Chronik.Ereignis1045 Puniner Geschichten 03: Unterschied zwischen den Versionen
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====In einer Taberna im [[Theaterviertel]]==== | ====In einer Taberna im [[Theaterviertel]]==== | ||
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Emilio, der eben einige Pinsel auf ein Tuch legte, ließ die Hände sinken und blickte auf. Auf seinem Gesicht zeichnete sich Überraschung ab. Es war eine gute Frage. Zur Antwort beschrieb er die Bilder aus seinen Träumen, in einem ruhigen Tonfall, als würde er ein Märchen erzählen: | Emilio, der eben einige Pinsel auf ein Tuch legte, ließ die Hände sinken und blickte auf. Auf seinem Gesicht zeichnete sich Überraschung ab. Es war eine gute Frage. Zur Antwort beschrieb er die Bilder aus seinen Träumen, in einem ruhigen Tonfall, als würde er ein Märchen erzählen: | ||
**Das kleine Mädchen war vorsichtig und trat noch nicht ins Leere. Als sie älter wurde, hat sie eine Spur aus eigenem und fremdem Blut gezogen, Blutstropfen auf dem weißen Schnee, doch der Frost blieb. | |||
Aber irgendwann hat sie gelernt, mit dem Feuer zu tanzen. Damit sind die Farben gekommen...** | Aber irgendwann hat sie gelernt, mit dem Feuer zu tanzen. Damit sind die Farben gekommen...** Er schlug die Pinsel vorsichtig in das Tuch ein und verstaute sie. **...und der Frostwald wurde zu einem blühenden Garten.** | ||
Die Leichtigkeit war ein wenig aus Jandaras Stimme verschwunden. Sie nickte abwesend. “Ich verstehe.” | Die Leichtigkeit war ein wenig aus Jandaras Stimme verschwunden. Sie nickte abwesend. “Ich verstehe.” | ||
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Emilio hatte unwillkürlich den Atem angehalten bei den ersten Bewegungen der Waffe, lächelte nun aber zurück. Dann betrachtete er nochmals die Gesamtkomposition. Es sah mit der blitzenden Klinge tatsächlich noch besser aus, und er würde darauf achten, dass das Rapier im Bild das Licht reflektierte. | Emilio hatte unwillkürlich den Atem angehalten bei den ersten Bewegungen der Waffe, lächelte nun aber zurück. Dann betrachtete er nochmals die Gesamtkomposition. Es sah mit der blitzenden Klinge tatsächlich noch besser aus, und er würde darauf achten, dass das Rapier im Bild das Licht reflektierte. | ||
[[Datei:Jandara-Palacio-Abadessa.jpg|left|thumb|340px|"Jandara im Palacio Abadessa", Öl auf Leinwand]] | |||
Der junge Mann holte sich einen der Stühle in die Raummitte, sah wieder zu Jandara und gab ihr einige kurze Anweisungen zur Pose. Er sprach dabei ohne Höflichkeitsfloskeln und ohne Zögerlichkeit - es war deutlich, dass er eine solche Situation gewohnt war. | |||
"Gut, die linke Schulter etwas zurück, Blick dort hinüber, zum hintersten Fenster, Kinn leicht senken." Jandara fügte sich in die ungewohnte Rolle, da es ihrem Ego schmeichelte und die Neugier auf das Resultat überwog. | |||
Emilio richtete nun mit wenigen, geübten Griffen seine Malutensilien, und begann, Jandara zu zeichnen. | Emilio richtete nun mit wenigen, geübten Griffen seine Malutensilien, und begann, Jandara zu zeichnen. | ||
"Ich bin froh, dass Ihr mitgekommen seid." sagte er mit Blick auf sein Papier aber in ihre Richtung, während sein Stift die ersten Umrisse schraffierte. "Wirklich keine Selbstverständlichkeit..." er sprach leise, während er konzentriert eine geschwungene Linie über das Papier zog"...so jemanden zu finden wie Euch." | "Ich bin froh, dass Ihr mitgekommen seid." sagte er mit Blick auf sein Papier aber in ihre Richtung, während sein Stift die ersten Umrisse schraffierte. "Wirklich keine Selbstverständlichkeit..." er sprach leise, während er konzentriert eine geschwungene Linie über das Papier zog"...so jemanden zu finden wie Euch." | ||
Sie sagte nichts, aber ein Lächeln, an der Grenze zur Selbstgefälligkeit, schlich sich auf ihre Lippen. | Sie sagte nichts, aber ein Lächeln, an der Grenze zur Selbstgefälligkeit, schlich sich auf ihre Lippen. | ||
Irgendwann wechselte der junge Maler zu Pinsel und Farben. Dann schob hinter dem silbrigen Fluss die Sonne ihre erste glosende Sichel über den Horizont, das Licht glitt über die Decke, die Wände, und übergoss Jandara mit sanftem, gold-rosigem Glühen. | Irgendwann wechselte der junge Maler zu Pinsel und Farben. Dann schob hinter dem silbrigen Fluss die Sonne ihre erste glosende Sichel über den Horizont, das Licht glitt über die Decke, die Wände, und übergoss Jandara mit sanftem, gold-rosigem Glühen. | ||
Emilio hob den Blick und betrachtete sie einige Momente nur...die leuchtende Glut, die nun über das schwarze Haar und das ausdrucksvolle Antlitz der jungen Frau fiel. Auf ihre hellen Schultern, die die Zeichen von manchem Duell trugen. Der rotgoldene Stoff fing das Morgenlicht ein und schien förmlich aufzulodern unter ihr. Ihr Betrachter musste sich sichtlich zusammennehmen, um weiterzumalen. Im Raum herrschte nun eine fast meditative Stimmung, Jandara ruhig im warmen Licht stehend, Emilio versunken in die Arbeit. | Emilio hob den Blick und betrachtete sie einige Momente nur...die leuchtende Glut, die nun über das schwarze Haar und das ausdrucksvolle Antlitz der jungen Frau fiel. Auf ihre hellen Schultern, die die Zeichen von manchem Duell trugen. Der rotgoldene Stoff fing das Morgenlicht ein und schien förmlich aufzulodern unter ihr. Ihr Betrachter musste sich sichtlich zusammennehmen, um weiterzumalen. Im Raum herrschte nun eine fast meditative Stimmung, Jandara ruhig im warmen Licht stehend, Emilio versunken in die Arbeit. | ||
"So, für heute fertig" sagte er einige Zeit später zu ihr. "Wollt Ihr einmal schauen?" | "So, für heute fertig" sagte er einige Zeit später zu ihr. "Wollt Ihr einmal schauen?" | ||
Die junge Domna legte den Brokat ab und war auf halbem Weg, da drang plötzlich ein krachendes Scheppern aus dem untenliegenden Stockwerk. Jemand war im Gebäude mit ihnen. | Die junge Domna legte den Brokat ab und war auf halbem Weg, da drang plötzlich ein krachendes Scheppern aus dem untenliegenden Stockwerk. Jemand war im Gebäude mit ihnen. | ||