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Dann begab er sich, sich noch immer in alle Richtungen absichernd, selbst auf den Wehrgang, um sich ein Bild zu verschaffen, wie es um die Oger stand. Oben angekommen, blickte er in das Dorf hinab. Welches Ausmaß hatte die Zerstörung durch die Monster angenommen? Was war aus Tsacharias geworden?
Dann begab er sich, sich noch immer in alle Richtungen absichernd, selbst auf den Wehrgang, um sich ein Bild zu verschaffen, wie es um die Oger stand. Oben angekommen, blickte er in das Dorf hinab. Welches Ausmaß hatte die Zerstörung durch die Monster angenommen? Was war aus Tsacharias geworden?
Das Dorf war ein einziges Bild der Verwüstung. Die Türen zahlreicher Hütten waren eingeschlagen worden, die Dächter in sich zusammen gestürzt. Und keine Menschen- oder Ogerseele zu sehen. Vermutlich hatten die Monster sich verzogen, als sie kein Fressen mehr gefunde hatten und hielten sich jetzt am Vieh schadlos. Hoffentlich waren die Menschen nur geflohen und keinem schlimmeren Schicksal erlegen...


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=====4. Rondra 1033 BF, am späten Abend=====  
=====4. Rondra 1033 BF, am späten Abend=====  
'''Autor:''' [[Benutzer:Von Scheffelstein|von Scheffelstein]]
'''Autor:''' [[Benutzer:Von Scheffelstein|von Scheffelstein]]
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„Mit Gunst“, räusperte er sich. „Ob es wohl möglich wäre ein Ross zu leihen? Ich würde gerne unverzüglich nach Grezzano aufbrechen, um …“ Dann trat Richeza von Scheffelstein ein, und er brach seinen Satz ab und erhob sich, wenn auch hinsichtlich des Armes nicht ganz ohne Mühen. Soviel Höflichkeit brachte dann selbst ein Landsknecht zustande.   
„Mit Gunst“, räusperte er sich. „Ob es wohl möglich wäre ein Ross zu leihen? Ich würde gerne unverzüglich nach Grezzano aufbrechen, um …“ Dann trat Richeza von Scheffelstein ein, und er brach seinen Satz ab und erhob sich, wenn auch hinsichtlich des Armes nicht ganz ohne Mühen. Soviel Höflichkeit brachte dann selbst ein Landsknecht zustande.   
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]]
"Ich habe selbst kein Ross hier!", zuckte Moritatio auf Anzures Frage hin bedauernd mit den Achseln. "Ich bin auf einem hierher geprescht, das ich der verfluchten Morena von Harmamund entrissen habe, es blieb draußen zurück. Hm,  ah ... apropos - das Pferd des Harmamund-Botens müsste doch irgendwo untergestellt sein! Das könnt Ihr meinetwegen nehmen und auch für immer für Euch behalten!"
Ohne dass er zu Gendahar, Anzures Ballan oder sonstwem ein Wort darüber verloren hatte, war der vorhin von den Bütteln übel zusammengeschlagene Herold der Harmamunds nun ebenfalls neben Yegua von Elenta im Burgkerker gelandet. Moritatio hatte ihn selbst zusammen mit dem Vanyadaler Dorfschmied dort hinab geworfen. Da konnte er schön bis ans Ende seiner Tage verrotten - genau wie seine elende Herrschaft, wenn er sie erst in die Finger bekäme.
Er starrte Anzures Ballan überrascht an, als dieser plötzlich aufstand. Auch Dom Gendahar starrte mit weit aufgerissenen Augen an ihm vorbei - offenbar zur Türe in seinem Rücken.
Moritatio folgte deren entgeisterten Blicken und wandte sich ebenfalls um. Sofort blieb auch ihm der Mund vor Überraschung offenstehen und seine Augen begannen zu glänzen: "Richeza? Du siehst ja ... ganz wunderbar aus! Wie eine Frau! Äh, also ... ich meine ... wie eine ''richtige'' Frau ... ähm also wie eine der Frauen bei Hofe - du weißt schon, was ich meine! Einfach unglaublich!"
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'''Autor:''' [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
Auch Gendahar von Streitzig traute kaum seinen Augen. Zuerst glaubte er an eine Erscheinung – zu lange, während der ganzen Zeit im Raschtulswall, hatte er einen solchen Anblick entbehren müssen.
Nein, eigentlich hatte er noch niemals einen solchen Anblick genossen.
Doch im nächsten Augenblick übernahm wieder der Caballero in ihm die Kontrolle, ließ ihn aufstehen und den Stuhl neben ihm nach hinten rücken. "Domna Richeza, wenn Ihr die vertrauliche Anrede erlaubt, würdet Ihr mir die Ehre erweisen, den Platz neben dem meinen einzunehmen?"
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'''Autor:''' [[Benutzer:Der Sinnreiche Junker von Aranjuez|Der Sinnreiche Junker]]
Der Mercenario neigte das Haupt in Richtung des jungen da Vanya. „Seid bedankt. Ich bin gewiss, dass Dom Hernán Euer freundliches Entgegenkommen zu schätzen weiß. Habt auch dank für Eure Gastfreundschaft und…“
Ganz offensichtlich waren aber alle Anwesenden plötzlich mit der eingetretenen Richeza von Scheffelstein beschäftigt, sodass der raubeinige Söldner, der sich gewiss in der Gesellschaft von Hafendirnen wohler fühlte denn in der von Puniner Hofdamen, vom Tisch zurück trat, und lediglich noch einmal pflichtschuldig das Haupt an der soeben vorbei schwebenden Landedlen neigte: „Euer Wohlgeboren.“
„Die Götter mit Euch“, wiederum war, wenn auch ob der kaum noch vorhandenen Aufmerksamkeit der noblen Runde eher pro forma an alle gerichtet, ehe er sich Richtung Türe wandte.
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'''Autor:''' [[Benutzer:von Scheffelstein|von Scheffelstein]]
Richeza ließ ihre Augen noch einen Moment länger über die Männer schweifen, während die Dienerin mit dem Gedeck im Hintergrund abwartete, wohin sie sich setzen werde. Auch der junge de Vargas hatte sich höflich erhoben und den Kopf geneigt. Da standen sie nun, vier Männer, und gafften sie an, als sei sie soeben aus einer anderen Sphäre getreten, als sei sie plötzlich ein anderer Mensch. Einen Teil von ihr machte es unglaublich wütend. Ein anderer Teil von ihr amüsierte sich köstlich. War es wirklich so leicht, Männer um den Finger zu wickeln? Reichten ein Kleid, eine andere Frisur, ein wenig dezenter Schmuck? Bei allen Niederhöllen, sie fühlte sich noch immer genauso müde und mitgenommen wie vor wenigen Stunden, sahen sie das etwa nicht?
Ein wenig aber, musste Richeza zugeben, schmeichelte es sie doch, noch immer diese Reaktion hervorzurufen, bei teilweise erheblich jüngeren Männern. Es war lange her, seit sie bewusst mit ihren Reizen gespielt, noch länger, dass sie dieses Spiel genossen hatte.
Ein Spiel, bei dem sie auch verlieren konnte. Abermals musste sie an die Worte ihrer Tante denken: ''Ich fürchte, du hast eine zu romantische Vorstellung von den Männern, mein Kind. Sie tun grundsätzlich niemals etwas ohne Hintergedanken.''
Richeza straffte sich und trat an den Tisch heran. "Dom Gendahar." Sie neigte leicht den Kopf. Das ''Domna'' war ihr nicht entgangen, mit dem er sie angeredet und auf das er zuvor so gern verzichtet hatte. Sie ließ sich den Stuhl unterschieben und setzte sich.
"Eine richtige Frau, ja?", wandte sie sich dann an ihren Vetter und verzog spöttisch den Mund. "Ich sehe, du hast eine andere Vorstellung davon, wie eine ''richtige'' Frau zu sein hat, als deine Mutter oder deine Schwester." Sie hob eine Augenbraue und betrachtete ihn noch kurz mit gekräuseltem Mund und blickte dann in die Runde, während die Bedienstete ihr Teller und Besteck hinlegte und aus dem Weinkrug auf dem Tisch in einen Pokal eingoss. "Merkwürdig, nicht wahr, dass sich die Vorstellung eines Mannes über die wahre Natur einer Frau so sehr von der ''richtiger'' Frauen aus Fleisch und Blut unterscheiden kann. Sollte nicht eine ''richtige'' Frau eher darüber Auskunft geben können, wie es ist, Frau zu sein, als ein Mann?"
Beiläufig steckte sie sich eine Traube in den Mund, schnitt sich von dem Brot ab und winkte Moritatio, ihr die Platte mit dem gebratenen Huhn herüber zu schieben.
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'''Autor:''' [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
"Erlaubt mir, an Stelle Eures Cousins zu antworten", warf Gendahar ein, da es Moritatio anscheinend die Sprache verschlagen hatte. "Ich sage nur, was er nicht auszusprechen wagt, um sich nicht in scheinbaren Widerspruch mit den weiblichen Familienmitgliedern zu setzen: Glaubt mir, manchmal weiß eher ein Mann zu beurteilen, ob er eine ''richtige'' Frau vor sich hat, als die Frau selbst. Und falls Ihr das in Abrede stellen wollt, werte Domna, dass Ihr heute Abend mehr Frau seid als in den letzten Wochen in der Wildnis, so darf ich Euch versichern, dass es in dieser Angelegenheit vier zu eins gegen Euch steht. Oh, nur noch drei zu eins ...", fügte er hinzu, als sich [[Anzures Ballan]] entfernt hatte. Als Richeza etwas erwidern wollte, ergriff er die Karaffe des kräftigen Schrotensteiner Rotweins und bot ihr an einzuschenken. "Aber wir wollen diesen Abend nicht disputieren, sondern die Befreiung des Castillos feiern: Drei richtige Doms mit einer richtigen Domna und richtigem Wein!"