Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 09: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Obstbaumblüte hatte geendet, ihr leises Verklingen im Orchester des Frühlings war für [[Emilio Lampérez di Rueda|Emilio]] fast unbemerkt verstrichen, was er mit leisem Bedauern erkannte. | Die Obstbaumblüte hatte geendet, ihr leises Verklingen im Orchester des Frühlings war für [[Emilio Lampérez di Rueda|Emilio]] fast unbemerkt verstrichen, was er mit leisem Bedauern erkannte. | ||
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Es war das Ansprechen von “Atelier”, das die Erinnerung des Künstlers anstieß, gefolgt von einem Gefühl leiser und kalter Unruhe. Der Mann ähnelte der Gestalt in Grisoldos Skizze - dem heimlichen Abbild [[Dulcinea di Alina|Dulcineas]], das der di Rueda beauftragt hatte. | Es war das Ansprechen von “Atelier”, das die Erinnerung des Künstlers anstieß, gefolgt von einem Gefühl leiser und kalter Unruhe. Der Mann ähnelte der Gestalt in Grisoldos Skizze - dem heimlichen Abbild [[Dulcinea di Alina|Dulcineas]], das der di Rueda beauftragt hatte. | ||
[[Bild:Dulcineo.png|right|thumb|250px|Der mögliche Auftraggeber]] | |||
Völlig sicher war Emilio sich nicht, er warf aber einen neuen, aufmerksamen Blick auf die Gruppe. Sein Gast, der ihn um ein Stück überragte, war von schlanker und sehniger Statur, ohne dabei schwach auszusehen. Das halblange und krause schwarze Haar war zu einem Eslamszopf gebändigt und seine Kleidung - gestärktes Hemd, dunkelgrüner Samt - passte zu einem niederen Provinzadeligen. | Völlig sicher war Emilio sich nicht, er warf aber einen neuen, aufmerksamen Blick auf die Gruppe. Sein Gast, der ihn um ein Stück überragte, war von schlanker und sehniger Statur, ohne dabei schwach auszusehen. Das halblange und krause schwarze Haar war zu einem Eslamszopf gebändigt und seine Kleidung - gestärktes Hemd, dunkelgrüner Samt - passte zu einem niederen Provinzadeligen. | ||
Auch ein Adeliger mit Bedeckung war nichts Ungewöhnliches. Doch wo der Mann, der nun in Emilios Hof stand, noch eine gewisse Haltung hatte, wirkten die beiden Bewaffneten eher grobschlächtig, wenn auch irgendwie zurechtgemacht. | Auch ein Adeliger mit Bedeckung war nichts Ungewöhnliches. Doch wo der Mann, der nun in Emilios Hof stand, noch eine gewisse Haltung hatte, wirkten die beiden Bewaffneten eher grobschlächtig, wenn auch irgendwie zurechtgemacht. | ||
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Der Dom und die Bewaffneten tauschten kurze Blicke aus, dann nahm er die Einladung Emilios an und folge ihm. | Der Dom und die Bewaffneten tauschten kurze Blicke aus, dann nahm er die Einladung Emilios an und folge ihm. | ||
Mit etwas Zeitabstand ging Emilios Wache Alonzo dem Hausherren und Gast hinterher, denn irgendwas an der Begrüßung seines Herren war ihm seltsam vorgekommen, auch wenn er noch nicht hätte sagen können, was genau. | Mit etwas Zeitabstand ging Emilios Wache Alonzo dem Hausherren und Gast hinterher, denn irgendwas an der Begrüßung seines Herren war ihm seltsam vorgekommen, auch wenn er noch nicht hätte sagen können, was genau. | ||
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In der kleinen Eingangshalle bemerkte der Gast: “Ihr habt hier allerhand zu tun, aber dennoch ein schmuckes Stück, Euer zukünftiges Atelier. Wie, sagtet Ihr noch gleich, seid ihr daran gekommen?” | In der kleinen Eingangshalle bemerkte der Gast: “Ihr habt hier allerhand zu tun, aber dennoch ein schmuckes Stück, Euer zukünftiges Atelier. Wie, sagtet Ihr noch gleich, seid ihr daran gekommen?” | ||
“Ich wurde belehnt, nachdem ich einem Kind des Barons geholfen habe. So ganz kann ich die Sache noch nicht glauben und erwarte halb, dass jederzeit jemand kommt und mir mitteilt, es sei alles ein Irrtum gewesen.” Emilio legte verlegen die Hand in den Nacken. “Aber danke für die freundlichen Worte.” In jedem normalen Gespräch hätte er der Aussagen mit freundlichem Lachen eine selbstironische Leichtigkeit gegeben. Das Risiko, dass sein Lachen womöglich nervös klingen könnte, hielt ihn nun aber ab . | “Ich wurde belehnt, nachdem ich einem Kind des Barons geholfen habe. So ganz kann ich die Sache noch nicht glauben und erwarte halb, dass jederzeit jemand kommt und mir mitteilt, es sei alles ein Irrtum gewesen.” Emilio legte verlegen die Hand in den Nacken. “Aber danke für die freundlichen Worte.” In jedem normalen Gespräch hätte er der Aussagen mit freundlichem Lachen eine selbstironische Leichtigkeit gegeben. Das Risiko, dass sein Lachen womöglich nervös klingen könnte, hielt ihn nun aber ab . | ||
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Im gut erhaltenen alten Trophäensaal stand sein Schreibtisch, und darauf einiges Verfängliches. Er geleitete den Edlen daher in das große Kaminzimmer, einen Raum, der für das Zwiegespräch zu weitläufig wirkte, und dessen früher sicher prächtige Decke in desolatem Zustand war. “Wie Ihr sagt, allerhand zu tun…” | Im gut erhaltenen alten Trophäensaal stand sein Schreibtisch, und darauf einiges Verfängliches. Er geleitete den Edlen daher in das große Kaminzimmer, einen Raum, der für das Zwiegespräch zu weitläufig wirkte, und dessen früher sicher prächtige Decke in desolatem Zustand war. “Wie Ihr sagt, allerhand zu tun…” | ||
''Diese verlogene Ratte, natürlich ist das ein Irrtum. Aber einer der dir sicher ganz recht gelegen kommt. Erzähl mir doch nicht, du wüsstest nichts von den Umständen, du Mendazo<small><sup>1</sup></small>. Ich werde dich…'' | '''''Diese verlogene Ratte, natürlich ist das ein Irrtum. Aber einer der dir sicher ganz recht gelegen kommt. Erzähl mir doch nicht, du wüsstest nichts von den Umständen, du Mendazo<small><sup>1</sup></small>. Ich werde dich…''''' | ||
''Das wirst du nicht. Die Sache in Punin, habe ich dir gegönnt, aber jetzt halte dich im Zaum. Daher bin ich es auch, der hier die Angelegenheiten regelt, nicht du. Es war ohnehin eine einfältige Idee, hierherzukommen. Jetzt lass mich das über die Bühne bringen, dann wissen wir immerhin, mit wem wir es zu tun haben. Er scheint mir tatsächlich eher ein kleiner Fisch, aber auch irgendwie vorsichtig. Und er hat mehr Gentenes<small><sup>2</sup></small> als ich erwartet hätte. Er muss Gönner haben. Also halte dich zurück, wir wissen noch nicht, mit wem wir es zu tun haben.'' | ''Das wirst du nicht. Die Sache in Punin, habe ich dir gegönnt, aber jetzt halte dich im Zaum. Daher bin ich es auch, der hier die Angelegenheiten regelt, nicht du. Es war ohnehin eine einfältige Idee, hierherzukommen. Jetzt lass mich das über die Bühne bringen, dann wissen wir immerhin, mit wem wir es zu tun haben. Er scheint mir tatsächlich eher ein kleiner Fisch, aber auch irgendwie vorsichtig. Und er hat mehr Gentenes<small><sup>2</sup></small> als ich erwartet hätte. Er muss Gönner haben. Also halte dich zurück, wir wissen noch nicht, mit wem wir es zu tun haben.'' | ||
''Pah, wir haben auch Verbündete…'' | '''''Pah, wir haben auch Verbündete…''''' | ||
''Sei still, ich muss mich konzentrieren, sonst bemerkt dieses Comdrejano<small><sup>3</sup></small> noch etwas.'' | ''Sei still, ich muss mich konzentrieren, sonst bemerkt dieses Comdrejano<small><sup>3</sup></small> noch etwas.'' | ||
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Dann senkte er den Kopf, fächerte sich wieder Luft zu und entgegnete: “Da war der Herr Phex Euch wahrlich gewogen...der Wiederaufbau muss eine echte Kraftanstrengung sein, vor allem weil die Felder hier sicherlich kaum Ertrag abwerfen, ich bin daran vorbeigekommen. Ihr müsst gute Freunde haben, um das hier zu stemmen, Maestro.” | Dann senkte er den Kopf, fächerte sich wieder Luft zu und entgegnete: “Da war der Herr Phex Euch wahrlich gewogen...der Wiederaufbau muss eine echte Kraftanstrengung sein, vor allem weil die Felder hier sicherlich kaum Ertrag abwerfen, ich bin daran vorbeigekommen. Ihr müsst gute Freunde haben, um das hier zu stemmen, Maestro.” | ||
Ein Nicken. “Darf ich Euch ein Glas Wein oder Ragazzo anbieten?” fragte Emilio, ganz der entgegenkommende Gastgeber. Er ging ein paar Schritt zu einem an der Wand stehenden Kabinett. Mit dem Gast in seinem Rücken jagte auch in Emilios Kopf ein Gedanke den anderen. Der “Edle von Boscoverde” war nun seit spürbarer Zeit hier und hatte noch mit keinem Wort das gewünschte Bild erwähnt, wegen dem er sich angekündigt hatte. Wenn es wirklich dieser Dulcineo war - er musste es fast sein - was, bei den gütigen Zwölfen wollte er hier? | Ein Nicken. “Darf ich Euch ein Glas Wein oder Ragazzo anbieten?” fragte Emilio, ganz der entgegenkommende Gastgeber. Er ging ein paar Schritt zu einem an der Wand stehenden Kabinett. Mit dem Gast in seinem Rücken jagte auch in Emilios Kopf ein Gedanke den anderen. Der “Edle von Boscoverde” war nun seit spürbarer Zeit hier und hatte noch mit keinem Wort das gewünschte Bild erwähnt, wegen dem er sich angekündigt hatte. Wenn es wirklich dieser Dulcineo war - er musste es fast sein - was, bei den gütigen Zwölfen wollte er hier?<br> | ||
Ein Anschlag? Konnte er ihn festsetzen lassen?<br> | Ein Anschlag? Konnte er ihn festsetzen lassen?<br> | ||
Der Junker füllte zwei Gläser. Nein, das musste er sich aus dem Kopf schlagen. Zu gefährlich, und vor allem: Das wäre nicht das Ende des Problems. Es wäre der Beginn einer ganzen Reihe von neuen Problemen, und nicht die Sorte, zu deren Lösung er befähigt war. | Der Junker füllte zwei Gläser. Nein, das musste er sich aus dem Kopf schlagen. Zu gefährlich, und vor allem: Das wäre nicht das Ende des Problems. Es wäre der Beginn einer ganzen Reihe von neuen Problemen, und nicht die Sorte, zu deren Lösung er befähigt war. | ||
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Mit den Gläsern in der Hand wendete er sich wieder um, wies auf ein bisschen zu staubige Sitzgelegenheiten nahe des dunkel offen klaffenden Steinkamins.<br> | Mit den Gläsern in der Hand wendete er sich wieder um, wies auf ein bisschen zu staubige Sitzgelegenheiten nahe des dunkel offen klaffenden Steinkamins.<br> | ||
“Danke, Maestro. Den Wein nehme ich gern.” Er nahm den Becher entgegen. Einer alten, paranoiden Angewohnheit folgend roch er kurz daran und wartete, bis Emilio einen Schluck genommen hatte. Dann nippte auch er am Getränk und sah wieder auf. Kurz wirkte es, als würde sein Blick dabei von einem starr-wütenden zu einem kalt-berechnenden wechseln. “Habt Dank.”, dann lauerte der Blick, “Aber Ihr habt meine Frage noch gar nicht beantwortet. Oder lebt es sich so gut von der Kunst allein?”<br> | “Danke, Maestro. Den Wein nehme ich gern.” Er nahm den Becher entgegen. Einer alten, paranoiden Angewohnheit folgend roch er kurz daran und wartete, bis Emilio einen Schluck genommen hatte. Dann nippte auch er am Getränk und sah wieder auf. Kurz wirkte es, als würde sein Blick dabei von einem starr-wütenden zu einem kalt-berechnenden wechseln. “Habt Dank.”, dann lauerte der Blick, “Aber Ihr habt meine Frage noch gar nicht beantwortet. Oder lebt es sich so gut von der Kunst allein?”<br> | ||
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''Er ahnt etwas oder er hält seine Verbindungen geheim. Das hier kann er nicht alles allein stemmen. Di Rueda ist kein großer Name, Lampérez sagt mir allerdings etwas, Patrizier…'' | ''Er ahnt etwas oder er hält seine Verbindungen geheim. Das hier kann er nicht alles allein stemmen. Di Rueda ist kein großer Name, Lampérez sagt mir allerdings etwas, Patrizier…'' | ||
''Wenn er etwas ahnt, kümmere ich mich auf der Stelle um ihn, eine Krämerfamilia allein ist kein Schutz.'' | '''''Wenn er etwas ahnt, kümmere ich mich auf der Stelle um ihn, eine Krämerfamilia allein ist kein Schutz.''''' | ||
''Da ist mehr, behalte dein Messer noch für dich. Er ahnt etwas, doch warum? Niemand kann hiervon wissen…'' | ''Da ist mehr, behalte dein Messer noch für dich. Er ahnt etwas, doch warum? Niemand kann hiervon wissen…'' | ||
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Jäh wurde der Gast aus seiner innerlichen Zwiesprache gerissen durch die Frage nach dem Gemälde. Wie war er nur auf diese Sache mit dem Portrait gekommen, noch dazu ein Familienportrait? Er musste improvisieren: “Ihr kommt schnell zur Sache, Maestro." - Langsam fiel Emilio auf, dass sein Gast durchwegs vermied, ihn als Adeligen anzusprechen. - "Dabei wollte ich Euch und Eure Arbeit zuerst kennenlernen, bevor ich mich für eine solche Investition entscheide. Aber wenn Ihr schon danach fragt… es ist der engste Kreis, nur ich und meine… Schwester.” | Jäh wurde der Gast aus seiner innerlichen Zwiesprache gerissen durch die Frage nach dem Gemälde. Wie war er nur auf diese Sache mit dem Portrait gekommen, noch dazu ein Familienportrait? Er musste improvisieren: “Ihr kommt schnell zur Sache, Maestro." - Langsam fiel Emilio auf, dass sein Gast durchwegs vermied, ihn als Adeligen anzusprechen. - "Dabei wollte ich Euch und Eure Arbeit zuerst kennenlernen, bevor ich mich für eine solche Investition entscheide. Aber wenn Ihr schon danach fragt… es ist der engste Kreis, nur ich und meine… Schwester.” | ||
''Du bist wahnsinnig, aber dieser Nervenkitzel gefällt mir, mi Hermano<small><sup>4</sup></small>.'' | '''''Du bist wahnsinnig, aber dieser Nervenkitzel gefällt mir, mi Hermano<small><sup>4</sup></small>.''''' | ||
''Wenn er etwas ahnt, dann verrät er sich so vielleicht.'' | ''Wenn er etwas ahnt, dann verrät er sich so vielleicht.'' | ||
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Nachdenklich betrachtete Emilio den Mann vor sich und stellte sich das Gemälde vor. Die Bindung an die “Schwester” war spürbar in den Worten seines Gegenübers. “Ja, das könnte ein gutes Bild werden.” Zu seiner eigenen Überraschung meinte Emilio es ehrlich. | Nachdenklich betrachtete Emilio den Mann vor sich und stellte sich das Gemälde vor. Die Bindung an die “Schwester” war spürbar in den Worten seines Gegenübers. “Ja, das könnte ein gutes Bild werden.” Zu seiner eigenen Überraschung meinte Emilio es ehrlich.<br> | ||
“Aber wo wir doch gerade über die Familia parlieren, wie steht es denn um Eure? Steht Ihr ihnen nah?” setzte Dulcineo nach. Emilio wirkte gedankenversunken: "Meinem Herzen am nächsten steht [[Avessandro Lampérez di Rueda|mein Bruder]]. Da haben wir also etwas gemeinsam.” Er hob leicht das Glas, wie in einem Salut. | “Aber wo wir doch gerade über die Familia parlieren, wie steht es denn um Eure? Steht Ihr ihnen nah?” setzte Dulcineo nach. Emilio wirkte gedankenversunken: "Meinem Herzen am nächsten steht [[Avessandro Lampérez di Rueda|mein Bruder]]. Da haben wir also etwas gemeinsam.” Er hob leicht das Glas, wie in einem Salut. | ||
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''Er hat etwas gemerkt.'' | ''Er hat etwas gemerkt.'' | ||
''Jetzt haben wir die Gelegenheit verpasst, ihm direkt einen Schlag zu verpassen.'' | '''''Jetzt haben wir die Gelegenheit verpasst, ihm direkt einen Schlag zu verpassen.''''' | ||
''Das war nie der Plan.'' | ''Das war nie der Plan.'' | ||
''Deiner vielleicht nicht.'' | '''''Deiner vielleicht nicht.''''' | ||
''Ja, ganz sicher nicht, wir haben etwas Besseres. Wir wissen nun mehr über ihn - und vor allem über seinen Bruder. Den müssen wir nur finden…'' | ''Ja, ganz sicher nicht, wir haben etwas Besseres. Wir wissen nun mehr über ihn - und vor allem über seinen Bruder. Den müssen wir nur finden…'' | ||
''Das werden wir…'' | '''''Das werden wir…''''' | ||
“Aber natürlich.” Dulcineo alias Dulcinea alias Dom Nessario erhob sich, stellte dabei seinen Becher absichtlich sehr nah an die Kante des Tischchens, an dem sie gesessen hatten. Im Schritt nach vorn strich er - wie aus Versehen - mit dem kurzen Umhang über das Glas, so dass er es hinunterriss und der Wein einen tiefroten Fleck auf dem Teppich darunter hinterließ. ''Dulcinea…!'', fluchte Dulcineo innerlich, suchte dann aber entschuldigende Worte. | “Aber natürlich.” Dulcineo alias Dulcinea alias Dom Nessario erhob sich, stellte dabei seinen Becher absichtlich sehr nah an die Kante des Tischchens, an dem sie gesessen hatten. Im Schritt nach vorn strich er - wie aus Versehen - mit dem kurzen Umhang über das Glas, so dass er es hinunterriss und der Wein einen tiefroten Fleck auf dem Teppich darunter hinterließ. ''Dulcinea…!'', fluchte Dulcineo innerlich, suchte dann aber entschuldigende Worte. | ||
“Wie ungeschickt von mir, Maestro, der gute Tropfen und der Teppich, jetzt sieht es hier aus wie nach einem Criminalfall, verzeiht mir meine Ungeschicktheit. Fügt es dann doch später | “Wie ungeschickt von mir, Maestro, der gute Tropfen und der Teppich, jetzt sieht es hier aus wie nach einem Criminalfall, verzeiht mir meine Ungeschicktheit. Fügt es dann doch später Eurem Salär hinzu.” | ||
Emilio war bei dem Geräusch hinter sich leicht zusammengefahren und nickte nur. | |||
Dulcineo ließ den Becher liegen und ging auf die Tür zu, hinter der Alonzo stand. “Alles weitere klären wir schriftlich, ich habe genug gesehen. Habt Dank für Euren Empfang.” Dann verließ er den Kaminsaal. | |||
Nachdem der Gast den Vorraum zur Haupttür durchquert und ins Freie getreten war, fragte Alonzo leise: “Hat er sich überhaupt eines Eurer Werke zeigen lassen, Dom?” - “Nein, nicht eines…”, war Emilios Antwort… | Nachdem der Gast den Vorraum zur Haupttür durchquert und ins Freie getreten war, fragte Alonzo leise: “Hat er sich überhaupt eines Eurer Werke zeigen lassen, Dom?” - “Nein, nicht eines…”, war Emilios Antwort… | ||
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Aktuelle Version vom 18. August 2026, 13:48 Uhr
Junkergut Alina, Ende Peraine 1047 BF
Die Obstbaumblüte hatte geendet, ihr leises Verklingen im Orchester des Frühlings war für Emilio fast unbemerkt verstrichen, was er mit leisem Bedauern erkannte. In anderen Jahren hätte er diese Zeit auf dem Pferderücken verbracht, durch die Landschaft ziehend. Nun verbrachten er und sein Pferd die Tage hauptsächlich zwischen den hohen Marmormauern des Peraine-Wehrstiftes in Alina, während draußen in Ingerimms Wärme das lichte Frühlingsgrün schon dunkleren Tönen wich. Sein Leben hatte sich verändert, war enger geworden - so wie der heutige Tag, der abgezirkelt war in Aufgaben.
Erst eine Unterredung mit der Geweihten der Gütigen aus dem Perainestift Schwanweiher zu Fragen, die um Verletzungen kreisten...von Alinas Salzgründen bis zu den zahlreichen Unfallopfern, die Selaques Marmorbrüche hereinspülten.
Dann die Anbahnung eines neuen Gemäldeauftrags - wieder ein Familienbild, nicht sein bevorzugtes Sujet, aber willkommen, da es ein Fenster für die Eingangshalle bedeuten konnte, Sold für weitere Wachen, oder für eine der zahlreichen anderen Notwendigkeiten.
Die Handwerker waren mit Anweisungen gut versorgt, doch ein Besuch bei einigen der Fellachen stand dann auch wieder an. Viele begegneten ihm noch verschlossen, vorsichtig, und Emilio konnte nur hoffen, sie würden ihre Rüstung langsam ablegen im Laufe der Zeit, wie der vermummte Wanderer in der Geschichte vom Wettstreit Firun und Rahjas.
Sich Schwarzensee nähernd, verweilte er am Ort, an den er die Trophäen verbracht hatte. Die wuchtigen Geweihe der toten Hirsche, Böcke und Rehe, die ihm im Castillo wie Mahnmale vor Augen gehangen waren, wirkten so anders hier, angebracht an hohen Bäumen, an Pflöcken, geschmückt mit Rauschgold und mit roten Seidenbändern. Er sah mit leiser Freude, dass der Grund darunter nun mit zahllosen Anemonen bestanden war, deren weiße Blütenkronen sich im leisesten Hauch sachte bewegten.
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Etwas später war er bei dem Jagdschlösschen angelangt, vorbereitet auf den Besuch des Edlen Nessario di Boscoverde, der sich in seinen Briefen als möglicher Auftraggeber angekündigt hatte.
Dieser verspätete sich und brachte, als er ankam, zwei Bewaffnete mit. Emilio, der den Gast höflich begrüßte, versuchte zu erinnern, woher er den Herren kannte, der ihm oberflächlich vertraut vorkam. Eine Veranstaltung in Ragath schien am wahrscheinlichsten. Der Schatten des breitkrempigen Huts und der stetig bewegte Fächer vor dem Gesicht machten es auch nicht einfacher. “So sieht also das Atelier eines Künstlers aus…”, kam es von hinter dem wedelnden Fächer hervor, in einem Ton, von dem man nicht sagen konnte, ob es echtes Interesse oder abfällige Bemerkung war.
Es war das Ansprechen von “Atelier”, das die Erinnerung des Künstlers anstieß, gefolgt von einem Gefühl leiser und kalter Unruhe. Der Mann ähnelte der Gestalt in Grisoldos Skizze - dem heimlichen Abbild Dulcineas, das der di Rueda beauftragt hatte.

Völlig sicher war Emilio sich nicht, er warf aber einen neuen, aufmerksamen Blick auf die Gruppe. Sein Gast, der ihn um ein Stück überragte, war von schlanker und sehniger Statur, ohne dabei schwach auszusehen. Das halblange und krause schwarze Haar war zu einem Eslamszopf gebändigt und seine Kleidung - gestärktes Hemd, dunkelgrüner Samt - passte zu einem niederen Provinzadeligen. Auch ein Adeliger mit Bedeckung war nichts Ungewöhnliches. Doch wo der Mann, der nun in Emilios Hof stand, noch eine gewisse Haltung hatte, wirkten die beiden Bewaffneten eher grobschlächtig, wenn auch irgendwie zurechtgemacht.
Er musste antworten. “Ja,” erwiderte Emilio etwas zögernd, “im Aufbau.” Nun sollte er den Gast wohl hereinbitten. Die drei Angekommenen gemeinsam durch die Räume zu führen, war jedoch - nach allem was er wusste und allem was er vermutete - etwas, das er tunlichst vermeiden wollte. So wies er einen nahe stehenden Bediensteten an, “die Männer des Dom di Boscoverde” in den Dienstbotentrakt zu führen und ihnen Stärkungen anzubieten. Ihren Herren lud er ein, ihn zu begleiten.
Der Dom und die Bewaffneten tauschten kurze Blicke aus, dann nahm er die Einladung Emilios an und folge ihm.
Mit etwas Zeitabstand ging Emilios Wache Alonzo dem Hausherren und Gast hinterher, denn irgendwas an der Begrüßung seines Herren war ihm seltsam vorgekommen, auch wenn er noch nicht hätte sagen können, was genau.
In der kleinen Eingangshalle bemerkte der Gast: “Ihr habt hier allerhand zu tun, aber dennoch ein schmuckes Stück, Euer zukünftiges Atelier. Wie, sagtet Ihr noch gleich, seid ihr daran gekommen?”
“Ich wurde belehnt, nachdem ich einem Kind des Barons geholfen habe. So ganz kann ich die Sache noch nicht glauben und erwarte halb, dass jederzeit jemand kommt und mir mitteilt, es sei alles ein Irrtum gewesen.” Emilio legte verlegen die Hand in den Nacken. “Aber danke für die freundlichen Worte.” In jedem normalen Gespräch hätte er der Aussagen mit freundlichem Lachen eine selbstironische Leichtigkeit gegeben. Das Risiko, dass sein Lachen womöglich nervös klingen könnte, hielt ihn nun aber ab .
Im gut erhaltenen alten Trophäensaal stand sein Schreibtisch, und darauf einiges Verfängliches. Er geleitete den Edlen daher in das große Kaminzimmer, einen Raum, der für das Zwiegespräch zu weitläufig wirkte, und dessen früher sicher prächtige Decke in desolatem Zustand war. “Wie Ihr sagt, allerhand zu tun…”
Diese verlogene Ratte, natürlich ist das ein Irrtum. Aber einer der dir sicher ganz recht gelegen kommt. Erzähl mir doch nicht, du wüsstest nichts von den Umständen, du Mendazo1. Ich werde dich…
Das wirst du nicht. Die Sache in Punin, habe ich dir gegönnt, aber jetzt halte dich im Zaum. Daher bin ich es auch, der hier die Angelegenheiten regelt, nicht du. Es war ohnehin eine einfältige Idee, hierherzukommen. Jetzt lass mich das über die Bühne bringen, dann wissen wir immerhin, mit wem wir es zu tun haben. Er scheint mir tatsächlich eher ein kleiner Fisch, aber auch irgendwie vorsichtig. Und er hat mehr Gentenes2 als ich erwartet hätte. Er muss Gönner haben. Also halte dich zurück, wir wissen noch nicht, mit wem wir es zu tun haben.
Pah, wir haben auch Verbündete…
Sei still, ich muss mich konzentrieren, sonst bemerkt dieses Comdrejano3 noch etwas.
Im Kopf des Besuchers herrschte Unruhe, wohl weil er sich mit dieser Aktion, bei der es beileibe nicht um den Auftrag eines Portraits ging, mal wieder in eine schwierige Situation begeben hatte. So stand der Gast nun also eine Weile da und starrte an die baufällige Decke.
Dann senkte er den Kopf, fächerte sich wieder Luft zu und entgegnete: “Da war der Herr Phex Euch wahrlich gewogen...der Wiederaufbau muss eine echte Kraftanstrengung sein, vor allem weil die Felder hier sicherlich kaum Ertrag abwerfen, ich bin daran vorbeigekommen. Ihr müsst gute Freunde haben, um das hier zu stemmen, Maestro.”
Ein Nicken. “Darf ich Euch ein Glas Wein oder Ragazzo anbieten?” fragte Emilio, ganz der entgegenkommende Gastgeber. Er ging ein paar Schritt zu einem an der Wand stehenden Kabinett. Mit dem Gast in seinem Rücken jagte auch in Emilios Kopf ein Gedanke den anderen. Der “Edle von Boscoverde” war nun seit spürbarer Zeit hier und hatte noch mit keinem Wort das gewünschte Bild erwähnt, wegen dem er sich angekündigt hatte. Wenn es wirklich dieser Dulcineo war - er musste es fast sein - was, bei den gütigen Zwölfen wollte er hier?
Ein Anschlag? Konnte er ihn festsetzen lassen?
Der Junker füllte zwei Gläser. Nein, das musste er sich aus dem Kopf schlagen. Zu gefährlich, und vor allem: Das wäre nicht das Ende des Problems. Es wäre der Beginn einer ganzen Reihe von neuen Problemen, und nicht die Sorte, zu deren Lösung er befähigt war.
Mit den Gläsern in der Hand wendete er sich wieder um, wies auf ein bisschen zu staubige Sitzgelegenheiten nahe des dunkel offen klaffenden Steinkamins.
“Danke, Maestro. Den Wein nehme ich gern.” Er nahm den Becher entgegen. Einer alten, paranoiden Angewohnheit folgend roch er kurz daran und wartete, bis Emilio einen Schluck genommen hatte. Dann nippte auch er am Getränk und sah wieder auf. Kurz wirkte es, als würde sein Blick dabei von einem starr-wütenden zu einem kalt-berechnenden wechseln. “Habt Dank.”, dann lauerte der Blick, “Aber Ihr habt meine Frage noch gar nicht beantwortet. Oder lebt es sich so gut von der Kunst allein?”
“Oh verzeiht. Ich dachte, es wäre eine Feststellung.” Emilio senkte kurz das Gesicht über seinem Weinglas. “Der finanzielle Aspekt ist eine leidige Sache, ja...! Umso mehr freut mich Euer Interesse an einem Familienportrait. Damit ich es besser abschätzen kann: Wer ist in dieser Sache denn zur Familie zu zählen?”
Er ahnt etwas oder er hält seine Verbindungen geheim. Das hier kann er nicht alles allein stemmen. Di Rueda ist kein großer Name, Lampérez sagt mir allerdings etwas, Patrizier…
Wenn er etwas ahnt, kümmere ich mich auf der Stelle um ihn, eine Krämerfamilia allein ist kein Schutz.
Da ist mehr, behalte dein Messer noch für dich. Er ahnt etwas, doch warum? Niemand kann hiervon wissen…
Jäh wurde der Gast aus seiner innerlichen Zwiesprache gerissen durch die Frage nach dem Gemälde. Wie war er nur auf diese Sache mit dem Portrait gekommen, noch dazu ein Familienportrait? Er musste improvisieren: “Ihr kommt schnell zur Sache, Maestro." - Langsam fiel Emilio auf, dass sein Gast durchwegs vermied, ihn als Adeligen anzusprechen. - "Dabei wollte ich Euch und Eure Arbeit zuerst kennenlernen, bevor ich mich für eine solche Investition entscheide. Aber wenn Ihr schon danach fragt… es ist der engste Kreis, nur ich und meine… Schwester.”
Du bist wahnsinnig, aber dieser Nervenkitzel gefällt mir, mi Hermano4.
Wenn er etwas ahnt, dann verrät er sich so vielleicht.
Nachdenklich betrachtete Emilio den Mann vor sich und stellte sich das Gemälde vor. Die Bindung an die “Schwester” war spürbar in den Worten seines Gegenübers. “Ja, das könnte ein gutes Bild werden.” Zu seiner eigenen Überraschung meinte Emilio es ehrlich.
“Aber wo wir doch gerade über die Familia parlieren, wie steht es denn um Eure? Steht Ihr ihnen nah?” setzte Dulcineo nach. Emilio wirkte gedankenversunken: "Meinem Herzen am nächsten steht mein Bruder. Da haben wir also etwas gemeinsam.” Er hob leicht das Glas, wie in einem Salut.
“Salut. Auf die Geschwisterliebe. Auf Euren Bruder, auf meine Schwester, mögen sie stets bei bester Gesundheit bleiben.”, war die schlichte Antwort, die einen leichten, aber seltsamen Unterton hatte. Innerlich grinste Dulcinea ein beinahe dämonisches Lächeln, auch wenn Dulcineo äußerlich neutral wirkte.
Der di Rueda nickte dazu. Sein Gegenüber war schwer lesbar - und er war sich immer noch nicht gänzlich sicher, ob er wirklich einen di Alina vor sich sitzen hatte - Emilio hatte aber das Gefühl, dass der verborgen spürbare Zorn in diesem Augenblick etwas ruhiger geworden war. Ein Teil von ihm hatte den seltsamen Wunsch, dem anderen zu sagen, dass er dessen Wut nachvollziehen konnte. Dass Emilios Familie noch nach hundert Jahren die Wunde ihres verlorenen Landes in Shinadra fühlte. Dass er selbst vermutlich tief aufgebracht wäre, wenn jemand anderes dieses Gut erhalten würde. Es war natürlich vollkommen unmöglich, etwas in der Art auch nur anzudeuten. Zumindest schien es diesen kleinen, flüchtigen Moment von Gleichstimmung zu geben: Dass Dulcineo und er ähnlich empfanden, was Geschwister betraf. Es war wahrscheinlich gut, das Gespräch an diesem Punkt zu beenden. “Danke für die Unterredung, Dom Nessario. Mich rufen die Pflichten. Wollen wir das Übrige auf dem Postwege festsetzen?”
Emilio bewegte sich zur Tür, hinter der er, zu seiner Überraschung, Alonzo warten sah. Er nickte der Wache dankbar zu. Ein guter Mann, er sollte ihn auf jeden Fall im Sold behalten.
Er hat etwas gemerkt.
Jetzt haben wir die Gelegenheit verpasst, ihm direkt einen Schlag zu verpassen.
Das war nie der Plan.
Deiner vielleicht nicht.
Ja, ganz sicher nicht, wir haben etwas Besseres. Wir wissen nun mehr über ihn - und vor allem über seinen Bruder. Den müssen wir nur finden…
Das werden wir…
“Aber natürlich.” Dulcineo alias Dulcinea alias Dom Nessario erhob sich, stellte dabei seinen Becher absichtlich sehr nah an die Kante des Tischchens, an dem sie gesessen hatten. Im Schritt nach vorn strich er - wie aus Versehen - mit dem kurzen Umhang über das Glas, so dass er es hinunterriss und der Wein einen tiefroten Fleck auf dem Teppich darunter hinterließ. Dulcinea…!, fluchte Dulcineo innerlich, suchte dann aber entschuldigende Worte. “Wie ungeschickt von mir, Maestro, der gute Tropfen und der Teppich, jetzt sieht es hier aus wie nach einem Criminalfall, verzeiht mir meine Ungeschicktheit. Fügt es dann doch später Eurem Salär hinzu.” Emilio war bei dem Geräusch hinter sich leicht zusammengefahren und nickte nur. Dulcineo ließ den Becher liegen und ging auf die Tür zu, hinter der Alonzo stand. “Alles weitere klären wir schriftlich, ich habe genug gesehen. Habt Dank für Euren Empfang.” Dann verließ er den Kaminsaal.
Nachdem der Gast den Vorraum zur Haupttür durchquert und ins Freie getreten war, fragte Alonzo leise: “Hat er sich überhaupt eines Eurer Werke zeigen lassen, Dom?” - “Nein, nicht eines…”, war Emilios Antwort…
1almad.: Verlogener
2almad.: Leute
3almad.: Wiesel
4almad.: mein Bruder
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