Chronik.Ereignis1047 Wildnis 01: Unterschied zwischen den Versionen

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Einige Runden und viele halsbrecherische Momente später fand der Wettkampf zu seinem Ende. Gewonnen hatten Cuernos Kontrahenten, wenn auch nur mit geringem Vorsprung. Emilio samt Entourage schloß sich der Gruppe um den Shâr an, um den Sieger zu belobigen und zu belohnen. Die meisten der Zuseher machten indes kaum einen Unterschied; allen entgegenkommenden Buskurdhreitern wurden begeisterte Zurufe entgegengebracht, Getränke in die Hand gedrückt und die Rücken geklopft.  
Einige Runden und viele halsbrecherische Momente später fand der Wettkampf zu seinem Ende. Gewonnen hatten Cuernos Kontrahenten, wenn auch nur mit geringem Vorsprung. Emilio samt Entourage schloß sich der Gruppe um den Shâr an, um den Sieger zu belobigen und zu belohnen. Die meisten der Zuseher machten indes kaum einen Unterschied; allen entgegenkommenden Buskurdhreitern wurden begeisterte Zurufe entgegengebracht, Getränke in die Hand gedrückt und die Rücken geklopft.  


Kaum, dass seiner diplomatischen Pflicht genüge getan war, suchte Emilios Blick wieder nach Cuerno. Der Caballero wirkte unter den Ferkina etwas fehl am Platz, nun, da der Kampfrausch des Wettbewerbs vorbei war. Er ließ sich jedoch gleichmütig feiern und schien einverstanden mit der Situation. Gut. Dann bemerkte Emilio die noch immer blutende Wunde über Cuernos Jochbein und spürte, wie die Freude über den Ablauf des Wettkampfs von einer leisen Besorgnis durchzogen wurde. So querte er hinüber zum Castari, der ihm im Moment, da er ihn sah, auch entgegenkam.  
Kaum, dass seiner diplomatischen Pflicht genüge getan war, suchte Emilios Blick wieder nach Cuerno. Der Caballero wirkte unter den Ferkina etwas fehl am Platz, nun, da der Kampfrausch des Wettbewerbs vorbei war. Er ließ sich jedoch gleichmütig feiern und schien einverstanden mit der Situation. Gut. Dann bemerkte Emilio die noch immer blutende Wunde über Cuernos Jochbein und spürte, wie die Freude über den Ablauf des Wettkampfs von einer leisen Besorgnis durchzogen wurde. So querte er hinüber zum Castari, der ihm im Moment, da er ihn sah, auch entgegenkam. <br>


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Version vom 4. Juni 2026, 17:45 Uhr

Transbosquirien, Efferd 1047 BF

Autoren: Jan, Amrit

Aus der rötlichen Staubwolke brach ein gegnerischer Reiter hervor wie ein Wüstengeist. Cuernos Pferd spürte den herannahenden Ferkina, ehe er selbst es tat, so dass der Caballero instinktiv die Zügel herumriss, während dicht an seinem Kopf vorbei etwas scharf durch die Luft schnitt.

Noch ehe das Geräusch verhallt war, kamen von beiden Seiten weitere Ferkina heran, tief über die Hälse ihrer Pferde gebeugt, die Gesichter von roten Burnussen und flatternden Tüchern halb verhüllt. Plötzlich war überall um den almadanischen Ritter Bewegung. Donnernde Hufe, wirbelnder Staub, schnaubende Pferde und wilde, kehlig ausgestoßene Schreie. Ein Bergkrieger hatte sich halb aus dem Sattel geworfen und packte im Vorbeireiten wie ein Raubtier nach Cuerno, um ihn vom Pferd zu reißen.

Worauf hatte er sich hier nur eingelassen, dachte er, wobei er auch nicht vor sich selbst verhehlen konnte, dass er tatsächlich Spaß daran empfand. Dementsprechend übermütig duckte er sich auch unter dem Griff weg, bekam aber noch einen Tritt aus einer anderen Richtung, der ihn fast aus dem Sattel rutschen und seinen Steiß heftig schmerzen ließ. Dann richtete er sich wieder ein Stück auf und riss das Pferd herum, so heftig, dass es ins Straucheln geriet.

Vor Cuerno, quer über dem Sattel, baumelte der bluttropfende Schafskörper und schlug bei dieser heftigen Bewegung des Pferdes hin und her. Jemand griff danach, bekam kurz die Hinterläufe zu fassen, doch Cuerno riss stärker daran. Kurz hatte er das Gefühl, der Kadaver würde unter dem Zerren reißen, doch dann hob er ihn triumphierend empor, lachte, er hatte tatsächlich Spaß an diesem wirren Schauspiel! Nun aber bedrängten ihn die gegnerischen Wilden zusehends und so warf er das Tier in Richtung seiner Mitstreiter. Ein Schlag traf ihn dabei heftig ins Gesicht, so dass sein Kiefer knackte und er Blut schmeckte, das Schaf landete dadurch nicht in den Armen eines der Seinen, sondern nur in deren Nähe. Immer noch nah genug, aber eben nicht präzise, so dass auch die Gegner ihre Chance witterten und auf seine Mitstreiter zustürmten.

Einen von ihnen riss er noch kräftig am Kragen, wenn man das so nennen wollte, und damit vom Pferd. Dann nahm er die Verfolgung zu den andern auf, die nun auf seinen Wettkampfgefährten, der den Kadaver an sich genommen hatte, zustürmten.

Aus den Reihen der zusehenden Bân Gassârah erklang Johlen, anfeuernde Rufe. Emilio Lampérez di Rueda, der mit einigen Begleitern seinen Platz unter dem Baldachin des Shâr hatte, hielt sich dazwischen ruhig. Seine vorgelehnte Haltung zeigte jedoch, dass er das Geschehen am Reitfeld voll Anspannung beobachtete. Schließlich war er es, der den Caballero gebeten hatte, die diplomatische Entsendung zu begleiten um beim Buskurdh almadanische Stärke unter Beweis zu stellen. Auch wenn Cuerno sich bislang gut hielt - der berüchtigte Reiterwettkampf hatte erst begonnen.

Unter Emilios Hand lag, in Tuch eingeschlagen, das mitgebrachte Gastgeschenk für den Gewinner des Spiels: Ein wertvoll verzierter Gürtel. Eine gute Klinge wäre begehrter als Preis, würde noch besser ankommen, doch das war nicht angeraten. Auch bei den Handelsabsprachen mit Shâr Nashrath hatte er dessen Anfragen zu Waffen ablehnen müssen...eine wiederkehrend heikle Klippe, die in den Gesprächen zu umschiffen war.

Der Griff des Dom di Rueda um den Gürtel spannte sich an, während er beobachtete, wie Cuerno gerade schief im Sattel hing, denn er war schnell und scharf angeritten, um aufzuschließen, als einer der Gegner ohne Rücksicht auf Verluste und mit voller Wucht in ihn hineingeprescht war. Cuernos Pferd strauchelte, so dass er knapp davor war, seitlich zu stürzen, doch auch auch sein Gegner kam beinahe zu Fall. Cuernos Mitstreiter musste sich vorerst um sich selbst kümmern. Er musste diesem Wilden zunächst eine Lektion erteilen.

Der Cabellero zog sich wieder in den Sattel hoch. Sein Pferd schien zwar etwas abbekommen zu haben, aber es war wohl nicht schwer verletzt. Dennoch wollte er es schonen. Und so riss er einfach den noch immer strauchelnden Gegner von seinem Pferd, nahm dessen Platz ein und gab dem eigenen noch einen Klapps, so dass es vom Reitfeld laufen konnte.

Unter den Zusehern brandete Jubel und lautstarken Johlen auf ob dieses Hazardeurstücks. Einige wirkten, aufspringend, als müssten sie an sich halten, nicht auf das Spielfeld zu laufen. Selbst Emilio, der darauf achtete, sich nicht allzu sehr mitreißen zu lassen, strahlte in dem Moment unverhohlen. Er hatte vermutet, dass Cuerno sich im Buskurdh behaupten würde, aber mehr als das, er hielt sich hervorragend, schien an dem brachialen Wettstreit gar Freude zu haben. Emilio selbst musste sich eingestehen, dass er das Schauspiel genoß.

Ungeachtet dessen, dass der Gegner noch halb unter dem neuen Pferd lag, gab Cuerno diesem die Sporen. Er fing an, diesen Wahnsinn zu lieben. Die schwere, vergorene Milch, die er zuvor hatte trinken müssen, zirkulierte jetzt durch seinen Körper, das heilige Rauschen in seinem Blut tat das Übrige. Der Mitstreiter mit dem Schaf war mittlerweile in starker Bedrängnis, aber dem Ziel schon etwas näher. Mit vollem Galopp ritt er auf die Szenerie zu und gab weiteren Mitstreitern zu verstehen, sich auffächern. “RAS’LAVTHAN!!!” stieß er beinahe blökend und voller freudig-leidenschaftlicher Wut aus, dabei flatterte sein offenes, mittlerweile leicht zerschlissenes Hemd im Wind und legte seine struppig haarige Brust mit dem Brandzeichen frei.

Jene vereinzelten Zuseher, die in dem Getümmel einen Blick auf den eingebrannt prangenden Stierkopf erhaschten, reagierten deutlich. Sie rempelten einander an, tuschelnd oder mit leisen Ausrufen. Selbst der Shâr beugte sich nun, nach kurzem Herwinken, Richtung des Dom di Rueda und stellte eine Frage, die wohl scherzhaft gemeint war, jedoch mit einem tiefen Grollen ausgestoßen wurde. Ja doch, erwiderte jener, ein echter Almadaner aus ganzem Blut.

Im nächsten Moment fesselte aber schon wieder das Geschehen am Spielfeld jedermanns Aufmerksamkeit: Der Reiter aus Cuernos Reihen hatte es schließlich samt dem Schafskörper geschafft, zwischen zwei von Tierschädeln gekrönten, hohen Flaggenstangen hindurch zu reiten. Tobender Jubel belohnte ihn.

Einige Runden und viele halsbrecherische Momente später fand der Wettkampf zu seinem Ende. Gewonnen hatten Cuernos Kontrahenten, wenn auch nur mit geringem Vorsprung. Emilio samt Entourage schloß sich der Gruppe um den Shâr an, um den Sieger zu belobigen und zu belohnen. Die meisten der Zuseher machten indes kaum einen Unterschied; allen entgegenkommenden Buskurdhreitern wurden begeisterte Zurufe entgegengebracht, Getränke in die Hand gedrückt und die Rücken geklopft.

Kaum, dass seiner diplomatischen Pflicht genüge getan war, suchte Emilios Blick wieder nach Cuerno. Der Caballero wirkte unter den Ferkina etwas fehl am Platz, nun, da der Kampfrausch des Wettbewerbs vorbei war. Er ließ sich jedoch gleichmütig feiern und schien einverstanden mit der Situation. Gut. Dann bemerkte Emilio die noch immer blutende Wunde über Cuernos Jochbein und spürte, wie die Freude über den Ablauf des Wettkampfs von einer leisen Besorgnis durchzogen wurde. So querte er hinüber zum Castari, der ihm im Moment, da er ihn sah, auch entgegenkam.