Chronik.Ereignis1047 Frühling in Alina 02: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Emilio Lampérez di Rueda|Emilio]] saß derweil im Inneren des Gebäudes über seiner Korrespondenz und ließ den Blick gedankenverloren durch den Raum schweifen. Die Wände des Trophäensaales bedeckten zahllose Geweihe erlegter Hirsche und Rehe und machten die Halle zu einem eigenartigen Spiegel des Waldes außerhalb: ein wild verästeltes Dickicht kahler Spitzen, während die Bäume vor den Fenstern in lebendiges Frühlingsgrün gehüllt waren.
[[Emilio Lampérez di Rueda|Emilio]] saß derweil im Inneren des Gebäudes über seiner Korrespondenz und ließ den Blick gedankenverloren durch den Raum schweifen. Die Wände des Trophäensaales bedeckten zahllose Geweihe erlegter Hirsche und Rehe und machten die Halle zu einem eigenartigen Spiegel des Waldes außerhalb: ein wild verästeltes Dickicht kahler Spitzen, während die Bäume vor den Fenstern in lebendiges Frühlingsgrün gehüllt waren.
Die Relikte der toten Hirsche hatten etwas, das stetig den Blick des jungen di Ruedas anzog, ihn jedoch zugleich bedrückte. Ein Fall für Veränderungen, beschied Emilio sich still, bevor er den Blick wieder auf die Briefe vor sich senkte.  
Die Relikte der toten Hirsche hatten etwas, das stetig den Blick des jungen di Ruedas anzog, ihn jedoch zugleich bedrückte. Ein Fall für Veränderungen, beschied Emilio sich still, bevor er den Blick wieder auf die Briefe vor sich senkte. <br><br>


Zur gleichen Zeit kam vom Dorf Alina im Nordosten her eine Gestalt, gehüllt in einen einfachen graubraunen Überwurf, mit einem tief ins Gesicht gezogenen, breitkrempigen, dunklen Hut. Auf den ersten Blick hätte man diese für einen Landstreicher halten können, aber Statur, das schwertlange Bündel und der vermutlich von Rüstteilen ausgebeulte Überwurf erzählten - auf den zweiten Blick - eine andere Geschichte. Die Handwerker bemerkten den Landstreicher zuerst, woraufhin die einfache Waffenmagd aufmerksam wurde - offensichtlich hielt diese Gestalt auf das Gut zu.
Zur gleichen Zeit kam vom Dorf Alina im Nordosten her eine Gestalt, gehüllt in einen einfachen graubraunen Überwurf, mit einem tief ins Gesicht gezogenen, breitkrempigen, dunklen Hut. Auf den ersten Blick hätte man diese für einen Landstreicher halten können, aber Statur, das schwertlange Bündel und der vermutlich von Rüstteilen ausgebeulte Überwurf erzählten - auf den zweiten Blick - eine andere Geschichte. Die Handwerker bemerkten den Landstreicher zuerst, woraufhin die einfache Waffenmagd aufmerksam wurde - offensichtlich hielt diese Gestalt auf das Gut zu.
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Unter dem Hut schauten dunkelbraune Augen hervor, in denen bernsteinfarbene Sprenkler wie Funken schimmerten. Diese eindringlichen, aber in sich ruhenden Augen waren eingerahmt in ein strohig-stoppeliges Gesicht. “Ich wünsche Euren Herrn zu sprechen. Sagt ihm, der Mann mit dem Gesichtsbrot bittet um Einlass, er wird schon wissen…”, ein breites, beinahe schurkisches Grinsen machte sich auf dem Gesicht des Fremden breit.  
Unter dem Hut schauten dunkelbraune Augen hervor, in denen bernsteinfarbene Sprenkler wie Funken schimmerten. Diese eindringlichen, aber in sich ruhenden Augen waren eingerahmt in ein strohig-stoppeliges Gesicht. “Ich wünsche Euren Herrn zu sprechen. Sagt ihm, der Mann mit dem Gesichtsbrot bittet um Einlass, er wird schon wissen…”, ein breites, beinahe schurkisches Grinsen machte sich auf dem Gesicht des Fremden breit.  
Die Augenbraue der Waffenmagd hob sich misstrauisch. Ihr Auftraggeber schien merkwürdige Bekanntschaften zu unterhalten, so es sich denn nicht um einen derben Scherz handelte. Sie musterte die verborgene Rüstung, versuchte abzuschätzen, womit hier zu rechnen war. Erst auf einen zweiten, auffordernden Blick des Besuchers hin wies sie den Weg nach innen. Er fand sich in einer Empfangshalle wieder, die repräsentativ gewesen wäre, hätte nicht das rückwärtige Fenster gefehlt, wodurch der Boden mit Laub bedeckt war. "Wartet hier" beschied die Bewaffnete kurz.  
Die Augenbraue der Waffenmagd hob sich misstrauisch. Ihr Auftraggeber schien merkwürdige Bekanntschaften zu unterhalten, so es sich denn nicht um einen derben Scherz handelte. Sie musterte die verborgene Rüstung, versuchte abzuschätzen, womit hier zu rechnen war. Erst auf einen zweiten, auffordernden Blick des Besuchers hin wies sie den Weg nach innen. Er fand sich in einer Empfangshalle wieder, die repräsentativ gewesen wäre, hätte nicht das rückwärtige Fenster gefehlt, wodurch der Boden mit Laub bedeckt war. "Wartet hier" beschied die Bewaffnete kurz.  


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Die  Waffenmagd schob sich durch eine Flügeltüre, die sie halb hinter sich zuzog. Emilio, eben ein Schriftstück siegelnd, blickte fragend zu ihr hoch. "Ja, Cora?" Die Angesprochene blieb einen Moment unschlüssig und murmelte dann mit sichtlichem Unbehagen. "Euer Wohlgeboren, ich soll ausrichten, dass...dass ein Mann mit Brotgesicht eben eingetroffen ist."  
Die  Waffenmagd schob sich durch eine Flügeltüre, die sie halb hinter sich zuzog. Emilio, eben ein Schriftstück siegelnd, blickte fragend zu ihr hoch. "Ja, Cora?" Die Angesprochene blieb einen Moment unschlüssig und murmelte dann mit sichtlichem Unbehagen. "Euer Wohlgeboren, ich soll ausrichten, dass...dass ein Mann mit Brotgesicht eben eingetroffen ist."  
Der Junker richtete sich ganz auf und starrte die Botin mit einem perplexen Ausdruck an. Als er nach ein, zwei Momenten begriff, zeigte sein Gesicht erst Erleichterung, dann aufrichtige Freude. "Danke, Cora, das ist in Ordnung so. Er soll bitte eintreten."
Der Junker richtete sich ganz auf und starrte die Botin mit einem perplexen Ausdruck an. Als er nach ein, zwei Momenten begriff, zeigte sein Gesicht erst Erleichterung, dann aufrichtige Freude. "Danke, Cora, das ist in Ordnung so. Er soll bitte eintreten."
Die Wache zog sich mit einem Nicken zurück und ließ den Wartenden hinein- ohnehin hatte dieser durch die halboffene Türe den Austausch mitgehört.
Die Wache zog sich mit einem Nicken zurück und ließ den Wartenden hinein - ohnehin hatte dieser durch die halboffene Türe den Austausch mitgehört.<br><br>


Emilio kam ihm schon entgegen, mit gemessenen Bewegungen, aber einem strahlenden Gesichtsausdruck. "Ihr habt es hergeschafft! Das freut mich. Es ist gut, Euch wiederzusehen, [[Cuerno di Castari|Cuerno]]!" Ihre letzte Zusammenkunft, ein winterlicher Besuch bei Cuernos Schwester in [[Quirod]], lag schon drei Monde zurück. Er hatte ihn vermisst.
Emilio kam ihm schon entgegen, mit gemessenen Bewegungen, aber einem strahlenden Gesichtsausdruck. "Ihr habt es hergeschafft! Das freut mich. Es ist gut, Euch wiederzusehen, [[Cuerno di Castari|Cuerno]]!" Ihre letzte Zusammenkunft, ein winterlicher Besuch bei Cuernos Schwester in [[Quirod]], lag schon drei Monde zurück. Er hatte ihn vermisst.
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“Feinde gemacht..?” wiederholte Emilio, während sein fahriger Blick erkennen ließ, dass sich die Gedanken in seinem Kopf überschlugen. “Geht es um meine Verbindungen in den Süden hinunter oder…” Er stützte sich am Schreibtisch ab, das gesenkte Gesicht unter den Locken verborgen. Die [[Chronik.Ereignis1047_Wildnis_01|Ferkinaexpedition]] hatte er nach bestem Vermögen abseits der öffentlichen Wahrnehmung organisiert, zuverlässige Söldner, sorgfältig gewählte Routen. Aber wenn das an die falschen Ohren gelangt war…oder hatte es mit Ragath zu tun? Sein [[Luiz Lampérez|Großvater]] hatte beileibe nicht nur Freunde in seiner Rolle als Ratsmeister der freien Bürger, und die Stadt war derzeit unter der Oberfläche wie mit Brandöl gesättigt. Mit wem war er selbst in den vergangenen Wochen überhaupt in Berührung gekommen..? Mühsam versuchte Emilio, zu erinnern, wer die Personen gewesen waren. Ob er jemanden vor den Kopf gestoßen haben könnte. Das erinnerte ihn aber an Cuerno, der gerade hier war…für eine Zeitspanne, die sich anfühlte, wie dem Schicksal abgetrotzt.
“Feinde gemacht..?” wiederholte Emilio, während sein fahriger Blick erkennen ließ, dass sich die Gedanken in seinem Kopf überschlugen. “Geht es um meine Verbindungen in den Süden hinunter oder…” Er stützte sich am Schreibtisch ab, das gesenkte Gesicht unter den Locken verborgen. Die [[Chronik.Ereignis1047_Wildnis_01|Ferkinaexpedition]] hatte er nach bestem Vermögen abseits der öffentlichen Wahrnehmung organisiert, zuverlässige Söldner, sorgfältig gewählte Routen. Aber wenn das an die falschen Ohren gelangt war…oder hatte es mit Ragath zu tun? Sein [[Luiz Lampérez|Großvater]] hatte beileibe nicht nur Freunde in seiner Rolle als Ratsmeister der freien Bürger, und die Stadt war derzeit unter der Oberfläche wie mit Brandöl gesättigt. Mit wem war er selbst in den vergangenen Wochen überhaupt in Berührung gekommen..? Mühsam versuchte Emilio, zu erinnern, wer die Personen gewesen waren. Ob er jemanden vor den Kopf gestoßen haben könnte. Das erinnerte ihn aber an Cuerno, der gerade hier war…für eine Zeitspanne, die sich anfühlte, wie dem Schicksal abgetrotzt.


Er sah wieder hoch zu ihm. "Danke für deine Warnung. Ich möchte aber nicht agieren als wäre jeder Mensch, dem ich begegne, ein möglicher Feind. Mich zermartern mit der Frage, was es war, das ich falsch gemacht habe. Das ist keine Art zu leben. Ich weiß das, weil ich lange so gelebt habe. Daher ist das Beste, ich denke nicht übermäßig über die Sache nach. Ich kann nicht gegen Schatten kämpfen. Danke trotzdem." Er betrachtete den Caballero mit einem Blick, in dem sich Wehmut mit Zuneigung mengte. "Für den Moment halten mich meine Pflichten hier fest, ja. Wenn du möchtest, begleite ich dich aber zur Grenze des Fürstentums. Soviel Zeit kann ich auf jeden Fall erübrigen. Ich würde dir für die weitere Reise auch sehr gerne eines von den Pferden überlassen.”
Er sah wieder hoch zu ihm. "Danke für deine Warnung. Ich möchte aber nicht agieren als wäre jeder Mensch, dem ich begegne, ein möglicher Feind. Mich zermartern mit der Frage, was es war, das ich falsch gemacht habe. Das ist keine Art zu leben. Ich weiß das, weil ich lange so gelebt habe. Daher ist das Beste, ich denke nicht übermäßig über die Sache nach. Ich kann nicht gegen Schatten kämpfen. Danke trotzdem." Er betrachtete den Caballero mit einem Blick, in dem sich Wehmut mit Zuneigung mengte. "Für den Moment halten mich meine Pflichten hier fest, ja. Wenn du möchtest, begleite ich dich aber zur Grenze der Grafschaft. Soviel Zeit kann ich auf jeden Fall erübrigen. Ich würde dir für die weitere Reise auch sehr gerne eines von den Pferden überlassen.”


Betreten schaute Cuerno zu Boden, schüttelte leicht den Kopf. Für gewöhnlich schwelgte er gerne in seinen Gefühlen, dies hier war anders. Er rang mit sich, er hatte schon sehr viel verraten, seine Loyalität stark erschöpft, aber Emilio hatte Recht: Was brächte ihm eine Warnung ohne den Grund. Anders als geplant ergänzte er noch: “Du sollst hier nicht in Ungewissheit leben. Wenn ich dir zu viel verrate, könnte es noch gefährlicher werden, aber hast du schon mal darüber nachgedacht, wem [[Junkergut Alina|Alina]] zuvor zu Lehen war?”
Betreten schaute Cuerno zu Boden, schüttelte leicht den Kopf. Für gewöhnlich schwelgte er gerne in seinen Gefühlen, dies hier war anders. Er rang mit sich, er hatte schon sehr viel verraten, seine Loyalität stark erschöpft, aber Emilio hatte Recht: Was brächte ihm eine Warnung ohne den Grund. Anders als geplant ergänzte er noch: “Du sollst hier nicht in Ungewissheit leben. Wenn ich dir zu viel verrate, könnte es noch gefährlicher werden, aber hast du schon mal darüber nachgedacht, wem [[Junkergut Alina|Alina]] zuvor zu Lehen war?”


"Das sollte ich wohl..." meinte Emilio, der gedankenverloren wirkte. "Die ganze Belehnung ist für mich überraschend gekommen. Ich bin dankbar, natürlich. Sehr. Aber verstehe noch gar nicht ganz, was da geschehen ist…und warum."
"Das sollte ich wohl..." meinte Emilio, der gedankenverloren wirkte. "Die ganze Belehnung ist für mich überraschend gekommen. Ich bin dankbar, natürlich. Sehr. Aber verstehe noch gar nicht ganz, was da geschehen ist…und warum."<br>
Er fasste Cuerno nun in den Blick: "War das ein Nein zum Pferd, oder..?"
Er fasste Cuerno nun in den Blick: "War das ein Nein zum Pferd, oder..?"


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Ob es Cuernos bedrohliche Warnungen waren, oder dessen Ablehnung seiner Angebote - Emilio verspürte ein Gefühl wie eine feine und kalte Klinge, die sich vom Herzen bis hinab in die Magengrube zog. Eine Anwandlung von Schwäche. Der einzige Halt, den er sich jedoch zugestand, war, dass er die rechte Hand fest um die Finger seiner linken schloß.
Ob es Cuernos bedrohliche Warnungen waren, oder dessen Ablehnung seiner Angebote - Emilio verspürte ein Gefühl wie eine feine und kalte Klinge, die sich vom Herzen bis hinab in die Magengrube zog. Eine Anwandlung von Schwäche. Der einzige Halt, den er sich jedoch zugestand, war, dass er die rechte Hand fest um die Finger seiner linken schloß.
"Punin vermeide ich seit neuestem. Und ich kann den Ort hier nicht im Stich lassen. Schade mit dem Pferd." Die Worte kamen rau hervor, als läge ein Druck auf seiner Kehle. "Du bist gut darin, auf andere acht zu geben. Nicht gewohnt, dass man sich um dich sorgt." Emilio rang sich ein schiefes Lächeln ab. "Ich wünsche dir erstmal eine gute und sichere Reise. Nach deiner Rückkehr wirst du dich daran gewöhnen müssen. Ich habe nicht vor, so bald damit aufzuhören." Sein Blick glitt über Cuerno, als wollte er sich den Anblick einprägen. "So. Jetzt bist du auch gewarnt." sagte er dann mit Wärme.
 
"Punin vermeide ich seit neuestem." Vor wenigen Wochen erst war Emilios [[YB63 Zerstörungswerk in Maleratelier|Maleratelier schwer beschädigt worden]], woran er möglichst wenig zu denken versuchte. "Und ich kann den Ort hier nicht im Stich lassen. Schade mit dem Pferd." Die Worte kamen rau hervor, als läge ein Druck auf seiner Kehle. "Du bist gut darin, auf andere acht zu geben. Nicht gewohnt, dass man sich um dich sorgt." Emilio rang sich ein schiefes Lächeln ab. "Ich wünsche dir erstmal eine gute und sichere Reise. Nach deiner Rückkehr wirst du dich daran gewöhnen müssen. Ich habe nicht vor, so bald damit aufzuhören." Sein Blick glitt über Cuerno, als wollte er sich den Anblick einprägen. "So. Jetzt bist du auch gewarnt." sagte er dann mit Wärme.


“Ja, von Punin habe ich gehört…” - eine kurze Pause - “...du siehst, ich leide nicht unter Einbildungen.” Mit bedauerndem Gesichtsausdruck wiederholte Cuerno “Im Stich lassen… dann pass wenigstens auf dich auf. Vielleicht sind ein paar Bewaffnete mehr nicht verkehrt…und vielleicht bist du so oft wie möglich woanders."  
“Ja, von Punin habe ich gehört…” - eine kurze Pause - “...du siehst, ich leide nicht unter Einbildungen.” Mit bedauerndem Gesichtsausdruck wiederholte Cuerno “Im Stich lassen… dann pass wenigstens auf dich auf. Vielleicht sind ein paar Bewaffnete mehr nicht verkehrt…und vielleicht bist du so oft wie möglich woanders."  
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Dann stand er still, etwas verloren wirkend. Umarmte den anderen kein zweites Mal, weil es zu schwer gewesen wäre, ihn wieder loszulassen.
Dann stand er still, etwas verloren wirkend. Umarmte den anderen kein zweites Mal, weil es zu schwer gewesen wäre, ihn wieder loszulassen.


''Ich hoffe, dass diese Vorbereitungen ausreichen'', dachte Cuerno, der nicht genau wusste, wie weit seine “Verbündeten” und insbesoders diese [[Dulcinea di Alina|Unberechenbare]] gehen würden. Er traute vor allem ihr einiges zu. Aber er nickte nur und sagte: “Gut. Du musst mir nicht danken, sei einfach vorsichtig.” Er hätte gern noch mehr gesagt oder Emilio von hier weggelotst. Ihn doch um Begleitung gebeten...ihn ebenfalls gern umarmt...aber er tat es nicht. Er wusste Abschiede waren leichter, wenn man einfach ging. “Also dann…” wendete er sich ab. An der Tür drehte er doch nochmal um, warf Emilio ein vielsagenden Blick zu. “Auf bald.” - ''Wenn all das, was hier gerade passiert, gut geht…'' dachte er noch. Dann öffnete er die Pforte, schritt hindurch und ging - vielleicht das erste Mal schweren Schrittes.
''Ich hoffe, dass diese Vorbereitungen ausreichen'', dachte Cuerno, der nicht genau wusste, wie weit seine “Verbündeten” und insbesoders diese [[Dulcinea di Alina|Unberechenbare]] gehen würden. Er traute vor allem ihr einiges zu. Aber er nickte nur und sagte: “Gut. Du musst mir nicht danken, sei einfach vorsichtig.”  
 
Er hätte gern noch mehr gesagt oder Emilio von hier weggelotst. Ihn doch um Begleitung gebeten...ihn ebenfalls gern umarmt...aber er tat es nicht. Er wusste, Abschiede waren leichter, wenn man einfach ging. “Also dann…” wendete er sich ab. An der Tür drehte er doch nochmal um, warf Emilio ein vielsagenden Blick zu. “Auf bald.” - ''Wenn all das, was hier gerade passiert, gut geht…'' dachte er noch. Dann öffnete er die Pforte, schritt hindurch und ging - vielleicht das erste Mal schweren Schrittes.<br><br>


“Auf bald.” wiederholte Emilio, den Blick auf die Tür gerichtet, auch nachdem der andere schon fort war. Der Raum fühlte sich kühler an, nun da Cuerno gegangen war, als wären ringsum Schatten aufgezogen, und der junge Mann schluckte schwer.  
“Auf bald.” wiederholte Emilio, den Blick auf die Tür gerichtet, auch nachdem der andere schon fort war. Der Raum fühlte sich kühler an, nun da Cuerno gegangen war, als wären ringsum Schatten aufgezogen, und der junge Mann schluckte schwer.
Was war das für ein Feind, der Gemälde vernichtete, der Pferden gefährlich werden konnte, und offenbar allem, woran Emilio wirklich hing.  Es machte ihm Angst, mehr als er zugeben wollte.
Was war das für ein Feind, der Gemälde vernichtete, der Pferden gefährlich werden konnte, und offenbar allem, woran Emilio wirklich hing.  Es machte ihm Angst, mehr als er zugeben wollte.


Dann stand ihm wieder Cuerno vor Augen, bewaffnet, gerüstet und zugleich verletzlicher, als er ihn jemals erlebt hatte. Er hatte tief besorgt um ihn gewirkt, und ihn doch zugleich immer auf Armlänge gehalten. Emilio spürte sein Fehlen, das schmerzhafte Ziehen in der Brust, nun in aller Intensität, doch das Gefühl war zuvor schon dagewesen. Warum hatte Cuerno ihn nicht mitgehen lassen, wenigstens ein Stück?
Dann stand ihm wieder Cuerno vor Augen, bewaffnet, gerüstet und zugleich verletzlicher, als er ihn jemals erlebt hatte. Er hatte tief besorgt um ihn gewirkt, und ihn doch zugleich immer auf Armlänge gehalten. Emilio spürte sein Fehlen, das schmerzhafte Ziehen in der Brust, nun in aller Intensität, doch das Gefühl war zuvor schon dagewesen. Warum hatte Cuerno ihn nicht mitgehen lassen, wenigstens ein Stück?<br>
Das alte Echo, die Stimme aus seinen Träumen, legte sich über die Gedanken, leise erinnernd: ''Du wirst alles verlieren, was du liebst. Lass es fallen, öffne einfach deine Hände. Was du selbst preisgibst, darüber bleibst du Herr.''<br>
Das alte Echo, [[Chronik.Ereignis1047_Von_Spinnennetzen_und_Sternen_03|die Stimme aus seinen Träumen]], legte sich über die Gedanken, leise erinnernd: ''Du wirst alles verlieren, was du liebst. Lass es fallen, öffne einfach deine Hände. Was du selbst preisgibst, darüber bleibst du Herr.''<br>
Vielleicht dachte Cuerno ähnlich und hatte ihn deshalb auf Distanz gehalten.<br>  
Vielleicht dachte Cuerno ähnlich und hatte ihn deshalb auf Distanz gehalten.<br>  
Vielleicht war es zu gefährlich, zu lieben, was gefährdet war.
Vielleicht war es zu gefährlich, zu lieben, was gefährdet war.
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