Chronik.Ereignis1033 Feldzug Raschtulswall 16: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Thangolforster ließ die Behandlung des wundersamen Alten gleichgültig über sich ergehen. Es war offensichtlich, dass er dem Wasser eine besondere Kraft zumaß, doch was Tsacharias damit genau bewirken wollte, war Gendahar schleierhaft. Um so größer war die Überraschung: Sobald ihn das Höhlenwasser benetzte, spürte er, wie eine Last von ihm genommen wurde und verloren geglaubte Kraft und Zuversicht in ihn zurück strömte. Ungläubig schaute er auf seine Schulter: Auch wenn man von außen nichts sah, die Veränderung war überaus erstaunlich. Erst jetzt, wo der Schmerz von ihm abfiel, spürte Gendahar, wie stark ihn die Schulterverletzung noch beeinträchtigt hatte.
Der Thangolforster ließ die Behandlung des wundersamen Alten gleichgültig über sich ergehen. Es war offensichtlich, dass er dem Wasser eine besondere Kraft zumaß, doch was Tsacharias damit genau bewirken wollte, war Gendahar schleierhaft. Um so größer war die Überraschung: Sobald ihn das Höhlenwasser benetzte, spürte er, wie eine Last von ihm genommen wurde und verloren geglaubte Kraft und Zuversicht in ihn zurück strömte. Ungläubig schaute er auf seine Schulter: Auch wenn man von außen nichts sah, die Veränderung war überaus erstaunlich. Erst jetzt, wo der Schmerz von ihm abfiel, spürte Gendahar, wie stark ihn die Schulterverletzung noch beeinträchtigt hatte.


Er hatte die Schmerzen verdrängt, genauso hatte er jeden Gedanken an Rominas Schicksal verdrängt hatte. Der Anblick der entstellten Leiche Fenias, seiner Cousine, hatte ihn schwerer mitgenommen, als er sich eingestehen wollte. Er hatte schon viele Tote gesehen, vor allem bei der Schlacht von Morte Folnor, aber das war etwas anderes gewesen. Es war nicht der Ekel, der ihm die Kehle zugeschnürt und den Magen verdreht hatte, sondern die Angst, wen sie noch in diesem furchtbaren Zustand auffinden würden…
Er hatte die Schmerzen verdrängt, genauso wie er jeden Gedanken an Rominas Schicksal verdrängt hatte. Der Anblick der entstellten Leiche Fenias, seiner Cousine, hatte ihn schwerer mitgenommen, als er sich eingestehen wollte. Er hatte schon viele Tote gesehen, vor allem bei der Schlacht von Morte Folnor, aber das war etwas anderes gewesen. Es war nicht der Ekel, der ihm die Kehle zugeschnürt und den Magen verdreht hatte, sondern die Angst, wen sie noch in diesem furchtbaren Zustand auffinden würden…


Er schüttelte die düsteren Gedanken ab. Seit Beginn der Kampagne der Rossbannerordens in den Raschtulswall war alles fehlgeschlagen. Der Orden niedergemetzelt, Romina-Alba entführt, Richeza verschwunden und Fenia, die er von Kindesbeinen an kannte, von Harpiyen zerhackt! Keine von ihnen hatte er helfen oder gar schützen können - er, der soviel auf seine Kampfeskunst und seine Erfahrenheit in vielerlei Dingen hielt. Das alles nutzte ihm hier gar nichts; im Raschtulswall herrschten ganz offenbar andere Gesetze als im lieblichen Yaquirtal. Seine Ohnmacht – ein Gefühl, das er in dieser Stärke noch nie erlebt hatte – hatte ihm allen Muts beraubt. War ihre Suche nicht ohnehin zum Scheitern verurteilt, wo sie von den Zwölfen verlassen waren? Wortkarg und mürrisch, wie es sonst so gar nicht seine Art war, war er den anderen gefolgt und hatte alle Entscheidungen diesem Milchbart Moritatio überlassen oder dem greisen Krähenfreund. Doch diesem war es nun mit ein paar Spritzern Wasser gelungen, die Streitzig’schen Lebensgeister wieder zu erwecken!
Er schüttelte die düsteren Gedanken ab. Seit Beginn der Kampagne der Rossbannerordens in den Raschtulswall war alles fehlgeschlagen. Der Orden niedergemetzelt, Romina-Alba entführt, Richeza verschwunden und Fenia, die er von Kindesbeinen an kannte, von Harpiyen zerhackt! Keine von ihnen hatte er helfen oder gar schützen können - er, der soviel auf seine Kampfeskunst und seine Erfahrenheit in vielerlei Dingen hielt. Das alles nutzte ihm hier gar nichts; im Raschtulswall herrschten ganz offenbar andere Gesetze als im lieblichen Yaquirtal. Seine Ohnmacht – ein Gefühl, das er in dieser Stärke noch nie erlebt hatte – hatte ihm allen Muts beraubt. War ihre Suche nicht ohnehin zum Scheitern verurteilt, wo sie von den Zwölfen verlassen waren? Wortkarg und mürrisch, wie es sonst so gar nicht seine Art war, war er den anderen gefolgt und hatte alle Entscheidungen diesem Milchbart Moritatio überlassen oder dem greisen Krähenfreund. Doch diesem war es nun mit ein paar Spritzern Wasser gelungen, die Streitzig’schen Lebensgeister wieder zu erwecken!
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Mit einem Stoßgebet an Hesinde entschloss sich der Vogt, in Deckung zu bleiben, um noch eine gewissen Überraschungseffekt auf seiner Seite zu haben. Er signalisierte Dom Moritatio hinter ihm, Selbiges zu tun.
Mit einem Stoßgebet an Hesinde entschloss sich der Vogt, in Deckung zu bleiben, um noch eine gewissen Überraschungseffekt auf seiner Seite zu haben. Er signalisierte Dom Moritatio hinter ihm, Selbiges zu tun.


===Vor der Höhle unter dem [[Djer Kalkarif]]===
===Vor der Höhle unter dem [[Djer Kalkarif]]===
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Ratlos schaute Gendahar zu den beiden anderen, aber auch die schienen nichts zu verstehen. "Ja, da vorne ist ein See, wenn du das meinst. In der großen Höhle. Der Alte hatte etwas von Geistern gesprochen, wenn ich mich recht erinnere. Das regt dich wahrscheinlich so auf... aber glaub' mir, das Wasser des Sees hat heilenden Kräfte, wenn man sie zu nutzen versteht. Ich habe es selbst gespürt!" Beruhigend sprach er auf das Mädchen ein, das aber noch immer sehr aufgebracht schien. "Wie müssen jedenfalls dort hin - du kannst mitkommen oder hier bleiben!" Langsam, mit einem Nicken zu Moritatio und Zaida, setzte er sich wieder in Bewegung.
Ratlos schaute Gendahar zu den beiden anderen, aber auch die schienen nichts zu verstehen. "Ja, da vorne ist ein See, wenn du das meinst. In der großen Höhle. Der Alte hatte etwas von Geistern gesprochen, wenn ich mich recht erinnere. Das regt dich wahrscheinlich so auf... aber glaub' mir, das Wasser des Sees hat heilenden Kräfte, wenn man sie zu nutzen versteht. Ich habe es selbst gespürt!" Beruhigend sprach er auf das Mädchen ein, das aber noch immer sehr aufgebracht schien. "Wie müssen jedenfalls dort hin - du kannst mitkommen oder hier bleiben!" Langsam, mit einem Nicken zu Moritatio und Zaida, setzte er sich wieder in Bewegung.
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'''Autor''': [[Benutzer:Von Scheffelstein|von Scheffelstein]]
Nun war es der Streitzig, den die Ferkina am Arm fasste und auf den sie einredete. Doch als keiner der Adligen in ihrer Sprache antwortete und Gendahar weiterhin Anstalten machte, seinen Weg fortzusetzen, griff sie plötzlich mit dem linken Arm um Rominas Bauch und zerrte die Verwundete von dem Umhang zu Boden. Mit im Fackellicht funkelnden Augen, die Axt erhoben, machte sie wieder die schnellen wischenden Bewegungen mit der linken Hand.
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'''Autor''': [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
Augenblicklich nachdem die Ferkina die Verletzte zu Boden gerissen und die Axt erhoben hatte, war Gendahar herum geschnellt und hatte den Degen gezogen. Bevor die Ferkina reagieren konnte, befand sich die Degenspitze an ihrer Kehle. "Wage es noch einmal, meine Nichte anzufassen!"
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'''Autor:''' [[Benutzer:Romina Alba|Romina Alba]]
Romina stöhnte auf, als sie unsanft am Boden ankam und öffnete die Augen. Über ihr stand die Ferkina mit der Axt in der Hand. Hinter ihr ein schwarzhaariger Dom... achja, der Vetter von Richeza und da war ja auch ihr Onkel. Sie versuchte ein beruhigendes Lächeln zu Gendahar, griff mit der Linken in den Rock der Fekina und zog sie sich zum Sitzen hoch.
"Golshan," ihre Stimme beruhigend einsetzend, schaute zu zu der Wilden hoch, "Golshan, es ist alles in Ordnung, das sind Freunde... Razsnik", versuchte sie das einzige Wort, dass sie bisher gelernt hatte und für "Freund" hielt. 
Plötzlich fiel ihr das eigenartige Licht auf und sie schaute sich um.
"Wo sind wir hier?"
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'''Autor''': [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
Erst als Gendahar merkte, dass Romina wieder bei Bewusstsein war und beruhigend sprach, entspannte er sich ein wenig. "Es fragt sich, wie lange wir noch Freunde sind!" Er bedrohte weiterhin das Ferkinaweib und ließ sie keinen Moment aus den Augen, als er zu Romina sprach: "Wir sind auf dem Weg zu einer großen Höhle mit einem See. Dort haben wir einen Einsiedler zurück gelassen, der sich auf die Heilkunst versteht, der dir und dem kleinen Jungen vielleicht helfen. Das Wasser des Sees hat große Heilkraft! Aber die Ferkinas scheinen sie zu fürchten... versuch' deiner neuen Freundin klarzumachen, dass wir nichts Übles wollen und auch nichts zu fürchten haben dort unten. Sonst müssen wir sie zurück lassen. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren!"
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'''Autor:''' [[Benutzer:Von Scheffelstein|von Scheffelstein]]
Als Romina zu sich kam, senkte die Ferkina die Axt. Sie schien die Worte der Comtessa nicht zu verstehen, doch als die Männer der jungen Frau aufhalfen und die letzten Schritte in die Höhle fortsetzten, hielt Golshan sie nicht auf. Gleichwohl dauerte es einen Moment, bis die Wilde am Höhleneingang auftauchte. Die Axt hatte sie wieder erhoben, blickte sich mit mißtrauischem, fast ehrfürchtigen Gesicht um, machte aber keine Anstalten, die Höhle zu betreten.
Tsacharias Krähenfreund saß an derselben Stelle, an der sie ihn vor einem Wasserlauf zurückgelassen hatten. Als die Adligen die Höhle betraten, wandte er den Kopf und erhob sich – erstaunlich gewandt für einen so alten Mann.
"Ihr guten Götter!", sagte er, als er Romina erblickte. "Hat Eure Base Eure Nachricht also erhalten", wandte er sich an Moritatio, doch es war mehr eine Feststellung denn eine Frage. Er trat zu der jungen Frau, legte seine warme, von den unzähligen, regenbogenfarben schillernden Wassertropfen leicht feuchte Hand an Rominas Wange und blickte ihr in die Augen. "Nur ruhig, mein Kind", sprach er, "nun seid Ihr in Sicherheit. Setzt Euch. Nein, besser: Legt Euch hin." Er betrachtete ihren Arm, runzelte leicht die Stirn ob der dicken Salbenschicht, welche die Wunde bedeckte und schüttelte den Kopf.
"Zaida, meine Liebe ...", wandte er sich an das Mädchen – und verstummte, als sein Blick auf den Jungen fiel, den die Domnita zu Boden hatte sinken lassen. "Grundgütige Tsa! Noch ein Verwundeter?" Tsacharias beugte sich über den Knaben, betrachtete das fahle Gesicht, legte seine Finger auf die Stirn und hernach an den Hals des Jungen. Zwei tiefe Furchen bildeten sich in seiner Stirn und er seufzte leise.
"Rasch", sagte er zu Zaida. "Bring mir Wasser. Benutze die Kalebasse – und vergiss nicht, was ich dich über Demut lehrte." Er schüttelte den Kopf, kniete neben dem Jungen nieder, zog dessen Schuhe aus und öffnete dessen Kleider. Ohne aufzusehen, sprach er zu den Männern. "Ihr müsst mir behilflich sein. Dieser hier wird sterben, wenn ich mich nicht um ihn sorge. Ihr aber kümmert Euch um Eure Base. Bettet sie auf Eurem Umhang. – Junge Dame, Ihr müsst Eure Kleider entfernen, damit Eure Wunden gewaschen werden können. Ehe sie nicht verbunden sind, sollten sie nicht mit Schmutz oder Staub in Berührung kommen, sonst mag Euch das Wundfieber ereilen, wie diesen Knaben hier."
Der alte Mann hatte inzwischen Praiodors Kleider ausgezogen und betrachtete den schmächtigen Leib des Jungen. "Und eines gilt für Euch alle: Gebt Acht, dass kein Tropfen Blut und auch nicht der Schmutz Eurer Hände das Wasser des Sees trübt! Ich werde meine Kräfte für anderes benötigen, als Euch vor dem Zorn der Geister zu bewahren."
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'''Autor''': [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
"Meine Nichte, nicht meine Base", sagte Gendahar unwillkürlich, obwohl dies derzeit überhaupt keine Rolle spielte. Er ging vor Romina in die Hocke. "Wie geht es dir? Wie ist es dir ergangen? Bist du noch woanders verletzt?" Er beäugte den Körper seiner Nicht, konnte aber außer ein paar Kratzern und blauen Flecken nichts entdecken. "Der Alte hat recht, wir müssen dir die Kleider ausziehen." Er blickte zur Ferkina auf und winkte sie herüber. Hier konnte sie mehr von Nutzen sein als Moritatio. "Du musst mir helfen", sagte er und deutete mit den Händen an, was er vorhatte. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass Moritatio Abstand hielt und sittsam in eine andere Richtung blickte, begann er vorsichtig damit, die Kleider auszuziehen. Er begann bei den Wunden, wo der Stoff blutverkrustet war. Dann machten sie sich an den Rest. Es war schwerer als erwartet, denn ein ums andere Mal musste die Ferkina einen Knoten lösen, den er selbst nur hätte durchschneiden können. Aber schließlich waren sie fertig.
Geduldig wartete Gendahar, bis die Kalebasse verfügbar war.
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'''Autor:''' [[Benutzer:Romina Alba|Romina Alba]]
"Ich glaube, der alte Mann meinte Richeza." Romina schaute kurz zu Moritatio. "Richeza da Vanya ist doch eure Base, oder?" Sie wandte sich wieder ihrem Onkel zu. "Ich bin sonst unverletzt, Onkel. Golshan," sie lächelte zu der Fekina, die still neben ihr hockte, "hat Richeza da Vanya und mir zur Flucht verholfen. Seitdem weiß ich, dass du lebst." Sie hob die Linke und berührt Gendahars Wange. "Ich dachte, ich hätte dich sterben gesehen." Ihre Augen glänzten verräterisch, sie senkte verlegen den Kopf. "Sind alle anderen tot?" Leise stellte sie die Frage, die sie sich wohl schon selbst beantwortet hatte.
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'''Autor''': [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
"Soweit wir es sehen konnten, wurde der ganze Rossbannerorden erschlagen. Ich habe selbst nur durch Phexens Gunst überlebt - und dank der Hilfe von Tsacharias' Schwester Udinia, die eine Hütte in den Bergen hat, zu der mich die Zaida hier mit Hilfe zweier Hirten brachte. Dort fanden mich die da Vanyas ... und dann haben wir dich gesucht. Ich habe kaum noch daran geglaubt, dich wieder zu finden. Du scheinst wohlauf, bis auf den Pfeil in deiner Hüfte ..." Ein Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen, dann wurde sein Blick wieder ernst. Nein, Richeza ist nicht meine Base. Aber Fenia von Culming, Praiodors Mutter. Wahrscheinlich dachte er, ''du'' seiest die Mutter des Jungen ..."
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]]
Moritatio errötete leicht, als der Streitziger und die Wilde begannen, die hübsche Tochter des falschen Grafen zu entkleiden, was aber im Dunkel der Höhle glücklicherweise niemand mitbekam. Er ging zu Krähenfreund und dem Jungen hinüber und tat so, als begutachte er dessen curative Handreichungen, obwohl er hin und wieder einen verstohlenen Blick aus den Augenwinkeln hinüber zur Comtessa riskierte, die leider halb vom Rücken des Streitzigers verdeckt wurde. Er kam aber sehr schnell zu dem Schluss, dass es weiß Rahja verlockendere Anblicke gab, als den bleichen, wunden- und blutübersäten Leib eines Weibes und so schaute er sich suchend um nach der Kalebasse, nach der es den Alten so dringend verlangte.
Gerade hatte er noch daran gedacht, sich den Schmutz und das ekle fremde Blut in dem Höhlensee von den Händen zu waschen, um den der abergläubische Alte so ein Aufheben veranstaltete. Was war schon dabei - die Geister, die er sah, existierten gewiss nur in Krähenfreunds Hirngespinsten und er als ein da Vanya brauchte sich gewiss nicht um irgendwelche Weisungen eines fortgelaufenen Halbfreien zu scheren. Er schöpfte die Kalebasse voll bis oben hin und trug sie betont 'normal' und gleichgültig zu Krähenfreund hinüber, der neben dem Jungen kniete.
"Hier kommt dein Wunderelixier, Alter! Aber die Domnatella hier ist nicht meine Base, sondern die Tochter des Mannes, der sich derzeit für unseren Grafen hält. Also zeig besser, was du kannst oder dein Schicksal ist endgültig besiegelt!"
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'''Autor:''' [[Benutzer:Von Scheffelstein|von Scheffelstein]]
Krähenfreund blickte kurz zu Moritatio auf und nahm ihm schweigend die Kalebasse aus der Hand. Behutsam tätschelte er Praiodors Wange. "Wach auf, Junge, wach auf!" Die Lider des Knaben flatterten, er wimmerte leise, schien aber nicht zu erwachen. Tsacharias legte seine Hand hinter den Kopf des Jungen und führte das Gefäß an die aufgesprungenen Lippen. Langsam, fast tropfenweise, flößte er ihm das Wasser ein – wenige Schluck nur.
"Ich habe noch ein weiteres Gefäß", sagte er zu Moritatio – und dann zu Zaida: "Hast du es gefunden? Bring' dem Herrn von Streitzig Wasser! – Unser Schicksal", fuhr er fort, während er den Schmutz aus der schwärenden Wunde am Bein des Knaben wusch, "liegt in der Götter Hände allein, und ewig neu erfahren wir ihre Güte, so es ihr Wille ist und unser Streben." Er kramte in seiner Tasche, breitete eine Reihe von Tiegelchen und Fläschchen neben sich aus und reichte Moritatio einen kleinen Tontopf und einige zusammengerollte Leinenstreifen.
"Bringt dies zu der jungen Dame hinüber. Lasst ihren Oheim sich die Hände waschen und anschließend die Wunden der ... Comtessa. Hernach ist diese Salbe aufzutragen, sie wird die Blutung weiter stillen und die Wundheilung fördern. Gebt mir Bescheid, wenn ihr soweit seid, dann werde ich die Wunden verbinden."
Tsacharias wickelte ein Leinentuch um das verletzte Bein des Knaben Praiodor, dann nahm er seinen Umhang ab, breitete ihn auf dem Boden aus und schlug den zitternden Jungen fest darin ein.
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'''Autor''': [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
Nachdem Zaida die Kalebasse gebracht hatte, folgte Gendahar den Anweisungen Krähenfreunds. Während er und Romina sich gegenseitig berichteten, was zwischenzeitig vorgefallen war, suchte er in der Miene und am Körper seine Nichte insgeheim nach Anzeichen, was ihr noch widerfahren sein könnte, sie ihm aber hier und jetzt nicht sagen wollte. Zu seiner Erleichterung war Romina von den beiden Pfeilwunden abgesehen in viel besserer Verfassung, als er zunächst gedacht hatte. Streitzig'sches Unkraut vergeht nicht, dachte er mit einem Anflug von Stolz.
"Tsacharias, wir sind fertig!" rief er, nachdem er alles getan hatte, was seine Kunst ihm erlaubte.
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'''Autor:''' [[Benutzer:Romina Alba|Romina Alba]]
Romina ließ alles tapfer über sich ergehen, während sie Einzelheiten berichtete. Als ihr Onkel nach dem Heiler rief, drehte sie sich ein wenig, ihre Linke als Stütze benutzend. Sie fühle am Boden unter der Hand das Stück Stoff, dass sie die ganze Zeit am Busen getragen hatte. Wie konnte sie das Rossbanner nur vergessen. Sie hob es an die Lippen, hauchte einen Kuss darauf und drückte es Gendahar ohne Kommentar in die Hand.
"Irgendwo hinter uns waren Richeza und ihre Tante." Sie schaute zu Moritatio. "Ich weiß nicht, warum sie zurückgeblieben sind und uns mit dem Knaben allein gelassen hatten, Richeza und ich hatten ausgemacht, dass wir zusammenbleiben würden." Ihr Blick war entschuldigend. "Praiodor schien Domna Richeza so wichtig."
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'''Autor''': [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
Gendahar blickte zuerst ungläubig auf das Rossbanner und lauschte dann Rominas Worten. Zuerst spürte er eine große Erleichterung, dass sie ihm über den Verbleib Domna Richezas berichten konnte und dass auch dieser die Flucht gelungen war. Aber die letzten Worte ließen ihn aufhorchen. "Du meinst, sie sind euch fast bis vor die Höhle gefolgt? Wo sind sie dann jetzt? Habt ihr nicht gesehen, ob sie den Ferkinas entkommen konnten?" Als Romina nur stumm den Kopf schüttelte, setzte er sich abrupt auf. Mit einem Mal hatte der Thangolforster das Bild Domna Richezas vor Augen, erschlagen von Ferkinas in  ihrem eigenen Blute liegend ... bei Rifada hingegen kamen ihm nur erschlagene Ferkinas in den Sinn.
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'''Autor:''' [[Benutzer:Simanca|Simanca]]
Die Sorge um die Comtessa und den bislang unbekannten, doch gesuchten Jungen hatten Zaida niedergedrückt und ungewohnt schweigsam zurückgelassen. Eigentlich war sie ganz froh darüber, dass Dom Gendahar und vor allen Dingen Tsacharias genau zu wissen schienen, was zu tun war, um den Verletzten bestmöglich zu helfen. Und so wuselte sie emsig und darum bemüht, von Nutzen zu sein und nicht im Weg herumzustehen, unablässig zurück zum Wasser, wo sie andächtig niederkniete und sorgsam und fast ehrfürchtig die Kalebasse ein ums andere Mal mit dem wundertätigen Wasser zu füllen. Besorgt beäugte sie den Heiler dabei, wie er sich um das Leben des Knaben mühte und blickte auch immer wieder hinüber zu Domna Romina.
Nervös biss sie sich auf die Unterlippe. Und hätte fast noch angeboten, ob sie nicht vielleicht versuchen könnte, notdürftig die Kleidung der Comtessa zu flicken - dabei hatte sie so etwas immer gehasst und sich öfter mit der Nadel in den Finger gepiekt, als an den Stopfarbeiten einen geraden Stich zu setzen, als sie es hatte lernen müssen. Da retteten sie Dom Gendahars Worte davor einen solchen Vorschlag zu machen.
"Sollen wir solange hier warten?", warf sie zögerlich ein, nicht gewillt die Comtessa wieder zu verlassen, nachdem man diese endlich gefunden hatte.
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]]
Moritatios vorher trübsinniger Blick klarte sofort auf. Mit zwei schnellen Schritten war er bei der Nichte des Streitzigers, und es war ihm in diesem Augenblick völlig egal, ob dies unschicklich war, da sie ja fast völlig unbekleidet war.
"Was sagt Ihr da, Comtessa? Meine Mutter und Richeza - sie sind am Leben?" Seine Stimme zitterte vor Freude. "Und sie waren direkt hinter Euch? Ich muss zu ihnen, damit sie uns überhaupt finden! Vielleicht brauchen sie meinen Beistand?"
Letzteres glaubte er nicht wirklich - seine Mutter oder auch Richeza waren viel bessere Kämpfer, als er wahrscheinlich jemals sein würde - aber sie lebend und anscheinend sogar in Freiheit wiederzusehen, ließ sein Herz rasen.
"Bleibt Ihr hier! Ich suche nach ihnen!", rief er den anderen zu, dann rannte er schon aus der Höhle, so schnell er es in der Dunkelheit wagte.
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'''Autor''': [[Benutzer:Ancuiras|Ancuiras]]
"Als ob ich den Jungen allein laufen lassen könnte", sagte Gendahar augenrollend zu seiner Nichte und umarmte sie hastig. "Hier unten seid ihr sicher. Wir sind bald zurück - versuch' ein wenig zu schlafen!" Dann machte er sich auf den Weg. "Warte, Moritatio. Lass' mir ein paar Ferkinas übrig, wenn deine Mutter nicht schon alle erschlagen hat!"