Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 12: Unterschied zwischen den Versionen
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Auf dem Schreibtisch lagen die Hinweise, die Aufzeichnungen der letzten Wochen. Das Vanitasgemälde, der Zucker, Grisoldos Skizze. Der schraffierte Stieraltar, und etliche Seiten handschriftlicher Notizen, Protokolle. | Auf dem Schreibtisch lagen die Hinweise, die Aufzeichnungen der letzten Wochen. Das Vanitasgemälde, der Zucker, Grisoldos Skizze. Der schraffierte Stieraltar, und etliche Seiten handschriftlicher Notizen, Protokolle.<br> | ||
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Version vom 28. Juli 2026, 20:40 Uhr
Junkergut Alina, Gut Schwarzensee, Ingerimm 1047 BF
Autor: Amrit
Er bewegte sich durch weitläufige Räume, lichtdurchflutet, und mit ihm im Gebäude war ein Vogel. Das Tierchen hüpfte vertrauensvoll über den Fußboden, mal hier, mal dort, und wirkte so zufrieden. In den Räumen war aber auch eine Katze unterwegs, und Emilio bemerkte mit Beklommenheit, dass er sie nicht getrennt halten konnte. Eine Zimmerflucht, die nächste. Dann war der Vogel fort, und am Fußboden nur noch sein Blut, rot und eigenartig kristallklar.
Der Alptraum war so harmlos im Vergleich zu anderen, aber Emilio fand sich außerstande, wieder einzuschlafen.
Nachts wach zu sein war ihm ohnehin zweite Natur. Er ging ins Studierzimmer.
Auf dem Schreibtisch lagen die Hinweise, die Aufzeichnungen der letzten Wochen. Das Vanitasgemälde, der Zucker, Grisoldos Skizze. Der schraffierte Stieraltar, und etliche Seiten handschriftlicher Notizen, Protokolle.
Cuernos Warnung hatte ihn zu Dulcinea di Alina geführt. Dulcineo ihn nach Tyras. Und Tyras führte zurück zu Cuerno.
Es wäre möglich, an der Stelle einzuhaken. Der Phexgeweihte Grisoldo, eine unschätzbare Hilfe am Weg, hatte zwar mehrfach seinen Kragen riskiert, schien aber fast angetan von den Geheimnissen, die sich Stück für Stück am Wege offenbarten. Grisoldo stände schon bereit, Ideen gab es auch.
Aber Tyras war Cuernos zweite Heimat. Ab hier würde jeder Schritt womöglich bedeuten, dem Freund selbst nachzuspionieren.
Besser, er redete mit Cuerno.
Im Dunkel des ehemaligen Trophäenzimmers legte Emilio die Hinweise übereinander, schlang ein Band darum, und schob das Bündel in ein tiefes Fach.
Einige Stunden war er alleine mit dem Schein der einzelnen Kerze. Zeichnete.
Dann: silbergraues Erstlicht, und aus der Einsamkeit der Nachtstunde wurde die Verbundenheit mit draußen, als die Waldvögel die Helligkeit des Himmels mit der Helligkeit ihrer Stimmen erwiderten. Emilio öffnete das Fenster.