Tante denken: ''Ich fürchte, du hast eine zu romantische Vorstellung von den Männern, mein Kind. Sie tun grundsätzlich niemals etwas ohne Hintergedanken.'' | |||
Richeza straffte sich und trat an den Tisch heran. "Dom Gendahar." Sie neigte leicht den Kopf. Das ''Domna'' war ihr nicht entgangen, mit dem er sie angeredet und auf das er zuvor so gern verzichtet hatte. Sie ließ sich den Stuhl unterschieben und setzte sich. | |||
"Eine richtige Frau, ja?", wandte sie sich dann an ihren Vetter und verzog spöttisch den Mund. "Ich sehe, du hast eine andere Vorstellung davon, wie eine ''richtige'' Frau zu sein hat, als deine Mutter oder deine Schwester." Sie hob eine Augenbraue und betrachtete ihn noch kurz mit gekräuseltem Mund und blickte dann in die Runde, während die Bedienstete ihr Teller und Besteck hinlegte und aus dem Weinkrug auf dem Tisch in einen Pokal eingoss. "Merkwürdig, nicht wahr, dass sich die Vorstellung eines Mannes über die wahre Natur einer Frau so sehr von der ''richtiger'' Frauen aus Fleisch und Blut unterscheiden kann. Sollte nicht eine ''richtige'' Frau eher darüber Auskunft geben können, wie es ist, Frau zu sein, als ein Mann?" | |||
Beiläufig steckte sie sich eine Traube in den Mund, schnitt sich von dem Brot ab und winkte Moritatio, ihr die Platte mit dem gebratenen Huhn herüber zu schieben. | |||