Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 05: Unterschied zwischen den Versionen
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Er betrachtete den Anblick grübelnd. In der hübschen Verpackung hatte die Nascherei fast etwas von einem höflichen Gastgeschenk. War es als ironischer Trost gemeint, als leiser Hohn im Angesicht der weitgehenden Vernichtung seines Ateliers? Er griff nach Schreibzeug, notierte den Gedanken. | Er betrachtete den Anblick grübelnd. In der hübschen Verpackung hatte die Nascherei fast etwas von einem höflichen Gastgeschenk. War es als ironischer Trost gemeint, als leiser Hohn im Angesicht der weitgehenden Vernichtung seines Ateliers? Er griff nach Schreibzeug, notierte den Gedanken.<br> | ||
Und dazu die ''Vanitas'', das Gemälde, das mit seinen Blüten und dem Schädel an Vergänglichkeit gemahnte. | |||
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Aktuelle Version vom 29. Juli 2026, 09:51 Uhr
Gut Schwarzensee im Junkergut Alina, Peraine 1047 BF
Autor: Amrit
Zwei Tage später, zurück am Schwarzen See. Einige beschädigte Gemälde hatte er, in Tuch eingeschlagen, mitgebracht, und in einem der Lagerräume abgestellt. Zwischen allem Versehrten hier würden sie warten müssen. Das Vanitasgemälde stand jedoch auf Emilios Arbeitstisch, der Beutel mit den Kandiszuckerkristallen davor.
Er betrachtete den Anblick grübelnd. In der hübschen Verpackung hatte die Nascherei fast etwas von einem höflichen Gastgeschenk. War es als ironischer Trost gemeint, als leiser Hohn im Angesicht der weitgehenden Vernichtung seines Ateliers? Er griff nach Schreibzeug, notierte den Gedanken.
Und dazu die Vanitas, das Gemälde, das mit seinen Blüten und dem Schädel an Vergänglichkeit gemahnte.
Süße Vergänglichkeit, süßer Tod? Dulce et decorum est pro patria mori, süß ist der Tod für das Vaterland, hatte es in Bosparan geheissen. Ein Spruch, der sicher Jacopo di Cerrano gefiel. Gut, aber Jacopo hatte mit der Sache nichts zu tun und er sollte sich besser konzentrieren, ermahnte Emilio sich gedanklich selbst .
Blumen, Knochen, dazu Zucker. Ein Symbol von Süße, von Versuchung, und auch selbst von Vergänglichkeit, denn Zucker löst sich auf. Emilio kannte Vanitas-Gemälde, die aus diesem Grund auch Teller mit Süßigkeiten abbildeten. War die Paarung Absicht? In dem Fall wäre der Besucher, der Zerstörung gebracht hatte, ein Mensch von feingeistiger Bildung.
Er schob sich im Stuhl zurück, blickte müde an die Decke. Besser er notierte, was er sicher wusste.
Das Schloss war nicht aufgebrochen gewesen sondern fachgerecht geöffnet. Nächtliche Tsastunde. Seine alte Hauswirtin unten wiederum hatte eine verbarrikadierte Türe festgesetzt. Geplantes Vorgehen...
Aufgestützt betrachtete er seine bisherigen Aufzeichnungen. Dann ein Ruck. Er unterstrich eines der Worte. Dulce...Domnatella Dulcinea. Es war eine Möglichkeit, aber eine, die Sinn ergab. Emilio würde wohl bald wieder nach Punin müssen