Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 02: Unterschied zwischen den Versionen

Amrit (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Amrit (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 41: Zeile 41:
“Feinde gemacht..?” wiederholte Emilio, während sein fahriger Blick erkennen ließ, dass sich die Gedanken in seinem Kopf überschlugen. “Geht es um meine Verbindungen in den Süden hinunter oder…” Er stützte sich am Schreibtisch ab, das gesenkte Gesicht unter den Locken verborgen. Die [[Chronik.Ereignis1047_Wildnis_01|Ferkinaexpedition]] hatte er nach bestem Vermögen abseits der öffentlichen Wahrnehmung organisiert, zuverlässige Söldner, sorgfältig gewählte Routen. Aber wenn das an die falschen Ohren gelangt war…oder hatte es mit Ragath zu tun? Sein [[Luiz Lampérez|Großvater]] hatte beileibe nicht nur Freunde in seiner Rolle als Ratsmeister der freien Bürger, und die Stadt war derzeit unter der Oberfläche wie mit Brandöl gesättigt. Mit wem war er selbst in den vergangenen Wochen überhaupt in Berührung gekommen..? Mühsam versuchte Emilio, zu erinnern, wer die Personen gewesen waren. Ob er jemanden vor den Kopf gestoßen haben könnte. Das erinnerte ihn aber an Cuerno, der gerade hier war…für eine Zeitspanne, die sich anfühlte, wie dem Schicksal abgetrotzt.
“Feinde gemacht..?” wiederholte Emilio, während sein fahriger Blick erkennen ließ, dass sich die Gedanken in seinem Kopf überschlugen. “Geht es um meine Verbindungen in den Süden hinunter oder…” Er stützte sich am Schreibtisch ab, das gesenkte Gesicht unter den Locken verborgen. Die [[Chronik.Ereignis1047_Wildnis_01|Ferkinaexpedition]] hatte er nach bestem Vermögen abseits der öffentlichen Wahrnehmung organisiert, zuverlässige Söldner, sorgfältig gewählte Routen. Aber wenn das an die falschen Ohren gelangt war…oder hatte es mit Ragath zu tun? Sein [[Luiz Lampérez|Großvater]] hatte beileibe nicht nur Freunde in seiner Rolle als Ratsmeister der freien Bürger, und die Stadt war derzeit unter der Oberfläche wie mit Brandöl gesättigt. Mit wem war er selbst in den vergangenen Wochen überhaupt in Berührung gekommen..? Mühsam versuchte Emilio, zu erinnern, wer die Personen gewesen waren. Ob er jemanden vor den Kopf gestoßen haben könnte. Das erinnerte ihn aber an Cuerno, der gerade hier war…für eine Zeitspanne, die sich anfühlte, wie dem Schicksal abgetrotzt.


Er sah wieder hoch zu ihm. "Danke für deine Warnung. Ich möchte aber nicht agieren als wäre jeder Mensch, dem ich begegne, ein möglicher Feind. Mich zermartern mit der Frage, was es war, das ich falsch gemacht habe. Das ist keine Art zu leben. Ich weiß das, weil ich lange so gelebt habe. Daher ist das Beste, ich denke nicht übermäßig über die Sache nach. Ich kann nicht gegen Schatten kämpfen. Danke trotzdem." Er betrachtete den Caballero mit einem Blick, in dem sich Wehmut mit Zuneigung mengte. "Für den Moment halten mich meine Pflichten hier fest, ja. Wenn du möchtest, begleite ich dich aber zur Grenze des Fürstentums. Soviel Zeit kann ich auf jeden Fall erübrigen. Ich würde dir für die weitere Reise auch sehr gerne eines von den Pferden überlassen.”
Er sah wieder hoch zu ihm. "Danke für deine Warnung. Ich möchte aber nicht agieren als wäre jeder Mensch, dem ich begegne, ein möglicher Feind. Mich zermartern mit der Frage, was es war, das ich falsch gemacht habe. Das ist keine Art zu leben. Ich weiß das, weil ich lange so gelebt habe. Daher ist das Beste, ich denke nicht übermäßig über die Sache nach. Ich kann nicht gegen Schatten kämpfen. Danke trotzdem." Er betrachtete den Caballero mit einem Blick, in dem sich Wehmut mit Zuneigung mengte. "Für den Moment halten mich meine Pflichten hier fest, ja. Wenn du möchtest, begleite ich dich aber zur Grenze der Grafschaft. Soviel Zeit kann ich auf jeden Fall erübrigen. Ich würde dir für die weitere Reise auch sehr gerne eines von den Pferden überlassen.”


Betreten schaute Cuerno zu Boden, schüttelte leicht den Kopf. Für gewöhnlich schwelgte er gerne in seinen Gefühlen, dies hier war anders. Er rang mit sich, er hatte schon sehr viel verraten, seine Loyalität stark erschöpft, aber Emilio hatte Recht: Was brächte ihm eine Warnung ohne den Grund. Anders als geplant ergänzte er noch: “Du sollst hier nicht in Ungewissheit leben. Wenn ich dir zu viel verrate, könnte es noch gefährlicher werden, aber hast du schon mal darüber nachgedacht, wem [[Junkergut Alina|Alina]] zuvor zu Lehen war?”
Betreten schaute Cuerno zu Boden, schüttelte leicht den Kopf. Für gewöhnlich schwelgte er gerne in seinen Gefühlen, dies hier war anders. Er rang mit sich, er hatte schon sehr viel verraten, seine Loyalität stark erschöpft, aber Emilio hatte Recht: Was brächte ihm eine Warnung ohne den Grund. Anders als geplant ergänzte er noch: “Du sollst hier nicht in Ungewissheit leben. Wenn ich dir zu viel verrate, könnte es noch gefährlicher werden, aber hast du schon mal darüber nachgedacht, wem [[Junkergut Alina|Alina]] zuvor zu Lehen war?”