Chronik.Ereignis1040 Zwischen Ober- und Unter-Punin 03: Unterschied zwischen den Versionen

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Eine Woche später, und [[Emilio Lampérez di Rueda|Emilio]] ließ sich als Besucher durch das [[Königliches Kriegerseminar|Kriegerseminar]] führen - von einer [[Geronie Sforigan|Frau, die Kustodin war]], und meinte, sie mache das ständig. Es wirkte trotzdem so, als wäre Emilio der Erste, dem sie seit langem all die Geschichten erzählen konnte. Er tat sein Bestes, nickte häufig und versuchte, mitzukommen. Nach allem, was [[Tsayano Valeroso Taubentanz|Tsayano]] erzählt hatte, interessierte ihn der Ort ja auch ehrlich. „''Sieben Jahre zu spät''“, hatte sein [[Nazir di Rueda|Soberan]] nur trocken vermerkt.


Die Führerin war wieder an einer Stelle stehen geblieben, die, zumindest oberflächlich, nicht erkennen ließ, was sie auszeichnete. Ein langgestrecktes Stück Gang. Emilio sah sich höflich dennoch die Umgebung an, dann der Zeugmeisterin ins Gesicht.
Die Führerin war wieder an einer Stelle stehen geblieben, die, zumindest oberflächlich, nicht erkennen ließ, was sie auszeichnete. Ein langgestrecktes Stück Gang. Emilio sah sich höflich dennoch die Umgebung an, dann der Zeugmeisterin ins Gesicht.
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Aktuelle Version vom 26. August 2026, 21:17 Uhr

Theaterviertel und Ober-Punin, Efferd 1040 BF

Autor: Amrit

Eine Woche später, und Emilio ließ sich als Besucher durch das Kriegerseminar führen - von einer Frau, die Kustodin war, und meinte, sie mache das ständig. Es wirkte trotzdem so, als wäre Emilio der Erste, dem sie seit langem all die Geschichten erzählen konnte. Er tat sein Bestes, nickte häufig und versuchte, mitzukommen. Nach allem, was Tsayano erzählt hatte, interessierte ihn der Ort ja auch ehrlich. „Sieben Jahre zu spät“, hatte sein Soberan nur trocken vermerkt.

Die Führerin war wieder an einer Stelle stehen geblieben, die, zumindest oberflächlich, nicht erkennen ließ, was sie auszeichnete. Ein langgestrecktes Stück Gang. Emilio sah sich höflich dennoch die Umgebung an, dann der Zeugmeisterin ins Gesicht. „Die nächste Wende, und es war eine erkleckliche, kam dann im 596er Jahr. Was meint Ihr, hat da den Umschwung eingeleitet?“ Sie sah Emilio begeistert an.
Er zermarterte zwar seinen Kopf, fürchtete aber, dass er hier nur enttäuschen konnte. Sein fragendes Gesicht war aber offenbar alles, was die Frau sich erhofft hatte.

„Das Garether Pamphlet! Genauer gesagt ein Passus darin. Unser Seminar erlangte in diesem denkwürdigen Jahr das künftige Recht, Kriegerbriefe auszustellen. Wie Ihr Euch sicher denken könnt, führte dies zu starkem Zulauf, zu stetig wachsender Förderung durch die Eslamidenkaiser. Das Kriegerseminar im Aufwind!“ Kustodin Geronie Sforigan teilte mit strahlendem Gesicht eine längere Auflistung. Schließlich besann sie sich darauf, dass es auch Räume zu besichtigen gab, und schloss die schwere Eichentüre neben sich auf.

Geruch nach Pergament und Leder, Emilio erkannte die Bibliothek, noch ehe er eintrat. Während Frau Sforigan den Unauer Krieg umriss, ließ Emilio den Blick über die Buchrücken gleiten.
Der Unauer Krieg zog sich, und bald hatte Emilio einen Eindruck der Bestände.
Er wirkte vor der Kustodin immer noch unverändert höflich.

Die Ungehaltenheit brach erst durch, als er Stunden später wieder zuhause war, im Gespräch mit seiner Mutter: „Kampfkunsttraktate, Heeresgeschichte, so etwas! Natürlich erwartet man solche Bücher. Aber es waren die einzigen!
Die ganze Bibliothek… und die Schüler sind zehn Jahre dort! Und anfangs dürfen sie das Gebäude nicht mal verlassen! Es ist…“ Er konnte nicht einmal in Worte fassen, wie es war.

Rahjalina konnte es auch nicht nachvollziehen, aber dass ihr Sohn in Mitleidenschaft gezogen war, sah sie deutlich. Sie schob daher ein: „So war das also.“ Ein mitfühlendes Kopfschütteln
„Zu deiner Frage: Ja, ist in Ordnung! Es gehört ohnehin dir. Mach ruhig.“
Sie lächelte ihren Sohn aufmunternd an und hoffte, er würde sich nun beruhigen.

Einen Tag später bekam Tsayano ins Kriegerseminar ein Paket zugestellt.
In braunes Papier eingeschlagen fand sich ein recht großes, ledergebundenes Buch. Abenteuerliche Reiseberichte von den Gewürzinseln bis ins ewige Eis, mit zahlreichen Illustrationen von Landschaften, Völkern, fremdartigen Tieren und Kreaturen.
„Ich hoffe, das ist in Ordnung - Emilio“ stand mit Graphitstift hinter dem Deckblatt.