Chronik.Ereignis1033 Feldzug Selaque 19: Unterschied zwischen den Versionen
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"Aber, aber", sagte der alte Mann. "Frieden! Tsa flucht nicht – wahr aber ist, dass sie jene am liebsten segnet, die ihren Segen zu schätzen wissen und das Leben, das aus ihm entsteht. Nun nehmt mir die Fesseln ab", bat er den Söldner Rafik und hielt ihm die Hände hin", dass ich mich um die Dame kümmern kann. Sie braucht eine Bettstatt und Ruhe. Wahrlich, es hat genug Tote gegeben an diesem Tag, nicht einen Tod soll dieser Tag noch sehen!" | "Aber, aber", sagte der alte Mann. "Frieden! Tsa flucht nicht – wahr aber ist, dass sie jene am liebsten segnet, die ihren Segen zu schätzen wissen und das Leben, das aus ihm entsteht. Nun nehmt mir die Fesseln ab", bat er den Söldner Rafik und hielt ihm die Hände hin", dass ich mich um die Dame kümmern kann. Sie braucht eine Bettstatt und Ruhe. Wahrlich, es hat genug Tote gegeben an diesem Tag, nicht einen Tod soll dieser Tag noch sehen!" | ||
Nachdem er die Landsknechte mit fragend gehobenen Augenbrauen zum Schweigen gebracht hatte, legte er dem jungen da Vanya, der enttäuscht die Hand hatte sinken lassen, seine Rechte auf die Schulter, und schob ihn ein wenig von dem Zug weg, wobei er sich gleichzeitig auf seiner Schulter abstützte, um die paar Schritte mit humpeln zu können. „Was freilich Eure Base angeht, Dom Moritatio, stehe ich vor einem Dilemma. Ich ging davon aus, sie würde sich den [[Grafschaft Ragath|Gräflichen]] anschließen, um den [[Praiodor von Culming-Alcorta|Jungen]] hier heraus zu bringen. Stattdessen hat sie den Jungen in Dom [[Gendahar von Streitzig ä. H.|Gendahars]] Obhut übergeben, und trug sich mit dem Gedanken alleine nach [[Ragath]] zu reiten, um weitere Bewaffnete nach Selaque zu holen. Um ihrer eigenen Sicherheit Willen sah ich mich gezwungen sie zu arretieren, denn immerhin sind ihr nicht nur Ferkinas und die fette Praiosmin feindlich gesinnt, sondern Morena von Harmamund war samt Begleitung bereits im Lager. Wer weiß was geschehen wäre, hätte ich sie alleine losreiten lassen, noch dazu mit einem solchen Ansinnen. Ich will jedoch eingestehen, dass es auch selbstische Gründe gab. Immerhin bin ich von Seiner Exzellenz angehalten nach Kräften den Frieden in Selaque zu wahren, und wie sollte ich hernach rechtfertigen, dass ich es geduldet habe, dass jemand weitere Bewaffnete heranführte, damit diese Fehde noch weitere Kreise zieht? Wenn ich mich also Euch oder Eurer Mutter nicht in den Weg stelle, Euch womöglich sogar unterstütze, dann vor allem weil es im Sinne meiner Befehle ist. Denn solange die Leute der Elenterin dort droben sitzen, wird Eure Mutter gewiss nicht ruhen. Ist aber das Castillo erst einmal wieder in ihrer Hand, so hat sie hoffentlich zunächst andere Sorgen, als sogleich gegen Castillo Albacim zu ziehen. Zumal | Nachdem er die Landsknechte mit fragend gehobenen Augenbrauen zum Schweigen gebracht hatte, legte er dem jungen da Vanya, der enttäuscht die Hand hatte sinken lassen, seine Rechte auf die Schulter, und schob ihn ein wenig von dem Zug weg, wobei er sich gleichzeitig auf seiner Schulter abstützte, um die paar Schritte mit humpeln zu können. | ||
„Was freilich Eure Base angeht, Dom Moritatio, stehe ich vor einem Dilemma. Ich ging davon aus, sie würde sich den [[Grafschaft Ragath|Gräflichen]] anschließen, um den [[Praiodor von Culming-Alcorta|Jungen]] hier heraus zu bringen. Stattdessen hat sie den Jungen in Dom [[Gendahar von Streitzig ä. H.|Gendahars]] Obhut übergeben, und trug sich mit dem Gedanken alleine nach [[Ragath]] zu reiten, um weitere Bewaffnete nach Selaque zu holen. Um ihrer eigenen Sicherheit Willen sah ich mich gezwungen sie zu arretieren, denn immerhin sind ihr nicht nur Ferkinas und die fette Praiosmin feindlich gesinnt, sondern Morena von Harmamund war samt Begleitung bereits im Lager. Wer weiß was geschehen wäre, hätte ich sie alleine losreiten lassen, noch dazu mit einem solchen Ansinnen. | |||
Ich will jedoch eingestehen, dass es auch selbstische Gründe gab. Immerhin bin ich von Seiner Exzellenz angehalten nach Kräften den Frieden in Selaque zu wahren, und wie sollte ich hernach rechtfertigen, dass ich es geduldet habe, dass jemand weitere Bewaffnete heranführte, damit diese Fehde noch weitere Kreise zieht? Wenn ich mich also Euch oder Eurer Mutter nicht in den Weg stelle, Euch womöglich sogar unterstütze, dann vor allem weil es im Sinne meiner Befehle ist. Denn solange die Leute der Elenterin dort droben sitzen, wird Eure Mutter gewiss nicht ruhen. Ist aber das Castillo erst einmal wieder in ihrer Hand, so hat sie hoffentlich zunächst andere Sorgen, als sogleich gegen Castillo Albacim zu ziehen. Zumal ihr dazu auch die Stärke fehlen dürfte – zumindest solange sie keine Verstärkung aus … nun, sagen wir einmal: Ragath, erhält. Umgekehrt verkriecht sich die Elenterin ja jetzt schon hinter ihren Mauern, und wird sich dann erst recht nicht mehr heraus wagen. | |||
In drei Wochen wird Seine Exzellenz mit dem Kaiserlichen Heer hier sein, und dem Ferkinaspuk ein Ende bereiten, und ich bin von meiner jetzigen Pflicht entbunden. Dann mag geschehen was will. Bis dahin jedoch …“, nahm seine Stimme einen durchaus warnenden Unterton an „… muss ich zusehen, dass die Sache nicht noch weiter eskaliert, und da kann ich keine weiteren Bewaffneten auf irgendeiner Seite brauchen.“ | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]] | |||
Die Schultern des jungen da Vanya waren während Dom Hernans Ausführungen immer weiter herab gesackt, was letzteren, der sich humpelnd auf eben diese stützte, um ein Haar gänzlich aus dem Gleichgewicht und zum Stürzen gebracht hätte. | |||
"Ihr habt mit allem Recht," gab Moritatio kleinlaut zu, "dass es trotz geöffnetem Tor schwierig werden wird, die Zugbrücke und das Torhaus zu stürmen, habe ich nicht bedacht." Er fasste sich an die Stirn und blickte resignierend zum Himmel, wo sich passend zu seiner Gemütslage in diesem Augenblick dicke schwarze Wolken vor das bislang strahlende Abendrot schoben - es würde nicht mehr lange dauern, bis eines der typischen Bosquirtaler Nachtgewitter mit Platzregen und Sturmböen auf sie hernieder gehen würde. | |||
"Dennoch kann ich Euch aus den erwähnten Gründen nicht nach Grezzano zurück begleiten! Rückt Ihr nur auffällig ab, man beobachtet uns ja sicher von den Türmen des Castillos aus. Ich bleibe hier in einer der Hütten unserer Eigenhörigen und warte das Eintreffen meiner Mutter ab. Ich wäre Euch aber in noch größerem Dank verbunden, wenn Ihr mir das Vertrauen schenkt, meine Base Richeza - zusammen mit dem alten Heiler - ebenfalls hierzulassen. In ihrem derzeitigen Zustand stellt sie keine Gefahr für Euch und den Landfrieden dar, es wird einige Tage dauern, bis sie wiederhergestellt ist und dann kann sie meiner Mutter, mir und dem Rest der Familia bei der Rückeroberung unseres Castillos helfen. Sie ist eine landesweit berühmte Fechterin und wird uns bei diesem Unterfangen sicherlich nützlich sein. Ich werde dafür Sorge tragen, dass sie keine sonstigen Schritte unternimmt, die den Frieden Selaques gefährden könnten. Wenn das Castillo wieder unser ist, sollten wir sie nach Kornhammer zurücksenden, denn dort werden die Wilden gewiss kaum weniger schlimm wüten als hier." | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:Der Sinnreiche Junker von Aranjuez|Der Sinnreiche Junker]] | |||
Hernán von Aranjuez grübelte. Sein Blick ging vom jungen da Vanya zu seiner noch immer bewusstlosen Base. Scheinbar schien die Möglichkeit, sich der Gefangenen – und gewiss nicht zuletzt auch des renitenten Heilers – zu entledigen durchaus interessant. Nach einigen Momenten war sein Blick wieder beim Hofjunker. | |||
„Ich überlasse sie Eurer Obhut, wenn Ihr auf Eure Ehre als da Vanya und als Hofjunker Seiner Majestät schwört, dass Ihr dafür Sorge tragen werdet, dass Domna Richeza von Scheffelstein dieses Tal nicht verlässt, bis Seine Exzellenz mit dem Entsatzheer hier ist. Nicht gen Kornhammer, und nicht anderswo hin. Auf Eure Ehre, Dom Moritatio.“ | |||
Der Condottiere nahm die Hand von der Schulter seines Gegenüber, trat etwas unbeholfen einen halben Schritt zurück, und hielt ihm nun seinerseits die frei gewordene Rechte zum Einschlagen hin. | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]] | |||
Moritatio schlug in die Hand des Condottieres ein. "Ich verspreche und schwöre Euch, daß ich mein bestes geben werde, um genau dies zutreffen zu lassen." Er schuckte. "Allerdings ist meine Base eine...ähm, sagen wir recht dickschädlige Person, die viel von meiner Mutter geerbt hat. Ich hoffe, es wird mir gelingen, sie von allem abzuhalten - etwa wenn meine Mutter hier eintrifft und ganz andere Pläne haben sollte. Aber gut, wenn ich etwas auf meine Ehre schwöre, so werden hoffentlich sogar sie ein Einsehen haben und auf das Eintreffen des Marschalls warten." Er nickte, mehr zu sich selbst. Dann fuhr er etwas überrascht fort: "Ihr glaubt, der Marschall - also ich meine...noch ein Harmamund...er kommt auch noch ausgerechnet ''hierher''?". | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:Der Sinnreiche Junker von Aranjuez|Der Sinnreiche Junker]] | |||
Der Baron und Junker hielt die Hand des Hofjunkers fest. „Nein, Dom Moritatio, Ihr werdet nicht nur Euer Bestes geben, sondern Ihr werdet dafür Sorge tragen, dass dem so ist. Soweit kenne ich Eure Base schließlich mittlerweile auch, sodass ich mich auf nichts darunter einlassen kann, wenn ich sie Eurer Obhut übergeben soll.“ Wie der arme Hofjunker dafür Sorge tragen sollte, dass eine Richeza von Scheffelstein Däumchen drehend auf Castillo da Vanya festsitzen sollte, war ihnen freilich wohl beiden nicht klar. | |||
So ließ er die Hand des jungen da Vanya los, und zuckte mit den Schultern. „Je nachdem wie sich in Punin die Lage darstellt. Weiter im Norden, womöglich bis hinauf nach Khahirios, wird vielleicht ebenfalls Hilfe gebraucht, sodass Seine Exzellenz mit der Hauptmacht womöglich nicht persönlich bis in den hintersten Winkel Selaques kommt. Aber ganz gewiss wird er Truppen schicken, um hier für Ruhe und Ordnung zu sorgen.“ Und nachdem es sich um ein kaiserliches Eigengut handelte, wussten sie beiden, dass dies nicht nur auf die plündernden Ferkinas gemünzt war. | |||
* ''Die Geschichte um Domna Richeza und Dom Moritatio wird hier fortgesetzt: [[Chronik.Ereignis1033 Feldzug Selaque 21|Schauplatz: Selaque, Teil 21]].'' | |||
* ''Die Geschichte um Dom Hernáns Söldner wird hier fortgesetzt: [[Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 22|Schauplatz: Raschtulswall 22, Teil 22]].'' | |||