Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 06: Unterschied zwischen den Versionen

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==[[Tempelhof]], [[Punin]], Peraine [[Annalen:1047|1047]] BF==


'''Autor:''' [[Benutzer:Amrit|Amrit]]


''Kapitel 06 folgt noch. [[Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 07|Hier]] geht es aber schon weiter.''
''Diese Dulcinea schien ein Phantom zu sein.''<br> [[Emilio Lampérez di Rueda|Emilio ]] vergrub die Hand im Haarschopf und schob resigniert den nächsten Stapel Bibliotheks- und Gerichtsdokumente auf die Tischseite für "Rückgabe". In seine händische Abschrift hatte er fast nichts daraus übertragen.<br>
Ja: In [[Ragath]] war vor Jahren jemand aufgetaucht, der vorgab, die verschollene Junkerin zu sein.<br>Die damalige Wohnadresse - längst verlassen. Die Identität - nie zweifelsfrei bewiesen.<br>Und dann war der Mensch wieder verschwunden, als wäre er nie da gewesen.
 
Nun war Emilio auf gut Glück in Punin. Wälzte Register und Tempelbucheiträge, während in seinem Junkergut daheim die Pflichten liegenbleiben. Eine [[Dulcinea di Alina]] hatte er aber nicht finden können. Und nach dem Vornamen alleine suchen… Nun, die [[Punin|Capitale]] war Heimstätte für 25.000 oder mehr Bewohner.
 
Er verabschiedete sich schließlich, seinen Dank und eine angemessene Spende hinterlassend. Beim Streifen durch die Straßen Punins, unter dem klarblauen, aber noch kühlen Himmel, kam ihm schließlich der andere Gedanke: ''Wenn sie das mit dem Zucker schon früher gemacht hatte?'' In seinem zerstörten Atelier war ein Säckchen Kandiszucker hinterblieben, fast wie eine Signatur unter einem Werk. Das sollte er sich ansehen…
 
Nach erneuter Vorstellung und Überzeugungsarbeit saß er wenig später in einem Leseraum der Zeitung "[[Yaquirblick]]". Und hier wurde er endlich - endlich! - fündig. Ein Juwelendiebstahl, und anstelle der Edelsteine hatte man Zuckerkristalle hinterlassen. Auch in Punin.<br>
Emilio übertrug diesmal jedes Wort sorgfältig. Und er wusste, mit wem er als nächstes sprechen wollte.
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==[[Theaterviertel]], [[Punin]], Peraine [[Annalen:1047|1047]] BF==
'''Autor:''' [[Benutzer:Dirk|Dirk]]
[[Tsayano Valeroso Taubentanz]] fragte sich, ob ihm Rondra eine persönliche Prüfung auferlegte, während er in einen einfachen Mantel gehüllt und unter einem breiten Hut verborgen durch vertraute Straßen unweit des Etilienparks lief. Würde sie es ihrem Streiter verzeihen, dass er gegen seine Prinzipien handelte, wenn er doch gleichzeitig Kameradschaft bewies, indem er einem Freund in der Not half? Oder würde ihn bald Rondras zorniger Blitz treffen? Immerhin gab er sich ein weiteres Mal mit diebischem Gesindel ab und gab Heimlichkeit den Vorzug vor Ehre - als hätte er in zehn Jahren [[Königliches Kriegerseminar|Kriegerseminar]] auch wirklich gar nichts gelernt.
Als er die weitläufige Anlage aus dunklem Basaltstein hinter sich ließ, in der er so hart trainiert und so viel gelernt hatte, bewegte er sich nicht nur auf die Vinsalter Pforte weiter im Süden zu - seine Schritte führten ihn zurück in seine eigene Vergangenheit. [[Unter-Punin]]. Eine Kindheit im Dreck. Zwischen Bettlern, Halsabschneidern, Ratten, stinkenden Gassen und dem Waisenhaus mit dem Loch im Dach, durch das der Mond so spöttisch hinein schien.
Er hatte sich geschworen, das alles hinter sich zu lassen. Doch nun brauchte Emilio Hilfe. Wer hätte gedacht, dass ihn ausgerechnet die Freundschaft zu diesem Jungen aus den besseren Vierteln Punins, die er erst in seinem neuen Leben geschlossen hatte, zurück ins Zwielicht führen würde? 
Zwei Stunden später hatte Tsayano sein Ziel erreicht: den dünnen Gris; [[Grisoldo Acarru]], wie er sich heutzutage nannte. Der Phexgeweihte machte keine Anstalten, seine zum Gruß ausgestreckte Hand zu ergreifen. Stattdessen blickte er ihn reserviert aus kühlen Augen an.<br>"''Mit Ross und Reitersäbel'', wie? Das Täubchen hat ja eine ganz schöne Reise hinter sich. Du hast Nerven, hier einfach so aufzutauchen und nach mir zu fragen!" Tsayano zwang sich zu einer entspannten Haltung, wie er es gelernt hatte, und schluckte seinen Stolz herunter. ''Für Emilio'', sagte er sich.
Die Parole half. Sie kamen schnell zur Sache: Tsayano erinnerte Grisoldo daran, wie er ihm einst mit einem Versteck aus der Patsche geholfen hatte, als ihm Maldito das Messer eine Lektion verpassen wollte. Maldito aus der Bande von [[Blut-Alrik]]. "Ich schulde dir was" Grisoldo leugnete seine Worte von damals nicht. Tsayano hatte ihm wahrscheinlich das Leben gerettet. Er fand es allerdings vertretbar, den Gefallen nach so langer Zeit seinerseits mit einem Gegengefallen zu verknüpfen. Wenn er den Mittler für den Caballero spielte, konnte der edle Ritter sich durchaus mit einem kleinen Botenritt für die [[avwik:Phex|Kirche des Fuchses]] erkenntlich zeigen. Und darauf einigten sie sich schließlich, diesmal mit Händedruck.
Am nächsten Tag machte sich Gris, der nun Grisoldo hieß, auf den Weg zu jenem Treffpunkt, wo der neue Freund von Täubchen, der nun Tsayano hieß, auf ihn warten wollte. ''Von allen Menschen fragt mich ausgerechnet dieser strahlende Kämpfer mit dem polierten Säbel ausgerechnet nach dieser Dulcinea: Was für eine seltsame Wendung, bei Phex!'' Über sie und ihren Zwillingsbruder hatte er so einiges gehört, deutlich mehr als über diesen Maler Emilio, den das, warum auch immer, interessierte. Grisoldo ging seine Informationen in Gedanken durch wie eine Liste: Dulcinea und ihr Bruder galten als gefährlich. Außerdem als vorsichtig: Man sah sie eigentlich nie zu zweit in der Öffentlichkeit. Die Dame trank gern. Sie spielte Boltan. Für diese Vergnügungen hatte sie häufiger die Taberna San Gimeno besucht. Erkennungszeichen: eine Elsternfeder am Hut, gelb und schwarz bei den Kleidern.<br> Was der Bursche gerade von ihr wollte? Neugierig beschleunigte Grisoldo seine Schritte.
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