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Dom Boraccio wippte ungeduldig auf seinen Zehen und her. "Also, machen wir uns den Weg? Falls es sich bei der mysteriösen Frau im Schnee nicht um Domna Richeza handelt, dann sollten wir schleunigst weiter im Wald nach ihr suchen. Das sollten wir außerdem auf jeden Fall tun und versuchen Spuren diese heidnischen Kultisten sicher zu stellen. Wenn sich wieder blutsaufende Barbaren in diesen Landen rumtreiben so sollten wir das schnellst möglich im Keim ersticken. Ein neuerlicher Feldzug in die Berge wird unserem Fürsten kaum gefallen." | Dom Boraccio wippte ungeduldig auf seinen Zehen und her. "Also, machen wir uns den Weg? Falls es sich bei der mysteriösen Frau im Schnee nicht um Domna Richeza handelt, dann sollten wir schleunigst weiter im Wald nach ihr suchen. Das sollten wir außerdem auf jeden Fall tun und versuchen Spuren diese heidnischen Kultisten sicher zu stellen. Wenn sich wieder blutsaufende Barbaren in diesen Landen rumtreiben so sollten wir das schnellst möglich im Keim ersticken. Ein neuerlicher Feldzug in die Berge wird unserem Fürsten kaum gefallen." | ||
===Die Taberna von Grioli, wenig später am 11. Tsa=== | ===Die Taberna von Grioli, wenig später am Morgen des 11. Tsa=== | ||
'''Autor:''' [[Benutzer:Der Sinnreiche Junker von Aranjuez|Der Sinnreiche Junker]] | '''Autor:''' [[Benutzer:Der Sinnreiche Junker von Aranjuez|Der Sinnreiche Junker]] | ||
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"Unser Bruder wird schon seit Tagen vermisst, Eslam Inglessio von Ragathsquell. Ihr seid ihm nicht zufällig begegnet? Werdet Ihr uns helfen, ihn zu finden?" | "Unser Bruder wird schon seit Tagen vermisst, Eslam Inglessio von Ragathsquell. Ihr seid ihm nicht zufällig begegnet? Werdet Ihr uns helfen, ihn zu finden?" | ||
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'''Autor:''' [[Benutzer:Der Sinnreiche Junker von Aranjuez|Der Sinnreiche Junker]] | |||
„Euer Bruder ward zuletzt gesehen, als er ein Aufgebot des Herrn Grafen nach Quazzano begleitete. Von dort brach er jedoch alleine wieder auf“, erklärte Hernán von Aranjuez vom Tresen her. „Ich habe Eurer Schwester bereits versichert, dass wir uns in Ragath nach ihm erkundigen werden. Vielleicht weiß ja der Befehlshaber jenes Aufgebotes, wohin sich Euer Bruder wenden wollte. Weiterhin bin ich gewiss, dass Seine Hochwohlgeboren nicht allzu erfreut darauf reagieren wird, von Wegelagerei so nahe an der Reichsstadt zu hören. Sollten sich diese Spitzbuben noch im Grafenwald versteckt halten, werden seine Streiter sie rasch ausgeräuchert haben.“ Und vielleicht auch ja auch den jungen Ragathsqueller finden, wenngleich dann wohl nicht mehr unter den Lebenden weilend. „Zunächst jedoch müssen wir die Domna nach Quazzano verbringen.“ | |||
Der Wirt hatte indes ein erstes Tablett mit dampfenden Bechern heran getragen. „Ah, der Wein“, stellte der Condottiere erfreut fest, und bedeutete dem Wirt, dass er sich schon darum kümmern würde, derweil der Mann nur immer für Nachschub sorgen sollte. Ein prüfender Schluck befand den heißen Becherinhalt für akzeptabel, sodass der Baron und Junker höchstselbst das Tablett ergriff, um ihren in der Kälte wartenden Leuten draußen den zweifellos hochwillkommenen warmen Trunk zu bringen. Ohne groß von der Versorgung der Verletzten Notiz nehmend, schritt er mit dem üblichen Klingeln seiner Silbersporen zur von Rohaja von Ragathsquell sodann geöffneten Türe. Ein kalter Windstoß ging durch den Raum, sodass die junge Domna diese rasch wieder schloss, und die freudigen Beifallsbekundungen der Bewaffneten draußen nur noch gedämpft zu hören waren. | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:Boraccio D'Altea|Boraccio D'Altea]] | |||
Boraccio schien einen Augenblick in Gedanken versunken bevor er wieder das Wort ergriff. "Was mich angeht, werte Domnatellas, so sollte ich alsbald einer bestimmten Dame die Kunde überbringen, dass ihre Familienmitglieder noch unter uns weilen und einstweilen in Sicherheit sind, wenn auch die Umstände erfreulicher sein könnten." Er blickte grimmig auf die angeschlagene Richeza. | |||
"Geben die Zwölfe dass ich schnell genug bin, damit die Dinge nicht weitere Kreise ziehen! Ich werde ebenso einen Boten nach Kornhammer und Dom Hesindian Kunde bringen lassen, was sicher sein alte Herz erleichtern wird. Da die beiden Domnas noch angeschlagen sind scheint es mir angebracht sie einstweilen hier in der Nähe unterzubringen und ihnen die nötige Pflege angedeihen zu lassen. Da dieser unheimliche Stiermann und wissen die Niederhöllen wer noch hier weiter ihr Unwesen treiben könnten lasse ich einen Teil meiner Sturmfalken hier zu ihrer Sicherheit zurück, unter deren Schutz ihr Euch natürlich auch begeben könnt, so Ihr dessen bedürft. Der Verbleib Eures werten Herrn Bruders scheint ja soweit geklärt, sollte ich seiner unterwegs angesichtig werden überbringe ich selbstverständlich Kunde von Euch." | |||
Wieder ruhte sein Blick auf Richeza und innerlich verfluchte er ihre starrköpfige Tante, wegen der er sie nun hier zurücklassen musste. | |||
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'''Autor:''' [[Benutzer:SteveT|SteveT]] | |||
===Auf Burg Harmamund, am Morgen des 11. Tsa=== | |||
"Hoch mit Dir, Bürschchen!" | |||
Die laute Stimme seines Peinigers riss [[Eslam der Jüngere von Ragathsquell|Eslam Inglessio von Ragathsquell]] aus seinem dösenden Halbschlaf. Er richtete sich ruckartig auf seiner harten, unbequemen Bettstatt auf und ballte die Fäuste abwehrbereit vor dem Gesicht. Nochmal würde er sich nicht 'durchwalken' lassen, wie das die elenden Grobiane nannten, die ihn gefangen genommen hatten. Er hatte überall Blutergüsse am Körper und wahrscheinlich auch grün oder blau geschlagene Augen von der 'Interrogatio' der vergangenen Tage - auch wenn er diesen Galgenvögeln zehn oder zwanzig Mal versichert hatte, dass er kein Aufgebot in Quazzano zusammengezogen, sondern lediglich einen gräflichen Heerhaufen dorthin geführt hatte. | |||
"Hoho! Nun schau sich einer den an! Will mir mit seinen zarten Fäusten drohen!", lachte der [[Giordan Cronbiegler|Anführer]] dieser Ratten, der vom tumben, aber fast zwei Schritt großen Kerkerwächter Quandolo begleitet wurde - die zwei, die ihn so übel zugerichtet hatten. | |||
"Kommt mir nicht zu nahe, ihr Canaillen! Diesmal geht auch ihr blessiert hier raus, das schwöre ich euch!", bellte ihnen Eslam patzig entgegen. | |||
"Spar dir die heiße Luft, Würstchen!", lachte der unrasierte Anführer mit den schiefen Zähnen und legte die Hand an seinen Degengriff. "Diesmal sind wir hier, um dich rauszuschmeißen! Ja, richtig verstanden: Du hast die Gastfreundschaft dieses noblen Hauses lange genug missbraucht - es wird Zeit für dich zu gehen!" | |||
"Wollt ihr mich zum Besten halten oder seid ihr wirklich endlich zur Vernunft gekommen?", blickte sie Eslam überrascht an, ohne seine Deckung sinken zu lassen. | |||
"Dein Märchen wurde bestätigt von einer Person, der ich leider Glauben schenken muss - meinem eigenen, missratenen kleinen Bruder!", klärte ihn Giordan Cronbiegler auf. "Nach vier Tagen kam er an der Spitze eines Heerhaufens aus Quazzano heraus. Und da sich der strebsame Trottel bei den Gräflichen eingeschrieben hat, scheinst du tatsächlich nichts mit der Sache zu schaffen zu haben, denn der Graf und die alte Da Vanya würden kaum gemeinsame Sache machen. Also befahl mir meine Herrin, dich wieder auf freien Fuß zu setzen - auch wenn sie vor deinem fettgefressenen Herrn Papa keine Angst hat! Nur damit das klar ist ...!" | |||
"Wie redet Ihr von meinem edlen Vater, Ihr Flegel?", fuhr ihn Eslam an. "Wärt Ihr von Stand, würde ich von Euch Satisfaktion verlangen! Aber auch so garantiere ich Euch eines: Dafür werdet Ihr bezahlen!" Er überlegte: "Moment mal ... wenn Dom Servando Euer Bruder ist - gehe ich dann recht in der Annahme, dass Euer Sippenname Cronbiegler ist? Die Ragather Gildenräte?" | |||
"Stets zu Diensten!", tippte sich Giordan an den Caldabreser und zeigte wieder sein schmieriges Lächeln. "Vor dir steht das schwärzeste Schaf der Familie!" Der Kerkerwächter stimmte in sein Lachen mit ein. | |||
"Dann braucht ihr mir diesmal nicht die Augen zu verbinden, wie auf dem Hinweg!", beschied sie Eslam gereizt. "Ich bin hier auf Burg Harmamund und Domna Morena steckt hinter alledem! Das habe ich vom ersten Moment an vermutet! Gebt mir mein Pferd und mein Rapier und ich kehre nach Hause zurück. Wenn sie meinen Vater ohnehin nicht fürchtet, kann er ja auch erfahren, wo sein Sohn festgehalten wurde", schlussfolgerte Eslam wütend. | |||
"Eine tragische Verwechslung, wie ich schon sagte!", feixte Giordan, "eine bedauerliche Verwechslung. Aber in Zeiten wie diesen kann man ja nicht vorsichtig genug sein, wenn ein unbekannter Heerhaufen durch die eigene Dominie zieht ..." | |||
Wenige Minuten später trat Eslam tatsächlich erstmals seit vier Tagen blinzelnd wieder hinaus ins helle Tageslicht. Wie er schon geahnt hatte, befand er sich im Hof von Burg Harmamund - er erkannte die zwölf Türmchen des Castillos und das von steinernen Stieren und Drachen geschmückte Haupttor. Aus den Stallungen wurde sein Apfelschimmel herbeigeführt. Während er aufsaß, ließ er seinen Blick aufmerksam über die Fenster des Palas und der Kemenate schweifen. Nirgendwo eine Spur von der Hausherrin, aber sein Gefühl sagte ihm, dass Domna Morena seine Freilassung von irgendwo beobachtete. Ihr Handlanger, dieser Cronbiegler, reichte ihm tatsächlich seine Waffe, die sie ihm bei seiner Gefangennahme vor Grioli abgenommen hatten. | |||
"Danke!", nickte ihm Eslam zu, bevor er durch das Burgtor hinaus auf die Ebene trabte. "Mit dieser Klinge werde ich Euch bei unserem nächsten Treffen töten, das schwöre ich Euch!" | |||
"Ja, ja - An deiner Stelle würde ich es besser vermeiden, mich hier jemals wieder sehen zu lassen!", rief ihm Giordan höhnisch hinterher. "Und jetzt verschwinde endlich!" | |||
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