Chronik.Ereignis1046 Der Gefangene von Taladur 07

Aus Almada Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Baronie Bangour, 21. Rondra 1046 BF

Auf dem Junkergut Mestera

Autoren: BBB, Eliane

Fabiola griff mit der einen Hand nach einem Stück Obst, legte mit der anderen Miris Briefe zur Seite, die heute gekommen waren. Offenbar hatte der ältere einige Umwege hinter sich, denn einige Informationen waren veraltet. Die Junkerin von Mestera genoss einen kurzen Moment der Ruhe. Es war seltsam, allein zu sein, niemanden um sich zu haben. Vielleicht würde sie später noch Gesellschaft suchen. Oder würde sie am Ende Gefallen daran finden? Wie ihr Vater? Sie knabberte nachdenklich das Obst, griff nach etwas zu Trinken, bevor sie sich, die Beine untergeschlagen, gemütlich in den Kissen ihres Salons lehnend, den restlichen Stapel mit der privaten, weniger dringlichen Korrespondenz widmete. Sie blätterte ihn durch und entdeckte ein dünnes Schreiben mit der Culminger Rose im Wachs. Neugierig brach sie das Siegel, sie hatte nicht mit einer Antwort gerechnet.

Liebe Fabiola,

lass mich dir zunächst herzlich für deinen Brief danken. Er hat mich sehr gefreut und, um auf deine Frage diesbezüglich einzugehen, mich bei guter Gesundheit erreicht. Darüber hinaus lass mich dir, zweitens, gratulieren! Du warst tatsächlich schneller als meine üblichen Nachrichtenquellen, insofern war mir der Wortlaut der veröffentlichten Anklage noch unbekannt, wenngleich mich die grundlegenden Inhalte, wie du dir denken kannst, nicht wirklich überraschen.

Ich habe eine sehr klare Meinung zu den von dir erwähnten Vorfällen und darüber hinaus wahrscheinlich auch Einsichten, die den meisten anderen fehlen. Ein Brief wie dieser ist aber nicht der rechte Ort, um darauf einzugehen oder sie darzulegen. Gern können wir uns dazu unterhalten, wenn wir uns das nächste Mal unter vier Augen sehen, wenn du magst.

Deine Anmeldung für die nächsten Rennen ist jedenfalls notiert. Zumindest diesen ersten Platz hast du somit sicher - und ich bin überzeugt, es wird nicht der letzte sein!

Mögen die Zwölfe dich und die deinen stets schützend im Blick behalten.
Herzlichst,

Algerio

-Brief des Dom Algerio da Selaque von Culming an Domna Selea Fabiola Al'Morsqueta, 21. Rondra 1046 BF


Schmunzelnd legte sie das Papier zur Seite. Ihre Neugier regte sich. Sie war sich von Anfang an sicher gewesen, dass Algerio mehr wusste, als er preisgab. Doch es schien, dass sie den Umfang seines Wissens unterschätzt hatte, wenn ihn nur der Wortlaut der Anklage überraschte. Sie würde ihn darauf ansprechen, wenn sie sich das nächste Mal ohne neugierige Augen und Ohren sahen. Vielleicht ergab sich bei der Landständeversammlung, zu der Dom Rafik geladen hatte, eine Gelegenheit. Auch wenn es eher unwahrscheinlich war - nach den neusten Ereignissen würde Algerio als Dom Leóns letzter Gastgeber vermutlich die Aufmerksamkeit und das Interesse vieler auf sich ziehen. Nun, es würde sich irgendwann eine Gelegenheit ergeben, daran zweifelte sie nicht.

Fabiola faltete den Brief zusammen, legte ihn unbewusst zu denen, die sie sorgsam unter Verschluss hielt. Dann widmete sie sich dem nächsten. Die Schrift war geschwungenes, kunstvolles Tulamidya, der Umschlag dick. Die Sahiba schien viel mitteilen zu wollen. Vorsichtig prüfte Fabiola das Siegel, löste es mit den richtigen Griffen, um die Nachricht nicht zu beschädigen, und widmete sich dem Bündel eng beschriebener Seiten.