Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 03: Unterschied zwischen den Versionen
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''Hast du schon mal darüber nachgedacht, wem Alina zuvor zu Lehen war?''<br> Die ominösen Worte klangen Emilio noch im Ohr. Eine kurze Unterredung mit dem Baron hatte wenig zutage gebracht - er hatte unangenehm berührt gewirkt, dass sein neuer Junker überhaupt fragte und nur versichert, es bestünden keinerlei gültige Ansprüche. | ''Hast du schon mal darüber nachgedacht, wem Alina zuvor zu Lehen war?''<br> Die ominösen Worte klangen [[Emilio Lampérez di Rueda|Emilio]] noch im Ohr. Eine kurze Unterredung mit dem [[Lucrann da Vanya|Baron]] hatte wenig zutage gebracht - er hatte unangenehm berührt gewirkt, dass sein neuer Junker überhaupt fragte und nur versichert, es bestünden keinerlei gültige Ansprüche. | ||
Nun versuchte Emilio es von einer anderen Seite, war im [[Alina (Ort)|Dorf Alina]] vorstellig geworden bei einer seiner Leibeigenen. Die Alte hatte zuerst völlig verängstigt gewirkt, als er vor ihrer Kate aufgetaucht war, wobei es nicht half, dass Emilio mit zwei Bewaffneten unterwegs war. Zwar hatte er sein Bestes getan, die hinfällige Frau zu beruhigen, in deren Kammer er nun saß, doch es blieb das Gefühl, dass sein Besuch gerade etliche ungeschriebene Gesetze brach. | Nun versuchte Emilio es von einer anderen Seite, war im [[Alina (Ort)|Dorf Alina]] vorstellig geworden bei einer seiner Leibeigenen. Die Alte hatte zuerst völlig verängstigt gewirkt, als er vor ihrer Kate aufgetaucht war, wobei es nicht half, dass Emilio mit zwei Bewaffneten unterwegs war. Zwar hatte er sein Bestes getan, die hinfällige Frau zu beruhigen, in deren Kammer er nun saß, doch es blieb das Gefühl, dass sein Besuch gerade etliche ungeschriebene Gesetze brach. | ||
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Er bemühte sich, seine Unsicherheit nicht durchscheinen zu lassen. Freundlich, nicht ''zu'' freundlich, bestimmt. | Er bemühte sich, seine Unsicherheit nicht durchscheinen zu lassen. Freundlich, nicht ''zu'' freundlich, bestimmt. | ||
“Ich bin hier, um zum alten Gutshof nachzufragen. Was hat sich dort zugetragen, und wer waren die damaligen Herren?” | “Ich bin hier, um zum alten Gutshof nachzufragen. Was hat sich dort zugetragen, und wer waren die damaligen Herren?”<br> | ||
“Eine götterverlassene Zeit.” seufzte die Alte, rieb die gichtigen Gelenke ihrer Hand. “Die Bergwilden fielen allenthalben über die Höfe her. Die unsrigen waren aber nicht besser. Die haben’s getan. Marodierende Söldner! Plünderer und Brandschatzer! Travia steh’ uns bei…” Ein rasselndes Husten schüttelte die Greisin und schnitt ihr die Rede ab. | “Eine götterverlassene Zeit.” seufzte die Alte, rieb die gichtigen Gelenke ihrer Hand. “Die Bergwilden fielen allenthalben über die Höfe her. Die unsrigen waren aber nicht besser. Die haben’s getan. Marodierende Söldner! Plünderer und Brandschatzer! Travia steh’ uns bei…” Ein rasselndes Husten schüttelte die Greisin und schnitt ihr die Rede ab. | ||
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Die wässrigen Augen der Alten, bemüht, ihn nie direkt anzusehen, richteten sich wieder auf ihre eigenen Hände. “Ich dachte zuerst…dachte sie wären in den Flammen umgekommen, Dom Ordonyo und die Domnatella. Der Administrador meint aber, sie kamen davon. Nur - warum hat sie seither keine Seele hier gesehen?” | Die wässrigen Augen der Alten, bemüht, ihn nie direkt anzusehen, richteten sich wieder auf ihre eigenen Hände. “Ich dachte zuerst…dachte sie wären in den Flammen umgekommen, Dom Ordonyo und die Domnatella. Der Administrador meint aber, sie kamen davon. Nur - warum hat sie seither keine Seele hier gesehen?” | ||
Ein fast körperlos klingendes Aufstöhnen ließ Emilio zusammenzucken. Als sein aufgescheuchter Blick jedoch die entfernte Ecke des Raumes suchte, bemerkte er den dort auf einem Strohsack liegenden Mann, dessen Gelenke mit nass und schmutzig wirkenden Tüchern umwickelt waren, was er mit leisem Mitgefühl registrierte obwohl sein Herz noch hart schlug. | Ein fast körperlos klingendes Aufstöhnen hinter sich ließ Emilio zusammenzucken. Als sein aufgescheuchter Blick jedoch die entfernte Ecke des Raumes suchte, bemerkte er den dort auf einem Strohsack liegenden Mann, dessen Gelenke mit nass und schmutzig wirkenden Tüchern umwickelt waren, was er mit leisem Mitgefühl registrierte, obwohl sein Herz noch hart schlug. | ||
Er wandte sich wieder der Eigenhörigen zu “Dom Ordonyo und Domnatella... wie lautete ihr Name?" | Er wandte sich wieder der Eigenhörigen zu “Dom Ordonyo und Domnatella... wie lautete ihr Name?" | ||
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