Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 13: Unterschied zwischen den Versionen

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Charrizul warf Rustam einen fragenden Blick zu, aber dieser schüttelte den Kopf - sie verstanden beide kein einziges Wort vom schnellen Singsang der Flachländer, die beim Sprechen wild mit den Händen herumfuchtelten. Und sowas sollte eine Sprache sein, obwohl darin kein einziger Tier- oder Naturlaut vorkam? Die beiden Männer waren mit langen Messern bewaffnet, die junge Frau und der Alte offenbar nicht. Der große Hund, der in der Hütte kläffte, machte den beiden Ferkinas mehr Sorgen, als die Menschen - aber solange die Hüttentür geschlossen war, konnte er ihnen nicht gefährlich werden. Rustam wollte das Mädchen als seine erste Sklavin rauben und Charrizul wollte seinem Häptling die Köpfe der beiden Männer bringen. Wenn es ihm vielleicht sogar gelang, den jüngeren lebend zu fangen, so konnten sie ihn martern und quälen bis er den Aufenthaltsort der verhassten Yil'Hayatim preisgab - der Häuptling und der alte Nuranshâr sprachen schließlich die Sprache der Flachländer - und der neue Nuranshâr sah selbst aus wie einer. Charrizul packte seine erbeutete Streitaxt fester und stieß Rustam an. Blitzartig schnellten die beiden jungen Ferkinas hoch und griffen die zusamenzuckenden Flachländer unter furchterregendem Geheule an.
Charrizul warf Rustam einen fragenden Blick zu, aber dieser schüttelte den Kopf - sie verstanden beide kein einziges Wort vom schnellen Singsang der Flachländer, die beim Sprechen wild mit den Händen herumfuchtelten. Und sowas sollte eine Sprache sein, obwohl darin kein einziger Tier- oder Naturlaut vorkam? Die beiden Männer waren mit langen Messern bewaffnet, die junge Frau und der Alte offenbar nicht. Der große Hund, der in der Hütte kläffte, machte den beiden Ferkinas mehr Sorgen, als die Menschen - aber solange die Hüttentür geschlossen war, konnte er ihnen nicht gefährlich werden. Rustam wollte das Mädchen als seine erste Sklavin rauben und Charrizul wollte seinem Häptling die Köpfe der beiden Männer bringen. Wenn es ihm vielleicht sogar gelang, den jüngeren lebend zu fangen, so konnten sie ihn martern und quälen bis er den Aufenthaltsort der verhassten Yil'Hayatim preisgab - der Häuptling und der alte Nuranshâr sprachen schließlich die Sprache der Flachländer - und der neue Nuranshâr sah selbst aus wie einer. Charrizul packte sein Steinbeil fester und stieß Rustam an. Blitzartig schnellten die beiden jungen Ferkinas hoch und griffen die zusamenzuckenden Flachländer unter furchterregendem Geheule an.


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"Ihr beiden", flüsterte er, "kommt mir gerade recht."
"Ihr beiden", flüsterte er, "kommt mir gerade recht."


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Moritatio tat es dem Streitziger gleich und zog ebenfalls sein Rapier - die beiden anstürmenden Wilden erwartend. <br>Eigentlich war es seine Intention gewesen, sich den Jüngeren und etwas weniger muskulösen der beiden vorzuknöpfen und den kräftigeren, der bereits einige Schmucknarben trug, der angeblich ''"schnellsten Klinge des ganzen Landes"'' zu überlassen.<br>
Aber die Ferkinas machten ihm einen Strich durch die Rechnung, denn sie scherten sich einen Dreck um die ungeschriebenen uralten Gesetzmäßigkeiten des Fechtens und der Ehre, wie etwa die, sich stets den ebenbürtigsten Gegner zu erwählen. So griff der größere zottelbärtige Krieger mit seinem Steinbeil ihn an, während der Jüngere, der mit einem Speer bewaffnet war, geradewegs auf die schreckensstarre Zaida zuhielt.<br>
Der Ferkina rannte geradewegs in ihn hinein, dabei weit mit seiner archaischen Waffe ausholend, die Moritatio nur mit Mühe und Not knapp über seinem Kopf parieren konnte. Die eigene Klinge wurde ihm heftig gegen den Schädel geprellt. Er spürte an dem warmen rinnenden Blut, daß er sich dabei eine Platzwunde auf der Stirn zugezogen hatte. Jetzt aus unmittelbarer Nähe erkannte der Hofjunker den möglicherweise etwa gleichaltrigen, penetrant nach Schweiß und einem ranzigen Körperfett stinkenden Ferkina wieder und er wußte, wo er ihn zum ersten Mal gesehen hatte.<br>
"Dom Gendahar! Das ist der Lump, der das Heilige Rossbanner gestohlen hat!" brüllte er zum Streitziger hinüber.<br>
Der Ferkina grunzte seinerseits etwas in seiner kehligen Sprache und griff mit der Linken in Moritatios Haarschopf, offenbar um ihm den Kopf an den Haaren nach hinten zu reißen.<br>
Wütend rammte ihm Moritatio den Griffkorb seines Rapiers in die Zähne, was ihn wieder etwas auf Distanz brachte. Der Mistkerl hatte ihm dabei eine ganze Handvoll schwarzer Locken ausgerissen - seine Kopfhaut brannte wie Feuer. Moritatio ging sofort mit seitlichen Ausfallsprüngen zum Gegenangriff über, wie er es im Fechtsaal der Residencia hunderte Male geübt hatte. Jetzt würde sich zeigen, ob die Lektionen des alten Hauptmanns Harden von Ragathsquell etwas wert waren, der das Banner der Hofjunker drillte. Anders als Filippo di Lacara oder Juanito di Dubiana, mit denen er bei solchen Exerziten meistens die Klingen kreuzte, wich der Wilde aber nicht tänzelnd zurück, sondern er ließ einfach ohne jede Parade zu, daß Moritatios Rapier sein Standbein touchierte, während er selbst weitausholend einen neuen Schlag gegen Moritatios Schädel führte, als wolle er eine junge Eiche mit einem einzigen Schlag fällen.<br>
Der Vanyadaler musste zurückspringen und sah dabei, daß sich der Streitziger rechtzeitig zwischen den anderen Ferkina und Zaida gestellt hatte. Dieser schien nur Augen für die junge Waldwachterin zu haben und sah in dem Yaquirtaler und dem alten Heiler offenbar nur Hindernisse, die er schnell aus dem Weg räumen musste, um an sein Ziel zu gelangen. Mit gefletschten Zähnen und irrem Knurren stach er mit seinem Speer nach dem Thangolforster, den dieser aber leicht mit hochgezogener Augenbraue abwehrte.<br> Sofort umfasste der Streitziger mit der linken Hand den Schaft des Speeres und holte mit dem Schwertarm zum Todesstoß aus, als der alte Heiler plötzlich rief: "Neeeeiiin! Tötet ihn nicht! Auch dieser arme Wilde ist ein Geschöpf der Ewigjungen!"
[[Charrizul iban Buskurzuf]] griff sich böse knurrend an sein verletztes Bein, in daß ihn der junge Krieger der Yil'Hayatim gestochen hatte. Dafür würde er ihn eigenhändig zu Tode martern, wenn er das Versteck seiner Anführerin erst verraten hatte. Aber dazu musste er ihn vor den Shâr oder Nuranshâr schleifen, denn er selbst verstand das Gewinsel der Blutlosen einfach nicht.<br>
Rustam war noch ein dummer Junge, blind in seiner Geilheit für das schwarzlockige Mädchen. Wenn ihn der goldhaarige Krieger gleich tötete, so mußte Charrizul auch diesen bezwingen - dazu musste er den bartlosen Jüngling aber erst schnell kampfunfähig machen, der hin- und her hopste, als kämpfe er barfuß auf glühenden Kohlen. <br>Mit dem lauten imitierten Schrei eines Schakals stürzte er sich erneut auf Moritatio.
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