Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 09: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Seite wurde neu angelegt: „==Junkergut Alina, Ende Paraine 1047 BF== Die Obstbaumblüte hatte geendet, ihr leises Verklingen im Orchester des Frühlings war für Emilio fast unbemerkt verstrichen, was er mit leisem Bedauern erkannte. In anderen Jahren hätte er diese Zeit auf dem Pferderücken verbracht, durch die Landschaft ziehend. Nun verbrachten er und sein Pferd die Tage hauptsächlich zwischen den hohen Marmormauern des Per…“
 
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In der kleinen Eingangshalle bemerkte der Gast: “Ihr habt hier allerhand zu tun, aber dennoch ein schmuckes Stück, Euer zukünftiges Atelier. Wie, sagtet Ihr noch gleich, seid ihr daran gekommen?”  
In der kleinen Eingangshalle bemerkte der Gast: “Ihr habt hier allerhand zu tun, aber dennoch ein schmuckes Stück, Euer zukünftiges Atelier. Wie, sagtet Ihr noch gleich, seid ihr daran gekommen?”  
“Ich wurde belehnt, nachdem ich einem Kind des Barons geholfen habe. So ganz kann ich die Sache noch nicht glauben und erwarte halb, dass jederzeit jemand kommt und mir mitteilt, es sei alles ein Irrtum gewesen.” Emilio legte verlegen die Hand in den Nacken. “Aber danke für die freundlichen Worte.”  
“Ich wurde belehnt, nachdem ich einem Kind des Barons geholfen habe. So ganz kann ich die Sache noch nicht glauben und erwarte halb, dass jederzeit jemand kommt und mir mitteilt, es sei alles ein Irrtum gewesen.” Emilio legte verlegen die Hand in den Nacken. “Aber danke für die freundlichen Worte.” In jedem normalen Gespräch hätte er der Aussagen mit freundlichem Lachen eine selbstironische Leichtigkeit gegeben. Das Risiko, dass sein Lachen womöglich nervös klingen könnte, hielt ihn nun aber ab .


Im gut erhaltenen alten Trophäensaal stand sein Schreibtisch, und darauf einiges Verfängliches. Er geleitete den Edlen daher in das große Kaminzimmer, einen Raum, der für das Zwiegespräch zu weitläufig wirkte, und dessen früher sicher prächtige Decke in desolatem Zustand war. “Wie Ihr sagt, allerhand zu tun…”  
Im gut erhaltenen alten Trophäensaal stand sein Schreibtisch, und darauf einiges Verfängliches. Er geleitete den Edlen daher in das große Kaminzimmer, einen Raum, der für das Zwiegespräch zu weitläufig wirkte, und dessen früher sicher prächtige Decke in desolatem Zustand war. “Wie Ihr sagt, allerhand zu tun…”  


In jedem normalen Gespräch hätte Emilio den Aussagen … zur Belehnung, zum Zustand … mit freundlichem Lachen eine selbstironische Leichtigkeit gegeben. Das Risiko, dass sein Lachen womöglich nervös klingen könnte, hielt ihn nun aber ab .
''Diese verlogene Ratte, natürlich ist das ein Irrtum. Aber einer der dir sicher ganz recht gelegen kommt. Erzähl mir doch nicht, du wüsstest nichts von den Umständen, du Mendazo<small><sup>1</sup></small>. Ich werde dich…''


''Diese verlogene Ratte, natürlich ist das ein Irrtum. Aber einer der dir sicher ganz recht gelegen kommt. Erzähl mir doch nicht, du wüsstest nichts von den Umständen, du Mendazo<small><sup>1</sup></small>. Ich werde dich…'' - ''Das wirst du nicht, die Sache in Punin, habe ich dir gegönnt, aber jetzt halte dich im Zaum. Daher bin ich es auch, der hier die Angelegenheiten regelt, nicht du. Es war ohnehin eine einfältige Idee, hierherzukommen. Jetzt lass mich das über die Bühne bringen, dann wissen wir immerhin, mit wem wir es zu tun haben. Er scheint mir tatsächlich eher ein kleiner Fisch, aber auch irgendwie vorsichtig. Und er hat mehr Gentenes<small><sup>2</sup></small> als ich erwartet hätte. Er muss Gönner haben. Also halte dich zurück, wir wissen noch nicht, mit wem wir es zu tun haben.'' - ''Pah, wir haben auch Verbündete…'' - ''Sei still, ich muss mich konzentrieren, sonst bemerkt dieses Comdrejano<small><sup>3</sup></small> noch etwas.'' Im Kopf des Besuchers herrschte Unruhe, wohl weil er sich mit dieser Aktion, bei der es beileibe nicht um den Auftrag eines Portraits ging, mal wieder in eine schwierige Situation begeben hatte. So stand der Gast nun also eine Weile da und starrte an die baufällige Decke.  
''Das wirst du nicht. Die Sache in Punin, habe ich dir gegönnt, aber jetzt halte dich im Zaum. Daher bin ich es auch, der hier die Angelegenheiten regelt, nicht du. Es war ohnehin eine einfältige Idee, hierherzukommen. Jetzt lass mich das über die Bühne bringen, dann wissen wir immerhin, mit wem wir es zu tun haben. Er scheint mir tatsächlich eher ein kleiner Fisch, aber auch irgendwie vorsichtig. Und er hat mehr Gentenes<small><sup>2</sup></small> als ich erwartet hätte. Er muss Gönner haben. Also halte dich zurück, wir wissen noch nicht, mit wem wir es zu tun haben.''
 
''Pah, wir haben auch Verbündete…''
 
''Sei still, ich muss mich konzentrieren, sonst bemerkt dieses Comdrejano<small><sup>3</sup></small> noch etwas.''  
 
Im Kopf des Besuchers herrschte Unruhe, wohl weil er sich mit dieser Aktion, bei der es beileibe nicht um den Auftrag eines Portraits ging, mal wieder in eine schwierige Situation begeben hatte. So stand der Gast nun also eine Weile da und starrte an die baufällige Decke.  


Dann senkte er den Kopf, fächerte sich wieder Luft zu und entgegnete: “Da war der Herr Phex Euch wahrlich gewogen...der Wiederaufbau muss eine echte Kraftanstrengung sein, vor allem weil die Felder hier sicherlich kaum Ertrag abwerfen, ich bin daran vorbeigekommen. Ihr müsst gute Freunde haben, um das hier zu stemmen, Maestro.”
Dann senkte er den Kopf, fächerte sich wieder Luft zu und entgegnete: “Da war der Herr Phex Euch wahrlich gewogen...der Wiederaufbau muss eine echte Kraftanstrengung sein, vor allem weil die Felder hier sicherlich kaum Ertrag abwerfen, ich bin daran vorbeigekommen. Ihr müsst gute Freunde haben, um das hier zu stemmen, Maestro.”
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“Oh verzeiht. Ich dachte, es wäre eine Feststellung.” Emilio senkte kurz das Gesicht über seinem Weinglas. “Der finanzielle Aspekt ist eine leidige Sache, ja...! Umso mehr freut mich Euer Interesse an einem Familienportrait. Damit ich es besser abschätzen kann: Wer ist in dieser Sache denn zur Familie zu zählen?”
“Oh verzeiht. Ich dachte, es wäre eine Feststellung.” Emilio senkte kurz das Gesicht über seinem Weinglas. “Der finanzielle Aspekt ist eine leidige Sache, ja...! Umso mehr freut mich Euer Interesse an einem Familienportrait. Damit ich es besser abschätzen kann: Wer ist in dieser Sache denn zur Familie zu zählen?”


''Er ahnt etwas oder er hält seine Verbindungen geheim. Das hier kann er nicht alles allein stemmen. Di Rueda ist kein großer Name, Lampérez sagt mir allerdings etwas, Patrizier…'' - ''Wenn er etwas ahnt, kümmere ich mich auf der Stelle um ihn, eine Krämerfamilia allein ist kein Schutz.'' - ''Da ist mehr, behalte dein Messer noch für dich. Er ahnt etwas, doch warum? Niemand kann hiervon wissen…''  
''Er ahnt etwas oder er hält seine Verbindungen geheim. Das hier kann er nicht alles allein stemmen. Di Rueda ist kein großer Name, Lampérez sagt mir allerdings etwas, Patrizier…''
 
''Wenn er etwas ahnt, kümmere ich mich auf der Stelle um ihn, eine Krämerfamilia allein ist kein Schutz.''
 
''Da ist mehr, behalte dein Messer noch für dich. Er ahnt etwas, doch warum? Niemand kann hiervon wissen…''
 
Jäh wurde der Gast aus seiner innerlichen Zwiesprache gerissen durch die Frage nach dem Gemälde. Wie war er nur auf diese Sache mit dem Portrait gekommen, noch dazu ein Familienportrait? Er musste improvisieren: “Ihr kommt schnell zur Sache, Maestro." - Langsam fiel Emilio auf, dass sein Gast durchwegs vermied, ihn als Adeligen anzusprechen. - "Dabei wollte ich Euch und Eure Arbeit zuerst kennenlernen, bevor ich mich für eine solche Investition entscheide. Aber wenn Ihr schon danach fragt… es ist der engste Kreis, nur ich und meine… Schwester.”
 
''Du bist wahnsinnig, aber dieser Nervenkitzel gefällt mir, mi Hermano<small><sup>4</sup></small>.''


Jäh wurde der Gast aus seiner innerlichen Zwiesprache gerissen durch die Frage nach dem Gemälde. Wie war er nur auf diese Sache mit dem Portrait gekommen, noch dazu ein Familienportrait? Er musste improvisieren: “Ihr kommt schnell zur Sache, Maestro." - Langsam fiel Emilio auf, dass sein Gast durchwegs vermied, ihn als Adeligen anzusprechen. - "Dabei wollte ich Euch und Eure Arbeit zuerst kennenlernen, bevor ich mich für eine solche Investition entscheide. Aber wenn Ihr schon danach fragt… es ist der engste Kreis, nur ich und meine… Schwester.” - ''Du bist wahnsinnig, aber dieser Nervenkitzel gefällt mir, mi Hermano<small><sup>4</sup></small>.'' - ''Wenn er etwas ahnt, dann verrät er sich so vielleicht.''
''Wenn er etwas ahnt, dann verrät er sich so vielleicht.''


Nachdenklich betrachtete Emilio den Mann vor sich und stellte sich das Gemälde vor. Die Bindung an die “Schwester” war spürbar in den Worten seines Gegenübers. “Ja, das könnte ein gutes Bild werden.” Zu seiner eigenen Überraschung meinte Emilio es ehrlich.  
Nachdenklich betrachtete Emilio den Mann vor sich und stellte sich das Gemälde vor. Die Bindung an die “Schwester” war spürbar in den Worten seines Gegenübers. “Ja, das könnte ein gutes Bild werden.” Zu seiner eigenen Überraschung meinte Emilio es ehrlich.  
“Aber wo wir doch gerade über die Familia parlieren, wie steht es denn um Eure? Steht Ihr ihnen nah?” setzte Dulcineo nach. Emilio wirkte gedankenversunken: "Meinem Herzen am nächsten steht mein Bruder. Da haben wir also etwas gemeinsam.” Er hob leicht das Glas, wie in einem Salut.
“Aber wo wir doch gerade über die Familia parlieren, wie steht es denn um Eure? Steht Ihr ihnen nah?” setzte Dulcineo nach. Emilio wirkte gedankenversunken: "Meinem Herzen am nächsten steht [[Avessandro Lampérez di Rueda|mein Bruder]]. Da haben wir also etwas gemeinsam.” Er hob leicht das Glas, wie in einem Salut.


“Salut. Auf die Geschwisterliebe. Auf Euren Bruder, auf meine Schwester, mögen sie stets bei bester Gesundheit bleiben.”, war die schlichte Antwort, die einen leichten, aber seltsamen Unterton hatte. Innerlich grinste Dulcinea ein beinahe dämonisches Lächeln, auch wenn Dulcineo äußerlich neutral wirkte.
“Salut. Auf die Geschwisterliebe. Auf Euren Bruder, auf meine Schwester, mögen sie stets bei bester Gesundheit bleiben.”, war die schlichte Antwort, die einen leichten, aber seltsamen Unterton hatte. Innerlich grinste Dulcinea ein beinahe dämonisches Lächeln, auch wenn Dulcineo äußerlich neutral wirkte.
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Emilio bewegte sich zur Tür, hinter der er, zu seiner Überraschung, Alonzo warten sah. Er nickte der Wache dankbar zu. Ein guter Mann, er sollte ihn auf jeden Fall im Sold behalten.
Emilio bewegte sich zur Tür, hinter der er, zu seiner Überraschung, Alonzo warten sah. Er nickte der Wache dankbar zu. Ein guter Mann, er sollte ihn auf jeden Fall im Sold behalten.


''Er hat etwas gemerkt.'' - ''Jetzt haben wir die Gelegenheit verpasst, ihm direkt einen Schlag zu verpassen.'' - ''Das war nie der Plan.'' - ''Deiner vielleicht nicht.'' - ''Ja, ganz sicher nicht, wir haben etwas Besseres. Wir wissen nun mehr über ihn - und vor allem über seinen Bruder. Den müssen wir nur finden…'' - ''Das werden wir…''
''Er hat etwas gemerkt.''
 
''Jetzt haben wir die Gelegenheit verpasst, ihm direkt einen Schlag zu verpassen.''
 
''Das war nie der Plan.''
 
''Deiner vielleicht nicht.''
 
''Ja, ganz sicher nicht, wir haben etwas Besseres. Wir wissen nun mehr über ihn - und vor allem über seinen Bruder. Den müssen wir nur finden…''
 
''Das werden wir…''


“Aber natürlich.” Dulcineo alias Dulcinea alias Dom Nessario erhob sich, stellte dabei seinen Becher absichtlich sehr nah an die Kante des Tischchens, an dem sie gesessen hatten. Im Schritt nach vorn strich er - wie aus Versehen - mit dem kurzen Umhang über das Glas, so dass er es hinunterriss und der Wein einen tiefroten Fleck auf dem Teppich darunter hinterließ. ''Dulcinea…!'', fluchte Dulcineo innerlich, suchte dann aber entschuldigende Worte.
“Aber natürlich.” Dulcineo alias Dulcinea alias Dom Nessario erhob sich, stellte dabei seinen Becher absichtlich sehr nah an die Kante des Tischchens, an dem sie gesessen hatten. Im Schritt nach vorn strich er - wie aus Versehen - mit dem kurzen Umhang über das Glas, so dass er es hinunterriss und der Wein einen tiefroten Fleck auf dem Teppich darunter hinterließ. ''Dulcinea…!'', fluchte Dulcineo innerlich, suchte dann aber entschuldigende Worte.