Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 03: Unterschied zwischen den Versionen
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''Du kannst nicht vor dem Gesinde und unserem Landvolk wie eine Streunerin oder Brigantin herumlaufen!'' | ''Du kannst nicht vor dem Gesinde und unserem Landvolk wie eine Streunerin oder Brigantin herumlaufen!'' | ||
Die Worte ihrer Tante klangen [[Richeza Aldonaza von Scheffelstein|Richeza]] noch immer in den Ohren. Streunerin? Schlimm genug! Aber eine Brigantin, eine Räuberin, hatte sie noch niemand genannt! Sie hatte noch ganz anderen Magnaten aus weit geringerem Anlass den Handschuh ins Gesicht geworfen! Doch sie brauchte ihre Tante. Also schluckte sie ihren Ärger | Die Worte ihrer Tante klangen [[Richeza Aldonaza von Scheffelstein|Richeza]] noch immer in den Ohren. Streunerin? Schlimm genug! Aber eine Brigantin, eine Räuberin, hatte sie noch niemand genannt! Sie hatte noch ganz anderen Magnaten aus weit geringerem Anlass den Handschuh ins Gesicht geworfen! Doch sie brauchte ihre Tante. Also schluckte sie ihren Ärger hinunter. | ||
Sie war zu wütend, um dem jungen Moritatio Beachtung zu schenken, und auch die Rüstkammer und die Prahlerei ihrer Tante drangen kaum in ihr Bewusstsein. Erst als Rifada ihr die Brünne zuwarf, wurde sie unsanft zurück in die Gegenwart geholt. Ihre Tante meinte es wirklich ernst! | Sie war zu wütend, um dem jungen Moritatio Beachtung zu schenken, und auch die Rüstkammer und die Prahlerei ihrer Tante drangen kaum in ihr Bewusstsein. Erst als Rifada ihr die Brünne zuwarf, wurde sie unsanft zurück in die Gegenwart geholt. Ihre Tante meinte es wirklich ernst! | ||
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Ehrfürchtig und fast bedauernd strich sie über die verzierte Parierstange, ehe sie Domna Rifada mit großen Augen ansah. "Ich möchte weder Euch, noch Ihre Durchlaucht Domna Rahjada beleidigen, wenn ich ihn führe." | Ehrfürchtig und fast bedauernd strich sie über die verzierte Parierstange, ehe sie Domna Rifada mit großen Augen ansah. "Ich möchte weder Euch, noch Ihre Durchlaucht Domna Rahjada beleidigen, wenn ich ihn führe." | ||
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]] | |||
[[Rifada da Vanya|Rifada]] fing die amazonische Brünne, die [[Richeza Aldonaza von Scheffelstein|Richeza]] zu ihr zurückwarf, erschrocken auf und musterte ihre Nichte von Kopf bis Fuß, als sähe sie sie das allererste Mal. Dann nickte sie und stellte in ihrer rücksichtslosen | |||
Ehrlichkeit, die die Wenigsten gut ertragen konnten, lakonisch fest: "Stimmt! Du bist ja tatsächlich klein wie ein Zwerg!" Sie zuckte mit den Schultern. "Deine Mutter war auch so eine halbe Portion, sie reichte mir kaum bis zur Nasenspitze." | |||
Die weiteren folgenden Worte ihrer Nichte gefielen ihr sichtlich noch weniger. Als diese geendet hatte, fasste sie sie grob unterm Kinn und hob Richezas Kopf an, sodass sie kerzengerade aufrecht stehen und Rifada geradewegs in die Augen blicken musste. | |||
"Schmachfug! Hat man schon jemals einen solchen Unsinn gehört? Natürlich bist du eine Kriegerin - das liegt in unserem Blut! Es hat dir vielleicht nur bislang noch niemand beigebracht, wie man richtig vom Pferderücken mit dem Säbel kämpft. Ab sofort werden wir jeden Morgen eine Stunde mit stumpfen Waffen fechten! Wir haben nichts mit den verlogenen Yaquirtaler Laffen gemein, mit denen du dich vergleichst! Für sie bedeutet Kriegführen, farbige Holzklötze auf einer Landkarte hin und her zu schieben. Wir Ragatier sind aus anderem Holz geschnitzt! Die dünne Stricknadel, die du an der Seite trägst, mag dir vielleicht im schmutzigen Punin helfen, dir deine zahlreichen Verehrer vom Leib zu halten. Aber die Ferkinas kennen keine Fechtregeln - sie wirst du damit nicht beeindrucken können!" | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:Von Scheffelstein|von Scheffelstein]] | |||
[[Richeza Aldonaza von Scheffelstein|Richeza]] kochte vor Wut. Schon lange nicht mehr hatte sie sich so gedemütigt gefühlt. Und dann noch von einem Mitglied der eigenen Familia! Dass ihre Tante in der Sache recht hatte, machte es nicht besser. Musste sie eigentlich jeder immer wieder wie ein dummes Mädchen behandeln? Wie alt war sie jetzt? Fünfunddreißig? Und nichts hatte sich daran geändert! | |||
"Nun habt Ihr in wenigen Sätzen meine Mutter - und mich gleich zweimal - beleidigt!", stieß sie zornig zwischen den Zähnen hervor. "In ''meiner'' Familie ist es üblich, einander zumindest ein Mindestmaß an Respekt zu zollen, vielleicht auch einmal ein freundliches Wort für sein Gegenüber zu finden. Aber ''das'' scheint wohl nicht im Blute meiner Mutter zu liegen." | |||
Die Edle entriss Rifada ihr Kinn und trat einen Schritt zurück. "Und was die ''Stricknadel'' angeht: Mögt Ihr meine Art zu kämpfen auch noch so verachten, sie hat schon manchen Ferkina ins Jenseits befördert! Wir sollten uns lieber sorgen, wie weit wir mit den Pferden überhaupt in die Berge gelangen, Säbel hin oder her." | |||