Chronik.Ereignis1047 Von Spinnennetzen und Sternen 03: Unterschied zwischen den Versionen

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==[[Punin]], Rahjamond [[Annalen:1047|1047]]==
==[[Punin]], Travia [[Annalen:1047|1047]]==


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So verschob ich meine Heimkehr immer weiter und driftete statt dessen allein, gedankengejagt, durch die nächtlichen Gassen der Hauptstadt Gareth. Ziellos auf regennassem, schwarzen Steinpflaster. Ich betäubte die Stimmen in meinem Kopf mit allen Mitteln, die sich fanden, egal ob erlaubte oder nicht. Kurz gesagt: Ich passte nicht auf mich auf. <br>
So verschob ich meine Heimkehr immer weiter und driftete statt dessen allein, gedankengejagt, durch die nächtlichen Gassen der Hauptstadt Gareth. Ziellos auf regennassem, schwarzen Steinpflaster. Ich betäubte die Stimmen in meinem Kopf mit allen Mitteln, die sich fanden, egal ob erlaubte oder nicht. Kurz gesagt: Ich passte nicht auf mich auf. <br>
So geschah es, dass ich erneut in Gefangenschaft geriet – bei Paktierern diesmal. Dämonenanbetern. Eine leise Stimme in meinem Kopf sagte mir sogar, das das Sinn ergab, nach allem.  
So geschah es, dass ich erneut in Gefangenschaft geriet – bei Paktierern diesmal. Dämonenanbetern. Eine leise Stimme in meinem Kopf sagte mir sogar, dass das Sinn ergab, nach allem.  


Die Burgherrin hatte mir die verwirrende Botschaft gehabt: ''„Ich zerstöre dich, damit du mich liebst“''. <br>
Die Burgherrin hatte mir die verwirrende Botschaft gehabt: ''„Ich zerstöre dich, damit du mich liebst“''. <br>
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Schweigend wich ich zurück, achtsam, dem roten Strom nicht meinen Rücken zuzukehren. Ich wusste, wessen Stimme ich gehört hatte.  
Schweigend wich ich zurück, achtsam, dem roten Strom nicht meinen Rücken zuzukehren. Ich wusste, wessen Stimme ich gehört hatte.  


In jender Stunde, selbst vor dem Fluß des Verlustes, stand ich nicht alleine. Ich hatte Marbo um meinen Tod gebeten, und was sie mir sandte, waren Träume. Leuchtende, dunkle, rätselhafte Visionen.  
In jener Stunde, selbst vor dem Fluss des Verlustes, stand ich nicht alleine. Ich hatte Marbo um meinen Tod gebeten, und was sie mir sandte, waren Träume. Leuchtende, dunkle, rätselhafte Visionen.  


Ich träumte: Die Decke meines gemauerten Verlieses brach über mir auf und gab den Blick frei auf einen Nachthimmel, der tiefer Ozean war. Aus Sternen gefügte Kreaturen glitten darin wie schlanke Meereswesen, zogen ruhige Bahnen im klaren Wasser. An der Schwelle zwischen Leben und Auslöschung spürte ich die Hand der Göttin. Mein erschöpfter Körper auf dem steinernen Boden der Zelle trieb in diesen Visionen goldene Wurzeln in den Untergrund und ich spürte daraus Kraft emporwachsen, wie ein Baum der im Fels Halt findet und sich nach oben öffnet. Ich sah eine Statue aus Stein, die ewig und unbewegt in Flammen stand, ohne zu vergehen.  
Ich träumte: Die Decke meines gemauerten Verlieses brach über mir auf und gab den Blick frei auf einen Nachthimmel, der tiefer Ozean war. Aus Sternen gefügte Kreaturen glitten darin wie schlanke Meereswesen, zogen ruhige Bahnen im klaren Wasser. An der Schwelle zwischen Leben und Auslöschung spürte ich die Hand der Göttin. Mein erschöpfter Körper auf dem steinernen Boden der Zelle trieb in diesen Visionen goldene Wurzeln in den Untergrund und ich spürte daraus Kraft emporwachsen, wie ein Baum der im Fels Halt findet und sich nach oben öffnet. Ich sah eine Statue aus Stein, die ewig und unbewegt in Flammen stand, ohne zu vergehen.  
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Ich spüre noch jetzt Folgen jener Tage der Gefangenschaft. Wenn mich die Erinnerungen einholen, erfasst mich eine unnatürliche Kälte und es fühlt es sich an, als würde ich aus hundert feinen Bruchlinien ausbluten. Aber ich bin jetzt wieder zuhause.<br>  
Ich spüre noch jetzt Folgen jener Tage der Gefangenschaft. Wenn mich die Erinnerungen einholen, erfasst mich eine unnatürliche Kälte und es fühlt es sich an, als würde ich aus hundert feinen Bruchlinien ausbluten. Aber ich bin jetzt wieder zuhause.<br>  
Oft höre ich die leise Stimme des Flusses der Verluste „Wenn du etwas liebst, stoße es von dir, bevor es dir entrissen wird.“ und es erfordert Kraft, dem nicht nachzugeben.<br>  
Oft höre ich die leise Stimme des Flusses der Verluste ''„Wenn du etwas liebst, stoße es von dir, bevor es dir entrissen wird.“'' und es erfordert Kraft, dem nicht nachzugeben.<br>  
Manchmal erinnere ich an die Herrin der entlegenen Burg und denke: Sie hatte Recht, zumindest ein Stück weit, mit diesem schwarzen Abgrund, den wir alle in uns haben. Aber er füllt nicht alles aus.
Manchmal erinnere ich an die Herrin der entlegenen Burg und denke: Sie hatte Recht, zumindest ein Stück weit, mit diesem schwarzen Abgrund, den wir alle in uns haben. Aber er füllt nicht alles aus.


Ich trage weiter über dem Herzen das Wappen meines Adelshauses: Den mit der Praiosscheibe gerüsteten Löwen. Es erinnert mich an Avessandro.  
Ich trage weiter über dem Herzen das Wappen meines Adelshauses: Den mit der Praiosscheibe gerüsteten Löwen. Es erinnert mich an Avessandro.  
Auf meinem Rücken trage ich mein eigenes Wappen: Ein Nachtfalter unter einem vielstrahligen, leuchtenden Stern.<br>  
Auf meinem Rücken trage ich mein eigenes Wappen: Einen Nachtfalter unter einem vielstrahligen, leuchtenden Stern.<br>  
Jeder von uns trägt einen Stern in sich mit leisem, klarem Licht. Und selbst in dunkelster Nacht, nach diesem Licht kann man sich ausrichten.
Jeder von uns trägt einen Stern in sich mit leisem, klarem Licht. Und selbst in dunkelster Nacht, nach diesem Licht kann man sich ausrichten.
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