Chronik.Ereignis1047 Der Ruf der Silbernen Krähe 02: Unterschied zwischen den Versionen

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==Der Ruf der Stillen Schwester, Travia [[Annalen:1047|1047]] BF==
==Der Ruf der Stillen Schwester, Travia [[Annalen:1047|1047]] BF==
'''Autoren:''' [[Benutzer:CuervoOscuro|CuervoOscuro]]
'''Autor:''' [[Benutzer:CuervoOscuro|CuervoOscuro]]


''>>Die Szene brach auseinander wie Glas. Alles um Rondraldo herum fiel in Dunkelheit und dann erschien SIE ihm. Eine Frau in einem weißen Kleid. Das Antlitz ähnelte jenem Yezabellas und war ebenso wie die Füße und ihre Hände bleich wie Mondlicht. In ihren braunen Locken steckte eine weiße Marbenblüte, in ihren Händen hielt SIE eine Sanduhr.''
''>>Die Szene brach auseinander wie Glas. Alles um Rondraldo herum fiel in Dunkelheit und dann erschien SIE ihm. Eine Frau in einem weißen Kleid. Das Antlitz ähnelte jenem Yezabellas und war ebenso wie die Füße und ihre Hände bleich wie Mondlicht. In ihren braunen Locken steckte eine weiße Marbenblüte, in ihren Händen hielt SIE eine Sanduhr.''
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''SIE hob ihren Blick. In der Schwärze ihrer Augen funkelten zwei kleine Sterne.''
''SIE hob ihren Blick. In der Schwärze ihrer Augen funkelten zwei kleine Sterne.''


''Rondraldo sah die dunkle Kluft. Das Marbenval in seiner Heimat, der er einst den Rücken kehrte. Über der Kluft kreisten schwarze Geier, die Schatten auf den Boden warfen, die der Silhouette eines Mann glichen.''
''Rondraldo sah die dunkle Kluft. Das Marbenval in seiner Heimat, der er einst den Rücken kehrte. Über der Kluft kreisten schwarze Geier, die Schatten auf den Boden warfen, die der Silhouette eines Mannes glichen.''


''Sein eigenes Antlitz … älter … ernster, mit einem Ausdruck, den er noch nie getragen hat. In seinem Arm ein Schwert, das nicht aus Stahl geschmiedet war, sondern aus Schatten und Mondlicht bestand.''
''Sein eigenes Antlitz … älter … ernster, mit einem Ausdruck, den er noch nie getragen hat. In seinem Arm ein Schwert, das nicht aus Stahl geschmiedet war, sondern aus Schatten und Mondlicht zu bestehen schien.''


''Die Stille Schwester zeigte ihm nicht etwa, was er zu tun hatte, sondern dass er nicht mehr der Mann war, der er glaubte zu sein.''
''Die Stille Schwester zeigte ihm nicht etwa, was er zu tun hatte, sondern dass er nicht mehr der Mann war, der er zu sein glaubte.''


''Nur ein Satz bleibt, wie ein Nachhall in seinem Geist: “Du bist nicht entkommen - du wurdest verschont.”''
''Nur ein Satz blieb wie ein Nachhall in seinem Geist: “Du bist nicht entkommen - du wurdest verschont.”''


''Dann fiel Rondraldo in einen Brunnen aus Dunkelheit und erwachte mit einem Ruck.<<''
''Dann fiel Rondraldo in einen Brunnen aus Dunkelheit und erwachte mit einem Ruck.<<''


Sein Herz hämmerte in der Brust, die Hände zitterten und Rondraldo was schweißgebadet, als er aus jenem Traum erwachte, der ihn schon seit Monden quälte. Wieder und wieder musste er die schmerzhaften Vorkommnisse am Blutpass durchleben. Wieder und wieder sprach SIE zu ihm. Der Caballero hoffte, dass dies aufhören würde, wenn er die Nähe zur Kluft suchte, wie SIE es ihm gezeigt hatte, doch dies war nicht der Fall.
Sein Herz hämmerte in der Brust, die Hände zitterten und Rondraldo war schweißgebadet, als er aus jenem Traum erwachte, der ihn schon seit Monden quälte. Wieder und wieder musste er die schmerzhaften Vorkommnisse am Blutpass durchleben. Wieder und wieder sprach SIE zu ihm. Der Caballero hatte gehofft, dass dies aufhören würde, wenn er die Nähe zur Kluft suchte, wie SIE es ihm gezeigt hatte, doch dies war nicht der Fall.


Der Ruf einer Krähe ließ ihn hin zum Fenster seines Gemachs auf dem heimatlichen Castillo Valdecorneja blicken. Wie jedes Mal, wenn ihn diese Träume plagten, saß wieder die silberne Krähe in seinem Fenster. Neugierig musterte das Federvieh ihn mit schräg gelegtem Haupt.  
Der Ruf einer Krähe ließ ihn hin zum Fenster seines Gemachs auf dem heimatlichen [[Castillo Valdecorneja]] blicken. Wie jedes Mal, wenn ihn diese Träume plagten, saß wieder die silberne Krähe in seinem Fenster. Neugierig musterte das Federvieh ihn mit schräg gelegtem Haupt.  


“Husch”, versuchte Rondraldo sie von seinem Bett aus zu verscheuchen, doch stieß der Vogel lediglich abermals einen krächzenden Schrei aus.  
“Husch”, versuchte Rondraldo sie von seinem Bett aus zu verscheuchen, doch stieß der Vogel lediglich abermals einen krächzenden Schrei aus.  

Aktuelle Version vom 19. Juli 2026, 17:00 Uhr

Der Ruf der Stillen Schwester, Travia 1047 BF

Autor: CuervoOscuro

>>Die Szene brach auseinander wie Glas. Alles um Rondraldo herum fiel in Dunkelheit und dann erschien SIE ihm. Eine Frau in einem weißen Kleid. Das Antlitz ähnelte jenem Yezabellas und war ebenso wie die Füße und ihre Hände bleich wie Mondlicht. In ihren braunen Locken steckte eine weiße Marbenblüte, in ihren Händen hielt SIE eine Sanduhr.

Marbos Stimme hatte keinen Klang. Sie war ein Gefühl, das sich auf Rondraldos Brust legte wie kalter Rauch.

“Du hast gesehen, was stirbt - jetzt sieh, was bleiben soll.”

SIE hob ihren Blick. In der Schwärze ihrer Augen funkelten zwei kleine Sterne.

Rondraldo sah die dunkle Kluft. Das Marbenval in seiner Heimat, der er einst den Rücken kehrte. Über der Kluft kreisten schwarze Geier, die Schatten auf den Boden warfen, die der Silhouette eines Mannes glichen.

Sein eigenes Antlitz … älter … ernster, mit einem Ausdruck, den er noch nie getragen hat. In seinem Arm ein Schwert, das nicht aus Stahl geschmiedet war, sondern aus Schatten und Mondlicht zu bestehen schien.

Die Stille Schwester zeigte ihm nicht etwa, was er zu tun hatte, sondern dass er nicht mehr der Mann war, der er zu sein glaubte.

Nur ein Satz blieb wie ein Nachhall in seinem Geist: “Du bist nicht entkommen - du wurdest verschont.”

Dann fiel Rondraldo in einen Brunnen aus Dunkelheit und erwachte mit einem Ruck.<<

Sein Herz hämmerte in der Brust, die Hände zitterten und Rondraldo war schweißgebadet, als er aus jenem Traum erwachte, der ihn schon seit Monden quälte. Wieder und wieder musste er die schmerzhaften Vorkommnisse am Blutpass durchleben. Wieder und wieder sprach SIE zu ihm. Der Caballero hatte gehofft, dass dies aufhören würde, wenn er die Nähe zur Kluft suchte, wie SIE es ihm gezeigt hatte, doch dies war nicht der Fall.

Der Ruf einer Krähe ließ ihn hin zum Fenster seines Gemachs auf dem heimatlichen Castillo Valdecorneja blicken. Wie jedes Mal, wenn ihn diese Träume plagten, saß wieder die silberne Krähe in seinem Fenster. Neugierig musterte das Federvieh ihn mit schräg gelegtem Haupt.

“Husch”, versuchte Rondraldo sie von seinem Bett aus zu verscheuchen, doch stieß der Vogel lediglich abermals einen krächzenden Schrei aus.

“Ich bin hier, was willst du sonst noch von mir?”, fragte er dann in etwas ungehaltenerem Ton. Worte, auf die abermals ein Krächzen folgen sollte.

Rondraldo seufzte und fasste sich auf jenen geschliffenen Granat, den er an einer Kette um den Hals trug. Es war jener Stein, den Yezabella immer mit sich trug. Musste er die Überreste seiner großen Liebe und seiner anderen Leute nahe Erkenstein begraben lassen, so war sie durch dieses Kleinod doch auch immer noch bei ihm. Es beruhigte ihn, den Stein zu berühren.

Und so wandte Rondraldo dem Fenster und der silbernen Krähe den Rücken zu und schloss abermals seine Augen, aufdass er die restliche Nacht ohne düstere Träume verbringen mochte.

-Fin-


Chronik:1047
Der Ruf der Silbernen Krähe
02 Der Ruf der Stillen Schwester