Chronik.Ereignis1033 Feldzug Ferkinalager 02: Unterschied zwischen den Versionen

SteveT (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Von Scheffelstein (Diskussion | Beiträge)
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
 
(3 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 13: Zeile 13:
Kurze Zeit später wurde Geschrei laut, Frauen und Kinderstimmen überschlugen sich und sie sah teilweise nackte und sehr dreckige Beine und Füsse zwischen die Pferd laufen. Viele davon liefen, auf eine schrille Art johlend, neben den Reitern her und drängten sich, sie zu berühren.
Kurze Zeit später wurde Geschrei laut, Frauen und Kinderstimmen überschlugen sich und sie sah teilweise nackte und sehr dreckige Beine und Füsse zwischen die Pferd laufen. Viele davon liefen, auf eine schrille Art johlend, neben den Reitern her und drängten sich, sie zu berühren.


Endlich hielt das Pferd an und der Reiten stieg ab. Er vertrieb die Frauen und Kinder und machte sich daran, Romina loszubinden. Er lies sie zu Boden gleiten. Sie biss die Zähne zusammen und zwang ihren Körper sich aufzusetzen. Erst dann sah sie auf. Sie war umringt von jetzt überraschend stillen, teils in Fell, teils in Stofffetzen gekleideten Ferkinafrauen und -kinder, die versuchten ihr Haar zu berühren; und vor ihr stand eine exotische Erscheinung von Krieger. Er trug eine sonderbare Mischung aus metallenen und ledernen Rüstungsteilen und war für einen Bergwilden recht groß. Ihr Blick glitt über ihn, sich schnell die Stellen merkend, an denen er Waffen trug und landete bei seinem dunklen Gesicht. Er war auf eine überraschende Art schön, trotz oder vielleicht wegen der gleichmässige Narben, die seine Wangen und die Stirn zierten. Und er strahlte eine wilde Aggressivität aus. Sie sah tief in seine dunklen Augen und erschauderte wiederwillig. Plötzlich und blitzschnell gab der Mann ihr eine schallenden Ohrfeige. Ihr Kopf ruckte herum und scharf gesellte sich der Schmerz zu dem Anderen.<br>
Endlich hielt das Pferd an und der Reiten stieg ab. Er vertrieb die Frauen und Kinder und machte sich daran, Romina loszubinden. Er lies sie zu Boden gleiten. Sie biss die Zähne zusammen und zwang ihren Körper sich aufzusetzen. Erst dann sah sie auf. Sie war umringt von jetzt überraschend stillen, teils in Fell, teils in Stofffetzen gekleideten Ferkinafrauen und -kinder, die versuchten ihr Haar zu berühren; und vor ihr stand eine exotische Erscheinung von Krieger. Er trug eine sonderbare Mischung aus metallenen und ledernen Rüstungsteilen und war für einen Bergwilden recht groß. Ihr Blick glitt über ihn, sich schnell die Stellen merkend, an denen er Waffen trug und landete bei seinem dunklen, verhüllten Gesicht. Er strahlte eine wilde Aggressivität aus. Sie sah tief in seine braunen Augen und erschauderte widerwillig. Plötzlich und blitzschnell gab der Mann ihr eine schallenden Ohrfeige. Ihr Kopf ruckte herum und scharf gesellte sich der Schmerz zu dem Anderen.<br>
Er beugte sich zu ihr hinunter, befehlend erklang seine Stimme in ihrer Sprache:
Er beugte sich zu ihr hinunter, befehlend erklang seine Stimme in ihrer Sprache:
„Du mich nicht ansehen, du bist Sklavin, helles Weib... meine Sklavin... du verstehst...“<br>
„Du mich nicht ansehen, du bist Sklavin, helles Weib... meine Sklavin... du verstehst...“<br>
Romina keuchte einige Male, um der Übelkeit Herr zu werden, sammelte Flüssigkeit in ihrem Mund, drehte den Kopf, sah fest in die dunklen Augen und spuckte ihm ins Gesicht.<br>
Romina keuchte einige Male, um der Übelkeit Herr zu werden, sammelte Flüssigkeit in ihrem Mund, drehte den Kopf, sah fest in diese eigenartigen Augen und spuckte ihm ins Gesicht.<br>
Er schrie auf und schlug sofort wieder zu, diesmal mit der Faust.
Er schrie auf und schlug sofort wieder zu, diesmal mit der Faust.
Wieder ein explodierten Schmerz, kurz der Gedanke, dass es darauf auf nicht mehr ankam, dann wurde sie ohnmächtig.
Wieder ein explodierten Schmerz, kurz der Gedanke, dass es darauf auf nicht mehr ankam, dann wurde sie ohnmächtig.
Zeile 75: Zeile 75:
"Er wird dich reichlich belohnen, wenn du mich freilässt", mehr zu sich selbst, "falls du mich nicht gerade vergiftet hast..."<br> Sie versuchte sich umzuschauen und ruckte an ihren Handfesseln.  
"Er wird dich reichlich belohnen, wenn du mich freilässt", mehr zu sich selbst, "falls du mich nicht gerade vergiftet hast..."<br> Sie versuchte sich umzuschauen und ruckte an ihren Handfesseln.  
    
    
----
'''Autor:'''  [[Benutzer:SteveT|SteveT]]
Der alte Schamane starrte Romina-Alba einen Moment lang verblüfft an. Offenbar musste er sich ihr Gesagtes erst langsam Wort für Wort im Kopf übersetzen. Dann begann er schallend zu lachen, was fast ein wenig wie das Meckern eines alten Ziegenbocks klang, wobei zwischen seinen faltenumspielten Lippen nur noch zwei pechschwarz verfaulte Zahnstümpfe hervorlugten.Trotzdem schien der Alte Sinn für Humor zu haben und tätschelte der Comtessa belustigt ihr Goldhaar, während er das, was sie ihm vorgeschlagen hatte, für die zwei Ferkina-Frauen übersetzte, die in demütiger Haltung im dunklen, hinteren Bereich des großen Häuptlingszeltes kauerten. Auch die beiden begannen zu kichern, nachdem er seine Erzählung beendet hatte. Zu Rominas Verblüffung schien er dabei nicht in der urtümlichen Rachensprache der Ferkinas zu kauderwelschen, sondern in einem Dialekt des zeitgenössischen Tulamidya, der sie fast ein wenig an die Zunge der Novadis erinnerte.
Wieder um Ernsthaftigkeit bemüht, antwortete er ihr in seinem furchtbaren Garethi: "So scheene Kind von Hairan - aber manchmal bissi dumm. Du guckst hier" - er zeigte mit ausgestrecktem Finger einmal rundum im ganzen Zelt - "alles da, was Ghazal braucht. Geld - für was?" <br>Er lachte wieder und griff der Grafentochter dann ganz plötzlich und ungeniert an den linken Busen, in den er sie prüfend leicht zwickte. Er nickte zufrieden und anerkennend: "Viel fest, nix weich! Gut Milch wenn gebären scheene Sohn von Shâr-Anach-Nûr für Ras'Ragath! Viel starke Sohn herrsche über alle Mensch! Bis dann - nix gehöre Ghazal, gehöre Nasfâgul Pascha!"
[[Aureolus von Schrotenstein]], der Sohn des schwarzen Rakolus, der nach wie vor unsichtbar durch einen Riß in der Zeltwand die Szenerie beobachtete, spürte bedauernd, daß er sich zurückziehen musste, da seine Astralkraft langsam nachließ, umso länger er den VISIBILI aufrecht erhielt. Nur höchst ungern riß er seinen Blick los vom unbekleideten Leib der wunderschönen Grafentochter, der aufwallender Zorn die Wangen rosig färbte. Wahrscheinlich konnte der alte Schamane von Glück reden, daß ihre Hände gefesselt waren.
Während er zu seiner Robe und seinem Stab zurückkehrte, die er ganz in der Nähe des Sommerlagers der [[Bâni Khadr]] deponiert hatte, dachte er über das Gebrabbel des verrückten Altens nach. Die jüngste Tochter des Grafens [[Brandil von Ehrenstein ä. H.|Brandil von Ehrenstein]] war also scheinbar nicht zufällig, sondern vorbestimmt von den Ferkinas verschleppt worden. Anders als bei ihren sonstigen Überfällen, die er ihnen teilweise bis ins kleinste Detail mittels Beherrschung des Häuptlings [[Nasfâgul Pascha]] persönlich eingegeben hatte, mußte hinter diesem merkwürdigen Vorhaben eine andere - höhere? - Macht stecken, denn Ghazal iban Muyanshir war der Einzige des Stammes, über dessen Geist er keine Gewalt hatte. Er überlegte: ''Shâr-Anach-Nûr'', das hieß in der kruden Sprache der Wilden wohl soviel wie Herrscher-des Großen Stiers -Blutgeistes. Und einem solchen sollte die Comtessa einen Sohn für Ras'Ragath, also für die rote Stadt Ragath gebären? Er würde sie und den Stamm gut im Auge behalten müssen - aber zunächst einmal bedurfte seine eigene Mutter seiner Hilfe gegen ihre Feinde! Das spürte er über alle Entfernungen hinweg ...
----
'''Autor:'''  [[Benutzer:Romina Alba|Romina Alba]]
Romina zuckte zusammen und lief rot an, als der Mann sie rüde in den Busen zwickte. Sie zog den Körper zusammen, schwang ein Bein hoch über den Kopf des alten Mannes auf dessen Schulter, zog das andere Bein geschickt nach und schloss die Beinschere um den dürren Hals. Ohne zu zögern drehte sie sich heftig seitlich, ihre vom Reiten kräftigen Beine nachziehend...<br>
"Ich bin eine Streitzig, ich gehöre niemanden..." wild schleuderte sie die Worte dem Schamanen entgegen... schlieslich sollte er wissen, warum er gerade starb.
----
'''Autor:'''  [[Benutzer:SteveT|SteveT]]
Nacktes Entsetzen und Todesangst trat in den Blick des Alten, der so hart auf die Seite auf den festgestampften Boden geschleudert wurde, dass er sämtliche Knochen im Leib bedenklich knacken hörte.<br>
Er riss seine dünnen Finger hoch und umklammerte die harten Knöchel des Mädchens, die ihm die Gurgel zu zerquetschen drohten. Bei Ras'Ragh, dem mitleidlosen Himmelsstier, dieses Weib hatte vielleicht Kraft in den Beinen!<br> Er stieß ein hilfesuchendes Röcheln aus, worauf sich die beiden Ferkina-Frauen wie wilde Khoramsbestien auf Romina stürzten. Beide kratzten sie mit ihren langen, schartigen Fingernägeln und rissen ihr am langen blonden Haar. Eine grub ihr gar die Zähne in die Schulter, als sei sie ein tollwütiges Tier. Wenn ihm die Hairanstochter auch weiterhin alles Leben aus dem Leib quetschte, lenkte die Attacke seiner Weiber sie doch zumindest kurzzeitig so ab, daß er die Luft hatte, etwas anderes als Stöhnen und Röcheln zwischen seinen Lippen hervorzubringen. "''[[Qualalahina]]! Yalla! Mhachmalak ducht es-latmashak!'' " brachte er zischend hervor, worauf die beiden Ferkina-Frauen sofort von Romina-Alba abliessen und in den hinteren Teil des Zeltes zurückwichen. <br>Einen Moment darauf kam es Romina-Alba so vor, als käme ein leichter Wind auf. Wind in einem rundherum geschlossenen Zelt??? Im nächsten Moment aber traf sie eine mächtige Windböe wie eine unsichtbare Faust. die sie zwei Schritte rückwärts gegen die Zeltwand schleuderte.<br> Der alte Schamane, der nach wie vor gefangen zwischen ihren Beinen hing, wurde ebenfalls mitgerissen, wo er dann einen Schritt entfernt von ihr liegenblieb und röchelnd und hustend seinen armen geschundenen Hals umfasste. "Dumm Du bist!" stöhnte er. "Jetzt tot, wenn erst gebore starke Sohn von Shâr-Anach-Nûr!"
----
'''Autor:'''  [[Benutzer:Romina Alba|Romina Alba]]
Romina versuchte mit den gefesselten Händen die beiden Ferkinaweiber abzuwehren. Sie schrie wütend auf, als eine sie in die Schulter biss, schlug mit beiden Händen nach ihr, traf sie auch, doch dabei lies unbewusst der Druck der Knöchel auf den Hals des Alten nach.
Als kurz nach dessen Worten der Wind aufkam schoss Angst durch ihre geschundenen Glieder... da war Magie im Spiel.
Sie rief gerade Praios um Hilfe an, als der Windstoss sie wie eine Faust traf und vom Lager schleuderte. Sie kam hart auf, einer der Pfähle, die die Zeltwand hielten hatte ihren Flug rüde beendet, Wut und Enttäuschung trieben ihr Tränen in die Augen. Die Götter hatten sie gänzlich verlassen. Gleich würde auch wieder der Schmerz kommen. Sie rollte sich zusammen und schloss die Augen. Ihr war es egal, was dieser zahnlose Zauberer ihr androhte, im Gegenteil, sterben wäre eine besserer Option als den Balg eines Ferkinahelden zu säugen. Zusammen mit dem Schmerz kamen die Bilder von dem Gemetzel am Rossbannerorden zurück. Sie wimmerte leise, sie war zu erschöpft, um sich weiter zu wehren, immer wieder sah sie Gendahar sterben. Mutter hatte sie gebeten, in Ragath zu bleiben und die Queste erfahrenen Streitern zu überlassen. Doch sie hatte gewusst, wie sie sie überreden konnte, hatte von Verantwortung dem Lehen gegenüber gesprochen und davon, dass ihre Familie für die Vasallen wie Fremde war und das man das ändern müsse. Was es für einen Eindruck machen würde, wenn das Grafengeschlecht sein eigenes Blut einbringen würde.
Doch sie hatte nur daran gedacht, dieser verfluchten Hochzeit und Großvater zu entgehen. Er hätte ihre Erleichterung sofort gesehen. Wie glücklich war sie gewesen, dass der Kaiser eine Andere heiraten würde. Obwohl diese Andere novadischen Blutes war und Almada schaden würde. Die Götter hatten Recht, sie zu verlassen. Was immer hier passierte, sie hatte es verdient. Sie hatte nie richtig versucht, den Kaiser kennenzulernen und sich am Hof zu behaupten. Heiße Tränen des Verlustes und der Schuld brandeten in ihr hoch und sie hielt sie nicht zurück...


----
----