Chronik.Ereignis1035 Die Königinwitwe und der Baron: Unterschied zwischen den Versionen
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„Effendi und hochgeborener Dom, darf ich Euch bitten, mir in mein bescheidenes Heim zu folgen, das nicht wert ist, dass ein so hoher, gar hochgeborener Dom auch nur einen Fuß in es setzt. Mir und den Meinigen würdet Ihr hierdurch eine große Ehre zu Teil werden lassen. Dort könnt Ihr, Hochgeboren, – soweit die Wenigkeit dieses Hauses es zulassen – Euch von den Strapazen Eurer Reise erholen und Euch stärken. Denn übermorgen schon werdet Ihr, Euer Hochgeboren, o Gerechter und Stolzer aus dem Stamm der [[Familia di Dalias|Familia Dalias]], eine Audienz bei [[Tulameth saba Malkillah|Ihrer Königlichen Majestät der Königinwitwe]] haben.“ | „Effendi und hochgeborener Dom, darf ich Euch bitten, mir in mein bescheidenes Heim zu folgen, das nicht wert ist, dass ein so hoher, gar hochgeborener Dom auch nur einen Fuß in es setzt. Mir und den Meinigen würdet Ihr hierdurch eine große Ehre zu Teil werden lassen. Dort könnt Ihr, Hochgeboren, – soweit die Wenigkeit dieses Hauses es zulassen – Euch von den Strapazen Eurer Reise erholen und Euch stärken. Denn übermorgen schon werdet Ihr, Euer Hochgeboren, o Gerechter und Stolzer aus dem Stamm der [[Familia di Dalias|Familia Dalias]], eine Audienz bei [[Tulameth saba Malkillah|Ihrer Königlichen Majestät der Königinwitwe]] haben.“ | ||
Mit einer theatralischen Geste riss der [[Baronie Nemento|Baron von Nemento]] und [[Junkergut Dalias|Junker von Dalias]], Ranudo IV. Eslamo di Dalias y las Dardas, seinen mit Pfauenfedern geschmückten [[Caldabreser]] vom Haupt und beugte seinen in einen schwarz-goldenen Leibrock gekleideten Oberkörper nach vorne. Plump und wenig höfisch sackte der Magnat auf seine Knie. Gleichsam als wären seine Augen von der Sonne geblendet worden, blinzelte er, schlug den Blick nieder und ließ ihn auf dem Fußschemel der jungen Königinwitwe ruhen. | Mit einer theatralischen Geste riss der [[Baronie Nemento|Baron von Nemento]] und [[Junkergut Dalias|Junker von Dalias]], Ranudo IV. Eslamo di Dalias y las Dardas, seinen mit Pfauenfedern geschmückten [[Caldabreser]] vom Haupt und beugte seinen in einen schwarz-goldenen Leibrock gekleideten Oberkörper nach vorne. Plump und wenig höfisch sackte der Magnat auf seine Knie. Gleichsam als wären seine Augen von der Sonne geblendet worden, blinzelte er, schlug den Blick nieder und ließ ihn auf dem Fußschemel der jungen Königinwitwe ruhen. | ||
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„…meine ganze Familia und die ga… ganze Baronie Nemento zum Höchsten ob… obligiert. Im Namen all dieser bitte Euer Almadanerköniglich Majestät ich, Sie wollen es sich belieben lassen, auch fürderhin Sorobán als einen Schemel für ihre Füße zu halten und anzusehen…“ | „…meine ganze Familia und die ga… ganze Baronie Nemento zum Höchsten ob… obligiert. Im Namen all dieser bitte Euer Almadanerköniglich Majestät ich, Sie wollen es sich belieben lassen, auch fürderhin Sorobán als einen Schemel für ihre Füße zu halten und anzusehen…“ | ||
Dom Ranudo IV. Eslamo di Dalias y las Dardas, Baron von Nemento, Junker von Dalias, [[Sherbeth]] und [[Familia von Eschgeier|Malketozah]], Archocaballero von Las Colinas, && fühlte sich, als säße er in einem dunklen Loch. Er starrte nur geradeaus ins Leere. So schmeckten also Niederlage und Unehre. Er wollte nicht mehr davon kosten. Doch andere Kost hatte er, der minderste Sohn weit größerer Väter und Mütter, nicht verdient. Für den Rest seines bitteren Lebens würde es | |||
Dom Ranudo IV. Eslamo di Dalias y las Dardas, Baron von Nemento, Junker von Dalias, [[Sherbeth]] und [[Familia von Eschgeier|Malketozah]], Archocaballero von Las Colinas, && fühlte sich, als säße er in einem dunklen Loch. Er starrte nur geradeaus ins Leere. So schmeckten also Niederlage und Unehre. Er wollte nicht mehr davon kosten. Doch andere Kost hatte er, der minderste Sohn weit größerer Väter und Mütter, nicht verdient. Für den Rest seines bitteren Lebens würde es diese Kost geben, zubereitet von Intriganten, die ihn schmoren sehen wollten. Er hasste Alvaro Manticco. Er hasste seine Geschwister. Sie hatten ihn, ihren [[Soberan]], nach Omlad vor die Königinwitwe gezwungen, wohlwissend, dass er nie bestehen würde. Sie hatten sich alle gegen ihn verschworen, weil sie ihn verachteten. | |||
„Hochgeborener Herr, wir sind angekommen.“ | „Hochgeborener Herr, wir sind angekommen.“ | ||
Diener schoben den Herrn aus der Kutsche und führten ihn zur Pforte von Jalif ben Nasreddins Haus. Kaum eingetreten nahmen sie ihrem Herrn schweigend den Mantel und den Caldabreser ab, klopften die guten Stücke sorgsam aus. | |||
Diener schoben den Herrn aus der Kutsche und führten ihn zur Pforte von Jalif ben Nasreddins Haus. Kaum eingetreten, nahmen sie ihrem Herrn schweigend den Mantel und den Caldabreser ab, klopften die guten Stücke sorgsam aus. | |||
„Wollen Hochgeboren Yaquirtaler Sandwein?“ Eine Dienerin hielt ihm einen Kelch Wein hin. Ranudo raste. Er packte den Weinkelch mit der rechten Hand und schmetterte ihn auf den Schädel der ahnungslosen Dienerin. Die kostbare Flüssigkeit ergoss sich auf den Holzboden. Mit einem zweiten Hieb schlug Ranudo der Dienerin den Kelch ins Gesicht. Er sah ihre Nase brechen und Blut aus ihrem Mund hervorquellen. Sie sank in die Knie. Er trat nach einmal nach ihr. Blut war auf sein Brokatwams und sein Gesicht gespritzt. Caballero Alvaro Manticco de San Marwan stand nur da und rührte sich nicht. Sein Mund zuckte verächtlich. Zwei Diener hielten Mantel und Caldabresser. Ihre Blicke folgten dem Geschehen. Sie standen wie versteinert und suchten den Blick des Alvaro Manticco, ein Zeichen, etwas zu tun. Doch Alvaro Manticco blieb reglos. Unterdessen spritzte Blut. Knochen brachen. | „Wollen Hochgeboren Yaquirtaler Sandwein?“ Eine Dienerin hielt ihm einen Kelch Wein hin. Ranudo raste. Er packte den Weinkelch mit der rechten Hand und schmetterte ihn auf den Schädel der ahnungslosen Dienerin. Die kostbare Flüssigkeit ergoss sich auf den Holzboden. Mit einem zweiten Hieb schlug Ranudo der Dienerin den Kelch ins Gesicht. Er sah ihre Nase brechen und Blut aus ihrem Mund hervorquellen. Sie sank in die Knie. Er trat nach einmal nach ihr. Blut war auf sein Brokatwams und sein Gesicht gespritzt. Caballero Alvaro Manticco de San Marwan stand nur da und rührte sich nicht. Sein Mund zuckte verächtlich. Zwei Diener hielten Mantel und Caldabresser. Ihre Blicke folgten dem Geschehen. Sie standen wie versteinert und suchten den Blick des Alvaro Manticco, ein Zeichen, etwas zu tun. Doch Alvaro Manticco blieb reglos. Unterdessen spritzte Blut. Knochen brachen. | ||