Chronik.Ereignis1033 Feldzug Ferkinalager 02: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
SteveT (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 75: | Zeile 75: | ||
"Er wird dich reichlich belohnen, wenn du mich freilässt", mehr zu sich selbst, "falls du mich nicht gerade vergiftet hast..."<br> Sie versuchte sich umzuschauen und ruckte an ihren Handfesseln. | "Er wird dich reichlich belohnen, wenn du mich freilässt", mehr zu sich selbst, "falls du mich nicht gerade vergiftet hast..."<br> Sie versuchte sich umzuschauen und ruckte an ihren Handfesseln. | ||
---- | |||
'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]] | |||
Der alte Schamane starrte Romina-Alba einen Moment lang verblüfft an. Offenbar musste er sich ihr Gesagtes erst langsam Wort für Wort im Kopf übersetzen. Dann begann er schallend zu lachen, was fast ein wenig wie das Meckern eines alten Ziegenbocks klang, wobei zwischen seinen faltenumspielten Lippen nur noch zwei pechschwarz verfaulte Zahnstümpfe hervorlugten.Trotzdem schien der Alte Sinn für Humor zu haben und tätschelte der Comtessa belustigt ihr Goldhaar, während er das, was sie ihm vorgeschlagen hatte, für die zwei Ferkina-Frauen übersetzte, die in demütiger Haltung im dunklen, hinteren Bereich des großen Häuptlingszeltes kauerten. Auch die beiden begannen zu kichern, nachdem er seine Erzählung beendet hatte. Zu Rominas Verblüffung schien er dabei nicht in der urtümlichen Rachensprache der Ferkinas zu kauderwelschen, sondern in einem Dialekt des zeitgenössischen Tulamidya, der sie fast ein wenig an die Zunge der Novadis erinnerte. | |||
Wieder um Ernsthaftigkeit bemüht, antwortete er ihr in seinem furchtbaren Garethi: "So scheene Kind von Hairan - aber manchmal bissi dumm. Du guckst hier" - er zeigte mit ausgestrecktem Finger einmal rundum im ganzen Zelt - "alles da, was Ghazal braucht. Geld - für was?" <br>Er lachte wieder und griff der Grafentochter dann ganz plötzlich und ungeniert an den linken Busen, in den er sie prüfend leicht zwickte. Er nickte zufrieden und anerkennend: "Viel fest, nix weich! Gut Milch wenn gebären scheene Sohn von Shâr-Anach-Nûr für Ras'Ragath! Viel starke Sohn herrsche über alle Mensch! Bis dann - nix gehöre Ghazal, gehöre Nasfâgul Pascha!" | |||
[[Aureolus von Schrotenstein]], der Sohn des schwarzen Rakolus, der nach wie vor unsichtbar durch einen Riß in der Zeltwand die Szenerie beobachtete, spürte bedauernd, daß er sich zurückziehen musste, da seine Astralkraft langsam nachließ, umso länger er den VISIBILI aufrecht erhielt. Nur höchst ungern riß er seinen Blick los vom unbekleideten Leib der wunderschönen Grafentochter, der aufwallender Zorn die Wangen rosig färbte. Wahrscheinlich konnte der alte Schamane von Glück reden, daß ihre Hände gefesselt waren. | |||
Während er zu seiner Robe und seinem Stab zurückkehrte, die er ganz in der Nähe des Sommerlagers der [[Bâni Khadr]] deponiert hatte, dachte er über das Gebrabbel des verrückten Altens nach. Die jüngste Tochter des Grafens [[Brandil von Ehrenstein ä. H.|Brandil von Ehrenstein]] war also scheinbar nicht zufällig, sondern vorbestimmt von den Ferkinas verschleppt worden. Anders als bei ihren sonstigen Überfällen, die er ihnen teilweise bis ins kleinste Detail mittels Beherrschung des Häuptlings [[Nasfâgul Pascha]] persönlich eingegeben hatte, mußte hinter diesem merkwürdigen Vorhaben eine andere - höhere? - Macht stecken, denn Ghazal iban Muyanshir war der Einzige des Stammes, über dessen Geist er keine Gewalt hatte. Er überlegte: ''Shâr-Anach-Nûr'', das hieß in der kruden Sprache der Wilden wohl soviel wie Herrscher-des Großen Stiers -Blutgeistes. Und einem solchen sollte die Comtessa einen Sohn für Ras'Ragath, also für die rote Stadt Ragath gebären? Er würde sie und den Stamm gut im Auge behalten müssen - aber zunächst einmal bedurfte seine eigene Mutter seiner Hilfe gegen ihre Feinde! Das spürte er über alle Entfernungen hinweg ... | |||
---- | |||
'''Autor:''' [[Benutzer:Romina Alba|Romina Alba]] | |||
Romina zuckte zusammen und lief rot an, als der Mann sie rüde in den Busen zwickte. Sie zog den Körper zusammen, schwang ein Bein hoch über den Kopf des alten Mannes auf dessen Schulter, zog das andere Bein geschickt nach und schloss die Beinschere um den dürren Hals. Ohne zu zögern drehte sie sich heftig seitlich, ihre vom Reiten kräftigen Beine nachziehend...<br> | |||
"Ich bin eine Streitzig, ich gehöre niemanden..." wild schleuderte sie die Worte dem Schamanen entgegen... schlieslich sollte er wissen, warum er gerade starb. | |||
---- | |||
'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]] | |||
Nacktes Entsetzen und Todesangst trat in den Blick des Alten, der so hart auf die Seite auf den festgestampften Boden geschleudert wurde, dass er sämtliche Knochen im Leib bedenklich knacken hörte.<br> | |||
Er riss seine dünnen Finger hoch und umklammerte die harten Knöchel des Mädchens, die ihm die Gurgel zu zerquetschen drohten. Bei Ras'Ragh, dem mitleidlosen Himmelsstier, dieses Weib hatte vielleicht Kraft in den Beinen!<br> Er stieß ein hilfesuchendes Röcheln aus, worauf sich die beiden Ferkina-Frauen wie wilde Khoramsbestien auf Romina stürzten. Beide kratzten sie mit ihren langen, schartigen Fingernägeln und rissen ihr am langen blonden Haar. Eine grub ihr gar die Zähne in die Schulter, als sei sie ein tollwütiges Tier. Wenn ihm die Hairanstochter auch weiterhin alles Leben aus dem Leib quetschte, lenkte die Attacke seiner Weiber sie doch zumindest kurzzeitig so ab, daß er die Luft hatte, etwas anderes als Stöhnen und Röcheln zwischen seinen Lippen hervorzubringen. "''Qualalahina! Yalla! Mhachmalak ducht es-latmashak!'' " brachte er zischend hervor, worauf die beiden Ferkina-Frauen sofort von Romina-Alba abliessen und in den hinteren Teil des Zeltes zurückwichen. <br>Einen Moment darauf kam es Romina-Alba so vor, als käme ein leichter Wind auf. Wind in einem rundherum geschlossenen Zelt??? Im nächsten Moment aber traf sie eine mächtige Windböe wie eine unsichtbare Faust. die sie zwei Schritte rückwärts gegen die Zeltwand schleuderte.<br> Der alte Schamane, der nach wie vor gefangen zwischen ihren Beinen hing, wurde ebenfalls mitgerissen, wo er dann einen Schritt entfernt von ihr liegenblieb und röchelnd und hustend seinen armen geschundenen Hals umfasste. "Dumm Du bist!" stöhnte er. "Jetzt tot, wenn erst gebore starke Sohn von Shâr-Anach-Nûr!" | |||
---- | ---- | ||